AT480U1 - Anordnung zum abdichten und entwaessern von betankungsflaechen im tankstellenbereich - Google Patents
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Description
AT 000 480 Ul
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Abdichten und Entwässern von chemisch und/oder mechanisch beanspruchten flüssigkeits-durchlässigen Bodenflächen, wie Pflasterdecken und dergleichen,’ insbesondere bei Tankstellen, Betankungssystemen und dergleichen. V ,
Bei derartigen Anlagen besteht die Gefahr, daß wassergefährdende Stoffe in den Bodenbereich gelangen. Insbesondere im Tankstellenbereich fallen Ottokraftstoffe nach DIN 51600, benzolhaltige Gemische wie Benzin, Superbenzin u.a., Dieselkraftstoffe nach DIN 51601, Heizöl EL nach DIN 51603 Teil 1 sowie Motoren-und Getriebeöle an. Bekannt ist es bereits, die Abdichtung unter dem Oberbau der Bodenfläche bzw. Fahrbahn durch eine Spezialdichtungsbahn aus Polyethylen (HD-PE) mit Zulassung für alle im 2 AT 000 480 Ul
Tankstellenbereich anfallenden derartigen wassergefährdenden Stoffe einzusetzen, wobei aufgrund der dynamischen Belastung diese Spezialabdichtungsbahn je nach Aufbau des Bodenflächennutz-belages in einer Tiefe von 25 bzw. 40 cm eingesetzt werden. Eine derartige HD-PE Dichtungsbahn, beispielsweise URSUPLAST-EN®, wird fachgerecht verschweißt, wobei für den abzudichtenden Bereich umlaufend eine Aufkanntung vorgesehen ist, die das höchste Niveau eines damit gebildeten Auffangraums bildet, der zuverlässig dicht und auch widerstandsfähig gegen die chemischen Belastungen, insbesondere im Tankstellenbereich, ist.
Mit diesen beschriebenen Maßnahmen läßt sich eine sichere Abdichtung der gefährdeten Bodenflächen gegen Aussickern von wassergefährdenden Stoffen erreichen. Es besteht jedoch ein Bedürfnis dahingehend, die eingesickerten wassergefährdenden Stoffe schneller und gezielter abzuführen und sicher zu entsorgen.
Erfindungsgemäß wird dieses Ziel durch die im Anspruch 1 gekennzeichneten Merkmale gelöst. Bevorzugte Merkmale, die die Erfindung vorteilhaft weiterbilden, sind den nachgeordneten Ansprüchenzu entnehmen.
Demgemäß schafft die Erfindung eine Anordnung zum Abdichten und Entwässern von chemisch und/oder mechanisch beanspruchten flüssigkeitsdurchlässigen Bodenflächen, wie Pflasterdecken und dergleichen, insbesondere von Betankungsflächen im Tankstellenbe-reich, bei der eine Drainagematte unterhalb einer Tragschicht mit einer entsprechenden Körnung und oberhalb einer Spezialdichtungsbahn aus HD-PE mit Gefälle zu wenigstens einem Ablaufkörper angeordnet ist.
Durch die Erfindung wird vorteilhaft dafür Sorge getragen, daß durch Pflasterdecken und dergleichen sickernde wassergefährdende Stoffe nach Durchtreten einer gekörnten Tragschicht wirkungsvoll aufgrund des vorgesehenen Gefälles zu wenigstens einem Ablaufkör- 3 AT 000 480 Ul per abgeführt werden, der vorzugsweise mit einem Abscheider verbunden ist.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung liegt die Drainagematte unmittelbar auf der Spezialdichtungsbahn auf und besteht bevorzugt aus einer Noppenbahn aus HD-PE, auf der eine Vliesschicht angeordnet ist. Bei Beton oder ähnlichen festen Aufbauten kann dabei über der Drainagematte ein Geo-Vlies angeordnet sein. Alternativ kann die Drainagematte auch wenigstens teilflächig mit der Spezialdichtungsbahn verbunden sein oder mit dieser einen integrierten, einstückigen Aufbau aus Dichtungsbahn mit Noppen und Vlies aufweisen.
Das erforderliche Gefälle zum Abführen wassergefährdender Stoffe durch die Drainagematte zu dem nächstgelegenen Ablaufkörper beträgt vorteilhaft mindestens 2%, wobei zweckmäßigerweise auch die Spezialdichtungsbahn dieses Gefälle aufweist.
Die Spezialdichtungsbahn ist an jedem Ablaufkörper sicher abgedichtet, vorzugsweise mittels eines Preßdichtflansches oder durch Verschweißung, befestigt, wobei die Drainagematte an jedem Ablauf körper im Bereich der Dichtungsbahnabdichtung offen mündet, um drainierte Flüssigkeit abzuleiten.
Am Rand von abzudichtenden Bodenflächen ist gemäß einer bevorzugten weiteren Ausgestaltung der Erfindung die Drainagematte wenigstens bis zum unteren Ende einer von der Abdichtungsbahn i abgedeckten Aufkantung geführt, um aus dem Randbereich gut drainieren zu können.
