AT81805B - Sicherheitseinrichtung zum Schutze gegen Überströme in elektrischen Anlagen. - Google Patents

Sicherheitseinrichtung zum Schutze gegen Überströme in elektrischen Anlagen.

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AT81805B
AT81805B AT81805DA AT81805B AT 81805 B AT81805 B AT 81805B AT 81805D A AT81805D A AT 81805DA AT 81805 B AT81805 B AT 81805B
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  Sicherheitseinrichtung zum Schutze gegen Überströme in elektrischen Anlagen. 



   Ein brauchbarer Überstromschutz für elektrische Anlagen mit weit verzweigtem Verteilungsnetz muss beim Auftreten starker Überströme eine Sicherheit dafür bieten, dass nur derjenige Teil des Netzes abgetrennt wird, in welchem sich die Betriebsstörung ereignet hat. 



  Die Erfindung löst die gekennzeichnete Aufgabe, Betriebsstörungen   infolge von Überströmen   auf kleine Bezirke zu   beschränken,   und zwar unter Verwendung von Schaltern mit selbsttätigen Auslösevorrichtungen. Die genannte Aufgabe lässt sich auf verschiedene Art und Weise lösen, und zwar z. B. durch eine Abstufung der Auslösezeit der Schaltvorrichtungen oder 
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Die Erfindung richtet sich einesteils darauf, bei Wahl des ersten Mittels   Auslöse-   vorrichtungen so einzurichten, dass sie für die erforderliche Abstufung der Auslösezeit geeignet werden. Bei der Erfindung wird dies mit einem einzigen Relais erreicht, das eine vom Strom begrenzt abhängige Verzögerung hat. 



   Die Brauchbarkeit verschiedener Arten von Auslösevorrichtungen für selbsttätig wirkende Schalter hängt zum grossen Teil davon ab, ob sie eine Abstufung der Auslösezeiten zulassen. 



   In Fig. i ist die Schaulinie eines Apparates dargestellt, bei dem die   Auslöseze t T   von der   Stromstärke/abhängig ist.   Bei starkem Überstrom nähert sich die Auslösezeit dem Grenzwert Null. Deshalb ist die Abstufung der Auslösezeiten   für grosse Übersttöme   mit diesem Apparat nicht möglich. 
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 keiner Weise der Gefährlichkeit der Überlastungen anpassen, die ja nicht nur von der Grösse, sondern auch von der Dauer des Überstromes abhängig ist. 



   Es sind ferner   Verzögerungseinrichtungen   bekannt, deren Wirkung durch Zusammenarbeiten eines vom Strom abhängigen und eines vom Strom unabhängigen Relais zustande kommt. Solche Einrichtungen haben eine Schaulinie nach Fig. 3, die sich aus der Zusammensetzung der Schaulinien nach Fig. i und 2 ergibt. Der Nachteil der Auslöser mit vom Strom unabhängiger Verzögerung, nämlich der Mangel der Anpassung an die Gefährlichkeit der Überströme wird bei diesen Einrichtungen zwar vermieden, die Zusammensetzung der Auslösevorrichtungen aus verschiedenen Apparaten ist aber in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht nachteilig. 



   An diesen Auslösevorrichtungen mit vom Strom begrenzt abhängiger Verzögerung hat man bisher die Eichung der Auslösezeit gleichzeitig mit der Eichung des Grenzstromes ig vorgenommen, d. h. desjenigen kleinsten Stromes, der eine sichere Auslösung des Apparates herbeiführt. Man bestimmt also dabei den Strom, bei dem das Relais anspricht, und die Zeit, die zwischen dem Ansprechen des Relais und dem Auslösen vergeht. Von der Schaulinie Fig. 3 wird auf diese Weise der Punkt a bestimmt. Die entsprechende Zeit soll als Anfangswert der Auslösezeit bezeichnet werden. 



