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Oesterreichische PATENTSCHRIFT Nr. 8365.
CLASSE 57 : PHOTOGRAPHIE a) Physikalischer Theil.
ALWIN LAUER IN SCHÖNEBERG BEI BERLIN.
Verfahren und Apparat zum Behandeln von photographischen Bildbändern.
Von den Apparaten zum Entwickeln, Tonen und Fixieren der Photographien. welche bei Herstellung der sogenannten Kilometerphotographien Anwendung finden. zeichnen sich die durch geringe Platzbeanspruchung und grosse Leistungsfähigkeit aus, bei denen das Bildband innerhalb eines jeden Troges eine Reihe von bleibenden Schleifen bildet, deren jede zwischen zwei eventuell zueinander verstellbaren Walzen so geführt wird. dass sich
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Gegenstand vorliegender Erfindung ist nun ein Verfahren und ein Apparat der zuerst geschilderten Art, bei dem also das Bildband in jedem Troge eine Reihe von
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eingestellten Führungswalzen durch die Bäder geleitet wird, sondern dass behufs Ab- schwächung des Zuges und damit Vermeidung des Zerreissens die Fortbewegung des innerhalb eines jeden Troges eine Reihe von Schleifen bildenden Bildbandes absatzweise.
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Zu diesem Zwecke wird einerseits unter Festhaltung des aus dem Troge austretenden Theiles des Bildbandes die diesem Theile am nächsten liegende Schleife, dann die sich anschliessende u. s. w. gebildet, andererseits werden unter Festhaltung des in den Trog eintretenden Theiles des Bildbandes die Schleifen in derselben Reihenfolge wieder aufgelöst.
Auf beiliegender Zeichnung ist das neue Verfahren und der zur Ausübung desselben dienende Apparat in den Fig. 1 bis 8 schematisch in zwei Ausführungen zur Anschauung
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unter der Leitrollo 5 in das Bad 1 hinein zwischen die Klemmrollen C, 7 und dann über die Rolle 9 aus dem Bade 7 hinausgeführt.
Ist dies geschehen, so werden die K ! emm- rollen 6,7 so aneinander gedrückt, dass das Ende des Papierbandes p von diesem festgehalten und der Papierstreifen zwischen den Rollen C, 5 der Einwirkung des Bades. ? ausgesetzt ist.
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wird Walze 9 entgegengesetzt dem Uhrzeiger gedreht, Arm 19 legt sich auf das Papierband zwischen Klemmwalze 6 und Rolle 9, drückt dasselbe tiefer in das Bad 1 hinein und zieht es dabei in eine Schleife aus (Fig. 2).
Die hiezu erforderliche Länge wickelt sich von der Papierwalze 3 ab, wobei eigentlich nur der Widerstand zu überwinden ist, den die Papierrolle 3 und die Walzen 5,4 der Drehung entgegensetzen, da die Walzen 11, 13, 15 und 17 während dieses Vorganges nur ein Durchhängen des Papicresp verhindern, das in der Hauptsache von der Flüssigkeit des Bades selbst getragen wird.
Zur Überwindung des gefährlichen Zugwiderstandes, welchen eine grosse, voll gefüllte Papierrolle 3 der Bildung der Schleife zwischen den Walzen 5 und 9 entgegengesetzt, dient aber das bis dahin nur angefeuchtete, noch nicht durchtränkte Papierband, das also noch genügende Zugfestigkeit besitzt, um diesem Zuge zu widerstehen.
Ist die erste Schleife zwischen den Walzen 6 und 9 hergestellt, so bildet man durch Drehung der Walze 11 die zweite und so fort, bis zwischen sämmtlichen Walzen 6, 10 bis 17 in das Bad niederhängende Schleifen gebildet sind (Fig. 3).
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wieder die in Fig. 1 dargestellte Lage einnehmen, führt darauf das Papierband in das zweite Bad 2 über, welches genau wie Bad l mit Rellen und Durchbiegearmen ausgestattet ist, und klemmt nunmehr das Papierende zwischen den Walzen 24 und 25 fest, worauf sich in dem zweiten Bade die Schleifenbildung wie im ersten Bade wiederholt, sich hiebei die Schleifen im ersten Bade aufheben.
Ist dies geschehen, so werden wieder die Klemmwalzen 5, 6 des ersten Bades zusammcngepresst und nun wiederum die Schleifen im ersten Bade gebildet, während das Papierband aus dem zweiten Bade in ein drittes übergeführt wird u. s. f.
