AT398093B - Verfahren zur herstellung formbeständiger gegenstände - Google Patents
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Description
AT 398 093 B
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung formbeständiger Gegenstände durch Aufträgen eines fluidisierten Zellulosefaserrohstoffes auf eine formgebende Unterlage durch Ausaugen einer Faserrohstoffpulpe an diese Unterlage.
Unter eine fluidisierten Faserrohstoff ist ein zur Herstellung der gewünschten Gegenstände geeignetes Ausgangsmaterial zu verstehen, das in nasser Form vorliegen kann und faserigen Charakter hat. Als ein solches Ausgangsmaterial kann beispielsweise auf ein Faserpulpematerial verwiesen werden, wie es beispielsweise Anwendung findet bei Paletten und Kartons zur Verpackung zerbrechlicher und empfindlicher Gegenstände wie Obst, Blumen, Eier und beispielsweise Gegenständen aus Glas. Das Pulpematerial besteht hier in der Regel aus einer aufgeschlemmten faserigen Zellulose.
Es ist bekannt, zu diese Zweck eine Herstellungstechnik anzuwenden, bei der das Ausgangsmaterial in Form einer Pulpe mit einem Auftragungsprozeß auf der konturgebendem Außenseite einer Form angebracht wird, die durchlässig ist, damit ein luftförmiges Arbeitsmedium mittels Saugwirkung auf das Material durch das Material der Form einwirken und damit das Material auf der Form auf Kontur saugen kann.
Aufgäbe der Erfindung ist es anzugeben, wie diese an sich zweckmäßige Herstellungstechnik nicht allein zur Herstellung verhältnismäßig kleiner und leichter Gegenstände verwendet werden kann, sondern auch zur Herstellung großer, verhältnismäßig schwerer und besonders tragfähiger Elemente, die sich durch eine Formbeständigkeit auszeichnen, die in einem wesentlichen Grad auf einer entsprechenden Dicke der auf der formgebenden Unterlage aufgebrachten Materialschicht beruht. Im Vergleich hierzu ist die Materialdicke bei den genannten kleinen und leichten Gegenständen recht gering, und die in der Praxis erforderliche Steifheit wird in der Regel durch eine bewußte Gestaltung der Wandpartien bewerkstelligt, die beispielsweise Stützen für die genannten Gegenstände bilden, da die einander abstützenden Wände, ein insgesamt verhältnismäßig steifes Produkt hervorbringen.
Die angegebene Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelost, daß für die Herstellung der Pulpe aus dem fluidisierten Faserrohstoff ein langfaseriges Ausgangsmaterial, welches erhöhte Entwässerungseigenschaften aufweist, verwendet wird, daß die Pulpe auf die Unterlage aufgetragen wird, und daß das Ansaugen gesteuert erfolgt.
Unter Ausnutzung der vorstehend genannten Herstellungstechnik ist es hierdurch möglich, auch tragfähige Elemente wie Paletten und Bauelemente herzustellen, die im Gegensatz zu den genannten Verpackungsbeispielen verhältnismäßig ebene und glatte Außenflächen aufweisen können und an sich eine hohe Formbeständigkeit aufweisen. Hiebei wird so vorgegangen, daß diese Pulpe auf die Unterlage in einer derartigen Menge aufgetragen wird und das Aufsaugen derart gesteuert erfolgt, daß auf der Unterlage durch Aufsaugen eine Faserrohstoffschicht in einer solchen Dicke abgelagert wird, daß diese die für den Gegenstand gewünschte Formbeständigkeit im wesentlichen hervorbringt. Das Aufträgen einer Faserrohstoffschicht mit der definierten Dicke bedeutet, daß mit dem beim Saugen angewendeten Unterdrück in der Faserrohstoffschicht eine Materialdichte erzeugt werden kann, die an der der Formfläche zugewandten Außenseite der Materialschicht am größten ist und verstärkend wirkt, da sie von der durchgehenden Mittelebene des aufgetragenen Gegenstandes entfernt liegt.
