<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft ein als Kehrvorrichtung ausgebildetes Anbaugerät für Fahrzeuge mit frontseitiger
Hubeinrichtung, insbesondere für mit einem Frontlenkersystem ausgestattete Traktoren, bestehend aus einem an der Hubeinrichtung anbringbaren Tragrahmen, an dem Im Bereich der einen Fahrzeugseite ein Ausleger um eine Hochachse aus einer eingeschwenkten Stellung über die Fahrspur nach der Seite ausschwenkbar lagert, der im Bereich seines freien Endes einen über einen Hydromotor um eine aufrechte Achse rotierend antreibbaren Rundbesen trägt.
Eine derartige Kehrvorrichtung ist aus der DD 103 286 A bekannt. Bei dieser bekannten Einrichtung kann der Ausleger aus einer von der Anlenkstelle nach hinten weisenden Ruhelage nach der Seite hin ausgeschwenkt werden, um die Möglichkeit zu schaffen, mit seiner Hilfe Gehsteige, Bordkanten und andere neben der Fahrbahn befindliche Bereiche zu kehren. Der Besen ist als Rundbesen ausgeführt und um eine Vertikalachse rotierend antreibbar, wobei für die Höhenverstellung Lenkerparallelogramme vorgesehen sind, so dass der Besen nur parallel zu sich selbst auf- und niederverstellt werden kann.
Die Ausstellung des Besens nach der Seite hin erfolgt durch vorgespannte Federn und es ist vorzugsweise eine um eine Vertikalachse drehbare Stützrolle am Aussenende des Auslegers vorgesehen, die sich an eine Bordkante des Gehsteiges anlegen kann und den Besen führt, wobei über diese Rolle auch eine Aussteuerung des Besens beim Auftreffen auf Hindernisse erfolgt. Steht keine Bordkante zur Steuerung des Besens zur Verfügung, muss die maximale Ausstellung des Besenauslegers durch Anschläge begrenzt werden. Die erwähnte Kehrvorrichtung ist aufwendig und hat den prinzipiellen Nachteil, dass wegen der Parallelführung des Besens gegenüber der Fahrbahn geneigt verlaufende Seitenbereiche nicht einwandfrei gekehrt werden können, wobei sich besondere Probleme bei Bodenvertiefungen, Rinnsalen usw ergeben.
Schliesslich ist es mit der beschriebenen Kehrvorrichtung nicht möglich, sogenannten Wildwuchs, also Pflanzenwuchs, auf mit einem Hartbelag versehenen Flächen, Wildkrautbewuchs auf Gehsteigen, Randsteinkanten, Rinnsalen, Wasserabläufen, Rüttel- und Mittelstreifen auf Autobahnen usw. zu entfernen. Es ist auch nicht möglich, die Kehrvomchtung im Bereich der eigentlichen Fahrspur des Fahrzeuges einzusetzen.
Es ist zwar aus der DE 40 17 324 A1 ein sogenannter Wildwuchsbesen bekannt, bei dem an einer horizontal um eine Welle drehbaren kreisrunden Scheibe Zinken aus Federstahl angebracht sind, die Sförmig gebogen sind und von der Scheibe mit ihren Endbereichen entgegen der Drehrichtung schräg nach unten weisen, so dass sie federnd am Boden anliegen, In Rinnen eindringen können und bel der Drehbewegung das Unkraut entfernen sollen. Nachteilig ist. dass die Zinken Kratzspuren am Boden hinterlassen, unangenehme Arbeitsgeräusche erzeugen und, da auch hier nur eine Vertikalverstellung des Besens vorgesehen ist, der also immer eine Parallellage zur Grundstellung einnimmt, wieder Schwierigkeiten bei der Entfernung von Bewuchs aus Rinnsalen, Bodenmulden, abfallenden oder ansteigenden Randstreifen usw. auftreten.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Kehrvorrichtung der eingangs genannten Art, die eine genaue Anpassung an verschiedene Neigungen oder Vertiefungen ermöglicht, Im Bedarfsfall auch einen Einsatz des Besens im Bereich der Fahrspur zulässt, ein sauberes Auskehren von Hohlkehlen, z. B. Gehsteigkanten, ermöglicht und die auch mit einem Wildwuchsbesen ausgestattet werden kann. Eine Teilaufgabe der Erfindung besteht in der Schaffung eines für die Kehrvomchtung besonders geeigneten Wildwuchsbesens.
