AT43123B - Aus einer radial einstellbaren Laufachse und einer seitlich verschiebbaren Kuppelachse gebildetes Drehgestell für Lokomotiven. - Google Patents

Aus einer radial einstellbaren Laufachse und einer seitlich verschiebbaren Kuppelachse gebildetes Drehgestell für Lokomotiven.

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AT43123B
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Lokomotivfabrik Krauss & Comp
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  Aus einer radial einstellbaren Laufachse und einer seitlich verschiebbaren Kuppelachse gebildetes Drehgestell für Lokomotiven. 



   Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verbesserung des unter dem   Namcn "Krau[3'sches"     oder     Helmholtz'sches   Drehgestell" bekannten Lokomotivdrehgestells. Wie aus Fig. 1 hervorgeht, in der ein solches Drehgestell im Grundriss wiedergegeben ist, ist die   Kuppelachse A recht-   winklig zur Längsachse 1-2 des Fahrzeuges verschiebbar im   Hauptrahmen der Lokomotive   
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 den mitdem Hauptrahmen H fest verbundenen Drehzapfen D schwingen kann und   dessen Spitze E     mit dem Lagergehäuse F der Kuppelachse gelenkig verbunden   ist.

   Ein Ausweichen der Laufachse aus der   RaIimen-Mittellinie-2   nach der einen Seite bedingt daher geometrisch eine gleich- 
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 die   Grundlinie des gleichschenkligen Dreieckes g   E gl bildet. 



   Dieses Drehgestell hat sich beim Befahren von Gleiskrümmungen vollständig bewährt. lei der Fahrt in der Geraden mit der Laufachse voran (Richtung des Pfeiles in Fig.]) dagegen hat es den grundsätzlichen Mangel, dass es sich in seiner normalen Mittelstellung im labilen Gleichgewicht befindet und deshalb sich innerhalb der durch die   Spurkranz-Spielräume # gegebenen   Grenzen im Gleis zu ecken oder zu spiessen sucht. In Fig. 1 ist dieser Zustand der Deutlichkeit halber in   übertriebenem   Grade dargestellt. Die Lage des Gestelles ist dabei lediglich durch die Berührungspunkte 3 und 4 der Spurkränze mit der rechten und linken Schiene bestimmt. Die 
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   Bei genau richtiger Montage wird das Spiessen des   Krauss'schen Drehgestelles   in den geraden   Gleisstrecken   abwechselnd gleich viel nach rechts wie nach links erfolgen, so dass irgendwie   erhebliche Nachteile im Betrieb nicht auftreten, da die fehlerhafte Schrägstellung der Laufachse anfänglich nur gering ist, z. B. bei dem üblichen Spielraum neuer Spurkränze von # = 10 mm und dem gewöhnlichen Gestellradstand von rund 2-5 m nur 10 entsprechendeiner Neigung 1 :250 2500   
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 gegen   dieaea Einaeittglaufch angewandtes   Mittel, eine Vorrichtung, die eine leicht   vorzunehmende   Einstellung der Laufachslageerschalen gestattet, hat sich nur wenig eingeführt, da es zu viel Aufmerkaamkeit seitens der Bedienungsmannschaft erfordert. 



   Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet nun eine besondere Bauart des Krauss'schen Drehgestelles, bei der das Lagergehäuse der Laufachse mit dem   Deichselgeste,   nur in einem in der Fahrzeuglängsachse liegenden Punkte verbunden ist und sich seitlich mit Spiel gegen Anschläge desselben legt, so dass die Laufachse gegenüber dem Deichselgestell geringe Schrägstellungen einnehmen kann. Die bauliche Ausbildung dieses neuen Gestelles kann, wie aus Fig. 2 bis 4 der Zeichnung hervorgeht, auf verschiedene Weise erfolgen. 



