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Fla8chenbla8ma8chine.
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Flaschenblasmaschine mit einer zum Ansaugen des in die umgekehrte Vorform eingebrachten Glases und zum Vorblasen dienenden Handluftpumpe und einer Einrichtung zum Fertigblasen der vorgeblasenen Flasche in einer geeigneten Fertigform.
Bei Anwendung von Maschinen solcher Art, bei denen die flüssige Glasmasse über einen Dorn gesaugt und dadurch mit einer nur kleinen Höhlung versehen wird, wobei die Glasmasse sehr weich bleibt, zeigt sich die Schwierigkeit, dass der vorgeblasene Glasgegenstand eine grosse Empfindlichkeit besitzt und beim Fertigblasen die Neigung zeigt, zerstört zu werden, sei es, dass der Boden durchgeblasen wird, sei es, dass die Flasche von der Halsform abreisst oder doch in der Nähe des Halses übermässig geschwächt wird.
Die von dem Erfinder angestellten Versuche haben ergeben, dass die Ubelstände beim Fertigblasen der vorgeblasenen Flasche aufs engste zusammenhängen mit der Art, in welcher das Fertigblasen erfolgt. Es hat sich gezeigt, dass die Übelständc im wesentlichen vermieden
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pumpe erfolgt und nicht mit einer besonderen mechanischen Kompressoranlage.
Die Ursache des verschiedenartigen Verhalt. ms eines Handkompre3sors und einer mechanischen Kompressor- anlage wird von dem Erfinder darin erblickt, dass bei der Handluftpumpe der Druck ganz all- mählich ansteigt, während die mechanische Kompressoranlage zwar eine Regelung der Druck- stärke ohne Schwierigkeit gestattet, aber nur in dem Sinne, dass entweder mit grösserer oder geringerer Spannung geblasen wird, nicht aber in dem Sinne, dass das Ausblasen mit einem sehr geringen Druck begonnen und bei allmählichem Ansteigen des Druckes mit einem kräftigen
Druck beendigt werden könnte. Die erfolgreiche Durchführung des Ausblaseprozesses setzt aber nach den Erfahrungen des Erfinders durchaus voraus, dass der Druck gegen Schluss der Blase- operation bis zu einer ansehnlichen Höhe gesteigert wird.
Das wesentlich Neue an der den Gegenstand der Erfindung bildenden Flaschenblasmaschine besteht demnach darin, dass nicht nur zum Hineinsaugen des Glases in die Vorform und zum Vorblasen, sondern auch zum Fertig- blasen eine Handluftpumpe vorgesehen ist.
Die erfolgreiche Durchführung des ganzen Arbeitsprozesses bei Flaschenblasmaschinen der in Rede stehenden Art hängt aber nicht nur von der richtigen Art des Ausblasens des vor- geblasenen Glaskörpers ab, sondern es muss noch eine Reihe von Einzelbedingungen erfüllt sein, welche insbesondere die Durchführung der Füllung der Press- und Vorblaseform mit Glas und des Vorblaseprozesses betreffen.
Die Füllung der Press-und Vorblaseform mit Glas hängt von einer kräftigen Saugwirkung auf die in die Form eingefüllte Glasmasse ab, welche vermittels eines von Hand betätigten Luft- I spa. nnungserzeugers nur erzielt werden kann, wenn während der Saugbewegung des Kolbens dieses Spannungserzeugers kein Gegendnick auf der Druckseite des Kolbens zu überwinden ist und wenn gleichzeitig die Möglichkeit besteht, die Kolbenbewegung sofort zu hemmen, sobald die erforderliche Saugwirkung ausgeübt ist. Die Bedingung der momentanen Hemmung der
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Die neue Maschine, welche die oben gestellten Bedingungen erfüllt, ist in einer Ausführungform auf der beigefügten Zeichnung veranschaulicht, und zwar zeigt Fig. 1 einen senkrechten Schnitt durch die Maschine teilweise in Ansicht Fig. 2 ist ein Schnitt nach der Linie 2-2 der Fig. 1, gesehen in der Richtung der in Fig. 1 eingezeichneten Pfeile, Fig. 3 veranschaulicht in Seitenansicht den Antrieb des Kolbens des Blasluftkompressors, gesehen in der Richtung des am oberen Ende der Fig. 1 eingezeichneten Pfeiles. Fig. 4 zeigt ein Detail.
Die Basisplatte der Maschine ist mit 1 bezeichnet. An der unteren Seite der Tischplatte 1 ist ein Zylinder 2 befestigt, der an dem von der Tischplatte abgekehrten Ende offen ist. In dem Zylinder 2 arbeitet ein Kolben 3, welcher durch die Kupplungsteile 4, 5 an eine Welle 6 angeschlossen ist, die in dem Maschinengestell gelagert ist und an ihrem einen Ende einen Hand- hebel 7 trägt. Der Handhebel 7 ist mit einem federnd angeordneten Sperrarm 8 ausgerüstet, der in die Zähne eines festen Zahnsegments 9 einzugreifen vermag.
In der Seitenwandung des Zylinders 2 ist eine Öffnung 10 in einem gewissen Abstande von der Unterseite der Basisplatte 1 vorgesehen. 11 ist ein von der Höhlung des Zylinders 2 abgezweigter Kanal, welcher durch eine Offnung 12 in der Tischplatte 1 mit dem Innern der Press-und Vorblaseform in Verbindung steht. Die Press-und Vorblaseform besitzt einen Halsteil13, der in feste Führungen 14 auf der Tischplatte 1 eingesetzt werden kann, und einen Hauptteil 15, der in bekannter Weise aufgeklappt werden kann. 16 ist ein Pressdorn, der an einem Fusstritt 17 angelenkt ist und der durch eine Feder 18 in der Tiefstellung gehalten wird, sofern ihn nicht ein Tritt auf den Hebel 17 durch
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ist eine Tragsäule auf der oberen Tischplatte bezeichnet, an welcher der Blasluftkompressor 20 sitzt.
