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Verfahren und Vorrichtung zur Destillation bzw. zum Kracken von Mineralölen, Teeroten und dgl.
Destillationsverfahren, bei denen das Destillationsgut in nur dünner Schichte über den Boden bzw. die Seitenwände der Destillierblase bewegt wird, sind bekannt. Ebenso die Verwendung von Rührwerkes, um das Destillationsgut längs der Heizfläche zu bewegen.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bilden ein Verfahren, bei welchem das Destillationgut aus einer der Form der Destilliel1blase angepassten, inneren Einlage in den zwischen letzterer und dem Boden bzw. den Seitenwänden der Blase erübrigenden engen Raum gelangt, und eine zur Durchführung des Verfahrens dienende Vorrichtung. Zwecks Erzielung spezifisch leichterer oder schwererer Zersetzungsprodukte kann hiebei eine Einlage höher oder tiefer in die Blase eingesenkt und der Zufluss von Destillationsgut aus der Einlage in den zwischen derselben und dem Boden bzw. den Seitenwänden der Blase verbleibenden engen Raum derart geregelt werden, dass stets eine beliebig geringe Menge von Destillationsgut-eventuell unter steter Rotierung derselben-mit der Heizfläche in Berührung gebracht wird.
Zu diesem Zwecke ist in der Destillierblase a eine der Hohlform derselben angepasste Einlage b angeordnet und zweckmässig derart dimensioniert, dass bei dieser Stellung derselben in der Blase zwischen ihr und dem Boden bzw. den Seitenwänden der Blase ein relativ nur schmaler
Raum verbleibt. Dieselbe ist also heb-und senkbar vorgesehen, z. B. dadurch, dass selbe an einer durch den Deckel c der Destillierblase hindurchgeführten (mittels Stopfbüchse abgedichteten) vertikal verstellbaren Welle d angehängt ist ; ausserdem sind am äusseren Umfange derselben der
Hohlform der Blase angepasste Rührflügel e angeordnet, die in bekannter Art gleich als Schaber ausgebildet werden können. Zur Einleitung des Destilliergutes in die Einlage ist die Zuleitung k derart geführt, dass sie über der oberen Öffnung der Einlage ausmündet.
Für den Abfluss des
Destillationsgutes aus der Einlage in den zwischen derselben und dem Boden bzw. den Seiten- wändeh der Destillierblase verbleibenden Raum ist im Boden der Einlage eine Öffnung f vor- gesehen. Um den Abfluss durch diese Öffnung regeln zu können, ist ein kurzer, nach abwärts führender (punktiert dargestellter) Stutzen h (mit seinem Flansche eventuell eine mannloehgrosse
Bodenöffnung verschliessend) angeordnet, der bei der durch die Rührflügel bzw. Schaber e be- stimmten Tiefstellung der Einlage bis an den Blasenboden reicht.
Letzterer schliesst dabei die Rtutzenöffnung und hindert so den Abfluss von Destillationsgut aus der Einlage in die Blase. Durch Höher-oder Tieferstellen der Einlage kann die Höhe und damit die Grösse des freien Ring- raumes zwischen dem unteren Rande des Stutzens h und dem Blasenboden und damit der Abfluss von Destillationsgut aus der Einlage in die Blase geregelt werden. Eine solche Regelbarkeit könnte z. B. auch dadurch erzielt werden, dass die Welle d hohl ausgeführt und durch dieselbe eine Spindel hindurchgeführt wird, an deren Ende ein in die Öffnung f hineinreichender Regulierkegel sitzt, durch welchen, durch Höher- bzw.
Tieferschrauben der Spindel, die Onnungy in bekannter Art mehr oder weniger verlegt, eventuell ganz geschlossen werden kann. Die sonstige Ausbildun und Armierung der Einrichtung wird sich nach dem jeweiligen besonderen Verwendungszwecke richten. So werden z. B. bei Verwendung zum Kracken von Mineralölen in bekannter Art ein Schnabel < y oder dgl. zum Ablassen des Asphaltes usw., Leitungen zum Zuführen von Dampf- zwecks Unterstützung der Destillation-Kondensationsrohre I zum Dephlegmator usw. vor- zusehen sein.
