AT80731B - Verfahren zur Haltbarmachung von Grünfutter. Verfahren zur Haltbarmachung von Grünfutter. - Google Patents

Verfahren zur Haltbarmachung von Grünfutter. Verfahren zur Haltbarmachung von Grünfutter.

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  Verfahren zur Haltbarmachung von Grünfutter. 



   Vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Haltbarmachung von sogenannten Grünfutter durch schichtenweises Einbringen von   angewelktem   Gras in Behältern und Druckanwendung. 
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 Gärung eine recht hohe Temperatur an, unter deren Einfluss das Futter vielfach braun oder schwarz wird und auch erhebliche Nährwertsverluste erleidet. 



   Bei dem den Gegenstand der Erfindung bildenden Konservierungsverfahren bleiben nun die im Futterstocke auftretenden Temperaturen erheblich niederer als bei dem oben erwähnen ; damit werden auch die   Xährwertsverluste   erheblich vermindert. Ausserdem behält das Futter seine natürliche Farbe und seine Feuchtigkeit fast unverändert bei, womit auch die   Verdaulichkeit   erheblich gefördert wird. 



   Die Erfindung bezweckt eine solche   Durchführung   dieses Verfahrens, dass möglichst der ganze Futterstock einen   Gärungsprozess durchmacht,   so dass neben dem Grünfutter kein saures Futter entstehen und dass ausserdem auch jede   Schimmelbildung im Futterstock   vermieden wird. 



   Die   Erfindungszwecke   werden dadurch erreicht, dass die Schichten sowohl bezüglich der zu erreichenden Temperatur als auch bezüglich der Druckanwendung einer differenzierten Behandlung unterworfen werden, und zwar derart, dass die unterste Schicht bzw. diejenige Schicht, welche eine Betriebsperiode nach voraufgegangener längerer Unterbrechung einleitet, durch Selbsterhitzung auf eine um etwa 100 höhere Temperatur als die übrigen Schichten gebracht wird, bevor sie einem Pressdruck unterworfen wird und dass jede der verschiedenen Schichten bezüglich der   Druckausübung so   behandelt wird, dass die Druckanwendung in der Mitte der Schicht beginnt und erst allmählich in dem   Masse,   als die Futtermasse unter dem Einfluss des Gärungsprozesses zusammensinkt,

   sich nach den   Schichträndern   fortsetzt und auch diese erfasst. 



   Zur sicheren   Durchführung   des Süssgärungsprozesses wird ausser den bereits genannten   Massnahmen   der beabsichtigte Zweck noch dadurch erreicht, dass den für die Erzeugung des gewünschten Futterzustandes nötigen Bakterien der Boden für ihre   Tätigkeit verbessert wird.   indem dem Futter insbesondere in denjenigen Teilen, in welchen erfahrungsgemäss unvoll- 
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 deren Wirksamkeit man zu unterstützen sucht.

   Bei der Durchführung des Verfahrens verfährt man   zweckmässig   wie folgt :
Das Grünfutter, welches bei beginnender Hauptblüte geschnitten wird, wird vor dem Einbringen in den Behälter durch   Luft-oder Sonnentrocknung   in solch einen Zustand gebracht, dass sein Wassergehalt auf etwa   ï0%   sinkt, welchen Zustand man als sonnenlahm oder   angewelkt   bezeichnet. 



   Das so vorbereitete Grünfutter wird in den für seine Behandlung vorgesehenen   Behälter,   dessen Boden   zweckmässig   vorher mit einer etwa 10   dJl   hohen Schicht Stroh oder mit altem Heu bedeckt worden, locker   eingeschüttelt,   und zwar zweckmässig so, dass es in der Mitte eine schwache Wölbung bildet. Die einzelne Futterschicht wählt man zweckmässig in einer Stärke von etwa 
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 diese soweit fortgeschritten ist, dass sie in der Mitte der Schicht etwa 60 bis 650 erreicht hat, schüttet man eine neue Futterschicht von etwa   1 III   Höhe auf, welche wiederum locker eingebracht wird, und zwar so, dass auch sie wieder eine Wölbung in der Mitte aufweist. Diese zweite Schicht überlässt man der Selbsterhitzung nur so lange, bis sie etwa 50 bis 44" erreicht hat. 



  Man fährt mit dem Einbringen von neuen Futterschichten in gleicher Weise fort, indem man jedesmal mit dem Einbringen einer neuen Schicht solange wartet, bis die Temperatur von etwa   50   bis 550 erreicht ist. 