   Diese Eichung von Relais mit vom Strom begrenzt abhängiger   Verzögerung,   die bisher allein üblich war, ist jedoch für die Abstufung   von Auslösezeiten verschiedener Schalter   nicht geeignet. In Fig. 4 ist ein Fall dargestellt, der sich im Betrieb der Auslösevorrichtungen in grossen   Verteilungsanlagen   gezeigt hat. Die beiden Schaulinien stellen die Abhängigkeit der Auslösezeiten zweier Schalter 1 und 2 vom Strom dar. Die Grenzstromstärken dgl und   ig..   haben beliebige Werte. Die voneinander verschiedenen Anfangswerte der Auslösezeiten al und a2 sind so abgestuft, dass der Schalter 1 früher auslösen soll, als der Schalter 2.

   Die Schaulinien schneiden sich jedoch bei einem bestimmten höheren Stromwert, so dass für den Bereich grosser Überströme die Auslösung in umgekehrter Reihenfolge als beabsichtigt vor sich geht. Es wird also in diesem Bereich der Zweck, die Verzögerung abzustufen, nicht erreicht. 



   Durch den Gegenstand der Erfindung'werden die Nachteile der beschriebenen Justierungsarbeit vermieden. Dieser besteht nicht in einer neuen Konstruktion, sondern in 
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Zweck der Abstufung der Verzögerungen angebracht werden. Zur Erläuterung der Vorgänge   ist in Fig. 6 die Anordnung eines an sich bekannten Schalters mit Auslöse-und Verzögerungseinrichtung der in Frage kommenden Art dargestellt.   



   Der Schalter i ist mit einer   Auslösevorrichtung versehen,   die darin besteht, dass der
Magnet a, wenn er Überstrom erhält, seinen Anker b und die Schaltstange   m   anzieht und entgegen dem Zug der durch die Schraube c einstellbaren Feder d mittelbar den Hebel e und damit die   Auslösewelle f des Schalters   dreht. Die auf der   Welle f sitzende Klinke g   weicht nach links aus und gibt die Schalterstange   h   frei, wodurch der Schalter   i   mittels der Feder k geöffnet wird. Zur Verbindung des Hebels e mit der Schaltstange   1lZ   dient die
Verzögerungseinrichtung n. Der Hebel o ist mittels der Kurzschlussstromfeder p mit der
Schaltstange   1lZ   verbunden.

   Wird der Hebel o beim Anziehen des Ankers b gehoben, so stösst er die an den Hebel e angelenkte Stange q in die Höhe, dreht damit den Hebel e und klinkt die Klinke   g aus.   



   Jeder   Schalter   hat also zwei Einstellelemente, das eine für die   Auslösestromstärke-   die   Stromeinstellung-das zweite   für die   Verzögerung der Auslösung-die   Verzögerungs- einstellung. Das Mittel zum Einstellen der Stromstärke, bei welcher der Schalter auslösen soll, ist die den Zeiger s tragende Feder d, die mittels der Schraube c mehr oder weniger gespannt werden kann. Der Zeiger s spielt über eine Stromskala, die beliebige Vielfache der Normal-oder Nennstromstärke angibt. Ist beispielsweise der Zeiger an der Feder durch die Schraube c beispielsweise auf"4 eingestellt, so spricht der Auslöser a an, wenn der
Strom in ihm auf das   rfache   des Nennstromes ansteigt. Bei kleineren Werten der
Skalenablesung spricht der Auslöser überhaupt nicht an.

   Wenn der Zeiger auf 2 eingestellt ist, so muss, um den Auslöser überhaupt zum Ansprechen zu bringen, der Strom das
Doppelte des   Nenn-oder   Normalstromes betragen. Stromstärken, die höher sind als das
Fünffache der Nennstromstärke, sollen als Kurzschluss betrachtet werden ; der Anker b wird hierbei augenblicklich voll eingezogen und der Ablauf der Verzögerungseinrichtung nur durch die in der Kurzschlussfeder p aufgespeicherte Energie bewirkt. 



