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Federnde Schlepp-, Zug- und Hebevorrlohtung nach dem Flaschenzugprinllp.
Für das Nachschleppen, Herausziehen und Heben von Lasten aller Art, insbesondere von Fahrzeugen wurden bisher stets gesonderte, dem jeweiligen Arbeitszweck speziell angepasste Einrichtungen (z. B. Schlepper, Trakteure, Hebzeuge und dgl.) benutzt. Die Unterbringung von derartigen meist sehr voluminösen und schwergewichtigen Spezialeinrichtungen auf Kriegsfahrzeugen, wie z. B. Geschützen, Lastenautomobilen, Schemwerferwagen und dgl., ist bekanntlich ausserordentlich schwierig, ganz abgesehen davon, dass durch die Mitführung mehrerer der vorgenannten Spezialapparate das Ladevolumen und das Ladegewicht des Fahrzeuges ganz wesentlich verringert werden.
Vorliegende Erfindung bezweckt nun, diesem bestand durch Schaffung einer einfachen,
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Dies wird der Erfindung gemäss dadurch erreicht, dass die vorerwähnte Universaleinrichtung aus mehreren, zweckmässig in Bundform zusammenrollbaren, durch Kupplungen miteinander kuppelbaren Seilen, zwei oder mehreren an die Kupplungsseile anhängbaren, mit Dämpfungsfedern zusammengebauten Flaschen für einen Flaschenzug und aus einer Trommel hergestellt wird,
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gewickelt ist.
Es sind zwar einzelne Bauelemente der vorerwähnten kombinierten Einrichtung, wie z. B. federnde Stossdämpfer mit regelbarer, aber nicht gänzlich abschaltbarer Federspannung, bei Schlepp-, Zug-und Hebevorrichtungen für Lasten aller Art bereits vielfach vorgeschlagen worden. Ebenso ist die Verwendung des normalen Flaschenzuges an sich als Lasten hebendes und ziehendes Maschinenelement seit altersher bekannt. Die eingangs gekennzeichnete, eigenartige Bauweise einer als Schlepp-, Zug-und Hebevorrichtung gleich gut wirkenden Einrichtung ist jedoch bisher nicht bekannt geworden, trotzdem insbesondere militärischerseits seit langem das Bedürfnis nach Schaffung eines allgemein verwendbaren Lastenförderungsapparates bestand, der rasche und verlässliche Wirkung gewährleistet, also wirklich felddienstbrauchbar ist.
In der Zeichnung veranschaulicht die Fig. 1 und 2 die Hauptelement der Vorrichtung.
Die Fig. 3 und 4 zeigen die Anwendungsweise der Vorrichtung als Schleppeinrichtung in Ansicht und im Grundriss. Die Fig. 5,6, 7,8 veranschaulichen die Anwendungsweise der Vorrichtung als Zugeinrichtung zum Herausziehen von steckengebliebenen Geschützen, Lastenautcmobilen und dgl. Die Fig. 9 und 10 zeigen den Zusammenbau der Flasche mit der Dämpfungsfeder im vergrösserten Massstab in Ansicht und im Grundriss. Fig. 11 veranschaulicht die Anwendungsweise der Vorrichtung als Hebezeug zum Heben eines Kraftwagens.
Die Vorrichtung besteht aus drei eigenartig ausgestalteten Hauptbauteilen, die auf rasche und überaus verlässliche Weise, dem jeweiligen Gebrauchszweck entsprechend sich zusammenbauen lassen. Diese Hauptbauteile sind :
Ein in Bundform zusammenrollbarer Satz von Kupplungsseilen a (Fig. 1), die an ihren Enden mit Kupplungen a'versehen sind.
Zwei in eigenartiger Weise mit Dämpfungsfedern zusammengebaute Flaschen b (Fig. 1, 9,10) und ein in die Rollen der Flaschen passendes Seil c, das im unbenutzten Zustand auf einer Haspel bzw. der Trommel eines Windwerkes (Fig. 2) aufgewickelt ist.
Die Federflaschen b (Fig. 9,10) bestehen aus einem gegabelten Bügel 1, der in zwei Arme 2 ausläuft. Im Bügel sind auf der Achse 3 vier Rollen 4 gelagert, die durch mit dem Bügel ver- schweisste Trennscheiben 5 voneinander getrennt sind. Auf dem vorderen Ende des Bügels ist
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ist eine kräftige Dämpfungsfeder f aufgesteckt, deren Enden sich auf je eine Platte 7 stützen.
Durch die Dämpfungsfeder und die vorerwähnte Platte ist weiters ein U-förmiger Bügel S hindurch-
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Bügels 12 dient.
Wirken bei der vorstehend beschriebenen Federflasche auf das Element 8 und das Element 6 Kräfte P im Sinne der gezeichneten Pfeilrichtung ein, so ist das System federnd, d. h. die Feder f ist eingeschaltet. Von dieser Schaltung wird bei der Verwendung der Vorrichtung als Schleppvorrichtung Gebrauch gemacht, wodurch die Schleppvorrichtung in an sich bekannter Weise eine federnde wird.