   Wenn der   Behälter voll   ist, oder wenn der Betrieb aus irgendwelchen Gründen unterbrochen werden soll, dann legt man auf die oberste Futterschicht, nachdem diese die gewünschte Temperatur von 50 bis 550 erreicht hat, einen   Pressdeckel   auf und setzt den Futterstock unter einen Druck von 400 bis 500 kg pro 1-Dieser Druck verhindert ein   unerwünschtes   Ansteigen der Temperatur. wie es sieh einstellen würde. wenn die oberste Futterschicht weiterhin der Selbsterhitzung bei Atmosphärendruck überlassen würde. 

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   Falls das Futter aus besonderen Gründen in unerwünscht nassem Zustande eingebracht werden müsste und infolgedessen die Temperatur durch Selbsterhitzung nicht auf 50 bis 550 steigt, legt man, sobald sich diese Tatsache ergeben hat, den Pressdeckel auf und übt einen schwachen Druck von beispielsweise 50 bis 100 kg pro qm während einer längeren Zeitperiode von etwa 12 Stunden aus. Unter dem Einfluss dieses schwachen Druckes, der vermittelst des Pressdeckels auf die Futterschicht ausgeübt wird, erfährt diese die gewünschte weitere Erhitzung bis auf etwa 50 bis 550. Sobald diese Temperatur erreicht ist, wird der normale stärkere   Press   druck von etwa 400 bis 500 kg pro   qm   ausgeübt und solange aufrecht erhalten, bis entweder der ganze Prozess sich erschöpft hat oder bis eine neue Futterschicht aufgebracht wird. 



   Die normale Druckanwendung von 400 bis 500 kg pro qm erfolgt stets nach Erreichung der angegebenen Temperatur der obersten Schicht, wenn entweder der Behälter voll gefüllt oder wenn aus irgendwelchem Grunde etwa infolge eingetretenen schlechten Wetters keine weiteren Schichten innerhalb von etwa 24 bis 36 Stunden eingebracht werden können. 



   Bei aufgesetztem Pressdeckel setzt sich oben an der zuletzt eingebrachten Futterschicht in einer Höhenausdehnung von etwa 15 cm eine merkliche Menge Feuchtigkeit ab, indem die unter dem Einfluss der Gärung sich entwickelnden feuchten Dämpfe zu entweichen suchen und sich nahe der Oberfläche niederschlagen. Diese Dämpfe würden zur Schimmelbildung führen. 



  Um dieses zu vermeiden, empfiehlt es sich, den   Pressdeckel   nach etwa 12 Stunden vom Beginn der starken Pressung auf die Dauer von zirka sechs Stunden abzuheben, damit der Dunst entweichen kann. 



   Durch die Einbringung der Schichten in der Art, dass sie in der Mitte eine Wölbung aufweisen, wird erreicht, dass beim Aufsetzen der Pressplatte der Druck zunächst die Mitte der Schicht erfasst und sich von hier entsprechend dem unter dem Einfluss der Gährung sich einstellendem Zusammensinken der Futtermasse nach den Seiten hin fortsetzt und auch die seitlichen Partien erfasst, wobei das Entstehen   von Hohlräumen infolge Zusammensinkens   des Futters in der Mitte vermieden wird. Dieses ist wichtig für die Erreichung eines durchgängig der Süssgährung unterworfenen Futterstocks. 



   Wie vorstehend erwähnt, sol gemäss der Erfindung den für die Erzeugung des gewünschten Futterzustandes nötigen Bakterien der Boden für ihre Entwicklung verbessert werden. Zu diesem Zwecke wird jeweils nach Einbringung der zu einer Futterschicht gehörigen Futtermasse diese mit der Nährflüssigkeit besprengt, und zwar besonders gründlich in ihren Randpartien. Zweckmässig nimmt man eine erneute Besprengung kurz vor Beginn des Einbringens einer neuen Futterschicht oder vor Einleitung einer Pressung vermittelst aufgelegter   Pressplatte vor.   



   Obwohl in dem Grünfutter ohnehin auch ohne besonderes Zutun sich eine Milchsäure-   gährung einstellt,   empfiehlt es sich doch, sich nicht darauf zu beschränken, dieses nur durch Zusatz einer Nährflüssigkeit für Milchsäurebakterien zu unterstützen, sondern zugleich mit der Nährflüssigkeit auch eine Reinkultur von Milchsäurebakterien zuzusetzen, um auf diese Weise unabhängig von dem stets mehr oder weniger unberechenbare Gehalt des Futters an Milchsäurebakterien zu sein. 



