AT396957B - Schliesszylinder bzw. flachschlüssel für einen schliesszylinder - Google Patents
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Description
AT 396 957 B
Die Erfindung betrifft einen Schließzylinder bzw. einen Flachschlüssel für einen Schließzylinder, mit einem in einer Bohrung eines Zylindergehäuses drehbaren Zylinderkem mit Schlüsselkanal, sowie mit unter Federvorspannung stehenden radial angeordneten, verschiebbaren Kern- und Gehäusestiften, die als Zuhaltungen von Kerben bzw. Zahnungen des Flachschlüssels aus einer die Drehung des Zylinderkemes im Zylindergehäuse blockierenden Sperrsteilung in eine Freigabestellung verschiebbar sind.
Bei den heute weltweit verbreiteten Schließzylindem ordnet ein passender Flachschlüssel die aus Kern- und Gehäusestiften bestehenden Zuhaltungen derart, daß die Stoßfläche zwischen den Kern- und Gehäusestiften in der Mantelfläche des Zylinderkernes zu liegen kommt. Es läßt sich dann der Zylinderkem im Zylindergehäuse drehen. Diese Drehung wird über eine Spermase an ein Schloß (Einstemmschloß, Einsteckschloß, Kastenriegelschloß od. dgl.) übertragen, welches einen oder mehrere Riegel ausschiebt oder zurückzieht. Auch elektrische Schalter, z. B. von Alarmanlagen, werden oftmals auf diese Weise betätigL
Im Zuge der Weiterentwicklung dieses seit Jahrzehnten bekannten und erprobten Sperrprinzips war man bestrebt, zusätzliche Sicherheitskriterien zu überlagern. In diesem Sinn ist es bekannt, den Nachschlüssel mit seitlichen Steuerrippen auszustatten, die axiale Stifte gegen Federkraft verschieben um im Zusammenwirken mit Sperrköipem, wie etwa Kugeln, eine zusätzliche Blockierung oder Freigabe des Zylinderkemes zu bewirken. Es sind auch radial im Zylinderkem frei verschiebbare Einlegestifte in Kembohrungen bekannt, die mit Ausnehmungen in der Flachseite des Schlüssels Zusammenarbeiten. Diese Stifte greifen in Ausnehmungen des Zylindergehäuses ein und können bei einer Drehung nur dann in den Zylinderkem zurückweichen, wenn eine entsprechende Ausnehmung am Schlüssel vorhanden ist.
Die Erfindung zielt darauf ab, ohne großen konstruktiven Aufwand, der zu einer Störungsanfälligkeit führen könnte, einen Schließzylinder hinsichtlich der Nachtsperrsicherheit zu verbessern und einen Schlüssel voizusehen, der charakteristische Merkmale aufweist, die durch nachträgliche spanabhebende Bearbeitung eines Serienschlüssels nicht ergänzt werden können. Dies wird dadurch erreicht, daß der der Öffnung des Schlüsselkanals zunächst liegende Kemstift in seinem in den Schlüsselkanal hineinragenden Teil und der Flachschlüssel nächst der dem Kemstift zugeordneten Kerbe oder der Zahnung eine gegenseitige formschlüssige Verbindung zur Lagefixierung des Kemstiftes bei eingeschobenem Schlüssel aufweist und daß in der den Kern durchsetzenden Querschnittsebene mindestens eine Ausnehmung im Zylindergehäuse vorgesehen ist, deren Öffnung in die Bohrung für den Zylinderkem einmündet, wobei die Ausnehmung zum Eintauchen des Kemstiftes ausgebildet ist und die Anschlagfläche zur Blockierung der weiteren Drehung des Zylinderkemes im Zylindergehäuse aufweist. Der Kernstift fallt bei Betätigung des Schließzylinders durch einen gewöhnlichen Serienschlüssel nach dem Wegdrehen des Zylinderkemes aus der Sperrstellung sofort in die Ausnehmung im Zylindergehäuse und blockiert die weitere Drehung. Nur mit einem Flachschlüssel, der den Kemstift zusätzlich zu seiner radialen Positionierung auch noch formschlüssig