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BMchtungspendel.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet eine Pendelvorrichtung, welche zum Messen photographischer Belichtungszeiten dient und am photographischen Apparate selbst oder an dessen Stativ angebracht ist. Dieselbe dient dadurch als Zeitmesser, dass die einzelnen aufeinanderfolgenden Schwingungen des aus freier Hand in Schwingung versetzten Pendels von bekannter Zeitdauer beim Belichten den Zähltakt geben.
Sämtliche bis jetzt zur Zeitmessung verwendeten Pendel und Unruhen beruhen auf dem Prinzip, dass nur im gleichen Schwingungszustande erhaltene-also unter gleichen Ausschlagwinkeln schwingende-Pendel oder Unruhen eine konstante Srhwmgungsdauer besitzen ; so beispielsweise die Pendel und Unruhen unserer Räderuhren oder die Pendel der sogenannten Metronomen (Taktmesser), welche durch Einwirkung des sogenannten Ganges oder der Hemmung, welche ihnen bei jeder Schwingung zur Überwindung der Reibung und des Luftwiderstandes einen kleinen Antrieb erteilt, im gleichen Schwingungszustande erhalten werden und deshalb auch Pendel und Unruhen mit Antrieb genannt werden können.
Da nun aber dem Vorhergehenden zufolge die Schwingungsdauer eines Pendels oder einer Unruhe nicht nur von der Grösse und Form des Pendels bezw. der Unruhe, sondern auch vom jeweiligen Ausschlagwinkel oder mit anderen Worten, vom jeweiligen Schwingungszustande abhängt, so ergibt sich (laraus, dass bei sehr kleinen Ausschlagwinkeln, oder bei sehr mässig schwingenden Pendeln oder Unruhen die Schwingungsdauer als konstant angesehen werden kann, weil in diesem jFlle der so verschwindend kleine Einfluss des Ausschlagwinkels vernachlässigt werden kann.
Wir ennnern zu diesem Falle an die Bestimmung der sogenannten,, Länge des Sekunden- pendels"wetch letztere nichts anderes bedeutet, als die Länge eines Fadenpendels, welches unter dem \. u8sehlagwinkel 0 schwingend gedacht, zu einer Pendelschwingung die Zeit einer Sekunde braucht.
Bei der vorliegenden Vorrichtung werden solche, sehr mässig schwingende Pendel und Unruhen ohne Antrieb verwendet, welche bis jetzt wohl zur Bestimmung der für verschiedene Punkte der Erde verschieden grossen Beschleunigung der Schwerkraft, wie zum Nachweise der Erdrotation (Foukault's Pendelversuch) zur direkten Zeitmessung jedoch nur nebenbei verwendet werden. Es bildet nun eben diese Anwendung derselben zur Zeitmessung auf photographischem Gebiete, das Wesen der vorliegenden Erfindung. Hiezu ist zu bemerken, dass für photographische Belichtungen die Genauigkeit sogar bei ziemlich grossen Ausschlagwinkeln genügend ist.
In der Zeichnung sind mehrere Ausführungsformen des Gegenstandes der vorliegenden Erfindung dargestellt.
Allen diesen Ausführungsformen sind nachstehende 3 Hauptbestandteile eigen, und zwar :
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bindung entweder des Trägers mit der Kamera, oder des Trägers mit dem Stative ermöglichen.
Bei der ersten Ausführungsform (Fig. 1-11) können viererlei Arten von schwingenden Teilen zur Anwendung kommen und zwar : Erstens ein einfaches oder Fadenpendel a (Fig. 1-5), zweitens ein Drahtpendel (Fig. 6 und 7), bei welchem anstatt des Fadens ein im Schwingungspunkte fest eingespannter sehr dinner Draht verwendet wird, drittens ein zusammengesetztes Pendel (Fig. 8,9) und viertens eine Unruhe (Fig. 10,11).
Die Schwingungsdauer aller dieser Pendel oder Unruhen kann durch richtige Dimensionierung der Bestandteile nach Bedarf gewählt und entweder regulierbar (Fig. 4-9) oder unregulierbar (Fig. l, 2,3, 10,11) sein.
So'zeigt uns beispielsweise Fig. 4,5 ein regulierbaresFadenpendel, bei welchem dieRegulierun der Schwingungsdauer durch Auf-oder Abwickeln des zuvor die dünne Bohrung (g) passierenden Pendelfadens auf einen am Träger b gelagerten Bolzen d erfolgt, welch letzterer vermittels des Knopfes. ! drehbar ist, während uns Fig. 6,7 ein Drahtpendel darstellt, bei welchem die Regulierung der Schwingungsdauer durch Verschiebung des dünnen Pendeldrahtes h in der am Träger b angebrachten Bohrung i erfolgt, während die Stellschraube k zur jederzeitigen Fixierung des Pendeldrahtes dient.
Fig. 8,9 zeigt uns ein zusammengesetztes Pendel, dessen Schwingungsdauer beispielsweise durch Auf-oder Abschrauben des Pendelkorpus auf der mit Gewinde versehenen Pendelstange m reguliert werden kann.
Der Träger selbst kann je nach der Länge und Anordnung der jeweilig angewandten Pendel oder Unruhen entweder einteilig, oder aus zwei oder mehreren Teilen zusammenfügbar sein.
