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Einrichtung zur selbsttätigen Stillsetzung elektrisch betriebener Fördermaschinen bei Abweichungen der Geschwindigkeit vom richtigen Wert während der Retardierung.
Für Dampffördermaschinen wurden bereits eine Reihe von Einrichtungen vorgeschlagen, die dazu dienen, die Maschine selbsttätig stillzusetzen, wenn die Geschwindigkeit während der Retardierung vom richtigen Wert abweicht. Es soll dadurch vermieden werden, dass der aufsteigende Förderkorb zu hoch treibt. Den Gegenstand der Erfindung bildet eine dem gleichen
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Die Nullspannungsauslösung wird in bekannter Weise durch einen Elektromagneten 3 bewirkt. welcher über einen Spannungswandler J an zwei Netzleitungen angeschlossen ist. Sinkt die Xetz-
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Schaltarms sitzendes Zahnrad 16 eingreift.
Der Widerstand 11 ändert sich also gegen Hubende in Abhängigkeit von der Stellung des Förderkorbes, und zwar werden die einzelnen Widerstandsstufen derart gewählt, dass der Gesamtwiderstand im überwachungskreis sich angenähert proportional derjenigen Spannung ändert, die der Stromerzeuger 9 erzeugt, wenn der Förderkorb an der zugehörigen Stelle diejenige Geschwindigkeit besitzt, die er daselbst haben soll, d. h. also bei richtigem Verlauf der Retardierung. Dies ist in der Fig. 2 durch die geneigte Gerade dargestellt. Verläuft nun die Retardierung in Wirklichkeit langsamer, so wird die vom Generator 9 wirklich erzeugte Spannung langsamer absinken als der Gesamtwiderstand im Überwachungsstromkreis, also etwa nach der gestrichelten Kurve in Fig. 2.
Es wird in diesem Falle der Strom im Überwachungsstromkreis, der bei richtiger Retardierung angenähert konstant bleibt, ansteigen, so dass der Schalter 6 und dadurch der Hauptschalter 2 geöffnet wird Es wird also, wenn die Geschwindigkeit während der Retardierungsperiode den richtigen Wert übersteigt, der Fördermotor selbsttätig abgeschaltet und dadurch die Fördermaschine stillgesetzt. Erforderlichenfalls kann die Einrichtung auch so getroffen werden, dass nicht nur der Fördermotor ausgeschaltet wird, sondern gleichzeitig auch die Bremse einfällt.
Es ist nicht erforderlich, dass der Widerstand 11 sofort bei Beginn der Retardierungsperiode stufenweise abgeschaltet wird, es genügt, wenn die Bewegung des Widerstandes durch einen Förderkorb in solcher Entfernung von der Hängebank bzw. von dem Punkte, an welchem der Förderkorb zur Ruhe kommen soll, beginnt, dass der Förderkorb nach dem Ausschalten des Motors noch rechtzeitig zur Ruhe kommt. Es dürfte hiefür im allgemeinen bei der üblichen maximalen Fördergeschwindigkeit eine Strecke von 15 bis 25 m genügen.
Um einen unnötigen Stromverbrauch im Überwachungsstromkreis 8 zu vermeiden, wird zweckmässig dieser Stromkreis überhaupt erst dann geschlossen, wenn der Förderkorb an den Anfang der Retardierzone bzw. der Strecke gelangt, in welcher die beschriebene Vorrichtung wirken soll. Dies geschieht beispielsweise dadurch, dass der Überwachungsstromkreis an einer
Stelle unterbrochen und daselbst an zwei Kontaktschienen 17 angeschlossen ist, welche von einem auf der Stange 12 sitzenden Kontaktarm 18 gegen Hubende überbrückt werden.
Die beschriebene Einrichtung kann sowohl dann benutzt werden, wenn die Retardierung von Hand erfolgt, als wenn sie selbsttätig, z. B. vom Teufenzeiger aus, erfolgt. Im ersten Falle tritt sie in Wirksamkeit, wenn der Machinist zu retardieren vergisst oder wenigstens nicht in der richtigen Weise retardiert, im zweiten Falle dann, wenn die selbsttätige Retardiervorrichtung infolge stark abweichender Belastungsverhältnisse nicht in der richtigen Weise wirkt. Die Ein- richtung kann nicht nur dazu dienen, um zu verhüten, dass der Förderkorb zu hoch steigt und dadurch etwa gegen die oberhalb des Schachtes befindliche Seilscheibe stösst, sondern auch : zu verhüten, dass der Förderkorb bei der umgekehrten Bewegung gegen die unterste Sohle stösst.
