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Die Erfindung betrifft einen Klöppel für Flechtmaschinen und bildet eine Verbesserung des in der amerikanischen Patentschrift Nr. 727926 beschriebenen Klöppels. Sie bezweckt, den Klöppel so auszubilden, dass die Antriebsgeschwindigkeit der Flechtmaschine gegen- über den mit den Klöppeln alter Bauart ausgerüsteten Maschinen erheblich vergrössert werden kann.
Gemäss der Erfindung ist an der Rückseite des Klinkenkörpers eine nach unten stehende Lippe vorgesehen, welche die Rückseite des Spanngewichtes erfasst, wenn dieses angehoben wird, und sowohl das Gewicht als auch die Klinke auf dem Ständer geraderichtet. Dadurch werden diese gehindert, sich am Ständer festzuklemmen und ihre gleitende Reibung wird verringert.
Diese gegenseitig wirkende Konstruktion von Klinke und Gewicht bewirkt, dass das Gewicht die Klinke verhindert, über diejenige Stelle hochzugehen, bis zu der das Gewicht angehoben wird, und so den raschen Rückgang der Klinke in Eingriff mit den Spulenzähnen befördert, um zu verhindern, dass zu viel Garn von der Spule abgewickelt wird, und derart eine grössere Geschwindigkeit der Flechtmaschine zu sichern. Unterstützt wird die Wirkung der Klinkenhppe noch durch Aufrauhung der am Spanngewicht nach oben ragenden Lippe, indem diese aufgerauhte Lippe
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sie mitzuziehen, wodurch die Fallwirkung der Klinke beschleunigt und sie schneller mit den Zähnen der Spule in Eingriff gebracht wird.
Die neue Vorrichtung ibt fn dor Zeichnung veranschaulicht. Fig. 1 derselben zeigt eine Seitenansicht des Klöppels, teilweise Im Schnitt, wobei das Spanngewicht unten steht.
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des Klinkenhauptteiles erfasst, die Klinke verhindert vornüber zu fallen, wenn sie von den Z ; ihnen der Spule gelöst wird, und die beschleunigung ihrer Fallwirkung befördert. Fig. 3 Ist eine Seitenansicht des Spanngewichtes und Fig. 4 eine Draufsicht hiezu. Fig. 5 zeigt
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ersichtlich ist. Fig. (i ist eine Ansicht der Klinke von hinten, aus der der Richt-und Reiùungsfinger ersichtlich ist, der von der hinteren, unteren Kante nach unten steht.
Wenn man Klöppel der bekannten Bauart mit hoher Geschwindigkeit laufen lässt, so zeigt sich, dass das Werfen des Garnes, ein im Faden gebildeter Knoten, eine übermässige Erschütterung der Maschine oder ein sonstiger ungewöhnlich grosser Zug auf das Garn eine schnelle Aufwärtsbewegung des Spanngewichtes und der Klinke bewirken, wodurch sich die Spule manchmal um mehrere Zähne drehen kann, bevor die Klinke wieder fallen und sie hemmen kann. Diese Aufwickelwirkung erzeugt soviel Durchhang, dass oft Schlingen entstehen und das Garn sich fängt, so dass das Garnende abgerissen und die Maschine angehalten wird. Manchmal wird auch soviel Garn abgewickelt, dass das Spanngewicht auf das untere Ende des Ständers fallen, den Abstellhebel erfassen und das Anhalten der Maschine bewirken kann.
Aus all diesen Gründen sind die bekannten Maschinen in ihrer Geschwindigkeit und Leistungsfähigkeit verhältnismässig beschränkt.
Der neue Klöppel, der diese Schwierigkeit beseitigt, besteht aus dem Rahmen 10, der eine Nut 11 besitzt, die in der Führungsbahn läuft und von dieser geführt wird. Der Tragrahmen ist ferner mit einer Spindel 12 ausgerüstet, auf welcher die Garnspule 13 gelagert ist, deren Oberteil 14 mit den üblichen Schaltzll. hnen 15 versehen ist. Endlich
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besitzt der Rahmen einen Ständer 16, der am oberen Ende eine Leitöse 17 und etwa ill der Mitte eine Führen-öse 18 besitzt. Der Ständer ist ferner am oberen Ende mit der gebräuchlichen, nach vorn ragenden Anschlaglippe 19 und einem schmalen Hals 20 versehen, der das Aufbringen des Spanngewichtes und der Klinke auf den Ständer ermöglicht.
Die Klinke 21 ist von üblicher Bauart und besitzt einen Hauptteil, der frei auf dem
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und einen wesentlich vorstehenden Finger 22, der in die Schaltzähne auf der Spulenoberseite einzutreten vermag. Der Hauptteil 23 des Spanngewichtes ist auf dem Ständer frei verschiebbar gelagert und besitzt eine geschlitzte Öffnung 24 an der Unterkante der Vorderwand, die so gross ist, dass das Gewicht über den schmalen Hals 20 und die Leit- ösenbüchse 3J auf den Ständer geschoben werden kann. Die Vorderwand ist mit einer Öse oder Führungskante 25 versehen, durch, über oder um welche das Garn läuft. Diese Führung ist so tief wie möglich in dieser Wand angeordnet, lässt aber noch soviel Öffnung frei, dass das Gewicht auf den Ständer aufgebracht werden kann.
