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Die vorliegende Erfindung hat abgedichtete Türen und Fens- ter zum Gegenstand.
Die Erfindung findet besondere, wenn auch nicht ausschliess- liche Anwendung auf dem Gebiet der Fertigstellung von Gebäu- den, sowohl bei Neubauten als auch zur Modernisierung schon existierender Gebäude.
Türen und Fenster für Gebäude sind zweifellos bekannt. Sie haben überwiegend den Zweck, die vorgesehene optimale Tempe- ratur im Inneren des Gebäudes zu erhalten, unabhängig von den Aussenbedingungen.
Eine der wichtigsten Funktionen, mit der sich derzeit viele Unternehmen der Branche beschäftigen, ist daher die, mit der Tür und dem Fenster einen wirksamen Schutz gegen Temperatur- änderungen zu garantieren, oder allgemeiner ausgedruckt, eine Barriere gegen Witterungseinflüsse zu schaffen. Wenn auch die heute existierenden Türen und Fenster die Innenräume wirksam gegen Temperaturänderungen und Wind schützen, so sind sie doch wenig geeignet, die Ausbreitung von Wasser in das Innere des Gebäudes zu verhindern. Hiermit ist nicht Regenwasser ge- meint, weil dieses Phänomen nur von kurzer Dauer ist und die Wassermenge, die im Allgemeinen gegen die Tür drückt, be- scheiden ist, erst recht, wenn - wie es häufig der Fall ist - sich die Türen und Fenster in meistens geschützten Bereichen befinden.
Es handelt sich vielmehr um den glücklicherweise nicht so häufigen Fall, in dem die Gebäude von Naturkatastro- phen getroffen werden, wie z.B. Überschwemmungen oder andere Erscheinungen, wie z. B. das Hochwasser im nahen Venedig.
Es scheint deshalb offensichtlich, dass die derzeitigen Tü- ren und Fenster, die heute gemeinhin an den Gebäuden ange- bracht werden, nicht geeignet sind, zu verhindern, dass Was- ser durch dieselben sickern, wenn nicht sogar frei von Hin- dernissen diese passieren können, angesichts der beträchtli- chen Zwischenräume, die entlang des Umfangs der Türen und Fenster verbleiben, dies vor allem wegen der unregelmässigen Verbindungsflächen. Nicht einmal mit besseren Dichtungen kann das Problem gelöst werden, da offensichtlich der darauf las-
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tende Druck proportional zum Wasserstand ist. Daraus folgt, dass, da es sich um recht bedeutende Erscheinungen handelt, wie z.B. grossflächige Überschwemmungen, der Wasserstand stets so hoch ist, dass jede traditionelle Lösung versagt.
Es gibt zahlreiche Lösungen, um das Eindringen von Wasser ins Innere der Gebäude zu vermeiden.
Zum Beispiel wird in der US 3 861 081 (Maskell) der Einsatz eines U-förmigen Rahmens vorgeschlagen, der entlang von Wän- den ausserhalb des Gebäudes befestigt wird, und zwar an den Seiten des unteren Teils einer Tür. Der Rahmen besitzt im We- sentlichen geradlinige U-förmige Segmente, die mit Versiege- lungsmitteln versehen sind und die Funktion haben, die Ein- führung einer Platte aus dichtem Material von oben zu ermög- lichen und die Platte in Position zu halten. Die Platte wird entlang des Rahmens eingeführt, um dann, wenn der Notfall vorüber ist, entfernt. Wie man sich denken kann, ist diese Lösung sowohl wegen der beschränkten Höhe der Platte als auch bezüglich der Funktionsfähigkeit und Ästhetik nachteilig.
In dem belgischen Patent BE 0882294 (S. t.r.v.) ist eine Tür und ein Fenster mit hoher Isolierungswirksamkeit vorgeschla- gen. Entlang des Umfangs des Tür- und Fensterrahmens, der entlang der zu schliessenden Öffnung verankert ist, ist eine Aufnahme vorgesehen, innerhalb der sich eine rohrförmige Dichtung mit aufblasbarer Kammer befindet. Die Aufnahme, und somit die Dichtung, fällt mit dem Rand des Tür- oder Fens- terflügels zusammen, sodass in geschlossenem Zustand ein Fluidum ins Innere der Kammer eingeführt werden kann, deren Druck dazu führt, dass die Dichtung sich allmählich soweit ausdehnt, dass sie mit Kraft längs des Randes des Tür- oder Fensterflügels anliegt.