festhält, bleibt auch bei der Drehung des Zylinderkemes innerhalb des Kemmantels lagefixiert, sodaß der Kemstift über die Ausnehmung im Zylindergehäuse hinweggleitet, ohne in diese einzutauchen. Es ist zweckmäßig, wenn der Kemstift als formschlüssige Verbindung eine Ringnut und der Flachschlüssel eine in diese eingreifende Flanke im Bereich der den Kemstift verschiebenden Kerbe bzw. Zahnung aufweist. Die Flanke kann als hakenartiger Vorsprung ausgebildet sein, wobei der Abstand der Ringnut vom Kopf des Kemstiftes dem Abstand der Steuerfläche der Schlüsselkerbe oder der Zahnung von der vorspringenden Flanke, also der Hakennase des am Schlüssel vorgesehenen Formschließelementes entspricht. Zur Unterstützung des Effektes ist es zweckmäßig, wenn der Kemstift wie bekannt ein Stahlstift ist und in der Ausnehmung ein Magnet vorgesehen ist. Dadurch wird auf den Kemstift in der Drehstellung des Zylinderkems eine Kraft ausgeübt, sobald die Lage des Kemstiftes in radialer Richtung mit der Ausnehmung im Zylindergehäuse fluchtet. Um eine sichere Funktion auch in Einbaulagen des Schließzylinders zu gewährleisten, die nicht der üblichen Einbaulage entsprechen, kann die Ausnehmung bzw. können eine oder mehrere zusätzliche Ausnehmungen im Zylindergehäuse in der Drehebene des Kemstiftes vorgesehen sein.
Um ein Zurückdrehen mit dem falschen Schlüssel zu ermöglichen ist es zweckmäßig, wenn die Ausnehmung in Drehrichtung des Zylinderkems eine Einlaufschräge aufweist.
Der Flachschlüssel weist ein besonderes Merkmal auf. Er ist dadurch gekennzeichnet, daß der Kerbe oder Zahnung, für den ersten Kemstift eines Schließzylinders eine in Einschubrichtung des Schlüssels in einen Schlüsselkanal vorspringende Flanke zugeordnet ist. Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Flanke als Teil eines zwischen Schlüsselreide und erster Kerbe oder Zahnung angeordneten über die Steuerfläche der Kerbe oder Zahnung greifenden hakenförmigen Zahnes ausgebildet. Ein Schlüsselrohling ist dadurch gekennzeichnet, daß nächst der Schlüsselreide eine zum Eingreifen in den Schlüsselkanal und zum Festhalten des ersten Kemstiftes, in Einschubrichtung des Schlüssels in den Schlüsselkanal vorspringende Flanke, insbesondere ein Haken, vorgesehen ist.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in den Zeichnungen dargestellt. Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch einen Teil eines Schließzylinders mit passendem Flachschlüssel und Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie (II-II) in Fig. 1 bei abgezogenem Flachschlüssel.
Ein Zylinderkem (1) ist in einem Zylindergehäuse (2) drehbar gelagert. In fünf parallelen radialen Bohrungen (3) sind jeweils Kemstifte (4) und Gehäusestifte (5) gegen Federkraft verschiebbar. Ein Flachschlüssel (6) greift in einen Schlüsselkanal (7) des Zylinderkems und weist Kerben bzw. Zahnungen (8) -2-
Claims (7)
- AT 396 957 B im Baribereich auf, deren Steuerflächen die Kemstifte (4) zusammen mit den Gehäusestiften (5) verschieben. Der in Fig. 1 dargestellte "richtige" Schlüssel bewirkt eine Verschiebung, bei der die Berührungsflächen zwischen den Kemstiften (4) und den Gehäusestiften (5) genau in der Teilungsfläche zwischen Zylinderkem (1) und Zylindergehäuse (2) liegen. Dadurch kann der Zylinderkem (1) im Zylindergehäuse (2) gedreht werden. S Der dem Eingang des Schlüsselkanals (7) zunächst liegende Kemstift (4') trägt in seinem in den Schlüsselkanal (7) hineinragenden Teil eine Ringnut (9) als Formschlußelement