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Die Erfindung betnfft einen Anbaugerätesatz für Traktoren und ähnliche Fahrzeuge, mit einem am Frontlenkersystem anbnngbaren Kehraggregat, mit zwei über Ölmotoren um im wesentlichen stehende Achsen gegenläufig mit im zueinander weisenden Bereich gegen den Traktor genchteten Drehnchtungen antreibbaren Kehrbesen, bel denen Neigung und Andrückkraft einstellbar sind.
Ein derartiger Anbaugerätesatz ist beispielsweise aus der DE 18 16 132 A und der AT 389 339 B bekannt. In dieser bekannten Ausführung dient der Gerätesatz als Strassenkehrvorrichtung und ist mit einen Drahtbesatz aufweisendem Besen ausgestattet, wobei vorzugsweise im Bereich des von dem Besen erzeugten Kehrgutstreifens eine Aufnahmedüse vorgesehen wird, an die ein zu einem Aufnahmebehälter für das Kehrgut führende Saugleitung anschliesst. Der Aufnahmebehälter wird als Anbau- oder Nachlaufgerät für den Traktor ausgeführt. Der Fahrer des Traktors kann die Besen des Kehraggregates In direkter Sicht beobachten und hat daher die Möglichkeit, die Besen nach dem jeweiligen Bedarf und der zu lösenden Aufgabe einzustellen.
Ein grundsätzlicher Nachteil dieser bekannten Anbaugeräte ergibt sich dann, wenn stark verschmutzte Strassen oder sonstige Verkehrsflächen gekehrt werden müssen oder wenn sich, z. B. auf gepflasterten Verkehrsflächen, Gras und Moos, also sogenannter Wildwuchs, angesiedelt hat. Durch feuchten und bzw. oder festgefahrenen Schmutz kann es zu einer Verklebung der herkömmlichen Kehrbürsten kommen, wobei die Kehrbürsten sowohl das Auflockern als auch das Entfernen des Schmutzes übernehmen sollen. Es wird häufig notwendig, solche Verkehrsflächen zwel- oder mehrmals zu befahren, um eine ausreichende Reinigung zu erzielen, wobei der erwähnte Wildwuchs auch dann nicht Immer ausreichend entfernt wird.
Für die Entfernung des erwähnten Wildwuchses wird in der DE 40 17 324 Al ein sogenannter Wildwuchsbesen vorgeschlagen, der im wesentlichen aus einer um eine vertikale Achse drehenden Scheibe besteht, an der mehrfach abgebogene, z. B. S-förmige Federzinken, sitzen, die mit ihren freien, federnden Enden den Wildwuchsbesatz von Pflasterungen u. dgl. entfernen sollen. An eine Kombination dieses Wildwuchsbesens mit anderen Kehrvorrichtungen ist nicht gedacht und es ist daher notwendig, eine Verkehrsfläche zunächst mit dem Wildwuchsbesen und dann mit normalen Kehrvorrichtungen zu befahren.
Die verwendeten Federzinken hinterlassen auf weicherem Material. z. B. auf Asphalt, Kratzspuren und sind auch nicht dafür geeignet, Moos und ähnlichen Wildwuchs, der sich in den Fugen oder Vertiefungen von Pflasterungen angesammelt hat, hinreichend gründlich abzukratzen bzw. abzubürsten Bel Pflasterungen mit tieferen und breiteren Rillen ergibt sich überdies die Gefahr, dass der Wildwuchsbesen zur Beseitigung der aus den Rillen spriessenden Pflanzen zu stark angestellt wird, so dass dann die Federzinken beschädigt oder verbogen werden können, da sie sich in diesen Rillen festklemmen.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Anbaugerätesatzes der eingangs genannten Art. der sich auch In besonders günstiger Welse für die Entfernung von Wildwuchs und das Auflockern feuchter und/oder festgefahrener Verschmutzungen auf Verkehrsflächen eignet, nur einem geringen Verschleiss unterliegt und die Verkehrsflächen beim Gebrauch nicht beschädigt. Eine Teilaufgabe der Erfindung besteht In der Schaffung eines Anbaugerätesatzes, mit dessen Hilfe zusätzlich die Vekehrsfläche In einem Arbeitsgang nicht nur vom Wildwuchs befreit, sondern auch einwandfrei gereinigt werden kann.
