AT52934B - Verfahren zur Gewinnung wirksamer Impfstoffe aus Bakterien. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung wirksamer Impfstoffe aus Bakterien.

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  • Medicines Containing Antibodies Or Antigens For Use As Internal Diagnostic Agents (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Gewinnung wirksamer Impfstoffe aus Bakterien. 
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 beschrieben. 



   Es wurde nun gefunden,   dass   die Aufschliessung der säurefesten Bazillen   auch mit Lezithin   in Substanz oder   Lezithinemulsionen   sehr hoher Konzentration gelingt, wobei die angestrebten Präparatesogar in wesentlich kürzerer Zeit gewonnen werden. Sie sind alsdann durch   Verdünnen   
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 wobei sie   allmählich     dünner   wird. Die weitere Verarbeitung besteht darin. dass man die Masse ganz   allmählich verdünnt,   in der Schüttelmaschine tüchtig schüttelt und sie schliesslich nach Ent- 
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 Stärke   entsprechende Volumen einstellt.   



     Beispiel 2 : Man   verreibt 20 g feuchter Tuberkelbazillen mit 10   mn3 lOprozentlger   
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 Will man Wasserstoffsuperoxyd zusetzen, so geschieht dies    zweckmässig   erst   nach etwa 5 bis   10 Stunden. Im übrigen verfährt man, wie in dem   D.   R.   P. Nr. 212350 angegeben,   und bringt 
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   Boiapiel   3 : Vollvirulente Tuberkelbazillen werden gut ausgewaschen und zwischen   sterilisiertem   Filtrierpapier gepresst. 5 g dieser feuchten Tuberkelbazillen werden dann allmählich mit 100 cm3 25prozentiger Neurinlösung aufs feinste-zerrieben.

   Die Masse bleibt, am besten bei Brutschrankwärme, unter öfterem Zerreiben und Rühren stehen, wobei sie sich schon nach kurzer Zeit   aufzuhellen   beginnt. Die Dauer der Digestion wird danach bemessen, dass weder Ziehlfärbbare Stäbchen noch Gram-färbbare Granula mehr vorhanden sind, die Lysis der Tuberkelbazillen also eine vollkommene ist. Zum Schlusse entfernt man einige wenige gröbere Partikelchen durch Absetzen und Dekantieren oder leichtes Zentrifugieren. 



   Die Tuberkelbazillen können in diesem Beispiel durch andere Bakterien ersetzt werden.
Beispiel 4 : Man verfährt wie im Beispiel 3 unter Anwendung von 100   cm3   von einer   20-bis   25prozentigen Cholinlösung. Das Cholin sollte tunlichst frisch hergestellt sein, es enthält sonst zuviel Karbonat, wodurch seine   Wirkung beeinträchtigt   wird. 



   In vorstehendem Beispiel kann man die Tuberkelbazillen auch durch andere Bakterien. z. B. Typhus-, Colibazillen oder Staphylokokken, ersetzen, die gleichfalls glatt aufgelöst werden. 



   Im Verfolg der bezüglichen Arbeiten wurde nun ermittelt, dass dieses bakteriolytische Vermögen keineswegs nur eine Eigenschaft biologisch bedeutsamer Ammoniumbasen ist. sondern eine Gruppenreaktion der   Ammoniumbasen     überhaupt.   



   Beispiel 5 : Vollvirulente Tuberkelbazillen werden gut ausgewaschen und zwischen sterilisiertem filtrierpapier gepresst. lOg dieser feuchten Tuberkelbazillen werden dann mit dem gleichen bis doppelten Gewicht einer 5prozentigen Lösung   von Tetramethylammoniumhydroxvd   fein zerrieben. Schon beim Zerreiben beginnt eine   Verflüssigung,   die rasch zunimmt und bei mehr- 
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 bis   52   C.   



