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Spannvorrichtung für die Twistschnur oder das Finzugantriebseil bei Selfaktoren.
Die schnellaufenden Seile und Schnüre bei Selfaktoren haben schon an sich, ganz abgesehen von ihrer besonderen, durch die im Betriebe wechselnde Kraftbeanspruchung bewirkten Lockerung oder Dehnung, vornehmlich bei raschem Witterungswechsel und nach längerem Stehen der Maschine die Gewohnheit, sich aus den eingedrehten Spuren ihrer Leitrollen und Wirtel ab- zulösen und abzufallen, wodurch ein Zerreissen der Seile und oft auch noch weiterer Schaden an der Maschine bewirkt wird.
Dieses Abfallen wird natürlich durch die erwähnte wechselnde Inanspruchnahme bei der Bewegungsumkehr und dem Geschwindigkeitswechat ; ! des Seiles, die besonders an seinen Auf1aufpunktssn auf die Leitrollen Schwingungen, Lockerung und somit Abheben des Seiles von der Spur erzeugt, noch begünstigt.
Diese übelstände treten an der sogenannten Twistschnur wie am Einzugantriebsseil des Wagens auf, und es ist bis jetzt nicht gelungen, eine allen diesen einzelnen erwähnten Momenten sowie den Materialeigenschaften der Seile Rechnung tragende Spannvorrichtung zu konstruieren, denn die starren Seilspannvorrichtungen erfordern vor allen Dingen eine stetige Überwachung durch den Spinner und bedingen einen grossen Kraftverbrauch und ausserordentlich raschen Verschleiss der Seile selbst und der Getriebe und tragen dem Geschwindigkeitswochsel und der hierdurch wechselnden Seilspannung und Seillänge gar keine Rechnung.
Diese verschiedenen Geschwindigkeitsgrade beim Gang des Seiles, sowie die raschen und plötzlichn Entlastugnen und ebenso das plötzliche Anziehen und Umkehren der Zugrichtung sind einer ganz besonderen Eigenart des Selfaktorbetriebes zuzuschreiben und kommen bei gewöhnlichen Transmissionsseilen etc. nicht vor. Für diese Seile genügt deshalb auch, sofern eine Spannvorrichtung durch genügenden Achsstand nicht überflüssig ist, eine Anordnung,
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Änderungen der Seillänge auszugleiohen gestattet.
Anders liegt das beim Solfaktorenbetriebe. wo während des Betriebes neben der Dehnung des Seiles Schwingungen und besonders beim Richtungswechsel des Seiles ein starkes Vibrieren auftritt, wobei nur von einem teilweisen Aufliegen dos Seiles in der Spur die Rede sein kann und ein direktes Herausspringen aus der Spur besonders an der sogenannten Twistschnur auftritt,
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Spannvorrichtung, wie. bisher üblich, nicht ausreichend und dementsprechend nichts Voll- kommenes.
Eine Spannvorrichtung, die diesem jähen, vielfachen Wechsel nachkommen kann, muss selbsttätig und möglichst frei von eigenen Massenkräften sein, die ein Vibrieren der Spannvorrichtung selbst bewirken könnten. Ausserdem muss sie mit grösster Empfindlichkeit den wechselnden Seilspannungen folgen und doch kein hartes, sondern nachgiebiges elastisches Laufen dos Seiles bewirken und dessen Bewogullgsumkehr Rechnung tragen, die z.
B. bei jedem
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Die vorliegende, durch Federung selbsttätige, elastische und verstellbare Spannvorrichtung ist stets gleich gut wirksam und schaltet die Aufmerksamkeit des Spinners vollständig aus und gestattetdieinfolgeWitterungswechselundTemperaturveränderungenverursachtenSeiländerungen
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gleichseitig ebenaogut auazügleichen, wie die infolge wechselnder Geschwindigkeiten und-Be.', wegungsumkehr etc.
im normalen Betriebe aiftretenden Lockerungen und Schwingungen im Seite aufzuheben und unschädlich zu machen, u d ist vermöge ihrer selbsttätigen elastischen Wirkungsweise wie geschahen,umden elaatiaehen'Eigenschaften des Seilea entgegen zu kommen.