Bel einem Anbaugerätesatz der eingangs genannten Art wird die gestellte Hauptaufgabe dadurch gelöst, dass der Kratzerbesatz aus Im Abstand von den freien Enden abgeklemmten und entgegen der Drehnchtung des jeweiligen Besens gewickelten Drahtseilbündel besteht, dass für die Ölmotoren der Besen gesonderte und auch für sich regelbare Antriebskreise vorgesehen sind und dass die Besen unter Beibehaltung Ihres Achsabstandes zur Veränderung der Gesamtkehrbreite und des Überlappungsbereiches der von Ihnen bestrichenen Kehrstreifen am Anbaugerät gegeneinander In Fahrt-und Querrichtung verstellbar angebracht sind
Die besondere Ausgestaltung der Wildwuchsbesen gewährleistet eine besonders schonende und dabei
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wobeipraktisch wie federnde Drahtbürsten wirken,
dabei aber für die Drahtseilbündel selbst eine genügende Nachgiebigkeit vorhanden ist, so dass auch Vertiefungen in den Verkehrsflächen durch entsprechende Anstellung der Bürste erreicht werden können, ohne dass eine Beschädigungsgefahr für den Besatz besteht.
Die Reinigungswirkung lässt sich durch gesonderte Regelung der Antnebskrelse für die Besen zusätzlich entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen beeinflussen. Ferner wird es bei Verringerung der Gesamtkehrbreite möglich. die Einstellung so vorzunehmen, dass einen ungünstigen Bewuchs oder höheren Verschmutzungsgrad aufweisende Bereiche der zu reinigenden Fläche von belden Besen bestnchen werden. Es ist auch eine Einstellmöglichkeit quer zur Längsachse des Traktors und damit zur Fahrtnchtung möglich, so dass z. B. Randbereiche einer Verkehrsfläche, auf der der Traktor fährt, günstiger erreicht werden können.
Zur Lösung der erwähnten Teilaufgabe ist für den Traktor eine als Nachlaufgerät ausgebildete Saugkehrvomchtung mit Sammelbehälter. der Traktorspur folgendem, antreibbare Kehraggregat und Aufnahmevornchtung für das Kehrgut vorgesehen.
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Durch diese Ausgestaltung wird die Reinigungsarbeit für eine Verkehrsfläche auf zwei Aggregate verteilt, wobei die Wildwuchsbesen die Aufgabe der Lockerung und Ablösung der zu entfernenden
Rückstände und die Besen des Kehraggregates die Aufgabe der Reinigung der Verkehrsfläche und der
Zufuhr der Abfälle zu der Aufnahmevorrichtung erfüllen. Es Ist daher möglich, sowohl Wildwuchs als auch festgefahrenen oder verkrusteten Schmutz in einem Arbeitsvorgang von der Verkehrsfläche abzulösen und unter völliger Reinigung der Verkehrsfläche aufzusammeln. Mit dem Wildwuchsbesen wird das abzulösen- de Material überdies einer Vorzerkleinerung unterzogen, so dass es von den normalen Besen der Saugkehr- vorrichtung leicht erfasst und auch von der Saugvornchtung aufgenommen werden kann.
Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes entnimmt man der nachfolgenden
Zeichnungsbeschreibung.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beisp ! etswiese veranschaulicht. Es zeigen Fig. 1 einen erfindungsgemässen Anbaugerätesatz mit einem Blockschema der zugeordneten, am Traktor anzubringen- den Steuervorrichtung, Fig. 2 den Anbaugerätesatz nach Fig. 1 in seiner Grundstellung m Zuordnung zu einer Saugkehrvornchtung, wobei der zwischen den beiden Geräten anzuordnende Traktor weggelassen wurde, Fig. 3 eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung bei relativ zueinander bezüglich der Fahrtnchtung nach rechts verschwenkten Wildwuchsbesen des Anbaugerätesatzes und Fig. 4 eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung bei relativ zueinander bezüglich der Fahrtrichtung nach links verschwenkten Wildwuchsbesen des Anbaugerätesatzes.
Der Anbaugerätesatz 1 besteht aus einem Anbaurahmen 2, mit dem der Gerätesatz an den Frontlenkern eines Traktors angebracht werden kann, und einem Vordergestell 3, das mit Laufrädern 4 ausgestattet Ist und über eine Schwenkvorrichtung 5 mit dem Anbaurahmen 2 verbunden ist. Die Schwenkvorrichtung 5 kann über einen Stelltneb 6 verstellt werden und besitzt überdies Rastlöcher 7, so dass sie mittels eines Stellstiffes 8 in verschiedenen Schwenklagen mit dem Anbaurahmen 2 fixiert werden kann.