Die Lösung ist zwar wirksamer als die gemäss dem oben ge- nannten US-Patent, hat aber noch Grenzen bezüglich der Ab- dichtung, da das Profil der rohrförmigen Dichtung direkt längs des Randes des Tür- oder Fensterflügels anliegt, wenn dieser sich in geschossenem Zustand befindet. Dieser Umstand gestattet bei Vorhandensein einer grossen Menge von Wasser
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dessen Einsickern, was zu grossen Schäden im Inneren der Ge- bäude führen kann.
Die FR 2 723 137 (Berard) beschreibt das Einsetzen eines geformten Kautschukprofils zwischen der rohrförmigen Dichtung und dem Rand des Türrahmens, an dem der Türflügelteil an- liegt. Das Kautschukprofil ist an einer Seite zur Aufnahme des dehnbaren Abschnittes der rohrförmigen Dichtung geformt, wobei die andere Seite des Profils an der Umfangsfläche des Türrahmens anliegt.
Neue Lösungen, wie beispielsweise die gemäss der GB 2 333 118 (MacLean), tendieren dazu, zur Verbesserung der Wirksamkeit der Dichtung die Form der rohrförmigen Dichtung speziell zu gestalten, z.B. einen pyramidenförmigen Vorsprung vorzusehen, der direkt an dem Türrahmen anliegt.
Entscheidende Massnahme sind auch in Bezug auf die Mittel vorgeschlagen worden, die die Ausdehnung der Kammer in der Dichtung erreichen sollen, die entlang des Umfangs der Tür angeordnet ist. So ist gemäss der US 4 706 413 (James) ein Messgerät vorgesehen, das bei Vorhandensein von Rauch eine Pressluftquelle in Gang setzt, sodass die Kammer der Dich- tung, die entlang des Umfangs der Tür angeordnet ist, an- schwillt.
In der DE 196 15 055 (Winiger) ist eine abgedichtete Tür der oben genannten Art beschrieben, bei der längs des Umfangs der Tür in Kontakt mit den Seiten der zu schliessenden Öffnung in der Wand ein aufblasbares rohrförmiges Element verwendet wird. Im Einzelnen verfügt die Tür nach aussen hin über eine Schulter nach Art eines Rahmens, die bei geschlossener Tür die Aussenseite der Wand an den Rändern der Öffnung überlappt.
Das aufblasbare rohrförmige Element befindet sich hinter dem Rahmen, und wenn Druck vorliegt, liegt es sowohl gegen die Wände der Öffnung als auch gegen die Innenseite des Rahmens an.
EP
In dem europäischen Patent 0 731 245 (Schmitz), wird eine ähnliche Tür wie die vorherige beschrieben. Der Hauptunter- schied besteht darin, dass das rohrförmige Element, das als
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Dichtung fungiert und sich längs des Umfangs der Tür befin- det, nur längs des gegenüberliegenden Randes des Türrahmens anliegt. Das rohrförmige Element ist ausserdem in einem be- stimmten Abstand zu dem Rahmen, der die Wand längs des Randes der zu schliessenden Öffnung einfach überlappt, angeordnet.
Die GB 2 342 377 (Price) schlägt auch einen Pressluftbehäl- ter vor, der mit zwei dehnbaren rohrförmigen Elementen ver- bindbar ist, die ganz um die Tür herum positioniert sind.
Die Ausführungsform nach der DE 33 29 829 (Leu) unterschei- det sich von den vorher beschriebenen im Wesentlichen da- durch, dass die Aufnahme für das dehnbare rohrförmige Element im Türrahmen statt im Türflügel liegt. Ausserdem ist am rohr- förmigen Element eine mit einem Ventil ausgestattete Verbin- dungseinrichtung zu einem Pressluftbehälter angebracht. Das Ventil wird von einem Messgerät für das Vorhandensein von Wasser in der Nähe der Aussenseite gesteuert.
Die wesentlichen Nachteile der soeben beschriebenen Lösungn sind die Folgenden.
In erster Linie ist es notwendig, die bekannten Dichtungen von Türen und Fenster für Wohnhäuser zu optimieren, um zu verhindern, dass bei plötzlicher Benötigung, wie auch bei be- deutenden Drücken, das Wasser doch einsichern kann. Bei den bekannten Türen wird die Dichtigkeit ausschliesslich durch die rohrförmige Dichtung bewirkt, die sich nach Einleiten eines Fluidums unter Druck ausdehnt. Da die Dichtung an mehreren Stellen direkt belastet ist, reicht es nicht aus, die ge- wünschte Dichtigkeit zu garantieren. Dieser Nachteil wiegt um so schwerer angesichts der Drücke, denen die Systeme gewöhn- lich ausgesetzt sind.