Unter Ausnutzung der Schichtdicke des so hergestellten Gegenstandes läßt sich dessen Formbeständigkeit erfindungsgemäß dadurch erhöhen, daß das Ansaugen der zur Herstellung des gesamten Gegenstandes erforderlichen Faserpulpemenge in einem einzigen örtlich in seiner Stärke variierenden Saugprozeß erfolgt. Erfindungsgemäß wird hiebei so vorgegangen, daß über die Faserrohstoffschicht verteilt in dieser eine oder mehrere Abweichungen in der Schichtdicke dadurch erzeugt werden, daß der Saugeffekt während eines zur Herstellung des gesamten Gegenstandes erforderlichen Faserpulpemenge gemeinsamen Saugprozesses örtlich entsprechend variiert wird. Auf diese Weise läßt sich in ein und demselben Arbeitsgang, d.h. beim Aufträgen des Faserrohstoffes auf die formgebende Unterlage, sowohl die für den Gegenstand gewünschte endgültige Außenseite, als auch, unter Ausnutzung der Dicke der Materialschicht, eine die Formbeständigkeit erhöhende geformte Struktur in dem das den eigentlichen Gegenstand bildenden Materiaiprodukt ausformen. Eine solche Struktur läßt sich erfindungsgemäß beispielsweise als ein zusammengehöriges Strukturmuster mit einer im Verhältnis zu den übrigen Bereichen des Gegenstandes größeren Schichtdicke ausformen. Erfindungsgemäß wird hiebei bevorzugt so vorgegangen, daß das örtliche Variieren der Stärke des Saugprozesses einem zusammengehörigen Strukturmuster unterliegt.
Eine zweckmäßige Art der Durchführung kann so erfolgen, daß zum Ansaugen einer leicht zu entwässernden Faserrohstoffpulpe in der gewünschten Dicke eine für ein luftförmiges, bei Unterdrück aktives Arbeitsmedium durchlässige Form zur Anwendung kommt, die eine für das Arbeitsmedium durchlässige Formfläche hat, deren Durchlässigkeit der Dicke der Faserrohstoffschicht angepaßt ist, die durch Ausaugen der Pulpe auf dieser Fläche abgelagert werden soll.
Hierdurch läßt sich ein solches Zusammenwirken zwischen der Entwässerungsfähigkeit der Pulpe und der Saugfähigkeit der Formfläche erzielen, daß sogar Elemente mit einer aufgrund der gewünschten 2
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Tragfähigkeit großen Faserschichtdicke rationell hergestellt werden können.
Zur Erzielung der örtlichen Abweichungen in der Schichtdicke der Faserrohstoffschicht des Elements läßt sich eine Form verwenden, deren Formfläche eine Durchlässigkeit aufweist, die in Übereinstimmung mit der Schichtdicke der beziehungsweise den örtlichen Abweichungen) oder des zusammengehörigen Strukturmusters der durch Saugen auf die Formfiäche aufgetragenen leicht zu entwässernden Faserpulpeschicht variiert.
Das bedeutet, daß das Aufträgen des Faserrohstoffes auf die Formfläche verschieden ist, je nach Durchlässigkeit eben dieser Fläche, wodurch der Saugeffekt örtlich variiert, sodaß in Bereichen, in denen die Durchlässigkeit der Formfläche gering ist, der Faserrohstoff in geringerem Grad auf die Formfläche aufgetragen wird, während der Auftragungsgrad in den Bereichen hoch ist, in denen die Durchlässigkeit der Formfläche groß ist.
Das Verfahren kann so durchgeführt werden, daß zum Ansaugen einer leicht zu entwässernden Faserrohstoffpuipe in der gewünschten Dicke eine für ein luftförmiges, bei Unterdrück aktives Arbeitsmedium durchlässige Form verwendet wird, die zumindest in dem konturgebenden Teil der Form aus einem partikularen Verbundmaterial besteht, dessen Partikel aneinander festgehalten sind, um eine formbeständige Formfläche zu bilden, wobei sie gleichzeitig zusammen offene Durchlässe für das Arbeitsmedium begrenzen, die sich durch das Verbundmaterial hin zur Formaußenfläche erstrecken, und daß die Dicke auf jeden Fall der die Formfläche bildenden Verbundmaterialschicht der Dicke der Faserrohstoffschicht angepaßt ist, die durch Ansaugen der Pulpe auf diese Fläche abgelagert werden soll.