  Das zweite Einstellelement ist die   Verzögerungseinrichtung,   die als Dose n ausgebildet ist. Sie besteht aus dem Schaltklinkenhebel 1 mit der Kurbel   10,   die gemeinsam auf der
Welle X fest verbunden sind. Der Schaltklinkenhebel I ist mit einer Klinke 11 mit Röllchen und einer Druckfeder   111   versehen, welch letztere die Klinke in die Zahnung des Sperr- rades IV hineindrückt. Das Sperrad   IV   ist mit dem Zahnrad V fest verbunden und beide sitzen lose auf der Welle X. Das Zahnrad V greift nun in das Hemmwerk, bestehend aus den beiden Zahnradpaaren VI und   VII,   einem Zahnrad mit Steigrad VIII und dem
Anker IX ein. Radial um die Welle X ist das Einstellsegment   Xl   mit dem Zeiger r drehbar, der über der festen am Gehäuse befindlichen Zeitskala spielt.

   Diese Elemente sind in einem als Dose ausgebildeten Gehäuse n eingebaut. An der Kurbel 10 greift nun die Schraubfeder p an, die so bemessen ist, dass sie erst bei Kurzschluss gespannt wird. 



   Tritt nun Überstrom ein, so wird der Anker b des Magneten a angezogen und die Kurbel   0   mit dem Schaltklinkenhebel I, Klinke und Röllchen 11 mit Feder   111   im entgegengesetzten
Sinne des Uhrzeigers gedreht. Nachdem die Sperrklinke   11   durch die Feder 111 in den
Zahn des Sperrades IV gedrückt ist, wird auch das mit dem Sperrad   IV   gekuppelte, mit demselben lose auf der Welle X sitzende Zahnrad V mitgenommen und dadurch das
Hemmwerk VI,   VII, VIII, IX   in Bewegung gesetzt. Durch das Hemmwerk wird erreicht, dass der Schaltklinkenhebel   1   mit der Kurbel   0   nur langsam dem magnetischen Zug des Magneten a folgen kann.

   Nach einem gewissen Winkelweg, den der Schaltklinkenhebel 1 zurücklegt, wird das Röllchen der Klinke 11 auf das Zeiteinstellungssegment XI auflaufen. 



  Dadurch wird die Klinke 11 aus dem Zahn des Sperrades   IV   gedreht und der Klinkenhebel   I   mit Kurbel   1 0   von dem Sperrad mit dem Zahnrad V und Hemmwerk entkuppelt. 



   Bleibt der magnetische Zug auf die Kurbel 10 weiter bestehen, so wird sie jetzt, da der mechanische Widerstand des Hemmwerkes ausgeschaltet wurde, plötzlich hinaufschnellen, wobei die Kurbel 10 auf die   Auslösestangeq aufschlägt.   Diese wird gehoben und dadurch der Hebel e mit der Auslösewelle f des Schalters gedreht. Die auf der   Auslösewelle f   sitzende Klinke g weicht nach links aus und gibt die Schalterstange   h   frei, wobei der Schalter i mittels der Feder k geöffnet wird.

   Da das   Zeiteinstellungssegment Xl   mit dem Zeiger r um die Welle X drehbar angeordnet ist, ist es möglich, den Winkelweg, den der Schaltklinkenhebel I durchlaufen muss, damit das Röllchen der Sperrklinke 11 auf das Zeiteinstellsegment   Xl   aufläuft, zu verändern und mithin auch die Ablaufzeit nach Bedarf einzustellen. 



   Das grösste Drehmoment, welches auf die Kurbel 10 der Verzögerungseinrichtung n ausgeübt wird, tritt bei Kurzschluss ein. Hierbei wird der Anker b des Magneten a sofort ganz. hochgezogen, wobei die entsprechend bemessene Schraubenfeder p (Kurzschlussfeder) plötzlich gespannt wird. Bei kleineren Überstromwerten wird diese Feder nicht gespannt 

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 und wirkt dann als starres Kupplungsglied zwischen dem   Magnetankerb   und der Kurbel 10 der   Verzögerungseinrichtung it.   Das Mittel zum Einstellen der Verzögerung ist die Verstellung der Marke r auf der Zeitskala der Dose.

   Bei der bisher üblichen Art der Justierung von Relais mit vom Strom begrenzt abhängiger Verzögerung kann es, wie oben bei der Erläuterung der Fig. 4 auseinandergesetzt ist, vorkommen, dass die Schaulinien sich überschneiden, d. h. dass die Abstufung der Verzögerung zwar bei kleineren Überstromwerten, nicht aber auch im Bereiche grosser Überströme gesichert ist. 