   Nach Fig. 2 ist   das Lagergehäuse G   der Laufachse nicht starr, sondern durch den über der Achsmitte liegenden Zapfen J gelenkig mit der Deichsel verbunden, so dass zwar die gegenseitige Abhängigkeit in der Seitenverschiebung der Achsen voll gewahrt bleibt, der Laufachse jedoch, innerhalb der Spielräume s, geringe horizontale Verdrehungen gegenüber der Deichsel gestattet sind. Ein zwangläufiges Mitnehmen der Achse in radialem Sinne durch die Deichsel tritt erst ein, nachdem einer der Anschläge   A   nach Überschreiten des Spielraumes s zum Anliegen gekommen ist. 



   Damit bei dem Lauf in der Geraden, bei dem das Gestell in seiner Mittellage oder doch in einer dieser Mittellage unmittelbar benachbarten Stellung sich befindet, also keiner der An-   sehläge A   anliegt, die Laufachse indessen in einer zur Mittellinie des Fahrzeuges genau rechtwinkeligen Stellung verbleibt und nicht allzufreie Pendelbewegungen innerhalb der Spielräume s ausführt, sind zwei an dem Hauptrahmen H befestigte Widerlager M vor dem   Lagergehäuse   vorgesehen, gegen die das Lagergehäuse G angedrückt wird. Dieses Andrücken erfolgt in Fig. 2 durch eine Feder N, die sich mit ihrer Mitte gegen den Gestelldrehzapfen D, also einen mit dem   Hauptrahmen J ?   fest verbundenen Punkt, stützt und mit ihren Enden das ganze Deichsel- gestell einschliesslich der Laufachse nach vorn zu ziehen sucht.

   Um diesem Zuge nachgeben zu können, führt sich die Deichsel an den Lagern der Zapfen D und E in Schlitzen, die eine   Längsverschiebung   gestatten. An Stelle der gezeichneten Blattfeder kann natürlich auch eine entsprechend an- geordnete Schraubenfeder treten oder,   unter Wegfall von   horizontal wirkenden Federn, eine Gewichts- wirkung, wie in Fig. 3 angedeutet ist. Nach dieser Ausführungsform wird die   Belastung   auf die Achse von der Tragfederstütze 0 mittelst des Gleitklotzes P auf die obere in der Neigung   9-10   liegende Gleitfläche des Achslagers übertragen, so dass die entstehende, nach vorn gerichtete Gewichtskomponente das Andrücken gegen die Widerlager M besorgt. 



   Die Spielräume s sind so zu bemessen, dass die Laufachse innerhalb der durch Fig. 1   ge-   kennzeichneten, durch die Gleisspielräume   cl   zugelassenen Verschiebungen sich parallel bleibt. 



  Hierzu wird unter gewöhnlichen Verhältnissen das geringe Mass von etwa 3 nun genügen. Erst   bei grösseren Versteilungen   der Deichsel, wie sie nur beim Befahren von Kurven   vorkommen,   
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 Einstellen der Achse in radialer Richtung bewirken. Hierbei bleibt das Lagergehäuse G nur mit einem der Widerlager M, und zwar mit demjenigen auf der äusseren Seite der   Gleiskrümmung,   in Berührung, während es sich von dem andern nach rückwärts entfernt.

   Das ganze   Gestell muss   sich demnach dabei etwas nach hinten verschieben, welcher Bewegung nichts im Wege steht. 
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 die jetzt noch etwas weiter angespannt wird, sucht dabei das Gestell um das äussere Widerlager   zurückzudrehen, wirkt   also im Sinne einer die Wiederherstellung der normalen Mittellage anstrebenden sogenannten   Rückstellvorricbtung.   



   In Fig. 4 ist noch eine weitere Ausführungsform dargestellt, bei der zunächst der Zapfen J, für dessen körperliche   Durchbildung nicht immer   genügend Raum vorhanden sein wird, durch einen ideellen Drehpunkt 11 ersetzt ist. Dies ist auf folgende Weise geschehen. Die Verbindung zwischen Lagergehäuse G und Deichsel erfolgt in der Längsrichtung durch den hinter dem Achs- mittel gelegenen Zapfen Q, der jedoch   Seitenkräfte   nicht übertragen soll, weshalb sein Lager in einem querstehenden Schlitz auf jeder Seite um die Strecke t verschiebbar angeordnet ist. 