   Die Herstellung der Nährflüssigkeit kann-beispielsweise wie folgt sein. 



   Man bereitet zunächst einen Vorrat an sterilisierten Molken, indem man die bei der Käsebereitung als Abfallprodukt entfallenden Molken zunächst in geeigneter Weise, beispielsweise durch Aufkochen und nachfolgendes Sterilisieren von den darin befindlichen   Eiweisskörpern   befreit. Die so behandelten Molken werden dann in strömendem Dampf sterilisiert und auf diese Weise haltbar gemacht. Vor der Verwendung, und zwar zweckmässig mindestens 48 Stunden vor Gebrauch, werden die sterilisierten Molken mit einer Reinkultur von Bacterium lactis acidi geimpft und an einem warmen, jedoch 400 C nicht übersteigenden Ort aufgestellt. 



   Die Gewinnung der den Molken zuzusetzenden Bakterienreinkulturen kann in der für solche Reinkulturen üblichen Weise erfolgen ; auch können dieselben den Landwirten von   eine {   Zentralstelle aus in Reagensgläsern in Gelatinenährboden zugesandt werden, so dass der Landwirt nur nötig hat, ein solches eine Reinkultur enthaltendes Reagensgläschen durch Einbringen in warmes Wasser flüssig zu machen und in die gehörige Menge Molken einzuschütten und mit dieser zu vermischen. Die auf diese Weise mit Bakterienreinkultur vermischten Molken werden dann einige Zeit, beispielsweise 48 Stunden, bei erhöhter, jedoch   400 nicht übersteigender   Temperatur sich selbst überlassen und darauf zum Besprengen der Bodenlage und der seitlichen 
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Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRÜCHE : i. Verfahren zur Konservierung von Grünfutter durch schichtweises Einbringen in Behälter und Überlassung der einzelnen Schichten zur Gärung bis zur Erreichung der für das gewünschte <Desc/Clms Page number 3> Endprodukt erforderlichen Temperature, dadurch gekennzeichnet, dass die unterste bzw. die den Betrieb des Behälters nach erfolgter längerer Unterbrechung wieder einleitende Schicht der Erhitzung bis auf eine Temperatur überlassen wird, welche die Erhitzungstemperatur der darauffolgenden Schichten um etwa 10 C übertrifft. hehufs Schaffung eines Wärmevorrats für die Anheizung von Boden und Behälterwänden.
    2. Verfahren zur Konservierung von Grünfutter nach Anspruch i, bei welchem die jeweilig oberste Schicht im Behälter nach Erreichung der gewünschten Temperatur einer Pressung unterworfen wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Grünfutter anfänglich in der Mitte höher geschichtet wird, als an den Rändern, zu dem Zwecke. dass mit dem durch die Gärung verursachten stärkeren Schwinden bzw. Senken des Stockes in der Mitte, dieser eine annähernd ebene Oberfläche annimmt und bei der nachfolgenden künstlichen Pressung des Stockes dieser an den Rändern und in der Mitte gleichmässig belastet wird.
    3. Verfahren nach Anspruch i und 2. dadurch gekennzeichnet, dass der zur Wirkung gebrachte Druck nach Massgabe der sich einstellenden Temperatur derart gewählt wird, dass die Temperatur der jeweilig obersten Schicht nach Selbsterhitzung unter Atmosphärendruck EMI3.1 schwachen Druck (50 kg pro m2) in Fällen ungenügender Selbsterhitzung auf den für Süssgrünfutter erforderlichen Grad gesteigert wird.
    4. Verfahren nach Anspruch I bis 3. dadurch gekennzeichnet, dass die unmittelbar unter EMI3.2 durch den Gärungsprozess erzeugtem Dunst erfolgen kann, behufs Vermeidung von Schimmelbildung.
    5. Verfahren zur Haltbarmachung von Grünfutter als Süssgrünfutter vermittelst eines Gärungsprozesses, dadurch gekennzeichnet, dass dem zur Gärung einzulagernden Futter EMI3.3
    6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass man eiern Futter sterilisierte Molken zusetzt.
    7 Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass man dem Futter eine Milch- EMI3.4
AT80731D 1916-09-19 1917-10-15 Verfahren zur Haltbarmachung von Grünfutter. Verfahren zur Haltbarmachung von Grünfutter. AT80731B (de)

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