   Bei der Einstellung der Schalter nach der Erfindung ist die Einstellung an der Stromskala'dieselbe wie bisher üblich. Man stellt den Zeiger der Stromfeder auf dasjenige Vielfache der Nennstromstärke ein, bei welchem das Relais a ansprechen und den Schalter i auslösen soll. Der Nachteil jedoch, der in der Unsicherheit der Grenzwerte liegt, wenn man die Anfangswerte der Verzögerung festlegt, wird erfindungsgemäss noch durch eine andere Justierung der Zeitskala an   der Verzögerungseinrichtung K   vermieden. Bisher hat man die verstellbare Marke   r   der Dose für das kleinste Vielfache (praktisch das   r6fache)   des Nennstromes eingestellt, bei welchem das Relais ansprechen soll.

   Wenn der Schalter i also beispielsweise bei dem r6fachen Wert des Nennstromes auslösen soll, wird die Verzögerungseinrichtung so geeicht, ihre Skala also so bestimmt, dass die Einstellung der Marke r die Zeitdauer in Sekunden angibt, nach welcher die Auslösung stattfindet soll, von dem Augenblick an gerechnet, in welchem der   r6fache   Strom eintritt. Bei der erfindungsgemässen Einstellung eicht man die Zeitskala nicht für den kleinsten Strom, bei welchem der Schalter auslösen soll, sondern für die Kurzschlussstromstärke. Als solche kann dasjenige Vielfache der Nennstromstromstärke angesehen werden, das nötig ist, um die Kurzschlussfeder p zu spannen. Es gelten hiernach, wie oben schon festgestellt, Stromstärken vom Fünffachen des Nennstromes ab als Kurzschluss.

   Nun wird die Zeitskala jedes Schalters so geeicht, dass die Sekundenangaben richtig sind, wenn der Strom im Auslöser a das Fünffache des Nennstromes erreicht, das Uhrwerk also lediglich unter Einwirkung der gespannten Feder p abläuft. Man kann in diesem Falle die Zeit, nach welcher der Schalter auslösen soll, beliebig wählen, naturgemäss wird es sich dabei mit Rücksicht auf die Erwärmung der Maschinen, Apparate und Leitungen um kleine Sekundenzahlen handeln, beispielsweise um höchstens fünf Sekunden. 



  Es ist wichtig, auf der Skala anzugeben, dass ihre Angaben nur für   Kurzschlussstrom   gelten. 



  Für kleinere Vielfache der Nennstromstärke stimmt die Skala nicht mehr, die Auslösung erfolgt viel langsamer, als die Skala angibt. Aber für Stromstärken, die gleich oder höher sind als das Fünffache der Nennstromstärke, ist die Eichung richtig. 



   Der Kurzschlussstrom ist je nach der Lage der Schalter im Netz ganz verschieden. In der Nähe des Krafrwerkes können beispielsweise 2000 Ampere als Kurzschluss gelten. Für einen weit von ihm entfernten Schalter sind schon 100 Ampere als Kurzschluss anzusehen. Die Eichung der Zeitskala muss im ersten Fall für 2000 Ampere, im anderen für 100 Ampere als Kurzschluss richtig sein. 



   Der Übergang von der bisher üblichen Justierung zur erfindungsgemässen musste bedenklich erscheinen, weil gerade so, wie man nach Festlegung der Anfangswerte der Verzögerung keine Sicherheit über die Grenzwerte hat, umgekehrt eine Unsicherheit in den Anfangswerten entsteht, wenn man nach dem Grenzwert eicht. Es scheint also, dass eine Verbesserung auf diesem Wege gar nicht erzielt wird, und dass die Unsicherheit der Eichung lediglich aus dem einen Bereich des Überstromes in den anderen verlegt wird. Dies ist jedoch tatsächlich ohne Bedeutung. In elektrischen   Verteilungsanlagen nndet   gewöhnlich eine Stromverteilung in der Weise statt, dass die Schalter in der Nähe der Zentrale einen viel grösseren Strom führen als die dahinter liegenden Schalter in den Ausläufern des Netzes. Daraus ergibt sich, dass z.