Der Blasluftkompressor 20 trägt an seinem unteren Ende ein einstellbares Blasmundstück 21 und besitzt im Innern einen Kolben 22, an dessen Kolbenstange 23 ein Handhebel 24 angreift.
Mit 25 ist die auf der Tischplatte 1 stehende Fertigform bezeichnet. Die Halsform dieser Fertigform ist dieselbe, wie bei der Press-und Vorblaseform, weshalb sie gleichfalls mit dem Bezug8zeichnen 13 versehen ist. An die Öffnung 10 in der Zylinderwandung schliesst sich ein Rohr 26 an, welches an seinem vorderen Ende nach abwärts gebogen ist und hier ein Hahngehäuse 27 trägt.
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und damit eine Saugwirkung auf die eingefüllte Glasmasse durch den Kanal 11 hindurch ausgeübt wird. Diese Saugwirkung ist hinreichend kräftig, da der Zylinderraum auf der Druckseite des Kolbens 3 völlig offen ist.
Sobald ein hinreichendes Ansaugen der in die Form eingefüllten Glasmasse stattgefunden hat, wird die Öffnung 10 Jiurch entsprechende Ein : ; tellung des Hahnkükens 28 mit der Aussenluft für einen Augenblick in Verbindung gesetzt, sodass die Saugwirkung aufhört. Gleichzeitig wird der Dorn 16 durch Loslassen des Fusstrittes 17 freigegeben, sodass er aus der Halsform 13 heraustritt. Sobald dieses geschehen, wird der Hebel 7 zurückbewegt und damit mit der Kompression der Luft in dem Zylinder 2 begonnen. Unter dem Einfluss der Luftkompression im Zylinder 2 erfolgt ein Vorblasen der in der Form 15 befindlichen Glasmasse.
Damit dieses ordnungsgemäss unter Bildung einer sich nach oben hin allmählich erweiternden
Höhlung und nicht lediglich unter Erzeugung eines einfachen Längskanals vor sich geht, ist es erforderlich, dass die Vorform eine solche Gestalt besitzt, dass die Schnittkurven der Form, welche sich bei achsialem Durchschneiden derselben ergeben, entweder annähernd eine gerade
Linie darstellen oder konvex gekrümmt sind.
Beim Vorblasen ist darauf zu achten, dass der Blaseprozess stets in einem ganz bestimmten
Augenblick unterbrochen wird. Dieses wird dadurch erreicht, dass einerseits dafür Sorge getragen wird, dass der Hahn 28 in dem richtigen Augenblick geöffnet wird, und dass andererseits die
Kolbenbewcgung gleichzeitig unterbrochen wird. Die ordnungsgemässe Unterbrechung der Kolben- bewegung wird dadurch sichergestellt, dass der Sperrarm 8, welcher bei jeder Bewegung des
Hebels 7 aus dem Sperrsegment 9 ausgelöst wird, bei seiner Freigabe sofort in die Verzahnung des Segments 9 eingreift, sodass der Hebel 7 ohne weiteres zum Stillstand gelangt.
Wesentlich für die im Vorstehenden erwähnte Anordnung und Betätigung des Hahnes 28 ist nur, dass die Saug-bzw. die Blaswirkung beim Vorblasen durch Herstellung der Verbindung des Zylinderraumes mit der Aussenluft im richtigen Augenblick plötzlich unterbrochen wird. Ob dieses durch Öffnen bzw. Schliessen eines Hahnes oder irgend eines sonstigen Ventils geschieht ist dagegen gleichgültig, ebenso unerheblich ist auch von welcher Stelle aus der Hahn oder das Ventil betätigt wird. So könnte z. B. das Betätigungsorgan an dem Handhebel 7 angebracht sein, um eine be- I quemere Betätigung zu ermöglichen.
Sobald der Vorblaseprozess durchgeführt ist, wird die Form 15 geöffnet und die Halsform 13 mit der vorgeblasenen Glasmasse aus der Führung 14 herausgezogen und in bekannter Weise in umgekehrter Lage in die Fertigform 25 eingesetzt. Nachdem die Fertigform hierauf geschlossen
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worden, wird das Blasmundstück 21 niedergeschraubt, sodass es sich fest auf die Form aufsetzt und darauf durch Erfassen des Handhebels den Kolben 22 nach abwärts bewegt, wobei das Fertigblasen des Glasgegenstandes erfolgt. Das Blasmundstück 21 wird dann wieder gelockert, die Form 25 geöffnet und der fertige Gegenstand, welcher noch in der, Halsform 13 hängt, herausgenommen. Die Halsform kann dann geöffnet und erneut in der Press-und Vorblaseform verwandt werden.
PATENT. ANSPRÜCHE :
1. Flaschenblasmaschine mit einer zum Ansaugen des in die umgekehrte Vorform ein- gebrachten Glases und zum Vorblasen dienenden Handluftpumpe und einer Fertigblasvorrichtung, gekennzeichnet durch die Verwendung einer Handluftpumpe (20) als Fertigblasvorrichtung.
2. Flaschenblasmaschine mit besonderen Kompressoren zur Behandlung des Glases in einer Vorform und in einer Fertigform, dadurch gekennzeichnet, dass der zum Hineinsaugen des Glases in die Vorform bzw. zum Vorblasen dienende Handkompressor mit einer Einrichtung (Hahn, Ventil) versehen ist, um in einem beliebigen Augenblick einen plötzlichen Spannungs- ausgleich zwischen dem Kompressor-Innenraum und der Aussenluft herbeizuführen.