Eine solche Form läßt sich sowohl auf der Basis eines preiswerten, anorganischen Rohmaterials wie Sand, als auch mit Hilfe einer einfachen, nicht viel Zeit in Anspruch nehmenden und damit gleichfalls preiswerten Verfahrenstechnik hersteilen. Die Gesamtherstellungskosten für die Form können auf einem geringen Niveau gehalten werden, weshalb diese Ausführungsform sich gut zur Herstellung einer geringeren Anzahl von Produkten eignet.
Zur Erzielung der örtlichen Schwankungen in der Schichtdicke der Faserrohstoffschicht des Gegenstandes läßt sich eine Form anwenden, bei der die die Formfiäche bildende Schicht des Verbundmaterials eine Dicke aufweist, die in Übereinstimmung mit der Schichtdicke der örtlichen Abweichung beziehungsweise der örtlichen Abweichungen, oder des gewünschten zusammengehörigen Strukturmusters der durch Saugen auf die Formfläche aufgetragenen leicht zu entwässernden Faserpulpeschicht variiert.
Weiters läßt sich eine Form anwenden, deren durchlässige Formflache sich aus Partikeln mit unterschiedlicher Partikelgröße zusammensetzt, indem die Partikelgröße in dem die Formfläche bildenden Teil der Gußform klein und in einer darunter liegenden Stützschicht für diesen Teil größer ist. Hierdurch wird ein guter Luftdurchgang erzeugt und gleichzeitig trifft der herzustellende Gegenstand auf eine verhältnismäßig glatte Formaußenseite, was wiederum zur Folge hat, daß dem Gegenstand eine ebene Oberfläche verliehen wird.
Die zur Durchführung eines Produktionsprozesses erforderliche Formstärke kann dadurch erzeugt werden, daß die Partikel der Form mit geeigneten Bindemitteln gemischt werden, die das Haftvermögen verbessernde Mittel enthalten können, und daß eine aus einer solchen Mischung hergestellte Form z.B. mit Wärmebehandlung gehärtet wird. Auch eine Verkeilung unter den Partikeln kann zur Anwendung kommen, um der Form Festigkeit zu verleihen.
Des weiteren kann eine Form zur Anwendung kommen, die unten mit einem Grundflächenteil versehen ist, in dem die Verbundpartikel durch eine eigentliche Verschmelzungsverbindung miteinander verbunden sind, während die Partikel in dem restlichen Teil der Form durch eine härtende Verklebungsverbindung miteinander verbunden sind. Eine solche Form zeichnet sich durch eine gute Festigkeit aus, sodaß sie auch erhebliche Arbeitsdrücke aushalten kann.
Es ist auch möglich, eine Form anzuwenden, deren Formfläche mit einer solchen Stärke ausgebildet ist, daß die Form zum Nachpressen eines geformten Gegenstandes verwendet werden kann. Das Nachpressen läßt sich nicht allein dazu nutzen, Wasser aus der auf der Formfläche abgesetzten Pulpeschicht hurtig zu entfernen, sondern auch dazu, eine besonders gute Materialdichte in der abgesetzten, verhältnismäßig dicken Fasermaterialschicht und somit eine besonders große Formbeständigkeit des fertigen Gegenstandes zu erzeugen.
Die angestrebte Porosität der Form läßt sich durch eine passende Wahl der Korngröße und die Verteilung der Partikel, aus denen die durchlässige Formfläche zusammengesetzt sein kann, erzeugen, um sowohl günstige Bedingungen für die Festhalteverbindung unter den Partikeln und um eine passende Dimensionierung der Porosität zu erzielen, um einen unerwünschten Druckabfall über einem unnötig dichtem Baumaterial zu vermeiden.