Eine Kehrvorrichtung der eingangs genannten Art weist erfindungsgemäss einen mit seinem Motor auf einem mittels steuerbarer Zylinder-Kolbeneinheiten um eine Längs- und eine Querachse gegenüber dem Ausleger verschwenkbaren Kopfteil angebrachten Rundbesen auf. Der Ausleger ist am Tragrahmen nach vorne weisend angebracht und über eine weitere Zylinder-Kolbeneinheit gegenüber dem Tragrahmen nach der Seite verschwenkbar Für diese Zylinder-Kolbeneinheit ist eine Einstelleinnchtung für die Beaufschlagungsstärke in beiden Verstellrichtungen vorgesehen.
Durch Einstellung verschiedener Neigungen des Besens kann erreicht werden, dass dieser Besen mit seinem Vorder-oder Hinterrand bzw. einem Seitenrand stärker als mit dem übrigen Bereich angedrückt wird, wodurch der Kehrvorgang zunächst an verschiedenes Kehrgut angepasst werden kann. Besonders wesentlich ist aber, dass es möglich wird, durch Neigungseinstellung des Besens auch Mulden, ansteigende oder abfallende Flächen und gewölbte Bereiche einwandfrei zu kehren. Da der Ausleger nach vorne weisend angebracht ist, kann man auch im Bereich der Fahrspur kehren.
Nach einer weiteren Möglichkeit kann der Ausleger zusätzlich zur Einstellung des Anpressdruckes des Besens über eine Zylinder-Kolbeneinhelt um eine Querachse gegenüber dem Tragrahmen auf-und abschwenkbar angebracht sein, wobei hier sowohl eine Verstellung mittels des Frontlenkersystems des Fahrzeuges als auch über die zusätzliche Zylinder-Kolbeneinheit die Möglichkeit gibt, trotzdem die gewünschten Besenneigungen unter relativ kurzen Hubwegen der dafür erforderlichen Zylinder-Kolbeneinheiten einzustellen.
Nach einer weiteren Ausbildung ist der Rundbesen bei Anbringung der Kehrvorrichtung an der rechten Fahrzeugseite entgegen dem und bei Anbringung an der linken Fahrzeugseite Im Uhrzeigersinn antreibbar.
<Desc/Clms Page number 2>
so dass beim Kehrvorgang die Reaktionskraft auf den Besen ein im Sinne des Ausschwenkens des Auslegers wirkendes Moment erzeugt. Dieses Moment kann ausgenützt werden, um den Besen beim Auskehren von Hohlkehlen im Aussenrandbereich des Kehrstreifens zu steuern, wobei man die Kraft, mit der der Besen nach aussen zieht, mit Hilfe des für die Ausschwenkung des Auslegers dienenden Kolbentriebes einstellen kann. Es ist sogar möglich, die Drehrichtung umzukehren, wenn man erreichen will, dass der Besen etwa bei Hindernissen im Aussenrandbereich von sich aus den Ausleger gegen die Mitte verschwenkt.
Ein auf die Verwendung mit einer erfindungsgemässen Kehrvorrichtung abgestimmter Wildwuchsbesen weist in Abweichung von den bekannten Konstruktionen einen Besatz aus Drahtseilstücken auf, die an dem einen Ende in einer Trägerscheibe befestigt sind und deren Schlagrichtung der Arbeits-Drehrichtung des Besens entgegengesetzt verläuft. Diese Ausführung gewährleistet eine saubere und dabei für die Unterlage schonende Entfernung von Wildwuchs, wobei die Enden der Drahtseile je für sich kleine Besen bilden, die auch Höhlungen und rinnenförmige Vertiefungen in der Fahrbahn sowie Rillen sauber auskehren und von Wildwuchs befreien. Überraschend hat sich hier gezeigt, dass die Abstimmung der Schlagrichtung, in der die Drahtseilstücke verseilt sind, auf die Hauptdrehrichtung des Besens einen besonders günstigen Effekt bnngt.
Auch hier wird durch die Neigungseinstellung der Drehachse des Besens dessen Wirkung an die verschiedenen Verhältnisse angepasst.