Am Vordergestell sind Lenkerarme 9 um Querachsen 10 schwenkbar gelagert, wobei zur Schwenkeinstellung je eine hydraulische Zylinder-Kolbeneinheit 11 dient. Am zweiten Ende der Lenkerarme 9 ist um eine weitere Querachse 12 ein Besenträger 13 schwenkbar gelagert, der ebenfalls mittels der ZylinderKolbeneinheit 11 verschwenkt werden kann und der seinerseits um eine Längsachse einen Halter 14 schwenkbar und mittels einer Zylinder-Kolbeneinheit 15 einstellbar trägt. Am Halter ist je ein Ölmotor 16 angebracht. Die beiden Ölmotoren 16,17 dienen zum Antrieb von je eines Wildwuchsbesens 17, 18. der aus einer Trägerscheibe 19 und einem Besatz 20 gebildet ist.
Der Besatz 20 bildet einen Kratzerbesatz und besteht seinerseits aus einer Vielzahl von Drahtseil-bündeln, die im Abstand von den freien Enden abgeklemmt und entgegen der Drehrichtung des jeweiligen Besens 17 bzw. 18 gewickelt sind.
Die Fig. 3 und 4 zeigen, dass die beiden Besen 17,18 durch Verschwenken des Vordergestelles 5 nach links bzw. rechts unter Beibehaltung ihres Achsabstandes gegeneinander in Fahrt-und Querrichtung verstellt werden können, so dass sich gegenüber der Stellung nach den Fig. 1 und 2 die Breite des Kehrstreifens und auch die Breite jenes Streifens verändert, der von beiden Besen 17,18 bestrichen wird.
Für die Gesamtsteuerung des Anbaugerätesatzes dient eine Steuereinheit 21, die als elektrische Steuereinheit dargestellt wurde, an eine Versorgungsleitung 22 anschliesst und über ein Steuerkabel 23 und entsprechende Magnetschieber oder -ventile die Beaufschlagung der Zylinder-Kolbeneinheiten 6, 11, 15 sowie der Ölmotoren 16 steuert Im einzelnen dienen die Druckknöpfe 24, 25 zur Beaufschlagungssteuerung der Ölmotoren 16, die Steuerhebel 26, 27, die nach vorne und hinten bzw. links und rechts verstellbar sind. zur Einstellung der Verschwenkung der Besen 17, 18 um die Quer- und Längsachse und damit zur Feinregulierung, d. h.
Erhöhung oder Verringerung des Bodendruckes im vorderen oder hinteren bzw linken oder rechten Endrandbereich des jeweiligen Besens 17 bzw 18 und der Steuerhebel 28 zur Steuerung der Verschwenkung in die Stellungen nach den Fig. 3 und 4 und zu einer Einstellung des Gesamtaggregates 1 nach links und rechts.
Nach den Fig. 2-4 ist der Anbaugerätesatz 1 durch eine Saugkehrvorrichtung 29 ergänzt, die aus einem Nachlaufanhänger 30 für den Traktor mit einem Kehraggregat 31 besteht. Der Anhänger 30 bildet einen Schmutzsammelbehälter und enthält ein von der Traktorzapfwelle antreibbares Sauggebläse, das über einen nicht dargestellten Saugrüssel und eine Saugdüse den Kehrstreifen zwischen zwei normalen Kehrbesen 31,32 absaugt und damit den von den Wildwuchsbesen von der Fahrbahn abgelösten und zerkleinerten Schmutz bzw. Wildwuchs, der von den Kehrbesen 32, 33 zusammengekehrt wird, entfernt.
Falls die Pumpe der Traktorhydraulik für die Gesamtversorgung des Anbaugerätesatzes 1 und der Saugkehrvornchtung 31, deren Besen 32, 33 ebenfalls über Ölmotoren 34 antrieben werden, nicht hinreichend gross dimensioniert ist, kann man eine Zusatzpumpe über die Traktorzapfwellen antreiben.
Der Anhänger 30 enthält in seinem vorderen Bereich 35 das Sauggebläse und daran anschliessend einen mittleren Sammelbehälter 36, der von einem ebenfalls einen Teil des Sammelbehälters bildenden hochklappbaren Deckel 37 abgeschlossen wird. Ferner kann der gesamte Anhänger 30 zur Entleerung über
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die Traktorhubemnchtung, an die er mit einem Anbaugestell 38 mit Drehscheibe 39 anschliesst. gekippt werden.