AT394217B - Vorrichtung zum nadeln eines vlieses - Google Patents
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Description
AT 394 217 B
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Nadeln eines Vlieses, bestehend aus wenigstens einem Nadelbrett mit einer Vielzahl von Nadeln, einer dem Nadelbrett gegenüberliegenden Stichunterlage und aus einem zwischen der Stichunterlage und dem Nadelbrett angeordneten Abstreifer, der wie gegebenenfalls die Stichunterlage als Lochplatte für den Nadeldurchtritt ausgebildet ist.
Um eine gleichmäßige Vemadelung eines Vlieses sicherzustellen, wird eine gleichmäßige Stichverteilung über die Vliesbreite angestrebt, was eine gleichmäßige Nadelteilung und damit eine der Nadelteilung entsprechende, gleichmäßige Lochteilung der Lochplatte für den Abstreifer und gegebenenfalls die Stichunterlage in Richtung der Arbeitsbreite der Nadelungsvorrichtung zur Folge hat. Zu diesem Zweck werden die Nadeln und die jeder Nadel zugeordneten Durchtrittslöcher in der Lochplatte unter Berücksichtigung eines aus Konstruktionsgründen notwendigen Mindestabstandes zwischen den Durchtrittslöchern in Querreihen mit gleichem Reihen- und Lochabstand angeordnet, und zwar mit einer Versetzung der einzelnen Lochreihen gegeneinander. Trotz der damit gegebenen gleichmäßigen Nadelteilung bezüglich der Arbeitsbreite können jedoch Oberflächenstrukturen, die die gleichmäßige Oberfläche des genadelten Vlieses vor allem in größeren Flächenbereichen sichtbar beeinträchtigen, nicht ausgeschlossen werden.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs geschilderten Art mit einfachen Mitteln so zu verbessern, daß die Herstellung von genadelten Vliesen mit einer weitgehend struktur-freien Oberfläche gewährleistet werden kann.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß den zu Gruppen zusammengefaßten Nadeln jeweils gruppenweise eine gemeinsame Durchtrittsöffnung in der Lochplatte des Abstreifers bzw. der Stichunterlage zugeordnet ist und daß die Nadeln innerhalb der Gruppen unter einer gegenseitigen Querversetzung in wenigstens einer Längsreihe bezüglich der Vliesdurchlaufirichtung angeordnet sind.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß es für die Oberflächenausbildung nicht nur auf die Anzahl der Nadeleinstiche je Flächeneinheit ankommt, sondern auch darauf, welche Verteilungsdichte die gleichzeitig je Flächeneinheit zum Einsatz kommenden Nadeln aufweisen. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß bei gleicher Anzahl von Nadeleinstichen je Flächeneinheit sich mit einer größeren Nadeldichte gleichmäßigere Vliesoberflächen ergeben als mit geringeren Nadeldichten, die ja gegenüber größeren Nadeldichten eine entsprechende Wiederholung des Einstichvorganges erfordern. Dem Bestreben, die Nadeldichte eines Nadelbrettes zu vergrößern, steht allerdings die Forderung nach einem Mindestabstand zwischen den einzelnen Durchtrittslöchem in der Lochplatte für den Abstreifer bzw. die Stichunterlage entgegen, weil der dadurch vorgegebene, geringste Achsabstand der Durchtrittslöcher erheblich größer als der zulässige Mindestabstand der Nadelaufhahmelöcher im Nadelbrett ist Aus diesem Grunde werden den gruppenweise dichter gesetzten Nadeln gruppenweise gemeinsame Durchtrittsöffnungen in der Lochplatte zugeordnet, wobei durch die Nadelanordnung innerhalb der einzelnen Gruppen in Längsreihen nicht nur die Oberflächenstruktur des genadelten Vlieses vorteilhaft verbessert wird, sondern auch die für eine bestimmte Nadelanzahl erforderliche Brettlänge entscheidend verkürzt werden kann.
Der mögliche Achsabstand zwischen benachbarten Nadeln innerhalb der einzelnen Nadelgruppen wird nach unten einerseits durch die notwendige Nadelhalterung im Nadelbrett und anderseits durch die Art des Vlieses begrenzt, weil sichergestellt bleiben muß, daß sich der Zwischenraum zwischen den Nadeln nicht mit herausgezogenen Fasern verstopfen kann. Durch die Nadelanordnung in Längsreihen kann dieser Verstopfungsgefahr der Zwischenräume zwischen den Nadeln auch bei einer engen Nadelteilung vorteilhaft begegnet werden, weil eine bevorzugte, bezüglich der Längsreihen seitliche Faserverdrängung beim Nadelungsvorgang auftritt, die insbesondere bei Einzelreihen je Durchtrittsöffnung wegen des dann größeren Querabstandes zwischen den Nadellängsreihen die Verstopfungsgefahr erheblich verringert. Darüber hinaus ergibt sich für die in einzelnen Längsreihen angeordneten Nadeln der Vorteil, daß der Rand der Durchtrittsöffnungen in der Lochplatte die volle Abstreifwirkung für alle Nadeln erfüllen kann, was beispielsweise für die mittleren Nadeln von Nadelgruppen aus drei Längsreihen nicht der Fall ist. Aus diesem Grunde wird in der Praxis der Anordnung von jeweils einer einzigen Nadellängsreihe innerhalb der Durchtrittsöffnungen der Vorzug gegeben, obwohl unter bestimmten Bedingungen auch die Anordnung von zwei oder drei Nadelreihen möglich ist
Da alle Regelmäßigkeiten hinsichtlich der Nadelverteilung zu einer Oberflächenstrukturierung des vemadelten Vlieses führen können, kann die Querversetzung der in Längsreihen angeordneten Nadeln einer Zufallsfunktion entsprechen, so daß bei einer solchen zufälligen Nadelverteilung besonders hohe Oberflächengüten erreicht werden können.