Die Wirkung dieser Einrichtung wird nun davon abhängen, ob soviel Destillationsgut zugeführt wird, dass dasselbe während des Betriebes in dem Raume zwischen Blase und Einlage bis über den oberen Raud der Einlage gelangt oder nicht.
In beiden Fällen wird,, direkt" stets nur das die Heizfläche gerade berührende, also zwischen
Einlage und Blase befindliche Material die durch die Heizfläche zuströmende Wärme in sich aufnehmen, also erhitzt, nicht aber das gerade in der Einlage selbst befindliche. Infolgedessen wird im ersteren Falle das jeweilig zwischen Einlage und Blase befindliche, stark erhitzte, daher spezifisch leichter als das in der Einlage verbliebene kältere,
mit ihm jedoch durch die Öffnungf im Boden der Einlage kommunizierende Material von dem in der Einlage befindlichen längs der Heizfläche in die Höhe gedrückt und so eine stetige Zirkulation des Destillationsgutes aus der
Einlage durch die Bodenöffnung f in die Blase und aus dieser wieder über den oberen Rand der
Einlage in letztere zurück (soweit natürlich dasselbe nicht in Dampfform abgeht) stattfinden.
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die Heizfläche nachrücken.
Stets aber wird einmal aus der Einlage in den Raum zwischen Einlage und Blase gelangte Destillationsflüssigkeit bzw. werden die aus derselben entstandenen Dämpfe den ganzen Weg bis in das Niveau dea oberen Randes der Einlage-in dünner Schichte an die Heizfläche gepresst-zurücklegen müssen, bevor sie von der heissen Blasenwand zurücktreten kann bzw. die Dämpfe zurücktreten können ; die Destillationsflüssigkeit bzw. die Dämpfe werden somit unbedingt eine unter vorliegenden Verhältnissen möglichst höchste überhitzung erfahren.
Dies sowie namentlich die im zweiten Falle vorhandene grosse relative kalte Oberfläche des in der Einlage befindlichen Destillatgutes, die eine partielle Destillation der mit ihr in Berührung kommenden Destillationsdämpfe herbeiführt, begünstigen natürlich einen Krackprozess. Ist dabei die Einlage b an einer Welle d befestigt und mit Rührflügeln versehen, so kann durch Drehen der Welle auch eine stetige Rotation des zwischen Einlage und Blase befindlichen Destillationsgutes längs der Blasenheizfläche herbeigeführt werden. Hiebei kann durch Ausbildung der Rührflügel als Schaber das Ansetzen von Rückständen an der Heizfläche verhindert werden.
Vorgesehen sei noch eine solche Art der Betriebsführung, bei der in dem Masse, als sich am Blasenboden schwereres Material ansammelt, die Welle d mit der Einlage b allmählich höhergezogen wird, und eine solche, bei welcher schon von Beginn des Betriebes durch Herstellen der Einlage zum Boden der Blase eine stärkere Materialschichte zugelassen wird, als zu deren Seitenwänden gelangen kann.
Die Einlage kann dabei selbstverständlich stets aus derartig dimensionierten, miteinander lösbar verbundenen Teilen zusammengesetzt konstruiert werden, dass alle diese Teile durch das Mannloch 1n hindurchgeführt werden können.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Destillation bzw. zum Kracken von Mineralölen, Teerölen und dgl., wobei das Destillationsgut in dünner Schichte über den Boden bzw. den Seitenwänden der Destillierblase bewegt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Destillationsgut aus einer der Form der Destillierblase angepassten inneren Einlage, welche zwecks Erzielung spezifisch leichterer oder schwererer Zersetzungsprodukte entweder höher oder tiefer in die Blase eingesenkt wird, unter
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erübrigenden engen Raum gelangt und so stets nur ein geringerer Teil des Destillationsgutes unter rotierender Bewegung desselben direkt mit der Heizfläche in Berührung gebracht wird.