Die für die Drainagematte vorgesehene Vliesschicht besteht bevorzugt aus thermisch verfestigten Spinnfasern (PP) und ist wie ein Filtervlies nach DIN 4095, Tabelle 11 ausgebildet und mit den Noppen der Noppenbahn derart verbunden, daß zwischen den Noppen ein Flüssigkeitsabführraum verbleibt. Die Druckfestigkeit der vorgesehenen Drainagematte beträgt mindestens 50 kN/m2, vorzugs- 4 AT 000 480 Ul weise wenigstens 400 kN/m2.
Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Schnitt durch den Aufbau eines abgedichteten und drainierten Tankstellenbodenteils;
Fig. 2 einen Schnitt durch ein Tankstellenbodenteil mit integrierten Ablaufkörper;
Fig. 3 einen schematisierten Schnitt durch eine Tankstelle zur Darstellung der Bodenabdichtungsmaßnahmen; und
Fig. 4 einen Schnitt durch eine alternative Gestaltung zu Fig. 2.
Bei dem in Fig; 1 gezeigten Schnitt besteht der Aufbau des abzudichtenden und zu drainierenden bzw. zu entwässernden Bodens von oben nach unten aus einer Pflasterdecke 10 einschließlich Unterlage im Gefälle mit einer Gesamtdicke von etwa 13 cm. Darunter befindet sich eine Tragschicht 11 mit einer Körnung 0/32 in einer Gesamtdicke von etwa 26 cm, deren Dicke alternativ bei Einsatz von Bindemitteln oder einer Bitutragschicht etwa 12 cm^ beträgt. Mit 13 ist eine Drainagematte mit dem eingangs erwähnten
Aufbau bezeichnet, die eine Dicke von etwa 1 cm besitzt und auf \ einer Dichtungsbahn 14 mit einem durchgehenden Gefälle zu einem nicht dargestellten Ablauf liegt bzw. alternativ einstückig mit dieser gebildet ist. Unterhalb der Dichtungsbahn 14 befinden sich ein verdichtetes Sandbett 15 und ein verdichteter Unterbau 16 in Form einer Frostschutzschicht auf gewachsenem Boden mit mindestens 2% Gefälle zu den Abläufen. Das verdichtete Sandbett 15 kann auch durch eine Vliesschicht ersetzt sein oder aus Beton bestehen. 5 AT 000 480 Ul
In Fig 2 ist der Aufbau gemäß Fig, 1 im Bereich eines Ablaufs 17 dargestellt. Der Ablauf 17 besitzt Auf Stockelemente und einen Rahmen mit Rost. Zu dem Ablauf 17 besteht zirkulär ein Gefälle der Drainagematte 13 und der Al chtungsbahn 14 von mindestens 2%. Die Dichtungsbahn 14 ist im Aufnahmebereich des Ablaufs 17 an einem Flanschring 18 befestigt. Hierfür ist die Dichtungsbahn 14 so
daß sie eng an den nur durch Striche dargestellten Steh$6lzen 19 anliegt. Anschließend wird im Bereich der Bolzen 19 ein spritzbarer Polyurethan- oder Polysulfiddichtstoff unterhalb und oberhalb der dort einzusetzenden Dichtungsbahn 14 so eingebracht, daß beim Festziehen der Schrauben eine dichte Preßverbindung entsteht und überschüssiges Material herausgequetscht wird. Dabei dient ausgequetschtes Material an beiden Seiten des Flanschrings 18 als Nachweis für eine zuverlässige Abdichtung. Nach dem Aushärten ist das überschüssige Material nur noch zu entfernen, und die Schrauben des Flanschrings 18 sind nochmals nachzuziehen. Alternativ kann die Dichtungsbahn 14 gemäß Fig. 4 auch Sn einem Flanschanschlußrohr 30 aus HD-PE angeschweißt werden, auf dem ein Flach- oder Kugelrost 31 angeordnet ist.
Die Drainagematte 13 mündet in Fig. 2 um den Flanschring 18 herum offen, um wassergefährdende Stoffe problemlos abführen zü können. Der Ablauf 17 führt zu einem Rohr 20, das in nicht darge stellter Weise mit einem Abscheider für wassergefährdende Stoffe verbunden ist. Ersichtlich ist aus Fig. 2 weiterhin, daß im Bereich des Ablauf ” 17 und dem daran angrenzenden Ab-
Schnitts des Rohres 20 eine Bettung mit einem Betonfundament vorgenommen ist.
In Fig· 3 ist schematisiert ein Querschnitt durch eine Tankstelle gezeigt. Mit 21 ist eine Tankinsel bezeichnet, bei der abgedichtete und drainierte Bodenflächen mit der erfindungsgemäßen Anordnung vorgesehen sind. Der Aufbau der abzudichtenden Bodenbereiche entspricht dem in den Fig, 1 und 2 erwähnten Aufbau. In der rechten Hälfte der Darstellung von Fig, · 3 ist ein 6 AT 000 480 Ul integrierter Ablaufkörper 22 gezeigt, von dem aus ein Rohr 23 1fr nicht dargestellter Weise zu einem Abscheider führt. Mit Gl sind Gefällerichtungen angegeben, die ein Gefälle von mindestens 2% aufweisen, während mit G2 Gefällerichtungen angegeben sind, die ein Gefälle von 2,5% besitzen. Im linken Teil der Fig 3 ist ein Tank 24 mit einem Domschacht 25 gezeigt, der in die Bodenfläche integriert ist. Vom-nicht dargestellten Deckel des Domschachts 25 gibt es entsprechende Gefälle G2, wobei in Fig· 3 der rechts neben dem Domschacht 25 liegende Bereich ebenfalls zu einem nicht dargestellten Ablaufkörper abfällt.