Da der Druck des Fluidums mit dem zeit- weise die Kammer der rohrförmigen Dichtung ausgedehnt wird, gering ist, genügt schon eine Veränderung des Wasserstandes oder die Einwirkung anderer Kräfte wie die Wucht des Wassers, das die Tür bespült, um die Dichtung unwirksam zu machen.
Es ist daher notwendig, alternative Vorschläge zu finden, die technologisch fortschrittlicher als die bisherigen Lösun- gen sind.
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Dies wird mit der vorliegenden Erfindung mit den aus den Ansprüchen hervorgehenden Merkmalen erreicht. Die darge- stellten Probleme werden mittels einer abgedichteten Tür für Wohnhäuser gelöst, bei der ein Behälter vorgesehen ist, der eine Reserve von Pressluft enthält und über ein Ventil, das mit einem Messgerät für das Vorhandensein von Wasser zusam- menwirkt, mit mindestens einer Dichtung in Verbindung steht, die mit einer rohrförmigen Kammer versehen ist, wobei die Dichtung entlang des Umfangs des Türrahmens, an den der nur nach aussen zu öffnende Türflügel anschlägt, anliegt.
Auf diese Weise, durch den bemerkenswerten kreativen Bei- trag, dessen Wirkung einen direkten und nicht unbeträchtli- chen technischen Fortschritt darstellt, werden verschiedene bemerkenswerte Ziele erreicht.
Im Vergleich mit dem Stand der Technik gemäss US 3 861 081 (Maskell) ist die Dichtigkeit der Tür nicht von der Höhe der Platte abhängig, und da keine Platte vorhanden ist, erweist sich die erfindungsgemässe Lösung als viel effizienter und äs- thetisch angenehm.
Betreffend den Vorschlägen des belgischen Patentes BE 0882294 (S. t.r.V.), des französischen Patentes FR 2 723 137 (Berard), wie auch des britischen Patentes GB 2 333 118 (MacLean), optimiert die vorliegende Lösung ihre Dichtigkeit, indem zur blossen Wirkung der aufgeweiteten Dich- tung der mechanische Widerstand der Schulter des Türrahmens hinkommt, gegen den der Türflügel anschlägt. Dieser Umstand hat in der Praxis den objektiven Vorzug, dass die Wirksamkeit der Dichtung, die sich proportional der aussen vorhandenen Wassermenge anpasst, vergrössert wird.
Von den Lösungen gemäss der US 4 706 413 (James), DE 196 15 055 (Winiger), EP 0 731 245 (Schmitz), GB 2 342 377 (Price) und DE 33 29 829 (Leu) unterscheidet sich die erfindungsgemässe Lösung haupt- sächlich durch die Anordnung der Schulter, wodurch das Öffnen des Türflügels nur nach aussen möglich ist, sowie durch die Anordnung der Dichtung hinter der genannten Schulter. Diese Umstände begünstigen eine grössere Dichtwirkung gegen die Was-
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ser-Infiltrationsmöglichkeit. Die Dichtung wirkt mit dem Messsystem für das Vorhandensein von Wasser ausserhalb der Tür zusammen, das mit der Einrichtung zur Versorgung der Dichtung mit Fluidum zusammenwirkt, sodass ein schnelles Aktivieren der Dichtung möglich ist.
Diese und andere Vorteile haben den keineswegs gering zu achtenden Vorzug, ein Produkt mit einem guten technologischen Inhalt zu erreichen, das effizient und extrem zuverlässig ist, auch unter besonderen Arbeitsbedingungen.
Andere Vorteile gehen aus der folgenden detaillierten Be- schreibung einer in den Zeichnungen schematisch dargestellten bevorzugten Lösung hervor, wobei Ausführungseinzelheiten nicht als einschränkend sondern nur als Beispiel zu verstehen sind.
Fig. 1 zeigt schematisch eine erfindungsgemässe Tür, wobei die Dichtung nicht aktiviert ist.
Fig. 2 zeigt die gleiche Ansicht wie Fig. 1, jedoch mit ak- tivierter Dichtung.
Fig. 3 zeigt eine Ansicht einer zweiten Ausführungsform ei- ner erfindungsgemässen Tür.
Die vorliegende Lösung bezieht sich auf eine flüssigkeits- dichte Tür, besonders für Wohnhäuser. Im einzelnen weist eine Tür des Types A1, A2 einen Türrahmen 1 auf, der an der Wand anbringbar ist und sich längs des Umfangs der zu schliessenden Öffnung erstreckt. Der Türrahmen 1 ist an einer Seite mit ei- ner symmetrischen rahmenartigen Schulter 11 versehen, die so angeordnet ist, dass sie in das Innere des Gebäudes ragt.