Es ist dabei zu erwähnen, dass das Zugfahrzeug zugleich eine nachlaufende Kehrmaschine z. B. nach der AT 397 520 B ziehen kann bzw. ähnlich wie eine Strassenreinigungsvorrichtung nach der AT 389 339 B ausgebildet wird, bei der der Saugrüssel der Saugvorrichtung eines Anbau- oder Anhängefahrzeuges des Schleppers in der Nähe des Kehrbesens das Kehrgut ansaugt, das dann im Sammelbehälter Aufnahme findet.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise veranschaulicht. Es zeigen : Fig. 1 ein erfindungsgemässes Anbaugerät mit rechts angebrachtem Besen und einem Blockschema der Steuervorrichtung im Schaubild und Fig. 2 das Anbaugerät nach Fig. 1 in Zuordnung zu einer Kehrmaschine, wobei der zwischen den beiden Geräten vorhandene Traktor weggelassen wurde.
Am Frontlenkersystem eines Traktors, von dem nur die Unterlenker 1 und ein einstellbarer Oberlenker 2 dargestellt wurden, ist ein Tragrahmen 3 befestigt, an dem ein Schlitten 4, der durch eine Feder 5 im Ausstellsinn vorbelastet ist, zusätzlich mittels einer Zylinder-Kolbeneinheit 6 verschoben werden kann. An diesen Schlitten ist um eine Querachse 7 und um eine Hochachse 8 ein Ausleger 9 schwenkbar angebracht, wobei in der dargestellten Endausschiebestellung des Schlittens 4 bis zu einem Anschlag 10 auch eine Verschwenkung dieses Auslegers 9 um die Achse 8 mittels der Zylinder-Kolbeneinheit 6 gesteuert wird.
Zum Verschwenken um die Querachse 7 dient eine Zylinder-Kolbeneinheit 11 Am Ende des Auslegers 9 ist ein Kopfteil 12 angebracht, der über zwei Zylinder-Kolbeneinheiten 13, 14 gegenüber dem Ausleger um eine Längsachse verdreht und zusätzlich um eine Querachse verschwenkt werden kann. An diesem Kopfteil 12 ist ein Kehraggregat 15 angebracht, das aus einem Hydromotor 16 und einem Rundbesen aus Trägerscheibe 17 und Besatz 18 besteht.
Zur Steuerung sämtlicher Zylinder-Kolbeneinhei- ten 6,11, 13, 14, einer als Oberlenker ausgebildeten Zylinder-Kolbeneinheit 2 und der Drehrichtung und Drehzahl des Hydromotors 16 dient eine zentrale Steuereinheit 19, die in der Nähe des Fahrersitzes eines Traktors angebracht wird, wobei zwei Steuerhebel 20, 21, insbesondere die Neigungseinstellung des Besens 17, 18, die Verstellung nach aussen und den Bodendruck über entsprechende hydraulische Steuereinrichtungen steuern. Ein EinAusschalter 22 dient zum Ein- und Ausschalten des Hydromotors. Dieser Schalter kann auch zugleich zur Drehzahl- und Drehrichtungssteuerung des Motors verwendet werden.
In Fig. 2 ist gezeigt, wie das Anbaugerät relativ zu einer vom gleichen Traktor gezogenen Kehrvorrichtung 23 angeordnet sein kann. Das Anbaugerät wird an den Frontlenkern des nicht dargestellten Traktors befestigt, der auch die Kehrvorrichtung zieht. Diese Kehrvorrichtung 23 besitzt einen Sammelbehälter 24 am Nachläuferfahrgestell 25 und ein vorderseitig angebrachtes Kehraggregat 26 mit zwei wieder über Hydromotoren antreibbaren Kehrbürsten 27,28 sowie einem Sauggebläse, das auf den zwischen den beiden Bürsten 27, 28 gebildeten Kehrstreifen ausgerichtete Saugdüsen besitzt und das Kehrgut über eine Leitung zu einem Staubabscheider innerhalb des Behälters 24 fördert. Über die Kehrbürsten 27. 28 wird auch das von der Bürste 15 z.
B. von einem seitlich des Fahrzeugs befindlichen Randstreifen zur Mitte geförderte Kehrgut aufgenommen.
Wie sich aus den Darstellungen ergibt, kann die Bürste 15 auch zumindest einen Teilbereich des vor dem Traktor befindlichen Fahrstreifens kehren. Um Wiidwuchs zu entfernen, wird eine Bürste verwendet. bei der in der Scheibe 17 ein Besatz 18 aus Drahtseilstücken befestigt, z. B. einvulkanisiert ist, deren freie Enden über den Boden streifen und Wildwuchs entfernen Für Kehrbesen, die vorwiegend linksdrehend, also entgegen dem Uhrzeigersinn drehend, angetrieben werden, werden Drahtseilstücke mit nach rechts
<Desc/Clms Page number 3>
verlaufender Schlagrichtung verwendet und umgekehrt.