   B. in dem Fall, dass zwei Schalter hintereinander angeordnet sind, der zweite Schalter auf viel geringeren Grenzstrom eingestellt werden kann als der erste Schalter, da selbst bei gleichen Nennstromstärken die Grenzströme verschieden einstellbar sind. Die Fig. 5 stellt die beiden. Schaulinien der Auslösezeit abhängig vom Strom für die Schalter 1 und 2 dar. Es zeigt sich, dass die Schaulinie des Schalters 1 in allen Teilen tiefer liegt als die des Schalters 2. Die Anfangswerte der Auslösezeit dürfen sich in sehr weiten Grenzen verändern, bevor hier ein Überschneiden der Kurven eintritt. Man erkennt daraus, dass bei Eichung nach den Grenzwerten der Auslösezeit durch die Unsicherheit in den Anfangswerten die gewünschte Abstufung der Auslösezeiten nicht gefährdet wird. 



   Dagegen ist es notwendig, dass die Grenzwerte der Verzögerung sehr genau festgestellt   werdens In weitverzwelgten   Netzen kommt es vor, dass zehn und mehr Schalter hintereinander angeordnet sind. Das führt dazu, dass man die Auslösezeiten sehr genau bis auf Bruchteile von Sekunden abstufen muss. Denn einerseits will man eine gewisse Verzögerung auch in den letzten Ausläufern des Netzes nicht unterschreiten, um durch schnell vorüber-   gehende Überströme   keine Stromunterbrechung zu erhalten, andrerseits soll   die Auslöse-   vorrichtung in der Nähe der Zentrale nicht allzu gross werden, damit gefährliche Kurz- 

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   schlüsse   nicht zu lange bestehen bleiben, sondern nach Ablauf von wenigen Sekunden abgeschaltet werden.

   Die Abstufung aller Schalter muss deshalb in vielen Fällen zwischen einem kleinsten Wert und einem grössten Wert von wenigen Sekunden erfolgen, so dass in 
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 wird. Diese ist aber nur erreichbar, wenn man die Apparate gemäss der Erfindung nach den Grenzwerten der Auslösezeiten eicht. Für die Einstellung der Auslösezeiten und deren   Nachprüfung   im Betrieb ist es wesentlich, die Grenzwerte der Verzögerung am Schalter oder am Relais erkennbar und sie ferner mit Hilfe einer Skala einstellbar zu machen. 



   Unter Umständen tritt bei Sicherheitseinrichtungen mit abgestufter Auslösezeit der Schalter ein fühlbarer Mangel ein. In sehr ausgedehnten Netzen liegen oft viele Schalter hintereinander, Da nun der Unterschied zwischen den Auslösezeiten zweier aufeinander- 
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 Auslösung betriebssicher gewährleistet werden soll, so ergibt sich, dass die Schalter in der Nähe der Zentrale oft efne   beträchtliche Auslösezeit   aufweisen müssen. Infolgedessen bleiben Überströme, die in der   Nähe   der Zentrale entstehen, lange Zeit bestehen. Bei langer Dauer derartiger Störungen tritt ein Spannungsabfall im ganzen Netz ein, dessen nachteilige Wirkung besonders dann schädlich ist, wenn belastete Motoren an das Netz angeschlossen sind.

   Durch Mehraufnahme an Strom wird die Spannung auf immer niedrigere Beträge herabgedrückt und schliesslich werden Teile des Netzes in   Mitleidenschaft   gezogen, die gar nicht unmittelbar von der Betriebsstörung betroffen sind. Andrerseits sind Kurzschlüsse in der Nähe grosser Speisepunkte elektrischer Leitungsanlagen schon aus dem Umstande gefährlich, weil der Widerstand der Leitung bis zum Speisepunkt (Zentrale) sehr gering ist, Man erkennt ohneweiters, dass längere Zeit bestehende Überströme dann schwere Schäden und Störungen des Betriebes verursachen. 