Die Aussenseite der Tür A1, A2 umfasst einen Türflügel 2, der mit mindestens einem Scharnier 3 versehen ist und nur nach aussen zu öffnen ist, das heisst gegen den Druck von even- tuell vorhandenem Wasser 4. Der Türflügel 2 drückt in ge- schlossenem Zustand mit dem Rand an mindestens eine Dichtung die eine geschlossene rohrförmige Kammer 52aufweist und auf- blasbar ist. Die Dichtung 5 liegt zwischen der Innenseite der Schulter 11 des Türrahmens 1 und dem Rand 21 des Türflügels,
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sodass sie eine minimale Dichtigkeit sichert, auch wenn kein Fluidum eingelassen wird.
Was die Form der Dichtung mit aufblasbarer Kammer 5@be- trifft, besitzt sie bei der vorgeschlagenen Tür bzw. dem vor- geschlagenen Fenster Al an einer Seite einen Abschnitt 51 zur Verankerung am Tür- bzw. Fensterrahmen 1. Der Tür- bzw. Fen- sterrahmen weist in Bezug auf die Schulter 11 nach innen hin eine Ausnehmung 12 auf, in die der hintere Abschnitt 51 der Dichtung 5 eingeführt ist. Der vordere Abschnitt 52 liegt in Form einer Lippe hinter der Schulter 11 an und ist über ein Ventil 6 mit einer Pressluftreserve 7 verbunden. Die Press- luftreserve 7 kann ein in dem Tür- oder Fensterrahmen 1 oder in einem dafür vorgesehenen Raum der Wand angeordneter und leicht zugänglicher Behälter sein.
Es ist ferner ein Sensor 8 vorhanden, der aussen an der Tür oder dem Fenster A1, A2 angebracht ist und die Funktion hat, das Vorhandensein von Wasser 4 wahrzunehmen. Da der Sensor 8 in Verbindung mit dem Ventil 6 steht, betätigt er, wenn er das Vorhandensein von Wasser 4 feststellt, das Ventil 6, das beim Öffnen die Druckluft aus dem Behälter 7 ins Innere der
52 Kammer im vorderen Abschnitt der Dichtung 5 einlässt.
Diese dehnt sich aus und drückt vorteilhafter Weise gleichmä- #ig gegen den Rand 21 des Tür- oder Fensterflügels 2. Gleich- zeitig presst auch der Druck des Wassers den Tür- oder Fen- sterflügel 2 gegen die Dichtung 5 und gegen die Schulter 11 des Tür- oder Fensterflügels 1, was die Wirksamkeit der Dich- tung vergrössert.
In Fig. 2 ist die Tür nach Fig. 1 mit aktivierter Dichtung 5 dargestellt. Wenn der Sensor 8 oder eine andere Messein- richtung oder auch einfach durch Beobachtung das Vorhanden- sein von Wasser festgestellt wird, wird das Ventil 6 betä- tigt. Wenn die Abdichtung mittels der aufgeweiteten Kammer nicht mehr benötigt wird, kehrt die Kammer 52 zu ihrer ur- sprünglichen Form zurück, wobei durch das Zweiwegventil 6 die Luft aus der Kammer 52 in den Behälter 7 zurückströmt.
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In Fig. 3 ist eine zweite Art von Tür dargestellt. Im Ver- gleich zu der vorher beschriebenen Ausführungsform weist die Tür A2 eine andere Positionierung der Dichtung 5 mit aufblas- barer Kammer 52 auf. Zu diesem Zweck weist die Schulter 11 an der Innenseite eine längliche Öffnung 111 auf, in die man die Dichtung 5 klemmen kann. Die Dichtung 5 weist hiezu einen So- ckel auf, an dessen Seiten sich Auskehlungen befinden, in die die Längsränder der Öffnung 111 eindringen.
Die Tür, sowohl A1 als auch A2, kann so strukturiert sein, dass die Dichtung 5 auch unabhängig vom Vorhandensein von Wasser aussen kontinuierlich anschwillt. In die Kammer 52 der Dichtung wird ein Medium, z. B. Pressluft, eingelassen, sobald der Türflügel 2 gegen den Türrahmen 1 bewegt wird. Auf diese Weise bräuchte für die Tür kein Messgerät 8 für das Vorhan- densein von Wasser mehr vorgesehen werden, und das Innere des Zimmers wäre ständig abgedichtet.