Werden auf die Elemente 12 und 6 der vorstehend beschriebenen Einrichtung Kräfte P' einwirken gelassen, so wird das System zu einem starren, d. h. zu einem System, bei welchem
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die Federwirkung der Feder f ausgeschaltet ist. Von dieser Schaltung'wird beispielsweise bei der Verwendung der gesamten Einrichtung als Hebevorrichtung Gebrauch gemacht.
Der Zusammenbau der Elemente a, b, c richtet sich nach dem jeweiligen besonderen Gebrauchszwecke.
Soll die Elementenkombination a, b, c als Schleppvorrichtung verwendet werden, so werden die Federnaschen b in der aus den Fig. 3 und 4 ersichtlichen Weise mit eingeschalteter Dämpfungs feder (vgl. Fig. 3,4) an den Vorspannwagen W1 bzw. an den zu schleppenden Wagen W2 und die Kupplungsseile a mit ihrer Kupplung a'an die Flaschen b angekuppelt. Dies erfolgt zweckmässig in der Weise, dass auf den Bolzen 6 (Fig. 10) der Flasche eine Rolle 20 aufgesteckt wird und über diese eine am Kupplungsseil befestigte VerbindungsEchlaufe 21 aufgelegt wird. Die Verbindung des Kupplungsseiles a mit der Flasche b kann im Übrigen auch auf andere Weise erfolgen.
Bei dem vorstehend beschriebenen Zusammenbau stellen die Elemente a und b in ihrer Gesamtheit ein federndes Schleppgebänge dar, bei welchem alle stossweise auftretenden Zugkräfte in an sich bekannter Weise abgedämpft werden.
Soll die Elementenkombination a, b, c als Zugvorrichtung zum Herausziehen steckengebliebener Geschütze, Lastenautomobile und dgl. verwendet werden, so wird das auf der Trommel (Fig. 2) aufgewickelte Seil c in die Rollen der Federflaschen b eingezogen und das Federwerk f der Flasche zur Gänze ausgeschaltet. Dies erfolgt, wie eingangs erwähnt, in einfacher Weise dadurch, dass die Kräfte übertragenden Elemente der Gesamteinrichtung an den Bau- elementen 1S, 6 (Fig. 10) der Federflasche angreifen gelassen werden.
Die erste Fed ernasch c- der Einrichtung wird in diesem Falle mit dem Bügel 12 durch geeignete Kupplungen an dem herauszuziehenden Fahrzeug W befestigt, wogegen das erste Kupplungsteil a an dem Bügel 12
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Baumstamm oder in das Erdreich eingetriebene Pflöcke befestigt.
Beim Zug an dem Seil c im Sinne der Pfeilrichtung x wird das Fahrzeug im Sinne der Pfeilrichtung y nach vorwärts bewegt und unter der an sich bekannten Flaschenzugwirkung selbst im schlechtesten Terrain rasch und leicht herausgezogen. Ein wesentlicher Volteil der Ein- 1 Ìchtung ist beim Bergaufziehen von Fahrzeugen bxw. Geschützen dadurch gegeben, dass der von der Mannschaft oder von Pferden an dem Seil c ausgeübte Zug entgegen der Fahrtrichtung des Fahrzeuges, also bergab ausgeübt werden kann, was sowohl für Mannschaftszug. als auch für Pferdezug von grossem Vorteil ist.
Ist das Fahrzeug auf eine bestimmte Strecke herausgezogen worden, so wird durch Umlegen des ersten Kupplungsseiles in der aus Fig. 6 ersichtlichen Weise die Länge der Zugvorrichtung verkürzt und durch neuen Anzug an dem Seil c das Fahrzeug vorgezogen. Beim weiteren Anziehen wird das erste Kupplungsseil (Fig. 7) ausgehängt, worauf schliesslich durch abermaliges Zusammenlegen des zweiten Kupplungsseiles. Aushängen desselben und sinngemässe Weite ! arbeit mit den weiteren Kupplungsseilen der Wagen W allmäblig bis zur Verankerung k ce- zogen wird.
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PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Federnde Schlepp-, Zug-und Hebevorrichtung nach dem Flaschenzugprinzip für Lasten aller Art, insbesondere Fahrzeuge, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus mehreren, durch Kupp- lungen (a') miteinander kuppelbaren Kupplungsseilen (a), zwei oder mehreren, an die Kupplungs- seile and ängbaren, mit ein- und abschaltbaren Dämpfungsfedern (f) zusammengebauten Flaschen (b) für einen Flaschenzug und aus einer Trommel besteht, auf welcher das im Benutzungsfalle zwischen die Federflaschen (b) verlegte Flaschenzugseil (c) aufgewickelt ist.