   Beispiel 6 : 10 g feuchter Tuberkelbazillen zerreibt man mit etwa   2 ;')   bis   30 cm3   einer 25prozentigen Lösung von   Dimethyldiäthylammoniumoxydhydrat.   Man digeriert anfangs bei 
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     Beispiel ?   : Ersetzt man die in den Beispielen 5 und 6 genannten Basen durch Trimethylbenzylammoniumhydroxyd oder andere Basen der Ammoniumgruppe, so erfolgt ebenfalls vollkommene Bakteriolvse, wobei Unterschiede höchstens in bezug auf die   grössere   oder geringere Geschwindigkeit des Prozesses, welche etwas von den Konzentrationen und Temperaturen abhängig ist, vorhanden sind. 



   An Stelle der Ammoniumbasen lassen sich auch gewisse Derivate verwenden. so z. B. die 
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 und selbst Salze, wie z. B. N. (CH3)   .     OOf. Cg/Hg. besitzen   ausgesprochene   bakteriolytische   Eigenschaften. 



   Beispiel 8:5 g feuchter Tuberkelbazillen zerreibt man aufs innigste mit etwa der doppelten bis dreifachen Menge   Benzoylmethoxytrimethylammoniumoxydhydrat   unter allmählichem Zufügen von sterilem'Wasser. Man digeriert, zunächst bei etwa 35 bis 40  C und weiter bei 50   bis 520   C bis die Lysis der Bazillen vollendet ist und mikroskopisch nur noch Hüllenbestandteile zu sehen sind. 



   Die auf die beschriebene Weise erhaltenen Lösungen werden auf bestimmte Konzentrationen in bezug auf die angewandte Bazillenmenge mit Lezithinemulsion, Zerebron usw. so eingestellt, dass   der fertige Impfstoff   z. B. 10 Prozent Bazillen und 2 Prozent Lezithin entspricht. 



   Die angegebenen Mengen- und Temperaturverhältnisse sind nicht als bindend zu betrachten. 
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 und   ähnlicher,     säurefester   Bakterien zu bewirken und auf diesem Wege sehr wirksame Impfstoffe darzustellen. 



   Mit der Einwirkung von fixen Alkalien auf Bakterien im allgemeinen und die Gruppe der sogenannten, säurefesten Bazillen im besonderen hat man sich schon vor vielen Jahren beschäftigt. 
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 Impfstoffe auf diesem Wege zu erzeugen. R. Koch hat das von ihm   dargestellte #TA" selbst   verworfen, weil es zu reizend und auch nicht haltbar war, dazu lokale Nekrosen bewirkte. Aronson und andere suchten überhaupt von vornherein nur bestimmte Stoffe zu gewinnen. Aronson zum Beispiel arbeitete bei einer Temperatur von 1300 C und gewann so ein sehr   kräftiges   Toxin". Berücksichtigt man aber die grosse Empfindlichkeit gegen höhere Temperaturen, so ist es höchst   unwahrseheinlich,   dass eg sich hierbei um das eigentliche, genuine Bakterientoxin handelte. 

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   Im Gegensatz zu allen Präparaten dieser Art, welche therapeutisch kaum oder gar nicht verwendet wurden bzw. verwendbar waren, haben sich inzwischen die sämtliche Antigene der Bakterienleiber enthaltenden Lösungen der Bazillen in Ammoniumbasen als sehr wirksame Impfstoffe erwiesen. Zieht man aber in Betracht, dass die Darstellung dieser Impfstoffe durch die Anwendung der Ammoniumbasen einerseits ziemlich kostspielig ist, andererseits die Ammoniumbasen ihrer starken, physiologischen Wirkungen halber nachträglich wieder so vollständig wie möglich entfernt und in ihrer Wirkung durch geeignete Zusätze tunlichst paralysiert werden müssen, so ist es klar, dass die   Aufschliessung   der Bazillen durch fixe Alkalien, die im fertigen Präparat lediglich als Chloride erscheinen,

   sowohl nach der therapeutischen als auch der technischen Richtung hin einen bedeutenden Fortschritt darstellt. 



   Das wesentliche Kennzeichen dieses Verfahrens besteht in der Einwirkung von   Ätzalkalien,   
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 etwa 600 C nicht überschreitenden Temperaturen. 