gegenüber dem Schlüssel (6), der im Bereich seiner den genannten Kemstift (4’) zugeordneten Steuerfläche diese übergreifend eine in Einschubrichtung auskragende Flanke (10) in Form eines hakenartigen Vorsprungs als Formschlußelement aufweist, welches mit jenen des Kemstiftes (4') zusammenwirkt. Der vertikale Abstand der Ringnut (9) vom 10 Kopf des Kemstiftes (4') ist gleich dem vertikalen Abstand zwischen der Steuerfläche des Schlüssels (6) und der Flanke (10). Die axiale Länge der Steuerfläche in Einschubrichtung entspricht mindestens dem Kopfdurchmesser des Kemstiftes (4') plus der Eingriffstiefe der Formschlußverbindung. Dadurch können die Formschlußelemente ineinandergreifen ohne zu spießen. Die Formschlußverbindung wird infolge des Einrastens der Kernstifte (4) in die Kerben (8) des Schlüssels (6) fixiert Ein Ausrücken ist nur unter 15 Überwindung der so erzielten Verrastung möglich. In der Einraststellung des Schlüssels (6) hält somit die Flanke (10) den Kemstift (4') unverschiebbar fest. Im Drehbereich des Kernstiftes (4') (Zeichenebene der Fig. 2) liegt eine Ausnehmung (11) im Zylindergehäuse (2), die zum Zylinderkem (1) hin offen ist Die Ausnehmung (11) ist so dimensioniert, daß der Kemstift (4') in diese eintauchen kann, sollte er nicht gemäß Fig. 1 festgehalten werden. Dieser Fall tritt dann 20 ein, wenn ein Schlüssel (6) zwar mit den passenden Kerben bzw. Zahnungen (8) zur lagerichtigen Positionierung der als Zuhaltungen wirkenden Kem- und Gehäusestifte (4,5) ausgestattet ist, jedoch keine zusätzliche Formschlußverbindung (z. B. Flanke (10), Ringnut (9)) zum Kernstift (4') aufweist. Der Zylinderkem (1) kann dann zwar aus der Sperrstellung geringfügig weggedreht werden; der locker in seiner Bohrung liegende Kemstift (4*) fällt jedoch sofort in die Ausnehmung (11) und blockiert die weitere 25 Kemdrehung, sofern er nicht gemäß der Erfindung im Kem festgehalten wird. Die Ausnehmung (11) verfügt über eine Einlaufschräge (12) und eine Anschlagfläche (13) für den Kemstift (4'). Um den Effekt zu verstärken befindet sich am Boden der Ausnehmung (11) ein Permanentmagnet (14). Der Kemstift (4') ist in diesem Fall aus Stahl. Er wird in die Ausnehmung (11) hineingezogen. Damit der Zylinderkem (1) wieder in die Ausgangsstellung zurückgedreht werden kann, ist die Schräge (12) vorhanden. 30 Entlang dieser wird der Kernstift (4') wieder in die Position nach Fig. 1 zurückgeschoben. Der "falsche" Schlüssel kann auch wieder abgezogen werden. Die Ausnehmung kann links und bzw. oder rechts neben dem Gehäusestift (5') vorgesehen sein. Auch kann eine zusätzliche Ausnehmung (11*) etwa diametral zur Ausnehmung (11) angeordnet sein, die dann zur Wirkung kommt, wenn der Schließzylinder in nicht üblicher Einbaulage um 180° verdreht montiert ist. 35 Der Schlüssel (6) kann infolge der Flanke (10) nicht aus einem üblichen Rohling hergestellt werden. Wegen der Hinterschneidung, die die Flanke (10) begrenzt, können auch nicht die üblichen zur Nachschlüsselherstellung zur Anwendung kommenden Fräswerkzeuge verwendet werden. Ein Rohling kann jedoch vom Schloßhersteller so gefertigt werden, daß die Flanke (10) bei sonst noch kerbenlosem Schlüssel bereits vorhanden ist. Es ist dann der radiale Abstand der Ringnut (9) im Kemstift (4') von der Drehachse des 40 Zylinderkemes (1) für diese Serie von Rohlingen konstant, während die Gesamtlänge der entsprechenden Kemstifte von Sperrbereich zu Sperrbereich je nach der Lage der Steuerfläche der