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Fallschirm-Leuchtapparat.
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die im unteren Teil desselben angebrachte Leuchtpatrone entzündet. Bei dieser Einrichtung ergibt es sich, dass die Entzündung der Leuchtpatrone mit der Loslösung des Fallschirmes vom Luftschiff oder vom Flugzeug zusammenfällt. Die Folge davon ist naturgemäss, dass das Luftschiff bzw. Flugzeug sofort von dem starken Licht mitbeleuchtet wird und damit der Gefahr der Beschiessung ausgesetzt ist. Die vorliegende Erfindung bezweckt nun, die durch das Stammpatent geschützte Einrichtung derart auszubauen, dass die Entzündung der Leuchtpatrone erst eine bestimmte bzw. genau bestimmbare Zeit nach der Loslösung vom Flugschiff usw. erfolgt, so dass letzteres inzwischen vollkommen aus dem Lichtbereich der Leuchtpatrone entschwunden ist- Nun hat man den gleichen Gedanken bereits verwirklicht, z.
B. indem man den Entzündungsmechanismus der Leuchtpatrone so eingerichtet hat, dass er durch die Verschiedenheit der Fallgeschwindigkeit zur Auslösung kommt. Diese Einrichtung war aber sehr kompliziert und seine Wirkung weder unbedingt sicher, noch genau einstellbar. Andrerseits aber ist auch die Verwendung von Zeitmessern für Zeitzünder aus der Geschosstechnik allgemein bekannt.
Nach der vorliegenden Erfindung ist nun unter Beibehaltung der Einrichtung nach dem- Stammpatent'ein Zeitmesser vorgesehen, der gleichzeitig mit dem auf elektrischem Wege erfolgten Loslösen des Fallschirmes ausgelöst wird und alsdann genau gemäss der vorher vorgenommenen Einstellung die Entzündung der Leuchtpatrone bewirkt, während inzwischen das Luftschiff bzw Flugzeug sich hinreichend weit entfernt hat. Die Erfindung kennzeichnet sich mithin durch die zweckentsprechende Verbindung einer einstellbaren Zeitzündvorrichtung mit der durch das Stammpatent geschützten Einrichtung.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch dargestellt, und zwar zeigt Fig. i eine Ansicht des ganzen Apparates und Fig. 2 eine Zeitzündvorrichtung in etwas grösserem Massstabe.
Auf der Platte e, auf welcher die Leuchtpatrone h mittels Streben befestigt ist, befindet sich die Zeitzündvorrichtung. Bei-dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ist hierzu ein Uhrwerk k mit zwei Zeigern I und 1lt verwendet, von denen der letztere aus Isoliermaterial hergestellt ist und nur eine Metallspitze besitzt. Der Zeiger m wird auf den Zeitpunkt eingestellt, nach dem vom Augenblick des Entfaltens des Fallschirmes an gerechnet die Leuchtpatrone zur Entzündung kommen soll. Das Uhrwerk ist in eine elektrische Leitung eingeschaltet, welche durch eine kleine Trockenbatterie o gespeist wird, und zwar läuft der Draht n an den Zeiger, m bzw. ist mit dessen Metallspitze verbunden, während der Draht n1 an das Metallgehäuse des Uhrwerkes k angeschlossen ist.
An letzterem ist ein kleiner Sperrzahn p angebracht, welcher in ein Zahnrad des Werkes eingreift und dasselbe arretiert ; er gibt das Gehwerk der Uhr erst dann frei. wenn die an dem Sperrzahn p angebrachte und vorteilhaft in wagrechter Richtung auf dei Platte e befestigte Schnur q durchgebrannt ist.
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Die Vorrichtung arbeitet nun folgendermassen : Das Kabel g, das die elektrische Verbindung mit dem Luftschiff herstellt, endigt nicht mehr, wie beim Stammpatent, in der Patrone direkt, sondern bildet an seinem unteren Ende eine sogenannte Zündkirsche r, welche auf der Platte e beliebig befestigt ist. Die Fesselschnur i läuft, durch eine Öse s geführt, wagrecht über die Zündkirsche r und ist dann in der Öse t gesichert. Die Schnur q, welche den Sperrzahn p in seiner Lage hält, ist auch an der Öse s befestigt und läuft ebenfalls über die Zündkirsche r. Wird nun vom Luftschiff aus der das Kabel g durchfliessende Strom geschlossen, so entzündet sich die Zündkirsche zu einer kurzen Stichflamme, welche die Fesselung i durchbrennt ; hierdurch wird der Fallschirm frei und beginnt abzustürzen.
Gleichzeitig wird aber, auch durch die Zündpille die Schnur q durchgebrannt, welche nun den Sperrzahn p nicht mehr in seiner Arretierung festhalten kann. Durch die Auslösung desselben wird das Gehwerk in Umdrehung versetzt und der Zeiger I läuft jetzt solange, bis er den, auf den gewünschten Zeitpunkt der Entflammung der Leuchtpatrone h eingestellten Zeiger m berührt. Im Augenblicke der Berührung wird der Stromkreis n, mu geschlossen, wodurch die Leuchtpatrone h in Brand gesetzt wird. Dabei kann man den Zeitpunkt der Entzündung der Patrone beliebig auf der Uhr einstellen, so dass dieselbe z. B. erst eine Viertelstunde oder noch später (bis zu einer Stunde) nach Beginn des Fallschirmabsturzes zum Leuchten gebracht wird.
Die oben beschriebene und dargestellte Konstruktion ist selbstverständlich nur ein Ausführungsbeispiel, welche in verschiedener Beziehung Änderungen erfahren kann. So kann z. B., wenn die Zeitverzögerung nicht genau reguliert zu werden braucht, besonders bei kürzerer Dauer, das Uhrwerk auch durch eine auf Brennzeit abgepasste Zündschnur ersetzt werden u, dgl. mehr.