So zeigt uns Fig. 3 einen zweiteiligen Träger, dessen beide Hälften beispielsweise durch Anwendung einer Muffenverbindung zusammenfügbar sind.
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Die mit Hohlgewinde versehene Muffe n nimmt beide mit Gewinden versehene Trägerhälften in sich auf und ist mit dem Gewindeteile der unteren Trägerhälfte versplintet, so dass beim Zerlegen jedesmal die untere Hälfte mit der Muffe ein Ganzes bildet. Die drehbare Lagerung der Pendel und Unruhen kann ebenfalls verschieden sein. So zeigt uns beispielsweise Fig. 1, 2 und 3 die Aufhängung eines Fadenpendels durch einfaches Knüpfen eines Knotens, während uns Fig. 8,9 die Lagerung eines zusammengesetzten Pendels auf Schneiden (ähnlich der Wagebalkenlagerung) und Fig. 11 die Lagerung einer Unruhe auf Spitzzapfen darstellt.
Die Befestigungsteile selbst können in einem Falle mit dem Träger b zu einem Ganzen verbunden sein und nach Bedarf beispielsweise entweder nach Art der Schraubzwingen an einem bereits vorhandenen Teile der Kamera (Fig. 10) oder des Stativs (Fig. 8) festgeklemmt, oder aber unter Anwendung des Normalgewindes in der Stativmutter eingeschraubt werden (Fig. 5).
Im anderen Falle aber können die Befestigungsteile an der Kamera oder dem Stativ festgeschraubt sein und kann die bedarfsweise Befestigung des Trägers b an denselben entweder durch Einschrauben (Fig. 3) oder durch Einstecken (Fig. 2)-ähnlich wie bei den elektrischen Stöpselkontakten unter Anbringung eines Schlitzes im Träger b-oder aber durch Einstecken und Festschrauben erfolgen, welch letzterer Fall in Fig. 6 dargestellt ist. Das vierkantige Ende des Trägers b wird beispielsweise in die Hülse c geschoben und mit der Stellschraube p festgeschraubt. Die Spitze q des Fusses t kann gleichzeitig auch als Senkelvorrichtung zum genauen Geradestellen des photographischen Apparates dienen (Fig. 12 und 13).
In Fig. 13 ist anstatt des Fadenpendels ein in seiner Schwingungsdauer regulierbare, nach allen Richtungen freischwingendes, zusammengesetztes Pendel in Anwendung gebracht, dessen P. udelstange ni unten zugespitzt ist.
Die Aufhängung des Fadenpendels erfolgt bei dieser zweiten Ausführungsform vermittels eines Knotens (Fig. 12), während die Lagerung des zusammengesetzten Pendels vermittels eines auf Spitzzapfen laufenden Universalgelenkes P bewerkstelligt wird.
Die Befestigung des Trägers b erfolgt in diesen beiden letzten Fällen beispielsweise durch
Festschrauben. Die Kopfschraube s wird durch das am unteren wagrechtstehenden Teile des
Trägers b angebrachte Auge t gesteckt und an der mit der Kamera durch Schräubchen befestigten Mutterplatte r festgeschraubt.
Die Ausführungsform nach Fig. 15 besitzt die Einrichtung, dass sie unter Anwendung einer
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Rtromschluss hervorruft.
Wird nun beispielsweise in diesem Stromkreis eine nichtunterbrechende elektrische Glocke eingeschaltet, so wird dieselbe bei jeder Pendelschwingung einen Glockenschlag geben.
Wird dagegen beispielsweise anstatt der elektrischen Glocke ein Induktorium in den Stromkreis eingeschaltet und dasselbe vermittels zweier Elektroden mit unserer Haut in Berührung gebracht, so wird jede Pendelschwingung infolge der physiologischen Wirkung des elektrischen
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Elektrizität den Zähltakt.
Die Kontaktvorrichtung (Fig. 15) besteht beispielsweise einerseits aus einer Verlängerung R der Pendelstange rn über die Schneiden hinaus und aus einer Klemme N, welche mit dem Träger b in metallischer und somit auch mit der Verlängerung R in elektrisch leitender Verbindung steht.
Anderseits besteht diese Kontaktvorrichtung aus einer, am oberen Teile des Trägers b, aber von demselben vermittels zweier Hartgummiplatten isoliert angebrachten Feder, welche einerseits die Klemmschraube sot anderseits die beiden, knapp zur Rechten und Linken der Pendelstangen- verlängerung T ? liegenden, sehr dünnen Kontaktfedern z trägt, welche bei jeder Pendelschwingung mit dieser Verlängerung R abwechselnd in metallische Berührung kommen, wodurch jedesmal der elektrische Kontakt zwischen den beiden Klemmen R und S hergestellt wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrielhtung zur Messung photographischer Belichtungszeiten, gekennzeichnet durch ein Pendel ohne Antrieb, oder eine Unruhe ohne Antrieb (a), welche in einem Träger (b) ihre Lagerung finden, der durch die Befestigungsteile (c) mit der photographischen Kamera oder mit dem Stativ in feste, aber jederzeit leicht lösliche Verbindung gebracht werden kann.