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Verfahren zur Haltbarmachung von Grünfutter.
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Haltbarmachung von sogenannten Grünfutter durch schichtenweises Einbringen von angewelktem Gras in Behältern und Druckanwendung.
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Gärung eine recht hohe Temperatur an, unter deren Einfluss das Futter vielfach braun oder schwarz wird und auch erhebliche Nährwertsverluste erleidet.
Bei dem den Gegenstand der Erfindung bildenden Konservierungsverfahren bleiben nun die im Futterstocke auftretenden Temperaturen erheblich niederer als bei dem oben erwähnen ; damit werden auch die Xährwertsverluste erheblich vermindert. Ausserdem behält das Futter seine natürliche Farbe und seine Feuchtigkeit fast unverändert bei, womit auch die Verdaulichkeit erheblich gefördert wird.
Die Erfindung bezweckt eine solche Durchführung dieses Verfahrens, dass möglichst der ganze Futterstock einen Gärungsprozess durchmacht, so dass neben dem Grünfutter kein saures Futter entstehen und dass ausserdem auch jede Schimmelbildung im Futterstock vermieden wird.
Die Erfindungszwecke werden dadurch erreicht, dass die Schichten sowohl bezüglich der zu erreichenden Temperatur als auch bezüglich der Druckanwendung einer differenzierten Behandlung unterworfen werden, und zwar derart, dass die unterste Schicht bzw. diejenige Schicht, welche eine Betriebsperiode nach voraufgegangener längerer Unterbrechung einleitet, durch Selbsterhitzung auf eine um etwa 100 höhere Temperatur als die übrigen Schichten gebracht wird, bevor sie einem Pressdruck unterworfen wird und dass jede der verschiedenen Schichten bezüglich der Druckausübung so behandelt wird, dass die Druckanwendung in der Mitte der Schicht beginnt und erst allmählich in dem Masse, als die Futtermasse unter dem Einfluss des Gärungsprozesses zusammensinkt,
sich nach den Schichträndern fortsetzt und auch diese erfasst.
Zur sicheren Durchführung des Süssgärungsprozesses wird ausser den bereits genannten Massnahmen der beabsichtigte Zweck noch dadurch erreicht, dass den für die Erzeugung des gewünschten Futterzustandes nötigen Bakterien der Boden für ihre Tätigkeit verbessert wird. indem dem Futter insbesondere in denjenigen Teilen, in welchen erfahrungsgemäss unvoll-
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deren Wirksamkeit man zu unterstützen sucht.
Bei der Durchführung des Verfahrens verfährt man zweckmässig wie folgt :
Das Grünfutter, welches bei beginnender Hauptblüte geschnitten wird, wird vor dem Einbringen in den Behälter durch Luft-oder Sonnentrocknung in solch einen Zustand gebracht, dass sein Wassergehalt auf etwa ï0% sinkt, welchen Zustand man als sonnenlahm oder angewelkt bezeichnet.
Das so vorbereitete Grünfutter wird in den für seine Behandlung vorgesehenen Behälter, dessen Boden zweckmässig vorher mit einer etwa 10 dJl hohen Schicht Stroh oder mit altem Heu bedeckt worden, locker eingeschüttelt, und zwar zweckmässig so, dass es in der Mitte eine schwache Wölbung bildet. Die einzelne Futterschicht wählt man zweckmässig in einer Stärke von etwa
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diese soweit fortgeschritten ist, dass sie in der Mitte der Schicht etwa 60 bis 650 erreicht hat, schüttet man eine neue Futterschicht von etwa 1 III Höhe auf, welche wiederum locker eingebracht wird, und zwar so, dass auch sie wieder eine Wölbung in der Mitte aufweist. Diese zweite Schicht überlässt man der Selbsterhitzung nur so lange, bis sie etwa 50 bis 44" erreicht hat.
Man fährt mit dem Einbringen von neuen Futterschichten in gleicher Weise fort, indem man jedesmal mit dem Einbringen einer neuen Schicht solange wartet, bis die Temperatur von etwa 50 bis 550 erreicht ist.
Wenn der Behälter voll ist, oder wenn der Betrieb aus irgendwelchen Gründen unterbrochen werden soll, dann legt man auf die oberste Futterschicht, nachdem diese die gewünschte Temperatur von 50 bis 550 erreicht hat, einen Pressdeckel auf und setzt den Futterstock unter einen Druck von 400 bis 500 kg pro 1-Dieser Druck verhindert ein unerwünschtes Ansteigen der Temperatur. wie es sieh einstellen würde. wenn die oberste Futterschicht weiterhin der Selbsterhitzung bei Atmosphärendruck überlassen würde.