   Beispiel 9 : 100 g frische Tuberkelbazillen werden mit 250   y   lOprozentiger Natronlauge solange verrieben (von Hand oder maschinell), bis ein gleichmässiger Brei entsteht, der nach einiger Zeit zähgallertig wird. Den Eintritt dieses Quellungszustandes kann man durch gelindes Erwärmen auf 30 bis   400 C beschleunigen.   Jetzt werden zunächst 250 cm3 Wasser zugegeben, dann wird tüchtig geschüttelt bis zur Homogenität und hierauf auf etwa   4 () O C   erwärmt. Die Masse verflüssigt sich mehr und mehr und bildet schliesslich zwei scharf voneinander getrennte Schichten. 



  Ist dieser Punkt erreicht, so gibt man weitere   250 cm3 Wasser   hinzu und digeriert wieder bei etwa 400 C unter allmählicher Steigerung der Temperatur auf 50 bis   520   C. Der Fortschritt des Prozesses wird ständig mikroskopisch untersucht. Ist man so weit gelangt, dass höchstens noch ganz vereinzelte Bazillen neben dem nach Ziehl färbbaren Detritus vorhanden sind, so werden zum dritten Male 250   cm3   Wasser zugesetzt, worauf bei   50 bis 52    C weiter digeriert wird. Man erhält schliesslich eine   gleichmässige,   trübe, hell weingelb gefärbte Flüssigkeit, in der   Stabchen   überhaupt nicht mehr und Ziehl-färbbare Wachsflöckchen nur noch in   geringer   Menge vorhanden sein dürfen.

   Durch längeres Absitzenlassen und leichtes Zentrifugieren entfernt man die körperlichen Bestandteile und neutralisiert hierauf genau mit reiner Salzsäure, wobei man den   Kolloideharakter   der Lösung zu berücksichtigen hat. Zum Schluss wird filtriert, mit   0'5   Prozent Karbol versetzt und auf ein bestimmtes Volumen eingestellt, z. B. derart, dass die Lösung 4 Prozent frische Tuberkelbazillen, 1'2 Prozent Kochsalz, 0'5 Prozent Karbolsäure und   0'1   Prozent Soda entsprechenden Alkalinitätsgrad enthält. 



   Die Konzentration und Menge der Natronlauge kann innerhalb   gewisser Grenzen geändert   werden. Es ist jedoch darauf zu achten. dass einerseits noch eine möglichst starke Quellung der Tuberkelbazillen stattfinden muss. andererseits aber in keinem Stadium des Prozesses 
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   An Stelle von Natronlauge kann mit   gleichem   Erfolg auch Kalilauge verwendet werden. 



  Der Prozess verläuft dann etwas rascher, doch hat Kalilauge den Nachteil, dass dadurch in dem Impfstoff Kalisalze eingeführt werden, deren physiologische Wirkungen, besonders auf das Harz. 
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   Ebenso ist das Verfahren ohneweiters auf andere säurefeste Bakterien anwendbar, z. B. auf   Leprabazillen. Grasbazillen usw.   



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Gewinnung therapeutisch wirksamer Präparate mit Hilfe von Lezithinemulsionen aus den Leibern säurefester Bakterien, darin bestehend, dass man diese mit Lezithin in Substanz oder Lezithinemulsionen sehr hoher Konzentration extrahiert.

Claims (1)

  1. EMI3.4 mit Neurin oder Cholin extrahiert.
    3. Verfahren nach Anspruch 3. dadurch gekennzeichnet, dass man an Stelle von Neurin und Colin Körper vom Typus der Ammoniumbasen und ihre Derivate als bakteriolytische Mittel verwendet.
    4. Verfahren nach Anspruch 3 unter Verwendung von fixen Alkalien als bakteriolytische Mittel, dadurch gekennzeichnet, dass man die Leiber der säurefesten Bakterien durch Einwirkung von Atzalkalien, die durch allmählichen Wasserzusatz stufenweise verdünnt werden, zunächst EMI3.5
AT52934D 1909-09-14 1910-09-12 Verfahren zur Gewinnung wirksamer Impfstoffe aus Bakterien. AT52934B (de)

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