Bei zweitrümiger Forderung kann hiebei die Einrichtung so getroffen werden, dass, wenn sich der zweite Förderkorb dpr Hängebank nähert, also der erste Förderkorb der Sohle, eine mit dem zweiten Förderkorb aufwärtswandeinde Stange 12', gegen Hubende mittels des Bundes 13'
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Überwachungsstromkreis & geschaltet sind. Man kann aber das Auffahren auf die unterste Sohle auch bei eintrümiger Förderung verhindern, indem man beispielsweise durch die Stange 12 oder eine zweite mit dem Förderkorb zusammenhängende Stange gegen Ende der Abwärtsbewegung ein zweites Zahnstück in ein Zahnrad eingreifen lässt, welches wieder die Welle 15 in Drehung versetzt.
Besonders wichtig ist die selbsttätige Stillsetzung der Fördermaschine bei Männschafts- förderung, namentlich dann, wenn der Förderkorb bei Lastförderung (Erz'örderung, Kohlen- förderung) oberhalb der Hängebank zwecks Entleerung selbsttätig gekippt wird. In diesem Falle muss verhütet werden, dass der Förderkorb bei Mannschaftsförderung bis zu der Stelle gelangt, an welcher selbsttätig gekippt wird. Um dies ganz sicher zu erreichen, kann die beschriebene Einrichtung noch dadurch verbessert werden, dass im Überwachungskreis 8 noch ein weiterer Widerstand 19 vorgesehen wird, welcher durch einen elektromagnetischen Schalter 20 kurzgeschlossen werden kann. Die Spule dieses Schalters ist über einen von Hand zu bedienenden
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Befindet sich der Schalter 21 in der unteren, für Lastförderung (Erzförderung usw.) bestimmten Stellung, so ist die Spule des Schalters 20 dauernd stromlos und daher der Widerstand 19 in dem Überwachungsstromkreis eingeschaltet. Bei Mannschaftsförderung wird der Handschalter 21 dagegen in die obere, gezeichnete Lage gebracht. Es wird daher der Schalter 20 erregt und dadurch der Widerstand 19 kurzgeschlossen, sowie die Kontakte 22 bzw. 22'überbrückt werden. Dies geschieht zweckmässig durch denselben Schaltarm 18 bzw. 18'. welcher die Kontaktschienen 17 bzw. 17'überbrückt, und zwar in einem späteren Augenblicke, nämlich dann, wenn die Hänge-
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bank erreicht wird oder kurz vorher.
Es wird dann in diesem Augenblicke der Widerstand im überwachungskreis plötzlich sehr stark vermindert, so dass der Schalter 6 sofort anspricht und der Fördermotor abgeschaltet wird. Selbstverständlich ist bei der Bemessung der einzelnen Stufen des Widerstandes 11 auch der Widerstand 19 zu berücksichtigen. Ferner ist dabei zu berücksichtigen, dass die Periodenzahl des Überwachungsstromkreises veränderlich ist und dass sich daher auch die Werte der einzelnen Widerstände, soweit sie induktiv sind, mit der Periodenzahl ändern.
Von dem gezeichneten Ausführungsbeispiel kann selbstverständlich in mannigfaltiger Weise abgewichen werden. Die Einrichtung kann beispielsweise der Form des benutzten Teufenzeigers bzw. der Form der RetardiervolTichtung angepasst sein. Wenn die Skala des Teufen-
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kreisförmig konzentrisch zu dieser Welle anordnen. Eine solche kreisförmige Anordnung der genannten Kontaktschienen um die Welle 15 des Schaltarmes herum kann aber auch bei Teufenzeigern mit geradliniger Skala, wie sie dem dargestellten Ausführungsbeispiele zugrunde gelegt sind, angewendet werden. Die Erfindung beschränkt sich ferner selbstverständlich nicht auf Drehstromförderanlagen, sondern kann auch bei Gleichstromförderanlagen und darunter auch bei Förderanlagen nach dem Leonard-bzw. ligner-System angewendet werden.
PATENT-ANSPRÜCHE : l. Einrichtung zum selbsttätigen Stillsetzen elektrisch betriebener Fördermaschinen bei Abweichungen der Geschwindigkeit vom richtigen Wert während der Retardierung, dadurch gekennzeichnet, dass ein die Stillsetzung herbeiführender Schalter durch einen Stromkreis überwacht wird, welcher von einem mit dem Fördermotor mechanisch verbundenen Hilfsgenerator gespeist wird und in welchen ein Widerstand geschaltet ist, welcher vom Teufenzeiger oder einer ähnlichen Vorrichtung aus geregelt wird, derart, dass die Stromstärke im Überwachungskreis bei richtiger Retardierung annähernd konstant bleibt, bei zu langsamer Retardierung dagegen sich stark ändert.