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Maschine zum Verarbeiten keramischer Masseklumpen auf Scheiben oder Schwarten von grossem
Durchmesser.
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wonnen werden sollen, sind, wenn als Ausgangsmaterial wenig plastische Masse, beispielsweise Limogeser Porzellanmasse gewählt wird, welche wegen ihrer geringen Plastizität sehr weich und nass verarbeitet werden muss, die Formmaschinen der Steingutfabrikation praktisch nicht verwendbar, weil diese eine sehr tonhaltige und wenig feuchte Masse erfordern.
Die Erfindung hat eine für den genannten Zweck besonders brauchbare Maschine zum Gegenstand.
Die vorliegende Maschine beruht auf dem Prinzip der wagrechten Schwartendrehscheibe, insbesondere der mechanischen Rundschwartendrehscheibe, die bei der Erzeugung von Tellern und Schlüsseln aus Fayence und Porzellan Verwendung finden. Die Maschine ist derart eingerichtet, dass man darauf runde Schwarten von grossen, bisher nicht bekannten Abmessungen erzeugen kann, deren Herstellung auf den bekannten Maschinen selbst dann nicht möglich wäre, wenn" man ihre Abmessungen entsprechend vergrössern wollte.
Die letzteren Maschinen bestehen nämlich aus einer einheitlichen wagrechten, um eine lotrechte Achse rotierenden Scheibe, auf welche, während sie stillsteht, ein Masseklumpen von Hand aufgebracht und zentriert wird, worauf man die Scheibe in Drehung versetzt und den Klumpen mittels eines von Hand oder selbsttätig bewegten Formbrettes zu einer Platte oder Schwarte formt. Dadurch, dass der Masseklumpen von Hand auf die Scheibe gebracht und dort zentriert werden muss, ist das Gewicht des auf einmal zu verarbeitenden Masseklumpens und der Durchmesser der Scheibe beschränkt, denn einen Masseklumpen von etwa 10 kg kann der Arbeiter bei einem Scheibendurchmesser von etwa 0'7 m kaum mehr mit der nötigen Genauigkeit und Sicherheit handhaben.
Bei Masseklumpen von 60 bis 80 kg und einem Scheibendurchmesser von 1'8 m ist die Bedienung von Hand unmöglich.
Um nun viel grössere Masseklumpen auf weit grösseren Scheiben als bisher verarbeiten zu können, wird die Maschine gemäss der Erfindung aus zwei Teilen, der Fertigform-und der Vorformmaschine zusammengesetzt. Die letztere ist von an sich bekannter Bauart, die Scheibe der ersteren besteht jedoch aus zwei konzentrischen Teilen, von denen der äussere ringförmige fest in die Maschine eingebaut ist, während der innere aushebbar ist, so dass er von der Fertigformmaschine auf die Vorformmaschine gebracht werden kann, um dort einen Masseklumpen von beliebigem Gewicht in der gewöhnlichen Weise zu einem runden Block vorzuformen und dann samt den Block auf die Fertigformmaschine gebracht werden kann, die ihn zu einer Schwarte oder Platte von entsprechend grossem Durchmesser umformt.
Diese Übertragung von den einen auf den anderen Teil der Maschine erfolgt durch eine Schwenkvorrichtüng besonderer Art.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform einer Maschine gemäss der Erfindung dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 einen senkrechten Querschnitt nach Linie X-X der Fig. 2 und Fig. 2 eine Draufsicht auf die Maschine, Fig. 3 veranschaulicht die Hilfs- drehscheibe und den Masseträger dieser Scheibe im Vertikalschnitt, Fig. 4 im Schnitt nach der Linie Y-Y der Fig. 3, Fig. 5 im Schnitt nach der Linie U-U der Fig. 4, während
Fig. 6 eine Einzelheit der an dem äusseren Ende des schwingenden Armes der Schwenkvorrichtung der Maschine angeordneten Klemmvorrichtung zeigt.
Die Formmaschine gemäss der Erfindung besteht aus zwei Hauptteilen, nämlich aus einer Vorformscheibe und einer grösseren Fertigformscheibe.
Bevor der Block auf die Fertigformscheibe gelangt, wird er zunächst auf einer kleineren Drehscheibe vorgeformt. Diese Vorformvorrichtung besteht in bekannter Weise aus einer von einer geeigneten Transmission aus angetriebenen, senkrechten Welle, die auf einem Spurlager a'auf der Grundplatte der Maschine und auf einem auf der Achse befestigten Ringe oder Bunde a ruht. Der Ring a stützt sich auf eine auf der gusseisernen Tisch- platte c befestigten Muffe b, wobei sich der Ring auf der Muffe mittels dazwischengelegten Kugellager reibungsfrei zu drehen vermag.