Das vorstehend beschriebene erfindungsgemäße Verfahren kann, wie bereits erwähnt, in der Preis zur Herstellung von Gegenständen aus verschiedenen faserhaltigen Aufschlemmungen Anwendung finden, 3
AT 398 093 B jeweils in Anwesenheit von Hilfsstoffen, die erforderlich sein könnten, um in der durch Ansaugen auf die Form erzeugten Materialschicht Zusammenhang zu schaffen.
Das Entfernen eines Produkts, das durch Aufträgen eines fluidisierten Faserrohstoffes auf die konturgebende Außenseite der Formfläche mit Hilfe eines luftförmigen Arbeitsmediums gebildet ist, kann in der 5 Praxis dadurch erfolgen, daß das Produkt mit Druckluft durch die Luftdurchgänge der Form bearbeitet und damit frei aus der Form gehoben wird. In der Praxis wird das Produkt meist noch recht weich sein, weshalb es zum Zwecke der Herausnahme des Produktes aus der Gußform zweckmäßig sein kann, eine Übergangsform zu verwenden, die so eingerichtet ist, daß sie mit der von der genannten konturgebenden Außenseite weg wendenden Seite des Produkts zusammenwirkt, um das Produkt von dieser Außenseite zu entfernen, io und daran anschließend das Produkt beispielsweise auf ein Transportband abiegt, das das Produkt in eine Trockenkammer führt. Es kann auch eine solche Übergangsform aus einem partikularen Verbundmaterial wie vorstehend angegeben gebildet sein, indem die Partikel des Materials zusammengebunden werden zur Bildung einer offenen, stabilen Struktur mit zur Formaußenseite durchgehenden Luftdurchgängen, und die so gebildete Form wird mit einer Quelle für ein das Saugen bewirkendes Vakuum verbunden. 75 Die Übergangsform kann direkt mit einem auf der Gußform hergestellten Produkt als Ausgangsbasis hergestellt werden, indem beispielsweise aus Gips auf diesem Produkt eine erste Hilfsform (Negativ) erzeugt wird, die der von der Gußform weg wendenden Seite des Produkts entspricht, auf dieser ersten Hilfsform (Negativ) wird eine zweite Hilfsform (Positiv), beispielsweise ebenfalls aus Gips, erzeugt, und die Übergangsform (Negativ) wird danach direkt auf dieser zweiten Hilfsform gebildet. 20 Die durchlässige Formfläche kann dadurch rein gehalten werden, daß die Formfläche vor Beginn des Aufträge- oder Überführungsprozesses zum Zwecke der Reinigung einem Luftstrom ausgesetzt wird, der durch die Durchgänge in der Form für das luftförmige Medium strömt.
Eine Form, die aus partikularem Verbundmaterial aufgebaut ist, kann auf eine solche Weise hergestellt werden, daß sie nach Gebrauch oder im Falle von Verschleiß regeneriert wird, indem das partikelförmige 25 Baumaterial der Form wiederverwertet wird.
Zur Herstellung einer Pulpe, die leicht zu entwässern sein soll, wird erfindungsgemäß so vorgegangen, daß das faserige Ausgangsmaterial für die Herstellung der Pulpe, teils durch Anwendung einer Ausschlage-behandlung in einem Pulper, teils durch Anwendung einer vorhergehenden, getrennten und gesteuerten Trockenvermahlung, wodurch das Ausgangsmaterial in dosierbare Mengen aufgeteilt und in Fasern aufge-30 teilt wird, verarbeitet wird, wonach der Gegenstand aus der somit gebildeten Pulpe hergestellt wird.
Die Anwendung eines Pulpers als einer wesentlichen Bearbeitungsstufe der Faserrohstoffe zur Bildung einer Pulpe, aus der die gewünschten Gegenstände hergestellt werden sollen, erfolgt u.a. in den Fällen, bei denen die Faserrohstoffe als Trockenmasse in Ballen, beispielsweise Papierabfällen, eingehen.
