<Desc/Clms Page number 1>
Seilpostanlage zum Transport von Zetteln o. dgl.
Gegenstand der Erfindung betrifft eine Seilpostanlage zum Befördern von Zetteln, kleinen Paketen o. dgl. mittels Greiferwagen auf einem Schienengleis.
Die hierfür benutzten Greiferwagen sind an einem endlosen Triebseil angeschlossen, vermittelst dessen sie durch die Anlage bewegt werden. Als Zugorgan für die Wagen benutzte man bisher aus Textilfasern, Baumwolle oder Hanf hergestellte Seile. Es stellten sich aber bei einer derartigen Anlage die folgenden Mängel ein : Erstens ist das Faserseil je nach dem Feuchtigkeitsgehalt in der Länge und folglich auch in der Spannung nicht konstant. Es muss daher eine Spannvorrichtung im Seile selbst oder ein beweglicher Teil im Gleis mit beweglicher Seilrolle angeordnet werden, um diesen Spannungsschwankungen zu folgen.
Zweitens haben die Faserseile einen gewissen Anfangsdrall und kommen dann durch Festhalten des Seiles in den Seilrollen und der Drehung der Wagen ; an denen das Seil befestigt ist, noch mehr Drehungen in das Seil hinein bzw. diese Drehungen häufen sich an dem Ende des Seiles, das in der Fahrtrichtung an den Wagen starr angeschlossen ist. Die Folge davon ist, dass das Seil an der führenden Seite des Wagens am Seilschloss abgewürgt wird. Um diesem Übelstand zu begegnen, werden Wirbel in das Seil eingebaut.
Diese Wirbel verursachen wiederum einige Schwierigkeiten.
Erstens lastet der ganze Seilzug auf jeden Wirbel, so dass, wenn die Seilspannung hoch ist, die gewöhnlichen Wirbel nicht mehr wirken, da deren Reibung zu gross ist. Es müssen daher Wirbel mit Kugellagerung eingebaut werden.
Zweitens geht bei Verwendung dieser Wirbel der dem Seil innewohnende natürliche Drall verloren und das Seil längt sich, wird dünner und weniger haltbar. Diese Übelstände treffen auch bei Verwendung von Drahtseilen zu.
Drittens. Bei ausgedehnten Anlagen, wie bie neuerdings in telegraphischen Ämtern eingebaut werden, sind die Seillängen verhältnismässig gross und ist eine grosse Anzahl von Seilscheiben zur Führung des Seiles erforderlich. Dieses bedeudet, dass das Seil sehr vielen Biegungen nach allen Richtungen hin ausgesetzt ist und, da das Verhältnis zwischen Seilrolle und Seildurchmesser ein ziemlich ungünstiges ist, so ist die Lebensdauer des Seiles in den grösseren Anlagen verhältnismässig kurz. Zur Hebung der Lebensdauer des Seiles müssen schon alle Widerstände der Seilbahn auf das mindeste herabgedrückt werden. Andrerseits bedeutet eine Verstärkung des Seildurchmessers wohl eine Erhöhung des Seilrollendurchmessers, um die Haltbarkeit des Seiles gegen Biegungsbeanspruchung zu wahren.
Dies bedeutet eine Erschwerung der Gleiskonstruktion, was, da diese Gleise und Seilrollen an der Decke der Betriebssäle befestigt werden müssen, unerwünscht ist. Ausserdem wird das Gewicht der zu bewegenden Massen-Seil und Seilrollen von grösserem Durchmesser-beträchtlich erhöht, was wiederum mehr Kraft und einen grösseren Seilzug bzw. eine grössere Seilspannung erfordert. Diesem Übelstand wird durch die vorliegende Erfiddung abgeholfen.
Diese besteht in der Verwendung eines flachen, dünnen Stahlbandes als Triebseil an Stelle eines runden spiralisierten Baumwoll-oder Hanfseiles und in der Anordnung einer beweglichen Verbindung zwischen dem Band und dem Greiferwagen, dergestalt, dass sich der Wagen allen Verwindungen und Verdrehungen des Gleises anpassen kann, ohne das Band aus seiner flachen Bahn zu verdrehen,
<Desc/Clms Page number 2>
Diese Einrichtung hat gegenüber der vorgeschriebenen, jetzt bestehenden Anordnung folgende Vorteile :
Da das Gleis und das Band beide aus Eisen bzw. Stahl bestehen, so ist der Einfluss von Temperaturschwankungen, desgleichen auch von Feuchtigkeitschwankungen der Luft, ausgeschaltet. Es können infolgedessen alle Ausgleichsvorrichtungen entfallen.
Da das Band flach ist, mithin ohne Drall, und auf flach ausgedrehten, mit Rand versehenen Scheiben angetrieben bzw. geführt wird, so ist ein Verdrehen des Bandes ausgeschlossen, und zwar besonders deswegen, weil der Greiferwagen so mit dem Band verbunden ist, dass der Wagen immer mitgezogen wird und dass sich das die beiden Bandenden am Wagen verbindende Stück jedoch mit bezug auf den Wagen drehen kann. Es wird hierdurch verhindert, dass sich die Bandenden zu beiden Seiten des Wagens gegeneinander verdrehen können, sie bleiben in derselben Ebene. Es kann sich jedoch der Wagen um das Band drehen und so jeder Veränderung der Lage der Schienenebene folgen, ohne das Band mit zu verdrehen.
Ausserdem ist nur der Widerstand, den der eine Wagen im Gleise findet, zu überwinden, der nie so gross ist, dass sich der Wagen nicht frei um das Band drehen könnte, so dass eine Lagerung dieser Drehvorrichtung auf Kugeln nicht erforderlich ist.