   Um die richtige Reihenfolge in der Auslösung der selbsttätigen Schalter zu sichern, auch wenn deren Auslösezeiten gleich lang bemessen sind, wird nach der Erfindung von demjenigen Schalter aus, in dessen Bereich der Überstrom aufgetreten ist, durch die Wirkung dieses Stromes die Auslösung des nächsten Schalters nach der Zentrale hin gesperrt. Man hat es dadurch in der Hand. die Auslösezeit der Schalter kurz zu bemessen, sie jedenfalls so einzustellen, wie es mit Rücksicht auf die gegebenen Verhältnisse der Anlage zweckmässig erscheint. 



   Wenn also in einer Zentrale beispielsweise zwei Schalter hintereinander angeordnet sind und es tritt ein Überstrom hinter den von der Zentrale weiter entfernt liegenden Schalter auf, so verriegelt dieser durch einen ohne Verzögerung wirkenden Hilfsstromkreis   die Auslösevorrichtung   des vorhergehenden Schalters. Tritt dagegen ein Kurzsschluss zwischen den beiden Schaltern ein, so tritt an dem der Zentrale näher liegenden Schalter die Verriegelung nicht in Tätigkeit und der Schalter kann schnell herausfallen. Voraussetzung ist dabei, dass die Grenzstromstärken der beiden Schalter richtig eingestellt sind,   so-dass   der der Zentrale näher liegende Schalter bei höherem oder gleichem Strom anspricht, wie der entfernter liegende Schalter. 



   In Fig. 7 ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung für zwei hintereinander angeordnete Schalter al und   a ?   dargestellt. Der Schalter al liegt näher an der Zentrale als der Schalter a2. Die Auslösevorrichtung jedes Schalters besteht aus einer Relaisspule bl,   b2,   deren Anker cl, c2 mittelbar über die Feder dl,   à2   auf die Kontaktvorrichtung   , e   wirkt. Mittels der Kontakte el, e2 wird ein Auslösestromkreis geschlossen, der die Kontaktmesser des Schalters zum Herausfallen bringt. Die Auslösung kann aber auch mechanisch durch den Arm e3,      erfolgen.

   Wird der Relaisanker   cl,     C2   beim Auftreten eines Stromes gehoben, so werden die Kontakte el, e2 nicht sofort geschlossen, sondern erst Wenn die Dämpfungs-   vorrichtung/,/   abgelaufen ist. 



   Mit dem Magnetkern cl, c2 ist nun unmittelbar, also ohne Vermittlung einer Feder, eine   Hilfskontaktvorrichtung   gl, g2 verbunden, die den Stromkreis eines Verriegelungsmagneten h an dem jedesmal vorhergehenden Schalter schliessen kann. Wenn ein Überstrom hinter dem Schalter a2 auftritt, so spricht Höchststromrelais b2 an und schliesst sofort die Kontakte g2,   der Magnet h   zieht seinen Anker an und verriegelt durch seine Bewegung nach links die Auslösevorrichtung des Schalters al, so dass die Kontakte   e1   nicht geschlossen werden und Schalter al nicht geöffnet wird, auch wenn die Spule bl ihren Kern cl anzieht. Der Schalter a2 wird aber ausgelöst, da nach Ahlauf der Dämpfung   f2   die Kontakte      geschlossen werden. 



   Wenn dagegen ein Kurzschluss zwischen al und a2 auftritt, so fliesst der Kurzschlussstrom nur durch das Relais des Schalters al und erreicht das Relais des Schalters a2 nicht. Es spricht daher b2 nicht an und eine Verriegelung der Auslösung des Schalters al tritt nicht ein. Der Kurzschlussstrom kann also schnell abgeschaltet werden. Wenn zwischen 

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Schalter a1 und der Zentrale noch weitere Schalter liegen, so werden sie   inlnld   durch den darauffolgenden Schalter verriegelt. 



   Bei der Auslösevorrichtung nach Fig. 7 werden die Kontakte   g g der Hiifs & trom-   kreise von einem Kontaktarm geschlossen, der   unm ; ttelba. mit   dem beweglichen Teile des
Höchststromrelais des selbstätigen Schalters verbunden ist. Diese Anordnung ist besonders zweckmässig, es ist aber auch möglich, den H   ! fsstromkreis   von einem besonderen Relais schliessen zu lassen, das in beliebiger Weise in Beziehung zum Überstrom gebracht ist. 