Seitlich begrenzt werden die abzudichtenden Bereiche durch Bordsteine 26 - 29, wobei der Bordstein 29 gleichzeitig eine Abführrinne aufweist. Die Dichtuncrsbahn 14 nebst Drainagematte 13 sind im Bereich der Bordsteine^ bzw. Rinnen an Aufkantungen hochgeführt. Das obere Ende jeder Dichtungsbahn 14 liegt an diesen in nicht dargestellter Weise über Dichtungsstreifen aus spritzbarem Polysulfiddichtstoff an und ist mittels eines flächig beaufschlagbaren Flachstahlbandes, vorzugsweise V2A in einer Stärke vor^^nm und einer Breite von 40 mm, befestigt, das an dem Bordstein^bzw. der Rinne festgeschraubt ist.
Soweit die Dichtungsbahn 14 aufgrund der jeweiligen Aus'legekon- figuration aus mehreren Abschnitten erstellt werden muß, sind geeignete Überlappungsbereiche vorgesehen, die miteinander verschweißt werden. Dabei ist vorteilhaft, zur Erleichterung der ts erforderlichen Dichthei^prüfung wenigstens in Bereichen, bei denen aufgrund örtlicher Gegebenheiten, wie beispielsweise in Eckbereichen, keine Prüfung mit Saugglocken oder dgl. möglich ist, im Randbereich der oberen Dichtungsbahn/xür eine elektrische Dichtungsprüfung unter dieser ein elektrisch leitendes Band angebracht, vorzugsweise in Form eines selbstklebenden Kupferoder Alustreifens. 7
Claims (13)
- AT 000 480 Ul AN SPRÜCHE 1. Anordnung zum Abdicht eh und Entwässern von chemisch und/ oder mechanisch beanspruchten "flüssigkeitsdurchlässigen Flächen wie Pflasterdecken und dergleichen, insbesondere von Betankungsflächen im Tankstellenbereich, gekennzeichnet durch eine Drainagematte (13), die unterhalb einer Tragschicht (11) mit einer entsprechenden Körnung und oberhalb einer Spezialdichtungsbahn (14) aus HD-PE mit Gefälle (Gl, G2) zu wenigstens einem Ablaufkörper (17) plaziert ist. 8 AT 000 480 Ul
- 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drainagematte (13) unmittelbar auf der Spezialdichtungsbahn (14) aufliegt.
- 3. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drainagematte (13) wenigstens teilflächig mit der Spezialdichtungsbahn (14) verbunden ist.
- 4. Anordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Drainagemätte (13) aus einer Noppenbahn aus HD-PE besteht, auf der eine Vliesschicht angeordnet ist.
- 5. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drainagematte (13) ein'teilig mit Noppen und Vlies und der Spezialdichtungsbahn (14) ausgebildet ist.
- 6. Anordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Drainagematte (13) ein Gefälle zum Ablaufkörper von wenigstens 2% aufweist. i
- 7. Anordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Drainagematte (13) an jedem Ablaufkörper (17) im Bereich der Dichtungsbahnabdichtung offen mündet.
- 8. Anordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß am Rand von abzudichtenden Bodenflächen die Drainagematte (13) wenigstens bis zum unteren Ende einer von der Abdichtungsbahn ' (14) abgedeckten Aufkantung geführt ist. 9 AT 000 480 Ul
- 9. Anordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß än Aufkantungen das obere Ende der Dichtungsbahn (14) mittels spritzbarem Dichtungsband, vorzugsweise aus Polysulfid, abgedichtet und mittels eines rostfreien Stahlbandes befestigt ist.
- 10. Anordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mittels der Drainagematte (13) abgeführte Flüssigkeit über jeden Ablaufkörper (17) einem Abscheider für wassergefährdende Stoffe zuführbar ist.
- 11. Anordnung nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Vliesschicht der Drainagematte (13) aus thermisch verfestigten Spinnfasern (PP) besteht.
- 12. Anordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Drainagematte eine Druckfestigkeit von mindestens 50 kN/m2, vorzugsweise wenigstens 400 kN/m2, aufweist.
- 13. Anordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtungsbahn (14) in zu verschweißenden Überlappungsbereichen unsrer dem auf liegenden Matten- bzw. j Bahnabschnitt im Randbereich ein elektrisch leitendes Band, vorzugsweise in Form eines selbstklebenden Kupfer- oder Alustreifens, aufweist. 10
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1994
- 1994-09-01 AT AT27294U patent/AT480U1/de not_active IP Right Cessation
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