Des weiteren hat die Verwendung des Bandes den Vorteil,. dass eine grössere Fläche für seinen Antrieb auf der Antriebsscheibe vorhanden ist, während zugleich ein günstiges Verhältnis zwischen der Stärke des Bandes und dem Durchmesser der Bandscheibe besteht.
Hierdurch wird ein erheblicher Vorteil gegenüber der Verwendung von Faser-oder selbst von Drahtseilen erzielt.
Bei jetzigen Anlagen haben die Faserseile einen Durchmesser von 8 mm bei einem Durchmesser der Seilrolle von 300 MM, also I : 3 ? Vs- Wenn man bei Verwendung von Band den Durchmesser der Seilrollen beibehält, also 300 mm und das Band o-2 mm dick nimmt, so ergibt sich ein Verhältnis von I : 1500 zwischen Bandstärke und Rollendurchmesser. Dies ist äusserst günstig und bedeutet, dass die Anzahl der Bandrollen erheblich vergrössert werden kann, ohne schädliche Beanspruchung des Bandes durch Biegungsarbeit, in anderen Worten, es können nach Anordnung viel grössere Anlagen ausgeführt werden, als es mit den bisher zur Verwendung gelangten Mitteln möglich ist oder umgekehrt, die vorhandenen Anlagen können kleiner und leichter konstruiert werden, als wie sie bisher ausgeführt wurden.
Dieses umsomehr, als das Gewicht des zu bewegenden Bandes auch an und für sich geringer ist, als das der jetzt verwendeten Baumwoll-oder Hanfseile.
In der Zeichnung sind als Ausführungsbeispiel in den Figuren 1 bis 5 die zur Verbindung und Befestigung der Enden des Antriebsbandes an dem Wagen dienenden Teile einzeln und teils mit dem Bande in Perspektive dargestellt, während die Fig. 6 gleichfalls perspektivisch diese Teile zusammengesetzt mit einem am Bande angeschlossenen Greiferwagen zeigt, von welchem jedoch nur die Grundplatte veranschaulicht ist.
Die Fig. i stellt in der Zeichnung die Mitnehmerhülse a dar, die an der Grundplatte b der Greiferwagen befestigt ist und als Lager für das eigentliche Seilschloss c dient, welches aus der Fig. 2 ersichtlich ist. Zu diesem Zwecke ist die Mitnehmerhülse an ihrem freien Ende mit einem durch ihre Längsachse verlaufenden Einschnitt d versehen, der die Kugel e des Seilschlosses c aufnimmt, so dass sich dieses in der Hülse a am Wagen drehen kann. Die seitliche Verschiebung der Kugel e in dem Schlitz d wird durch die Länge des Ausschnittes sowie durch den Stift f am freien Ende der Hülse a ; begrenzt. Die Kugel e des Seilschlosses c ist auf einem Stift g befestigt und in der Mitte angeordnet.
Der Stift g trägt an seinen freien Enden je einen verstärkten Teil hund hl, durch welchen je ein Bolzen i und il dringt, der darin lösbar befestigt ist. Jeder der Bolzen i und dient zum Halten einer Schlaufe k (Fig. 4) sowie einer darübergeschobenen Verschlusshülse I (Fig. 5).
Zur Befestigung des Bandes o am Schloss c eines Greiferwagens wird das Bandende, wie aus der Fig. g ersichtlich ist, nachdem vorher die Verschlusshülse I darauf geschoben, um einen Stift p umgelegt, der ungefähr die Länge der Bandbreite hat. Alsdann wird das
EMI2.1
welche das umgebogene Band oben und unten in einer bestimmten Länge überdeckt wird.
Die Schlaufe k ist aus einem U-förmig gebogenen Stück Blech gebildet, dessen Schenkel sich nach den Enden zu nähern und in dessen Biegung ein Ausschnitt q vorgesehen ist, der zur Aufnahme des verstärkten Teiles A oder A''des Stiftes g des Seilschlosses c dient. Der Stift p besitzt einen solchen Durchmesser, dass er mit dem umgelegten Bande o unterhalb des Ausschnittes q in der Schlaufe k festgeklemmt wird. Es wird nun noch die schon vorher aufgeschobene Verschlusshülse I über die Schlaufe k zurückgeschoben, wodurch ein seitliches Ausweichen des Bandes o aus der Schlaufe k verhindert wird.
Ein Abrutschen der Verschlusshülse I von der Schlaufe k wird durch die beiden
EMI2.2
<Desc/Clms Page number 3>
angebracht sind. Die Verschlusshülse l lässt sich infolge ihrer nach unten verengenden F. orm nur soweit auf die Schlaufe k aufschieben, bis die Bügel m und n seitlich der Umbiegung der Schlaufe zu liegen kommen, so dass sich diese, wenn nun einer der Bolzen i oder il des Schlosses c durch die Schlaufe k hindurchgesteckt wird, um in der Verdickung h oder h1 des Schlossstiftes g befestigt zu werden, über den Bolzen legen und so die Verschlusshülse auf der Schlaufe und damit auch das Bandende o fest am Seilschloss halten.
Das auf diese Weise am Seilschloss befestigte Band o kann bei Auswechslung des Wagens durch einfaches Lösen der Bolzen i und il aus dem Stift g des Schlosses c wieder von dem Wagen entfernt werden.
PATENT-ANSPRÜCHE : I. Seilpostanlage zum Transport von Zetteln o. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass die auf Schienen bewegten Greiferwagen durch ein flaches, als Triebseil dienendes Metallband (0) verbunden sind.