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Falls das Futter aus besonderen Gründen in unerwünscht nassem Zustande eingebracht werden müsste und infolgedessen die Temperatur durch Selbsterhitzung nicht auf 50 bis 550 steigt, legt man, sobald sich diese Tatsache ergeben hat, den Pressdeckel auf und übt einen schwachen Druck von beispielsweise 50 bis 100 kg pro qm während einer längeren Zeitperiode von etwa 12 Stunden aus. Unter dem Einfluss dieses schwachen Druckes, der vermittelst des Pressdeckels auf die Futterschicht ausgeübt wird, erfährt diese die gewünschte weitere Erhitzung bis auf etwa 50 bis 550. Sobald diese Temperatur erreicht ist, wird der normale stärkere Press druck von etwa 400 bis 500 kg pro qm ausgeübt und solange aufrecht erhalten, bis entweder der ganze Prozess sich erschöpft hat oder bis eine neue Futterschicht aufgebracht wird.
Die normale Druckanwendung von 400 bis 500 kg pro qm erfolgt stets nach Erreichung der angegebenen Temperatur der obersten Schicht, wenn entweder der Behälter voll gefüllt oder wenn aus irgendwelchem Grunde etwa infolge eingetretenen schlechten Wetters keine weiteren Schichten innerhalb von etwa 24 bis 36 Stunden eingebracht werden können.
Bei aufgesetztem Pressdeckel setzt sich oben an der zuletzt eingebrachten Futterschicht in einer Höhenausdehnung von etwa 15 cm eine merkliche Menge Feuchtigkeit ab, indem die unter dem Einfluss der Gärung sich entwickelnden feuchten Dämpfe zu entweichen suchen und sich nahe der Oberfläche niederschlagen. Diese Dämpfe würden zur Schimmelbildung führen.
Um dieses zu vermeiden, empfiehlt es sich, den Pressdeckel nach etwa 12 Stunden vom Beginn der starken Pressung auf die Dauer von zirka sechs Stunden abzuheben, damit der Dunst entweichen kann.
Durch die Einbringung der Schichten in der Art, dass sie in der Mitte eine Wölbung aufweisen, wird erreicht, dass beim Aufsetzen der Pressplatte der Druck zunächst die Mitte der Schicht erfasst und sich von hier entsprechend dem unter dem Einfluss der Gährung sich einstellendem Zusammensinken der Futtermasse nach den Seiten hin fortsetzt und auch die seitlichen Partien erfasst, wobei das Entstehen von Hohlräumen infolge Zusammensinkens des Futters in der Mitte vermieden wird. Dieses ist wichtig für die Erreichung eines durchgängig der Süssgährung unterworfenen Futterstocks.
Wie vorstehend erwähnt, sol gemäss der Erfindung den für die Erzeugung des gewünschten Futterzustandes nötigen Bakterien der Boden für ihre Entwicklung verbessert werden. Zu diesem Zwecke wird jeweils nach Einbringung der zu einer Futterschicht gehörigen Futtermasse diese mit der Nährflüssigkeit besprengt, und zwar besonders gründlich in ihren Randpartien. Zweckmässig nimmt man eine erneute Besprengung kurz vor Beginn des Einbringens einer neuen Futterschicht oder vor Einleitung einer Pressung vermittelst aufgelegter Pressplatte vor.
Obwohl in dem Grünfutter ohnehin auch ohne besonderes Zutun sich eine Milchsäure- gährung einstellt, empfiehlt es sich doch, sich nicht darauf zu beschränken, dieses nur durch Zusatz einer Nährflüssigkeit für Milchsäurebakterien zu unterstützen, sondern zugleich mit der Nährflüssigkeit auch eine Reinkultur von Milchsäurebakterien zuzusetzen, um auf diese Weise unabhängig von dem stets mehr oder weniger unberechenbare Gehalt des Futters an Milchsäurebakterien zu sein.
Die Herstellung der Nährflüssigkeit kann-beispielsweise wie folgt sein.
Man bereitet zunächst einen Vorrat an sterilisierten Molken, indem man die bei der Käsebereitung als Abfallprodukt entfallenden Molken zunächst in geeigneter Weise, beispielsweise durch Aufkochen und nachfolgendes Sterilisieren von den darin befindlichen Eiweisskörpern befreit. Die so behandelten Molken werden dann in strömendem Dampf sterilisiert und auf diese Weise haltbar gemacht. Vor der Verwendung, und zwar zweckmässig mindestens 48 Stunden vor Gebrauch, werden die sterilisierten Molken mit einer Reinkultur von Bacterium lactis acidi geimpft und an einem warmen, jedoch 400 C nicht übersteigenden Ort aufgestellt.
Die Gewinnung der den Molken zuzusetzenden Bakterienreinkulturen kann in der für solche Reinkulturen üblichen Weise erfolgen ; auch können dieselben den Landwirten von eine { Zentralstelle aus in Reagensgläsern in Gelatinenährboden zugesandt werden, so dass der Landwirt nur nötig hat, ein solches eine Reinkultur enthaltendes Reagensgläschen durch Einbringen in warmes Wasser flüssig zu machen und in die gehörige Menge Molken einzuschütten und mit dieser zu vermischen. Die auf diese Weise mit Bakterienreinkultur vermischten Molken werden dann einige Zeit, beispielsweise 48 Stunden, bei erhöhter, jedoch 400 nicht übersteigender Temperatur sich selbst überlassen und darauf zum Besprengen der Bodenlage und der seitlichen
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