   Der Zusammenhang in der Querrichtung ist durch die Hörner R der Deichsel gesichert, welche sich gegen Stützflächen des Lagergehäuses anlegen, die zu den durch den Achsmittelpunkt 11 gehenden Verbindungslinien   j ! -   und   11-13   normal stehen. Es kann somit eine Verdrehung des Lagergehäuses gegen die Deichsel nur um den Schnittpunkt der Mittellinie   1-2   mit 11-12 bzw. 11-13, also um den Punkt 11 stattfinden, und muss daher auch die   Kräftcwirkung   die gleiche sein, als ob, wie in Fig. 2, dieser Punkt durch den Zapfen J körperlich vertreten wäre. 



   Ausserdem ist in Fig. 4 in bekannter Weise dem ganzen Gestell eine geringe seitliche Verschieb- barkeit gegenüber dem Drehzapfen gestattet und ist als Rückstellvorrichtung hiergegen ebenfalls die Feder N, in Verbindung mit den Winkelhebeln a, benützt. 



   Eine Verschiedenheit gegenüber Fig. 2 zeigen endlich noch die Flächen, mit denen das
Lagergehäuse G an den Widerlagern M anliegt. In Fig. 2 nämlich sind diese parallel Ar Achs- 
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 Spurkränze die zugehörige Schiene berührt, ist daher hiedurch zur Lage des stabilen Gleichgewichtes geworden. Es ist deshalb eine im Vergleich zu Fig. 2 noch erhöhte Sicherheit gegen fortgesetzt einseitiges Anlaufen vorhanden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE : 
1. Aus einer radial einstellbaren Laufachse und einer seitlich verschiebbaren Kuppelachse gebildetes Drehgestell   (Krauss-Helmholtz'sches   Drehgestell), dadurch gekennzeichnet, dass das Lagergehäuse der Laufachse mit der die Verbindung mit der Kuppelachse herstellenden Deichsel nicht fest. sondern um seinen Mittelpunkt drehbar verbunden ist und sich seitlich mit Spiel gegen Anschläge derselben legt, so dass die Laufachse gegenüber der Deichsel geringe   Schrägstellungen   einnehmen kann und das zwangläufige Mitnehmen ersterer durch letztere im Sinne der radialen Einstellung erst bei grösseren Auslenkungen in   Gleiskrümmungen   eintritt, nachdem einer der Anschläge zum Anliegen gekommen ist.

Claims (1)

  1. 2. Ausführungsform des Drehgestelles nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung des Lagergehäuses (G) der Laufachse mit der Deichsel durch einen mit der Achsmitte geometrisch zusammenfallenden Drehzapfen (J) geschieht.
    3. Ausführungsform des Drehgestelles nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der über der Achsmitte liegende Drehpunkt (11) als ideeller Drehpunkt durch einen hinter der Achsmitte liegenden, in der Deichsel quer verschiebbaren Drehzapfen (Q) und durch Hörner (R) ersetzt ist, die sich gegen zu den Druckrichtungen (11-12 bezw. -jf ; normal stehende Stützflächen des Lagergehäuses (G) anlegen.
    4. Ausführungsform des Drehgestelles nach Anspruch 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass die Normalstellung der Laufachse durch Andrücken ihres Lagergehäusese (G) gegen an dem Haupt. ruhmen (H) des Fahrzeuges vor der Laufachse angeordnete Widerlager (M) gesichert wird, wobei dieses Andrücken durch eine Feder (N in Fig. 2 und 4) oder durch die Lokomotiv- last auf die Achslager übertragende, geneigte Gleitflächen (9-10, Fig. 3) erfolgen kann.
    5. Ausführungsfor, n des Drehgestelles nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlageflächen der Widerlager (M) entweder parallel zur Achse angeordnet sind, so dass diese EMI3.2 oder derart geneigt stehen, dass die Achse innerhalb dieser Grenzen um einen vor ihrem Mittel liegenden ideellen Drehpunkt schwingt (Fig. 4).
AT43123D 1908-10-10 1909-03-30 Aus einer radial einstellbaren Laufachse und einer seitlich verschiebbaren Kuppelachse gebildetes Drehgestell für Lokomotiven. AT43123B (de)

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