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Verschleiss des Seiles und der Getriebe.
Die Spannvorrichtung kann überall dort, wo im Betriebe eine Richtung-, Längen-und Geschwindigkeitsänderung des Seiles auftritt, angebracht werden, und es können auch gleichzeitig mehrere Leitrollen eines Seiles gespannt werden, wobei es'natürlich ganz gleichgiltig ist, ob der Solfaktor für Parallel-oder Querbetrieb gebaut ist.
In der Zeichnung ist die neue Spannvorrichtung an vier verschiedenen Stellen eines Selfaktors und in vier verschiedenen Ausführungsformen dargestellt, die natürlich alle auch in geeigneter Weise, etwa nach Art der Fig. 5, miteinander kombiniert werden können.
Fig. 1 zeigt an einem Selfaktor für Parallelbetrieb einen Leitwirtel a für die Treibschnur b, der auf dem einen kürzeren Arme c eines doppelarmigen, am grossen Headstock d drehbar gelagerten Winkelhebels sitzt, dessen anderer längerer Arm e durch die Spiralfeder f angezogen wird und so die Federspannung in nachgiebig elastischer Weise für das Spannen der TreibschnU1'b nutzbar macht. Die Federspannung ist durch die Mutter z am Gewindebolzen p regulierbar, und es werden zweckmässig Vorrichtungen getroffen zu vollständiger Entlastung der Feder ohne Rücksicht auf die Mutterstellung, etwa durch exzentrische Lagerung des Angriffspunktes des einen Endes der Feder auf einer drehbaren und feststellbaren Scheibe oder einem Hebel oder durch Anordnung einer Gewindespindel.
Fig. 2 stellt dieselbe an einer anderen Leitrolle unter Verwendung eines einarmigen Hebels dar.
Fig. 3 zeigt die neue Spannvorrichtung an der Treibschnur des Selfaktors vorn am kleinen Headstock angeordnet. Auf der in bereits bekannter Weise zum Ausgleich der bleibenden Ver- 1ängerung des Seiles benutzten, wagerechten Spindel s ist in der Nut t verschiebbar der Winkel-
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gelagert ist, der auf seinem einen Arme c die Lei-und Spannrolle l trägt, während er an einem anderen Arme e durch die am Ende k des Winkelarmes h befestigte Feder f auf Spannung des Seiles b wirkt, die vermöge der beweglichen Lagerung der Rolle I ganz genau der durch die Mutter z regulierbaren Federspannung entspricht.
In Fig. 4 ist die neue Einrichtung am Einzugantriebsseil b angeordnet, das vom Vorgelege aus angetrieben, mittels konischen Winkelgetriebes, also nicht direkt durch Seil b, die Wagenbewegung bewirkt. Die Anordnung der Spannvorrichtung ist genau so, wie bei der vorhergehenden Fig. 3, unter Benutzung einer Schraubenspindel und bei geeigneter Seilführung ausgeführt.
Fig. 5 stellt an zwei Leitrollen eines Seiles die Kombination der beiden Spannvorrichtungen durch Hintereinanderschaltung der Zugfedern dar.
Die Feder könnte überall durch ein Gewicht ersetzt werden, das jedoch die Nachgiebigkeit der Feder nicht voll ersetzen könnte.
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1. Seilspannvorrichtung für die Twistschnur oder das Einzugantriebseil bei Selfaktoren beliebiger Bauart, dadurch gekennzeichnet, dass einer oder mehrere der zur Führung der Twistschnur bezw. des Einzugantriebseiles dienenden Leitwirtel nachgiebig gelagert sind.