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Einrichtung für die Aufnahme und Vorführung sprechender Kinematogramme.
Die Erfindung betritt eine Einrichtung für die Aufnahme und Vorführung sprechender Kinematogramme, bei welcher die Aufnahme und Wiedergabe der Töne auf telephonischem Wege erfolgt, und besteht in der Hauptsache darin, dass als akustische Vorrichtung eine Poulsen-Sprechmaschine verwendet wird, deren Stahlband zusammen mit dem Film durch denselben Mechanismus bewegt wird. Zweckmässig werden bei der Aufnahme die das Stahlband magnetisierenden Magnete und bei der Wiedergabe die unter der Induktionswirkung der Phonogramme stehenden Solenoide zwischen den den Film bewegenden Zahnrädern an- geordnet. Hierdurch wird ein vollkommener Synchronismus der optischen und akustischen Vorrichtungen in der einfachsten Weise erreicht.
Durch Vereinigung des Films mit dem Stahlband für die Poulsen-Phonogramme kann der Synchronismus gegen jede Möglichkeit von Störungen gesichert werden.
Die Anbringung von eingegrabenen Schallaufzeichnungen auf dem Film selbst ist bereits vorgeschlagen worden. Das weiche, biegsame Filmmaterial ist jedoch zur unveränderlichen Erhaltung der Eingrabeschrift, insbesondere bei der wiederholten Auf-und Abwicklung des Films, nicht geeignet. Ferner lässt sich die telephonische Aufnahme und Wiedergabe bei einem Apparat mit elektrischem Betrieb viel einfacher und ohne Umstände bewirken.
Endlich haben die Poulsen-Phonogramme gegenüber der Eingrabeschrift den Vorteil, dass bei der Wiedergabe keine Nadel o. dgl. benutzt wird und somit kein störendes Nebengeräusch entsteht. Um eine für die Vorführung sprechender Lichtbilder erforderliche laute Wiedergabe der Töne durch den Poulsen-Apparat zu erzielen, werden die Schwankungen des in den Solenoiden induzierten Stromes durch ein geeignetes bekanntes Relais (Mikrophonrelais, Kathodenstrahlenrelais usw. ) verstärkt, so dass die verstärkten Stromimpulse auch einen lautsprechenden Fernhörer zum Ertönen zu bringen vermögen.
Auch bei der Aufnahme kann in den Stromkreis des das Stahlband beeinflassenden Magneten ein Relais eingeschaltet werden, um die Stromstärke zu verstärken, in welche die auf der Bühne durch die Mikrophone aufgefangenen Schallschwingungen umgewandelt werden und um somit die magnetisierende Wirkung zu erhöhen.
Die Zeichnung zeigt in Fig. i und i a das Schema einer Ausführungsform der Einrichtung für die Aufnahme, in Fig. 2 die zugehörige Vorführungseinrichtung. Fig. 3 stellt ein Stück des mit Stahlbändern besetzten Films dar.
Auf der Bühne A sind, wie bekannt, parallelgeschaltete, empfindliche Mikrophone M in entsprechender Anzahl untergebracht. Die von der Batterie B gespeisten Leitungen c, d sind in der biegsamen Leitung C fortgesetzt, welche über das Telephonrelais D, J, E mit besonderer Stromquelle G zu der Aufnahmevorrichtung führt.-
Die durch die Mikrophone M aufgefangenen und durch das Relais verstärkten Impulse werden durch die biegsame Leitung C\ Fig. i a, an die Magnete F2, K2 geleitet.
Das durch die letzteren zu magnetisierende Stahlband des Poulsen-Apparates ist in der gezeichneten Ausführungsform mit dem Film vereinigt, indem der übliche Film, wie aus Fig. 3 ersichtlich, an seinen'beiden Rändern durch Stahlbänder T eingefasst ist, welche die zur Bewegung des Films notwendigen Lochungen U enthalten. Die Befestigung der Stahlbänder am Film
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kann in beliebiger Weise, zweckmässig durch Umbiegen der Lochungskanten erfolgen. Es ist zweckmässig, den Film beiderseits mit Stahlbändern zu besetzen, einerseits damit die den Film bewegenden Zahnräder gleichmässig beansprucht werden, andrerseits damit durch die Magnetisierung der beiden Bänder eine erhöhte Tonwirkung erzielt wird.
Die zweckmässig mit spitzen Polschuhen versehenen Magnete F2 stehen so nahe einander gegenüber, dass der in üblicher Weise durch Zahnräder V, V geführte Film S zwischen den Magneten gerade noch hindurchgehen kann, ohne sie zu berühren, während die Stahlbänder T die Polschuhe der Magnete F2 streifen.
Die Magnete F2, K2 können in einer Höhe mit dem Objektiv R oder, wie dargestellt, dem Objektiv gegenüber in der Höhenlage versetzt angeordnet sein, wobei in letzterem Falle nur darauf geachtet werden muss, dass bei der Wiedergabe die Entfernung des Objektivs und der Abnahmemagnete dieselbe sei, wie die Entfernung der Magnete und des Objektivs bei der Aufnahme.
Die Herstellung von Kopien erfolgt in der Weise, dass zunächst auf einem zwischen Stahlbändern eingefassten Film eine Kopie des photographischen Bildes hergestellt wird.
Wenn der photographische Teil vollständig fertig ist, wird die Kopie in eine Aufnahmevorrichtung gebracht, während das Original durch eine mit der Aufnahmevorrichtung gemeinsam angetriebene Wiedergabevorrichtung geführt wird. Da die beiden Vorrichtungen, deren optischer Teil ausser Betrieb gesetzt ist, vollständig synchron laufen, wird eine genaue Kopie der Tonaufnahme erhalten. Zwischen die beiden Vorrichtungen wird auch hier ein Relais geschaltet,
Die Vorführung erfolgt gemäss Fig. 2 in folgender Weise : Die eine Wand des Zu- schauerraumes Al trägt die Projektionsfläche W, während die Projektionsvorrichtung und die mit Eisenkern F2 versehenen Solenoidspulen K2 des Poulsen-Apparates in einer von dem Zuschauerraum getrennten Kammer X untergebracht sind.
Die in den Solenoiden induzierten Stromimpulse werden durch das Stromrelais D2, Et, J2 verstärkt. Der verstärkte
Sprechstrom der Batterie G2 wird dann durch die Leitungen e, f über die lautsprechenden
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an anderen Stellen des Zuschauerraumes (an den Seitenwänden oder an der Decke) angeordnet sind.
Falls die Verstärkung durch das Relais D,/, E nicht genügt, um die Telephone K2, F2, L2 laut ertönen zu lassen, so kann in die Leitungen 8, f ein weiteres Relais geschaltet werden.
PATENT-ANSPRÜCHE : I. Einrichtung für die Aufnahme und Vorführung sprechender Kinematogramme, bei welcher die Aufnahme und Wiedergabe der Töne auf telephonischem Wege erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass als akustische Vorrichtung eine Poulsen-Sprechmaschine verwendet wird, deren Stahlband zusammen mit dem Film durch denselben Mechanismus bewegt wird, wobei die Stromimpulse in an sich bekannter Weise durch ein Relais verstärkt werden, um eine laute Tonwiedergabe zu erzielen.