Im Pulper wird eine kräftige Wirbelbildung bewirkt, wodurch sich die Einzelteile des Materials aneinan-35 der reiben und dadurch zermahlen werden, wodurch die Rohstoffe in Fasern aufgeteilt werden.
Insbesondere bei einem heterogenen Material wie Alt-oder Recyclingspapier ist damit zu rechnen, daß diese Aufteilung sukzessiv erfolgt, sodaß die zuerst freigesetzten Fasern vor den später freigesetzten Fasern einer weiteren wesentlichen Bearbeitung ausgesetzt werden- Mit anderen Worten ist die Bearbeitung im Pulper in ihrem Verlauf somit unkontrolliert und dadurch ungleichartig. Die genannte weitere Bearbeitung 4o hat zur Folge, daß sowohl der Vermahlungsgrad (° SR-Schopper-Riegler) und somit die Verschleimung im Pulper zunimmt, was einen negativen Einfluß auf die spätere Entwässerung des aus der Pulpe hergestellten Gegenstandes hat, sowie das Schrumpfen des Gegenstandes während des Entwässerns und Trocknens seines Materials erhöht.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird erzielt, daß dem Pulper zumindest teilweise ein Faserroh-45 stoffmaterial zugeführt wird, dessen Fasern bereits in einem wesentlichen Grad in Einzelfasern aufgeteilt sind, weshalb sie unmittelbarer und gleichzeitig empfänglich sind für die im Pulper zustande gebrachte Selbstvermahlungseinwirkung und den Vermischungseffekt. Da der Pulper ein gleichartigeres Rohstoffmaterial verarbeitet, kann auch der im Pulper durch Selbstvermahlung bewirkte Vermahlungsgrad auf eine größere Gleichartigkeit hin gesteuert werden, und die bereits erwähnte Bindung des Wassers in der aus so dem Pulper austretenden Pulpe läßt sich somit besser steuern.
Eben dieses Verfahren hat jedoch noch andere Vorteile zur Folge, die bei der Wiederverwendung von Papierabfällen besonders wertvoll sind.
Recyclingpapierabfälle liegen in vielen verschiedenen Qualitäten und Sortierungen vor. Wird dieses Material vor dem Ausschlagen im Pulper einer getrennten und gesteuerten Trockenvermahlung unterzogen, 55 läßt sich häufig eine schlechtere und somit billigere Materiaiqualität verwenden, als wenn der Aufteilungsprozeß ausschließlich als Ausschlagen im Pulper vorgenommen werden würde.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, die genannte vorhergehende getrennte Vermahlung als einen Mehrstufenprozeß durchzuführen, wodurch sich das Ausgangsmaterial besonders effektiv in dosierbare 4
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Mengen aufteilen läßt.
Auf diese Weise läßt sich beispielsweise auch Altpapiermaterial, das Plast, naßfestes Papier, plastlaminierten Karton und Papier enthält, in gewünschtem Umfang in Fasern und andere Partikel aufteilen. Aufgeteilte Bestandteile, die nicht Papier sind, können dann vor der Zufuhr zum Pulper abgetrennt werden, s oder aber diese Bestandteile können, da sie in vermahlenem Zustand vorliegen, in den anschließenden Produktionsprozeß eingehen.
In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens kann so vorgegangen werden, daß das einer getrennten und gesteuerten Trockenvermahlung unterworfene langfaserige Ausgangsmaterial in dosierten Mengen einer bereits im Pulper gebildeten Pulpe zugesetzt wird und gemeinsam mit dieser einer zeitlich io begrenzten Ausschlagung unterworfen wird.
Auf diese Weise kann ein Gegenstand produziert werden, dessen Fasermaterial zum Teil hauptsächlich durch hydrogene Faserbindungen gebunden ist und zum Teil mit in Luft suspendiertem Fasermaterial durchsetzt ist, zu dessen Bindung in der Regel Leim verwendet wird. Es hat sich gezeigt, daß man auf diese Weise auf eine traditionelle und vollständig hydrogene Bindung der gesamten Pulpe verzichten kann, 15 was bedeutet, daß die Entwässerung und somit die Produktionszeit für den Gegenstand wesentlich verkürzt werden kann. Darüber hinaus ermöglicht die Methode eine genaue Kontrolle mit den für den Gegenstand gewünschten Festigkeitseigenschaften, da sich diese mit dem Zusatz von Leim genau steuern lassen.
