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Fernsteuerung von Scheinwerfern von einem Fernrohre aus.
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den Horizont absuchen, so dreht man das Fernrohr um seine senkrechte Drehachse, wobei die Scheinwerfer die gleiche Drehung mitmachen und dadurch jeden Punkt des Horizontes ableuchten.
Diese bei Geschützen erfolgreich angewendete Art der Fernsteuerung hat jedoch, auf Scheinwerfer übertragen, zu keinem brauchbaren Ergebnis geführt, obwohl die Aufgabe, Fernrohr und Scheinwerfer gleichsinnige Bewegungen machen zu lassen, technisch einwandfrei gelöst war. Deshalb haben SIch auch die Fernsteuerungen der Scheinwerfer nicht einführen können, trotz des starken Bedürfnisse dafür.
Der Grund für diesen Misserfolg für Scheinwerfersteuerungen lag, wie sich bei eingehender Untersuchung herausstellte, in den besonderen Eigenschaften des Scheinwerfers.
Es zeigte sich, dass die dem Geschützbetriebe entnommenen Fernsteuerungen vornehmlich aus zwei Gründen nicht zum Ziele führen. Die Mittelachse des Scheinwerferlichtkegels hält nämlich nicht beständig die gleiche Richtung ein, weil der Licbtherd im Krater der Kohle sowohl bei selbsttätiger Regelung, wie beim Nachstellen von Hand wandert, wodurch sich die Achse des Lichtbündels gegen die optische Achse des Scheinwerferspiegels verschiebt. Dadurch ist eine Unstimmigkeit zwischen Fernrohreinstellung und Richtung des Lichtkegels gegeben, auch wenn die optische Achse des Scheinworferspiegels durch die Fernrohreinstellnng richtig auf den Ziel punkt des Fernrohres gerichtet ist.
Aber auch abgesehen von der durch den Abbrand der Kohlen hervorgerufenen Unsicherheit versagt die Fernsteuerung, weil die Mittelachse des Lichtkegels in der Regel nicht auf denjenigen Punkt gerichtet sein darf, auf den das Fernrohr gerichtet ist. Es ist nämlich zweckmässig, nicht die Mittelachse des Lichtkegeis auf den im Fernrohr zu beobachtenden Punkt zu richten, sondern ihn mit den Randstrahlen des Kegels zu beleuchten, weil dadurch die
Lichtwirkung für den Beobachter wesentlich erhöht wird. Andererseits muss je nach dem
Ort der zu beleuchtenden Gegenstande und nach der Stellung von Scheinwerfer und Fern- rohr zueinander bald der rechte, bald der, linke Rand des Scheinwerferlielstkegels zur Be- leuchtung herangezogen werden können.
Die Erfindung löst die Aufgabe, dem Beobachter im Fernrohr die Möglichkeit zu geben, die beschriebenen, dem Scheinwerferbetriebe eigentümlIchen Umstände auf einfache und schnelle Weise zu berücksichtigen, ohne dabeI die Vorteile der bekannten Fern- steuerungen aufzugeben und ohne die Steuerung irgendwie verwickelt zu machen.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass es dem Beobachter ermöglicht wird, die
Fernsteuerung im Betrieb zeitweise ganz auszuschalten, die Einstellung der Fornrohrachse alsdann zu verandern und dann die Bewegung des Scheinwerfers wieder von der des Fern- rohres abhängig zu machen. Als Mitte) hiezu dienen am Fernrohrstand angebrachte bzw. von da aus bedienbare Kupplungseinriechtungen, welche die Drehung des Fernrohres im Ver- hältnis zur Fernsteuerung unwirksam machen.
Die Einrichtung wird in der Weise gehandhabt, dass, wenn bel eingeschalteter Fern- steuerung die Achsen des Fernrohres und des Scheinwerfers voneinander abgewichen sind
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beider Apparate gelöst wird. Nach Lösen der Kupplung oder der Kupplungen wird das Fernrohr für sich verstellt und alsdann die Fernsteuerung in einer solchen Stellung des Fernrohres zur Lichtkegelachse wieder eingerückt, dass eine für die Beobachtung günstige Beleuchtung erzielt wird.
Auch bei den für Geschütze angewendeten Fernsteuerungen bat man schon Kupplungen zwischen Fernrohr und Geschütz angeordnet. Diese Kupplungen sind aber nicht am Fern- rohrstand, sondern am Geschütz angeordnet, da sich ja die Einstellung des Geschützes nach dem vom Beobachter angegebenen und beschriebenen Ziel richten muss. Im übrigen dienen diese Kupplungen nicht dem Zweck, während des Betriebes die Fernsteuerung zeitweise auszuschalten, denn die Richtung der Fernrohr- und Geschutzachsen brauchen, einmal eingestellt, niemals geändert zu werden, sondern sie sollen nur die erstmalige Einstellung und nach Reparaturen ein einmaliges Ausrichten der Apparate ermöglichen.