Am oberen Ende der Welle ist eine Gussplatte d vorgesehen, die ihrerseits eine Scheibe mit nach unten umgebogenen Rande e trägt. Diese Scheibe ruht nur mit ihrem äusseren Rande auf der Platte d und ist, wie bei den gewöhnlichen Töpferscheiben üblich,
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welche auf der Platte d aufliegt, sind zwei senkrechte Führungsstangen g befestigt, die durch Öffnungen in der Platte d durchgreifen und mit den Enden f eines gegabelten Querhebels in Berührung gebracht werden können, um den Masseträger e in die in Fig. 4 punktiert dargestellte Lage zu heben.
Wenn die Masseträgerscheibe e auf der Platte der Vordrehscheibe ruht, legt der Arbeiter ungefähr 60 bis 80 Kilo der Porzellanmasse auf die Scheibe e und setzt letztere in Umdrehung. Hierauf formt der den aufgelegten Masseklumpen mittels eines geeigneten Formbrettes in einen in der Mitte etwas ausgebauchten Kuchen von etwa 10 bis 15 C11l
Stärke um. Nachdem er die Masse über die ganze Oberfläche der Scheibe ausgebreitet hat, wird die Drehscheibe angehalten und der Kuchen kann nunmehr in die Mitte der grossen Fertigformscheibe gebracht werden.
Zu diesem Zwecke wird eine Schwenkvorrichtung verwendet, welche aus einem wagrechten starren Arm h aus Eisen und aus einem daran befestigten zylinderischen Zapfen besteht, welcher in einer hohlen Säule i drehbar gelagert ist. Das äussere Ende des wagrechten Armes läuft in eine Gabel mit einer Klemmvorrichtung aus, die gemäss Fig. 6 die Form. eines grossen Zirkels mit halbkreisförmigen Schenkeln besitzt, welche innen mehrere Stifte oder Zapfen k tragen. Die Achse dieser Schwenkvorrichtung ist von den Achsen der Vor-und der Fertigformscheibe gleichweit entfernt. Vorteilhaft liegen die drei Achsen in einer Geraden.
Die Fertigformvorrichtung besteht im wesentlichen aus : iner senkrechten Welle 1, die ihren Antrieb mittels eines Kegelradgetriebes 2, 3 erhält, welches von einer Hilfswelle 4 unter Vermittlung einer Reibungskupplung 5 in Drehung versetzt wird. Eine auf die Hilfswelle aufgekeilte Riemenscheibe 6 erhält ihren Antrieb mittels Riemens von der Haupttransmission der Werkstatt aus.
Die senkrechte Welle 1 ruht auf einem Spurlager 7 und im Tisch 8 mittels eines auf die Welle aufgezogenen Ringes und ist in einer auf der Tischplatte befestigten Muffe drehbar. Zwischen der Muffe und dem Ringe ist ein Kugellager vorgesehen. Auf dem oberen Ende der senkrechten Welle ist ein gegossenes Speichenrad oder eine Platte 9 aufgekeilt, welche sich zwecks genauer wagrechter Führung auf vier konische, unter der Felge des Rades drehbar gelagerte Rollen 10 stützt. Dadurch lässt sich die Platte 9 mühelos mit der Hand in vollkommen wagrechter Ebene verdrehen, was zur Erzielung von Kuchen gleicher Stärke an allen Stellen unbedingt erforderlich ist.
Unterhalb der Fertigformvorrichtung ist ein dem Gabelhebel f der Vorformdrehbank entsprechender Hebel 11 vorgesehen und durch die Nabe des Speichenrades sind zwei Stangen 12 hindurchgeführt, die vom Arbeiter mittels des Hebels 11 angehoben werden können, wenn er die den Mittelteil der Drehscheibe bildende abnehmbare Scheibe e anheben oder senken will.
Die beschriebene Maschine arbeitet in folgender Weise :
Nachdem der Arbeiter die Masse gleichmässig über die Vordrehscheibe verteilt hat, schwingt er die auseinandergespreizte Klemmvorrichtung über die Vorformdrehscheibe, welche er nun mit Hilfe des Gabelhebels f anhebt. Der Drehwinkel des Hebels h wird durch einen nicht dargestellten Anschlag, gegen den der Arm des Hebels-stösst, derart begrenzt, dass die Scheibe e gerade unter die Klemmvorrichtung und nach Anheben in Höhe der vier Stifte k gelangt, in welcher Stellung der Hebel f durch emen an der Grundplatte befestigten Ring oder einen Haken l festgestellt wird.
Der Arbeiter spannt hierauf die Klemmvorrichtung um die Scheibe e, wobei die Stifte k in entsprechende Öffnungen am umgebördelten Rande der Scheibe e eintreten. Der Hebel f kann hierauf losgelassen werden und fällt in seine unterste Stellung zurück. Die Scheibe e bleibt dabei an den vier Stiften k hängen und es kann nun die mit Masse bedeckte Scheibe e über die Mitte der Fertigformscheibe geschwenkt werden. Diese Schwenkvorrichtung ist unentbehrlich, um einen Masseblock von 60 bis 80 Ag Gewicht ohne Formveränderung auf die Platte der ungefähr 1'80111 entfernten Fertigdrehscheibe zu fördern.