ersten Kerbe unterschiedlich sein kann. An Stelle der Ringnut (9) kann der Kopfbereich des Kemstiftes (4') auch kegelstumpfförmig ausgebildet sein, wobei die Basisfläche des Kegelstumpfes die Kopffläche des Kemstiftes (4') darstellt. Die Flanke des 45 Schlüssels weist dann eine Schräge auf, die auf den Kegelwinkel abgestimmt ist. Die zahnähnlich ausgebildete Flanke (10) nach Fig. 1 kann den Kemstift (4') auch U-förmig übergreifen. Die Flanke (10) kann ferner eine zur Einschubrichtung des Schlüssels schräg verlaufende Stimkante aufweisen, die sich seitlich tangential an den Kemstift (4') formschlüssig anlegt. 50 PATENTANSPRÜCHE 1. Schließzylinder bzw. Flachschlüssel für einen Schließzylinder, mit einem in einer Bohrung eines Zylindergehäuses drehbaren Zylinderkem mit Schlüsselkanal, sowie mit unter Federvorspannung stehenden 60 radial angeordneten, verschiebbaren Kem- und Gehäusestiften, die als Zuhaltungen von Kerben bzw. Zahnungen des Flachschlüssels aus einer die Drehung des Zylinderkems im Zylindergehäuse blockierenden Sperrsteilung in eine Freigabestellung verschiebbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß der der Öffnung des Schlüsselkanals -3- AT 396 957 B (7) zunächst liegende Kernstift (4') in seinem in den Schlüsselkanal (7) hineinragenden Teil und der Flachschlüssel (6) nächst der dem Kemstift (4') zugeordneten Kerbe (8*) oder der-Zahnung eine gegenseitige formschlüssige Verbindung zur Lagefixierung des Kemstiftes (4') bei eingeschobenem Schlüssel (6) aufweist und daß in der den Kern (1) durchsetzenden Querschnittsebene mindestens eine Ausnehmung (11) im 5 Zylindergehäuse (2) vorgesehen ist, deren Öffnung in die Bohrung für den Zylinderkem (1) einmündet, wobei die Ausnehmung (11) zum Eintauchen des Kemstiftes (4') ausgebildet ist und eine Anschlagfläche (13) zur Blockierung der weiteren Drehung des Zylinderkemes (1) im Zylindergehäuse (12) aufweist.
- 2. Schließzylinder nach Ansprach 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kemstift (4') als formschlüssige 10 Verbindung eine Ringnut (9) und der Flachschlüssel (6) eine in diese eingreifende Flanke (10) im Bereich der den Kemstift (4‘) verschiebenden Kerbe bzw. Zahnung (8‘) aufweist.
- 3. Schließzylinder nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kemsitft (4'), wie bekannt, ein Stahlstift ist und in der Ausnehmung (11) ein Magnet (14) vorgesehen ist. 15
- 4. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (11) in Drehrichtung des Zylinderkems (1) eine Einlaufschräge (12) aufweist.
- 5. Flachschlüssel für einen Schließzylinder, dadurch gekennzeichnet, daß der Kerbe oder Zahnung (81) für den 20 ersten Kemstift (4') eines Schließzylinders eine in Einschubrichtung des Schlüssels (6) in einen Schlüsselkanal (7) vorspringende Flanke (10) zugeordnet ist.
- 6. Flachschlüssel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Flanke(lO) als Teil eines zwischen Schlüsselreide und erste Kerbe oder Zahnung (8') angeordneten, über die Steuerfläche der Kerbe oder Zahnung 25 greifenden hakenförmigen Zahnes ausgebildet ist
- 7. Schlüsselrohling für einen Schließzylinder, dadurch gekennzeichnet, daß nächst der Schlüsselreide eine zum Eingreifen in den Schlüsselkanal (7) und zum Festhalten des ersten Kemstiftes (4'), in Einschubrichtung des Schlüssels (6) in den Schlüsselkanal (8) vorspringende Flanke (10), insbesondere ein Haken, vorgesehen ist. 30 Hiezu 1 Blatt Zeichnung 35 -4-
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