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Besonders zweckmässig ist die Erfindung anzuwenden, wenn es sich um die Einstollung mehrerer Scheinwerfer handelt, die durch eine gemeinsame Fernsteuerung betätigt werden. Man stellt das Fernrohr nach Lösen der Kupplung zwischen einem beliebigen Scheinwerfer und dem Fernrohr auf die gewünschte Richtung ein. Hierauf stellt man das Fernrohr in gleicher Weise nach einem anderen Scheinwerfer ein und bringt somit den ersten Scheinwerfer in die gleiche Richtung wie den zweiten, weil ja der erste Scheinwerfer nach Wied5reinrücken seiner Kupplung am Fernrohr alle weiteren Bewegungen des Fernrohres mitmacht.
Um das Fernrohr nach den anderen Scheinwerfern einzustellen, kann man es nach irgend einem Scheinwerfer richten und dabei die anderen Scheinwerfer alle Bewegungen des Fernrohres mitmachen lassen, oder es können von vornherein beliebig viele Scheinwerfer vom Fernrohr entkuppelt sein, so dass sie solange stillstehen, bis das Fernrohr auf den gewünschten Teil ihres Lichtkegels eingestellt ist.
Die Kupplung zwischen Fernrohr und Scheinwerfer kann beliebiger Art sein. Man kann am Fernrohrabstand mechanische Kupplung anordnen, die die Verbindung zwischen Fernrohr und dem der Übertragung zwischen Fernrohr und Scheinwerfer dienenden elektrischen Teil (Geber) oder auch zwischen dem Scheinwerfer und dessen elektrischen Teil (Empfänger) aufzuheben gestatten. Es ist aber auch möglich, die Verbindung zwischen
Fernrohr und Scheinwerfer elektrisch zu lösen, indem man in die Stromzuftlbrungsleitung die Steuerleitung oder in sonst eine geeignete Leitung eingebaute Ausschalter vom Fernrohrstand aus betätigt. Werden die senkrechten und wagerechten Bewegungen des Fernrohres getrennt auf den Scheinwerfer übertragen, so ist naturgemäss in jede Übertragungs- vorrichtung eine besondere Kupplung einzubauen.
In der Zeichnung sind als Ausführungsbeispiel mechanische Kupplungen dargestellt.
Es bedeutet a das Fernrohr, dessen horizontale Bewegung durch den Arm b auf das im Gehäuse d gelagerte Zahnrad c und von diesem auf das Zahnrad e übertragen wird.
Das letztere ist auf der Welle f lose drehbar. Die Drehung des Fernrohres in der
Vertikalebene wird durch die Stange g und durch einen Zahntrieb h auf die Welle i und von dieser durch die Kegelräder fund l auf die Scheibe ni übertragen, in der eine
Welle n ! ose drehbar ist. Mit den Wellen j und n sind die weiteren, zum Scheinwerfer führenden Übertragungsorgane der Steuerung, z. B. die Bürsten eines Spannungsverteilers, verbunden. Sowohl das Zahnrad e als auch die Scheibe m sind als Teile einer Reibung- kupplung ausgebildet, die bei o konische Flächen tragen.
Gegen diese Flächen legen sich mit den Wellen f bzw. ss durch Mitnehmerstifte ? verbundene, aber vertikal verschiebbare konische Scheiben p. die durch Federn q gegen die konischen Flächen o gedrückt werden, so dass die Wellenbund n mit dem Fernrohr gekuppelt sind.
Das Entkuppeln wird durch Druck auf den Knopf r (Fig. 2 und 3) bewirkt, der den bei s am Gehäuse gelagerten, U-förmigen Hebel t herabgedrückt und dabei mittels der am Hebe) festen Knöpfe u die vertikal verschiebbaren, konischen Scheiben p entgegen dem Druck der Federn q von den Flächen o entfernt. Nach erfolgter Einstellung des
Fernrohres wird der Hebel t durch die am Gehäuse gelagerte Feder 11 nach oben ge- drückt. Die nunmehr entlasteten Federn q bewirken dann erneut die Kupplung zwischen dem Fernrohr und den Wellen fund n. Dor Deckel des Gehäuses d ist in der Fig 3 abgehoben gedacht.
PATENT-ANSPRÜCHE.
1. Fernsteuerung von Scheinwerfern von einem Fernrohr aus, dessen Bewegungen in wagerechter und senkrechter Richtung selbsttätig auf die Scheinwerfer übertragen werden, dadurch gekennzeichnet. dass die zwangiäufige Übertragung der beiden Bewegungen durch am Richtstande des Fernrohres angebrachte bzw. von dort aus bediente Kupplungen unterbrochen werden kann, zu dem Zweck, nur vom Fernrohrstand aus das Fernrohr und die wirksamen Strahlen des Scheinwerfers auf dasselbe Ziel einstellen zu können.