Diese Vorteile haben eine wesentliche Bedeutung für eine rationelle und damit wirtschaftliche industrielle Herstellung auch von großen formbeständigen Gegenständen bei Anwendung der beschriebenen Saug-. so technik.
Eine in mehrere Stufen aufgeteilte Trockenvermahlung läßt sich beispielsweise durchführen, wenn ein sogenannter Shredder zur Anwendung kommt, wonach eine Behandlung in einer Schlagmühle erfolgt, der somit Material aus dem Shredder in dosierbaren Mengen zugehen kann und die das Material einer weiteren Vermahlungseinwirkung aussetzt, bevor dieses, wenn gewünscht gleichfalls in speziell dosierbaren Mengen, 25 dem Pulper zur eigentlichen Ausschlagsbearbeitung zu geführt wird.
Die erfindungsgemäß vorgeschlagene getrennte und gesteuerte Trockenvermahlung der Faserrohstoffe vor ihrer Ausschlagung im Pulper eröffnet gleichfalls die Möglichkeit der Mitverwendung von Recyclingsaltpapier in den Fällen, bei denen die herzustellenden Gegenstände schrumpffrei und maßbeständig sein sollen. Ein Ausgangsmaterial mit einem hohen Gehalt an holzhaltigen Fasern hat ein geringeres Schrump-30 fen zur Folge als wenn die Fasern Zellulosefasern wären. Es hat sich gezeigt, daß bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens einem holzhaltigen Papierrohmaterial sogar eine wesentliche Menge preiswertes Recyclingaltpapier, hierunter Pappabfälle, zugesetzt werden kann, das nicht unbedingt holzhaltig ist, da aufgrund der vorhergehenden, getrennten und gesteuerten Trockenvermahlung des Rohmaterials im Pulper eine Pulpe hergestellt werden kann, die kein unerwünschtes Schrumpfen der hergestellten Gegen-35 stände zur Folge hat.
Es ist im Prinzip bekannt, zur Herstellung von Gegenständen aus einem fluidisierten Faserrohstoff Hilfsstoffe in Form von Füllstoffen und Chemikalien, sowie Bindemittel zu verwenden. Die Hilfsstoffe bestimmen, inwieweit die hergestellten Gegenstände mehr oder minder fest, hart und transparent oder schwach, weich und saugfähig sein sollen. Die vorliegende Erfindung hat auch Vorteile in Verbindung mit 40 der Anwendung solcher Hilfsstoffe zur Folge, wobei bevorzugt so vorgegangen wird, daß Hilfsstoffe bei der weiteren Verwendung der gebildeten Pulpe zugesetzt werden.
Die Aufteilung des Herstellungsprozesses in mehrere Herstellungsstufen ermöglicht es nämlich in stärkerem Maße, die Hilfsstoffe auf verschiedenen Stadien des Gesamtherstellungsprozesses zuzusetzen. Die als Folge der die Erfindung kennzeichnenden Bearbeitung erzielte offene Struktur der abschließenden 45 Pulpe macht diese sogar noch in höherem Grade für Hilfsstoffe zugänglich, sodaß beispielsweise ein Bindemittel mehr oder minder integrierend auf die Oberfläche der hergestellten Gegenstände aufgetragen werden kann, um eine erhöhte Wandstärke zu erzielen. Der Zusatz der Hilfsstoffe während einer vorhergehenden, getrennten und gesteuerten Trockenvermahlung fördert eine überaus gleichartige Verteilung der Hilfsstoffe in der hergestellten Fasermasse auf eine besonders gute Weise. Natürlich können die Hilfsstoffe so auch weiterhin im Pulper zugesetzt werden.