Je tiefer diese Führung in der Vorderwand ist, desto grösser ist die Durchhanggrösse, die aufgenommen wird, wenn das Gewicht fällt. Deshalb ist eine Führungsichione oder Brücke 32 unter der oberen Kante dos Hauptteiles des Gewichtes vorgesehen, um deren Unterkante 25 das Garn gezogen wird. Jedoch kann zu diesem Zweck auch eine andere geeignete Führungsvorrichtung vorgesehen werden.
Die Vorderwand des Gewichtes ist ferner mit einer nach oben stehenden Lippen : 26 versehen, deren Innenfläche (Fig. 5) aufgeraubt ist und eine der Aussenfläche 28 der Klinke entsprechende Gestalt besitzt, so dass, wenn das Gewicht gemäss Fig. 2 in an-
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gewichtes das rasche Nachuntenziehen der Klinke unterstützt, um sie mit der Spule in Eingriff zu bringen und zu verhindern, dass sich ein übermässig grosser Durchhang von ihr abwickelt.
Es zeigt sich in der Praxis, dass die Grösse dieses Spanngewichtes je nach der Garnstärke und der gewünschten Geschwindigkeit abgestuft werden muss, weshalb mitunter ein
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entfernt werden muss.
Nach der Erfindung ist ferner eine Lippe 36 (Fig. 1, 2 und 6) vorgesehen, die von der hinteren, unteren Kanten des Klinlienkörpers nach unten steht und die Rückseite de-'
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Klinke anzuheben. Durch diese Anordnung wird das Gewicht, das natürlich das Bestreben hat, sich auf dem Ständer nach vorn zu neigen, da es lose darauf gelagert ist, geradegerichtet, wodurch das von seiner Schrägstellung herrührende Bestreben, sich festzusetzen. beseitigt und die gleitende Reibung auf dem Ständer auf das Mindestmass verringert wird.
In der Praxis sitzt die Klinke natürlich sehr lose auf dem Ständer und wird, wenn sie eine Zbitlang in Betrieb war, sehr ausgearbeitet, weshalb sie sehr stark winkelig überhängt und durch diesen Richtungsverlust natürlich eine ausserordentlich grosse, gleitende Reibung erzeugt, welche das Anheben oder rasche Zurückführen der Klinke in die Arbeitsstellung erschwert. 1
Die nach unten ragende Lippe 86 besitzt die gute Wirkung, dass dieser der Klinkenwirkung anhaftende Mangel beseitigt wird. Die Lippe richtet, wenn sie den hinteren Teil des Gewichtes erfasst, die Klinke sofort gerade und stellt sie achsial zum Ständer ein, wodurch sie leichter gehoben werden kann.
Die Lippe dient ferner als Führung, welche die Klinke in dieser geraden Stellung solange hält, bis sie wieder in Eingriff mit den Klinkenzähnen der Spule zurückgegangen ist. Eine weitere günstige Wirkung dieser rückwärtigen Lippe besteht darin, dass ihr Reibungseingriff mit dem Gewicht den Reibungseingriff der Lippe 26 mit der Klinkenvorderseite begünstigt und unterstützt, wodurch die Rückkehrbewegung des Gewichtes ein grösseres Bestreben besitzt, zum raschen Zurück- gehen der Klinke mit der Spule beizutragen.
Beim Gebrauch der neuen Vorrichtung wird der Klöppel in der Maschine auf übliche
Weise gelagert und angetrieben. Die Klöppelspindel trägt die bekannte Spule und der
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die in der Nähe oder unterhalb der Mitte des Gewichtes angeordnet ist. Es zeigt sich in der Praxis, dass das Resultat um so besser ist, je tiefer die Führung eingebracht werden kann. Die einzige Beschränkung in dieser Hinsicht bildet die Öffnung, die man vorsehen muss, damit das Gewicht über den engen Halsteil 20 auf dem Ständer aufgebracht werden
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kann. Nachdem das Garn um die Führung 25 herumgeführt worden ist, wird das Garn durch die Öse 18 in dem Ständer hindurchgeführt, dann um die Schiene 37 an der unteren Aussenkante des Gewichtes herum und von da durch die Leitöse 17 an der Oberseite des Ständers hindurchgezogen.
Durch die neue Anordnung erzielt man gegenüber den alten Klöppelkonstruktionen den ausgesprochenen Vorzug des Zusammenarbeitens der geraderichtenden Lippen und der Reibungslippen des Spanngewichtes und der Klinke, wodurch letztere in ihrem raschen Rückgang unterstützt und ein übermässig grosses Abwickeln der Spule verhindert wird. Man kann die Klöppelgeschwindigkeit auf 400 bis 500 Umdrehungen steigern, was in der Ergiebigkeit und Leistungsfähigkeit einer jeden Maschine einen grossen Gewinn ergibt, zumal die Baukosten nicht vergrössert werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Klöppel für Flechtmaschinen, bei dem die Spule unter Einwirkung einer Klinke steht, die mit einem Spanngewicht auf einem Fadenführerständer verschiebbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass an der Rückseite der Klinke eine nach abwärts ragende Lippe (36) angeordnet ist, welche das ansteigende Spanngewicht derart übergreift, dass sowohl die Klinke als auch das Spanngewicht konachsial mit dem Ständer (16) sich einstellen, um durch Verminderung der Reibung einen baldigen Eingriff der Klinke mit der Spule herbei- zuführen und hiedurch das Abwickeln von zu viel Garn von der Spule zu hindern, damit die Flechtmaschine mit grösserer Geschwindigkeit laufen kapn.