In dieser Weise werden, wie ersichtlich, nur immer verhältnismässig geringe Papierlängen bewegt, auf welchen sich naturgemäss auch nur die geringen Widerstände dem Zuge entgegensetzen können, die auf diese geringen Papierlängen einwirken. Vor allen Dingen ist die Summierung sämmtlicher auf die sich in einem oder mehreren Bädern befindlichen Papierbahnen einwirkenden Zugwiderstände, sowie die Anwendung gemeinsam gleichmässig angetriebener Transportwalzen vermieden. Das Papier wird nicht, wie z.
B. bei bekannten Apparaten dieser Art, fortlaufend auf-und uiedersteigend um Transport-und Schleifenrollen gezogen, sondern die Schleifen worden aus horizontal laufender
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gefährdctston Stollen in den Schleifen, wie bei den anderen Apparaten dieser Art, irgend einen Widerstand finden.
Zwischen den einzelnen Bädern können natürlich geeignete Spülvorrichtungen angeordnet sein.
Ist die Papierbahn in dem letzten Bade zu Schleifen gestaltet und genügend gewässert, so wird das Papierband am Eintritt in dieses Bad abgeschnitten, das Bad entleert und mit der in Hängen liegenden Papierbahn direct in die Trockenkammer gebracht.
Diese geschilderte Ausführungsform erfordert verhältnismässig lange Bäder, da die
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Papiergohänge zwischen einem dieser Rollenpaare ist.
Sollen also die Papierhänge einen Meter nach unten hängen, so ist bei Anordnung einer Anzahl von sechs Rollen (Fig. 1), durch welche fünf Papierhänge erzielt werden (Fig. 3), ein Abstand von Rolle zu Rolle von mindestens einem Meter erforderlich, so dass das Bad mindestens eine Länge von sechs Meter haben muss. Der ganze Apparat, der immer aus mehreren Bädern besteht, beansprucht demnach einen Platz, der nur selten zur Verfügung steht.
Man kann diesen Übelstand aber beseitigen, wenn man die in den Fig. 7 und, 8 dargestellt Ausführungsform wählt. Das einzelne Bad enthält dann enger gelagerte Führnngslollen, zwischen denen die Papiergehängf gebildet werden. Dies wird dadurch ermögl t-lit, dass die Arme-M, J 12, 14, 16, 18 nicht um die Mittelpunkte der Rollen schwingen, sondern um seitlich davon gelagerte Punkte. In dem gewählten Beispiel ist der abwärts gerichtete Theil der Arme 10, 12, 14, 16, 18 beispielsweise einen Meter lang,
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Werden dann die Arme 10, 12, 14, 16 und 18 nacheinander abwärts bewegt, so werden wie bei der vorher beschriebenen Ausführungsform die Papierhänge gebildet
Beträgt nun die Entfernung der Rollen 6 und 17 nur etwa einen Meter, so werden fünf Papierhänge von einem Meter Tiefe gebildet, und diese aus den Hängen bestehende Papierbahn hat eine Länge von etwa 10-5 m, wozu noch eine horizontale Papierbahn von etwa 600 mm kommt, so dass in einem einzigen Bade eine Papierbahn behandelt wird, die über elf Meter lang ist, während das Bad selbst nur etwa einen Meter lang ist.
Diese Ausführungsform zeigt noch den Vortheil, dass sich in jedem Bade neben den Gehängen noch eine horizontale Strecke befindet, die zweckmässig, wie es in den Figuren dargestellt ist, ebenfalls mit Flihrungsrollen ausgerüstet ist, und die es ermöglicht, die Einwirkung des Bades auf das belichtete Papier zu beobachten, um so rechtzeitig das in dem einen Bade befindliche Papier in das andere überzuführen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum'Führen des Bildbandes durch die Tröge eines für endlose Bildbänder eingerichteten Apparates zum Entwickeln, Fixieren u. s. w., bei dem das Bildband innerhalb eines jeden Troges eine Reihe von Schleifen bildet, dadurch gekennzeichnet. dass zum Zweck der Vermeidung des Zerreissens einerseits unter Festhaltung des aus dem Troge austretenden Theiles des Bildbandes die diesem Theil am nächsten liegende Schleife, dann die sich anschliessende u. s. f. gebildet wird, und andererseits unter Festhaltung des in den Trog eintretenden Theiles die Schleifen in derselben Reihenfolge wieder auf- gelöst werden.