Es ist weiters möglich, daß das Ausschlagen im Pulper als ein in Abhängigkeit von der vorhergehenden getrennten Vermahlung gesteuerter Verarbeitungsprozeß durchgeführt wird. Mit anderen Worten kann der im Pulper erzeugte Grad der Selbstvermahlung dem Grad der Vermahlung angepaßt werden, der je nach Verhältnissen mit der oder den vorhergehenden Vermahlungsstufe(n) bewerkstelligt worden ist. Beispiels-55 weise kann einer Papierpulpe, die im Pulper zu einem normalen, durch Selbstvermahlung bewerkstelligten Vermahlungsgrad von 60’ SR (Schopper-Riegler) aufgeteilt worden ist, trockenvermahltes Fasermaterial zugesetzt werden, wonach die Mischung weitere 5 Minuten im Pulper bearbeitet wird. Den aus einer solchen Mischpulpe hergestellten Gegenständen kann eine besonders große Dicke, Porosität und Permea- 5
Claims (7)
- AT 398 093 B bilität verliehen werden. Das bedeutet, daß die Produkte gute Entwässerungseigenschaften haben und daher auch mit großen Materialdicken hergestellt werden können. Eine mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte leicht zu entwässernde Pulpe ermöglicht problemlos eine gleichmäßige Zufuhr der Fasersuspension über die Form, auch im Falle der Herstellung von Gegenständen mit großer Wanddicke. Altpapier, das auch als Rückgabepapier bezeichnet wird, kann sehr uneinheitlich sein und Fasern mit sehr unterschiedlichen Längen enthalten. Dennoch hat sich gezeigt, daß die durchschnittliche Faserlänge so groß ist, daß die vorstehend aufgeführten insbesondere entwässerungsmäßigen und strukturellen Vorteile erzielt werden können, wenn dieses Papiermaterial in den Herstellungsprozeß eingeht. Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich bei der Verarbeitung auch sogenannten Virginmaterials anwenden. Patentansprüche 1. Verfahren zur Herstellung formbeständiger Gegenstände durch Ablagerung eines fluidisierten Zellulosefaserrohstoffes auf eine formgebende Unterlage durch Ansaugen einer Faserrohstoffpulpe an diese Unterlage, dadurch gekennzeichnet, daß für die Herstellung der Pulpe aus dem fluidisierten Faserrohstoff ein langfaseriges Ausgangsmaterial, weiches erhöhte Entwässerungseigenschaften aufweist, verwendet wird, daß die Pulpe auf die Unterlage aufgetragen wird, und daß das Ansaugen gesteuert erfolgt.
- 2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ansaugen der zur Herstellung des gesamten Gegenstandes erforderlichen Faserpulpemenge in einem einzigen örtlich in seiner Stärke variierenden Saugprozeß erfolgt.
- 3. Verfahren gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das örtliche Variieren der Stärke des Saugprozesses einem zusammengehörigen Strukturmuster unterliegt.
- 4. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das faserige Ausgangsmaterial für die Herstellung der Pulpe, teils durch Anwendung einer Ausschlagebehandlung in einem Pulper, teils durch Anwendung einer vorhergehenden, getrennten und gesteuerten Trockenvermahlung, wodurch das Ausgangsmaterial in dosierbare Mengen aufgeteilt und in Fasern aufgeteilt wird, verarbeitet wird, wonach der Gegenstand aus der somit gebildeten Pulpe hergestellt wird.
- 5. Verfahren gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die vorhergehende getrennte Vermahlung als ein Mehrstufenprozess durchgeführt wird.
- 6. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das einer getrennten und gesteuerten Trockenvermahlung unterworfene langfaserige Ausgangsmaterial in dosierten Mengen einer bereits im Pulper gebildeten Pulpe zugesetzt wird und gemeinsam mit dieser einer zeitlich begrenzten Ausschlagung unterworfen wird.
- 7. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß Hilfsstoffe bei der weiteren Verwendung der gebildeten Pulpe zugesetzt werden. 6
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