<Desc/Clms Page number 1>
Luftdruckabdrosselungsventil.
Der Gegenstand der Erfindung betrifft ein Ventil für Glasblasemaschinen, das die Zuführung der Pressluft regelt, dass der noch weiche vorgearbeitete Glaskörper nicht sofort die ganze Druckluft erhält, wodurch die Gefahr, dass der weiche Glaskörper von der Kopfringzange abreisst, der Hals zu sehr geschwächt oder der Flaschenboden durchgeblasen wird, behoben werden soll. Erfindungsgemäss wird die Regelung der Luftzufuhr dadurch erzielt, dass das Ventil nach dem Aufsetzen auf die das gegebenenfalls mittels Handluftpumpe vorgeblasene Külbel tragende Mundstückzange beim Betätigen des Handhebels oder Fusstritts der Druckluft erst in einen ganz geringen Durchgangsquerschnitt öffnet und hierauf entgegen dem Widerstande einer Feder bei weiterer Betätigung des Handhebels oder Fusstrittes den gesamten Druckluftdurchgang freigibt.
Durch diese Einrichtung wird ein allmähliches Steigern des Luftdruckes hervorgerufen. Es wird erreicht, dass der Fertigblasvorgang genau so vor
EMI1.1
Fig. 2 das Luftdruckabdrosselungsventil in der geschlossenen Stellung,
Fig. 3 dasselbe mit geringer Luftaustrittöffnung,
Fig. 4 dasselbe mit ganzer Luftaustrittöffung,
Fig. 5 die Federdruckscheibe mit Luftdurchgangslöchern dar.
Unter dem Tisch 1 mit den Bücken 2 befindet sich ein Handhebel 3, welcher mit dem Luftabsaug-und Vorblaszylinder 4 verbunden ist. Dieser saugt das eingegossene Glas in'die Vorform und bläst es bei entgengesetzter Bewegung des Handhebels 3 aus. Ist dieser bekannte Arbeitsvorgang geschehen, so wird der ausgeblasene Glaskörper 6 mit der Kopfringzange 7 in die Fertigform 8 eingehängt. Bei Betätigung des Handhebels 9 wird die Spindel 10 mit den daran montierten Luftdruckabdrosselungsventil auf die Kopfringzange 7 gedrückt.
Nachstehend werden die Arbeitstätigkeit und der Bau des Ventils geschildert.
An der Spindel 10 befindet sich eine Federdruckscheibe 11 mit Luftdurchgangslöchern 12. Im Mittelteil der Spindel ist bei 13 Gewinde aufgeschnitten, worauf sich zwei Muttern 14 und 15 befinden. 14 ist die Druckmutter und 15 die Gegenmutter. An der Spindel 10, zwischen 16 und 16a, sind Einstellungsriefen eingedreht, ebenso ist eine Federdruckbüchse 17 verschiebbar angebracht. Das untere Ende der Spindel 10 läuft im Gehäuse 18
EMI1.2
hohl und der Luftdruckaustritt befindet sich bei 20. Der Luftdruckeintritt geschieht von 21 aus. 21 ist mit einer Luftkompressoranlage verbunden. In den Gehäusen 18 und 19 befinden sich die Federn 22 und 23. Das untere Gehäuse 18 wird durch die Ausblasdüse 24 abgeschlossen. Der Arbeitsvorgang ist der folgende :
In Fig. 2 ist der Luftaustritt 20 durch das Gehäuse 18 abgedrosselt.
Wird die Druckmutter 14 bis an die Riefe 16a heruntergeschraubt (siehe Fig. 3), so wird, nach Herunterdrücken des Handhebels 9, die Mutter 14 auf die Büchse 17 aufstossen. Hier findet die Mutter 14 einen Widerstand. Die Riefe 16a ist so gewählt, dass, sobald 16a auf 17 aufstösst, nur ein ganz kleiner Querschnitt des Luftaustrittes 20 zum Vorschein kommt (siehe Fig. 3).
Dieser feine Luftdurchgangsquerschnitt nimmt der durchströmenden- Luft die Möglichkeit,
<Desc/Clms Page number 2>
das weiche Glas sofort kräftig anzugreifen, d. h. plötzlich auszublasen. Dies würde der ganze Luftaustritt bei Fig. 4 tun. In letzterem Falle würde entweder das Glas abreissen oder sonst deformiert werden. Durch die kleine Öffnung 20 bei Fig. 3 wird ein sukzessives und ruhiges Ausdehnen des Glaskörpers verursacht. Ist dies geschehen, so der Arbeiter den Handhebel 9 noch weiter nach unten, wodurch die Büchse 17 in das Gehäuse 19 gedrückt wird. Dadurch wird der ganze Luftaustritt 20 frei (Fig. 4), um den Glaskörper 6 vollständig an die Formenwände der Fertigform 8 anzupressen.
Die Stärken der Federn 22 und. 23 in'den Gehäusen 18 und 19 sind so gewählt, dass die Feder 23 im Gehäuse 19 eine noch einmal so grosse Spannkraft besitzt, als die Feder 22 im Gehäuse 18. Die ganze Anordnung ist aus dem Grunde so getroffen, damit der Arbeiter beim Herunterdrücken des Ventils 18 in 19 einen plötzlichen Widerstand findet, ehe er zum weiteren Ausblasen des angemodelten Glaskörpers 8 schreitet. In der letzten Arbeitsperiode kommt dann die ganze Öffnung des Luftaustrittes 20 zur Geltung.