   Zur Verriegelung des einen Schalters durch den folgenden ist eine Hilfsleitung er- forderlich, die je nach der Entfernung der Schalter voneinander   bedeutenden   Länge   !-aben   kann, z. B. dann, wenn die Schalter nicht in einem   Schaltraus beeinander   sich befinden, sondern in verschiedenen Stationen, die weit voneinander entfernt liegen. Um an Leitungen zu sparen, können für die Zwecke der Verriegelung ohnehin vorhandene Leitungen, wie z. B. Signalleitungen beliebiger Art benutzt werden. 



   Bei Anlagen, in denen Generatoren und Transformatoren parallel geschaltet sind. ist es   üblich ; ganze   Gruppen von parallel angeordneten Schaltern mit anderen Gruppen in
Reihe zu legen. In Fig. 8 ist eine solche Anordnung dargestellt, in der auf die Schalter   w   der einen Gruppe die Schalter   it   der anderen Gruppe folgen. Mit o sind die Stromquellen bezeichnet. Wenn hinter einem Schalter der Gruppe   ii   ein Kurzschluss auftritt, so wäre en
Herausfallen aller cder einzelner Schalter der Gruppe   111   möglich.

   Um dies zu verhindern, wird vom Relais b des betreffenden Schalters M eine Verriegelung der   Auslösevorrichtungen   aller Schalter   ? : herbeigeführt,   indem man deren Verriegelungsmagnete parallel oder   ill   Reihe schaltet. In dem dargestellten Beispiel sind die Spulen p parallel geschaltet, so dass sie über die Batterie q alle gleichzeitig Strom erhalten, wenn durch eines der Relais b die Leitung   1   an Erde gelegt wird. 



   Die Erfindung kann mit Vorteil gemeinsam mit anderen Schutzein ichtungcn gegen Überstrom verwendet werden, auch mit solchen, die ohne Hilfsleitungen arbeiten können, z. B. mit dem System der abgestuften Auslösezeiten. Man fasst die Bezirke, in denen die Schalter einander nahe liegen, also insbesondere die Schalter in einem einzelnen Schalthaus, zusammen und stattet sie mit der Verriegelung nach der Erfindung aus. Entfernte Unterstationen mit mehreren Schaltern können ebenfalls mit der Verriegelung der Schalter versehen werden, dann wird aber die Auslösezeit dieser Schalter gegenüber der Auslösezeit der   Schulter in   der Zentrale oder der vorhergehenden Unterstation verkürzt.

   Auf diese Weise ist es möglich, den Vorteil der Erfindung auszunutzen, nämlich auch in der Zentrale verhältnismässig kurze Auslösezeiten der Schalter zu erhalten, ohne dass der Nachteil langer Hilfsleitungen in Kauf genommen werden muss. 



   PATENT-ANSPRÜCHE : i. Sicherheitseinrichtung zum Schutz gegen Überströme in elektrischen Anlagen, bestehend aus Schaltern, die selbsttätig von je einem einzigen Relais in einer oder mehreren Phasen mit vom Strom begrenzt abhängiger Verzögerung ausgelöst werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslösezeiten der Schalter nicht nach der geringsten, den Schalter auslösenden Stromstärke, sondern nach der   KurzschlussstromstÅarke   eingestellt sind, die an den Auslösevorrichtungen unmittelbar ablesbar gemacht sind.

Claims (1)

  1. 2. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch i zum Schutz gegen Überströme in elektrischen Anlagen mit hintereinander angeordneten Höchststromschaltern, die bei Überstrom nur denjenigen Teil der Anlage abschalten sollen, in dessen Bereich ein Überstrom aufgetreten ist, dadurch gekennzeichnet, das jedes auf Überstrom ansprechendes Relais eine Verriegelung des nächsten in der Richtung nach der Stromquelle hin angeordneten Schalters betätigt.
    . Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen EMI5.1
AT81805D 1913-07-15 1914-07-15 Sicherheitseinrichtung zum Schutze gegen Überströme in elektrischen Anlagen. AT81805B (de)

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