Ein an den Speichen und an der Felge des Speichenrades 9 befestigtes Blech 13 aus Eisen oder Kupfer bedeckt die ganze Oberfläche des Rades mit Ausnahme des mittleren über der Nabe befindlichen Teiles. Dieses Blech trägt eine aus mehreren Teilen zusammengesetzte ringförmige Platte 14 aus Gips, die um das Anhaften der Formmasse zu verhindern, mit Wasser gesättigt ist.
Wie bei Drehscheiben zur Herstellung keramischer Kuchen üblich, weist auch vorliegende Vorrichtung ein selbsttätig bewegtes Formbrett 15 zum Ausbreiten der Masse auf, einen Formbretträger 16, eine Säule 17 und eine Unrund scheibe 18 zur Betätigung des
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Formbrettes. Letztere wird durch einen geeigneten Antrieb 19 unter Vermittlung einer nicht dargestellten, durch ein Pedal einzurückenden Kupplung in Tätigkeit versetzt.
Nachdem die bewegliche Vorformscheibe mit der Masse über die Mitte der grossen Fertigformscheibe gebracht ist, muss sie auf diese herabgelassen werden. Zu diesem Zwecke werden mittels des Hebels 11 die Stangen 12. angehoben und hierbei legt sich die Platte 23, welche die Stangen 12 miteinander verbindet, an die Querschiene cl an,'welche im Inneren der Scheibe e festgenietet ist. Die Platte 23 trägt ferner zwei Stifte 24, welche in Öffnungen in der Schiene cl eingreifen. Diese Stifte dienen nicht nur zur Führung beim Auflegen der Scheibe, sondern bezwecken auch die Scheibe beim Drehen der Fertigformscheibe mitzunehmen.
Der angehobene Hebel 11 wird in dieser Stellung vermittelst eines Hakens oder Ringes festgehalten. Hierauf werden die Schenkel der Klemmvorrichtung auseinandergeklappt, wobei die Scheibe auf der von den Stiftstangen 12 getragenen Platte 23 liegen bleibt. Nun wird der Sperrhaken des Hebels 11 zurückgezogen und indem letzterer mit der Hand gehalten wird, lässt man die Scheibe bis auf die Nabe der Fertigdrehscheibe herab.
Ist auf diese Weise die Vorrichtung znr Fertigformung des Kuchens eingestellt, so wird der Antrieb für die Fertigformscheibe eingerückt, bis sie ihre Normalumlaufszahl erlangt hat, worauf dann das Formbrett durch Drücken auf ein Pedal o. dgl. in Tätigkeit gesetzt wird. Bem Niedergang des Formbrettes wird die Masse breitgestrichen, die alsbald die ganze Oberfläche der. Scheibe gleichmässig deckt. Das Formbrett geht dann selbsttätig wieder in die Höhe, worauf die Maschine ausgerückt und die Drehscheibe mittels einer hölzernen Bremsvorrichtung, die sich an die Felge des Speichenrades anlegt, zum Stillstand gebracht.
Nach Ausbreiten der Masse auf der Scheibe muss der geformte Kuchen entsprechend den Abmessungen der'Platten, die man daraus erhalten will, zerschnitten werden. Hierfür wird eine Schablone in Form eines gewöhnlichen Gitterrostes benutzt, die auf die Masse gelegt wird, worauf die Platten mif eirem an der Stegen des Rostes geführten Messer ausgeschnitten werden. Hierauf werden die Platten von Hand aus abgenommen. Die auf der abnehmbaren Platte e liegenbleibende Masse ist nicht verwendbar.
Die mit Masse bedeckte Vorformplatte muss schliesslich entfernt werden. Zu diesem Zwecke wird aus der Mitte der Masse ein Stück von dem Durchmesser der Scheibe e entsprechender Grösse herausgeschnitten, wozu eine an dem Formträger befestigte Schablone benutzt werden kann. Die innere Scheibe wird nun mittels des Hebels 11 angehoben und mittels der Schwenkvorrichtung über die Vorformdrehscheibe zulückgedreht, so dass auf der Fertigformscheibe nur der auf dem Gips ausgebreitete Massering zurückbleibt, welcher, wie bereits erwähnt, je nach dem Verwendungszwecke in Stücke verschiedener Form geschnitten wird, die sich dann sehr leicht mit der Hand von dem mit Wasser getränkten Gips ablösen lassen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Maschine zum Verarbeiten keramischer Masseklumpen auf Scheiben oder Schwarten von grossem Durchmesser mittels wagrechter Drehscheibe und darüber angeordnetem Formbrett, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehscheibe aus zwei konzentrischen Teilen besteht, dem in die Maschine fest eingebauten ringförmigen Teil und einem aushebbaren Mittelteil, der mittels einer Schwenkvorrichtung von der Maschine auf eine Vorformmaschine und umgekehrt geschafft werden kann.