Wird innerhalb einer Nadelgruppe der Achsabstand benachbarter Nadeln zumindest auf den dreieinhalbfachen Durchmesser des Nadelschaftes verringert, so ergibt sich eine merkliche Verbesserung der Oberflächenstruktur des vemadelten Vlieses.
Besonders vorteilhafte Vemadelungsbedingungen in bezug auf eine gleichmäßige Vliesoberfläche werden naturgemäß durch einen geringeren Achsabstand erhalten, wobei sich ein Achsabstand empfiehlt, der zumindest angenähert dem doppelten Schaftdurchmesser der Nadeln entspricht.
Um für die Nadeln jeder Nadelgruppe die Abstreifwirkung der Lochplatte vorteilhaft sicherzustellen, ist der Abstand zwischen dem Rand der Durchtrittsöffnungen und den dem Rand benachbarten Nadeln der jeweiligen Nadelgruppe möglichst klein zu wählen. Entspricht der lichte Abstand zwischen dem Rand der Durchtrittsöffnungen und den diesem Rand benachbarten Nadeln höchstens dem zweifachen Schaftdurchmesser der Nadeln, so wird dieser Forderung in besonderem Maße Rechnung getragen, zumal sich bezüglich der Nadeln ein -2-
AT 394 217 B koaxialer Verlauf des Öffnungsrandes ergibt
Damit trotz einer hohen Nadeldichte eine ausreichende Festigkeit der einzelnen Bauteile, insbesondere der Lochplatten erreicht werden kann, können die Nadelgruppen in Querreihen nebeneinandergereiht werden, wobei jeweils mehreren Querreihen von Nadelgruppen eine nadelfreie Querzone folgt, die im Bereich des Nadelbrettes und der Lochplatten durchgehende Stege ermöglicht, so daß die Festigkeit dieser Bauteile gesteigert werden kann, ohne die Anzahl der Nadelgruppen in einer für den Nadelungsvorgang störenden Art beschränken zu müssen. Die Breite der nadelfreien Querzonen kann den jeweiligen Festigkeitsanforderungen entsprechend gewählt werden. Für die meisten Anwendungsfälle ergibt sich eine hinreichende Belastbarkeit, wenn die nadelfreien Querzonen zumindest einer Querreihe von Nadelgruppen entsprechen. ln der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 die Lochplatte des Abstreifers einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Nadeln eines Vlieses ausschnittsweise in einer Draufsicht,
Fig. 2 diese Lochplatte in einem Längsschnitt und
Fig. 3 eine Draufsicht auf die Lochplatte im Bereich einer einzigen Durchtrittsöffnung für die Nadeln in einem größeren Maßstab.
Die dargestellte Lochplatte (1) dient als Abstreifer bzw. als Stichunterlage für eine übliche Vorrichtung zum Nadeln eines Vlieses, das zwischen der Stichunterlage und dem Abstreifer unter gleichzeitiger Vernadelung hindurchgefördert wird. Zu diesem Zweck ist wenigstens ein auf- und abgehendes Nadelbrett vorgesehen, in das eine Vielzahl von Nadeln (2) eingesetzt ist, die den Abstreifer bzw. die Stichunterlage in Durchtrittsöffnungen (3) durchsetzen. Da die Nadeln (2) die Durchtrittsöffnungen (3) mit entsprechendem Spiel durchsetzen müssen, ist der Mittenabstand der Durchtrittsöffnungen (3) zwangsläufig größer als der zulässige kleinste Achsabstand zwischen zwei Nadeln. Um eine größere als durch die Lochteilung vorgegebene Nadeldichte erreichen zu können, werden die Nadeln des Nadelbrettes in Gruppen zusammengefaßt und jeder Nadelgruppe eine gemeinsame Durchtrittsöffnung (3) in der Lochplatte (1) zugeordnet, so daß innerhalb der einzelnen Nadelgruppen die Nadeldichte unabhängig von der Lochteilung der Lochplatte (1) gewählt werden kann. Der Achsabstand (a) zwischen zwei benachbarten Nadeln einer Gruppe kann daher zumindest auf den dreieinhalbfachen Schaftdurchmesser der Nadeln verringert werden, was bereits einen erheblichen Einfluß auf die Oberflächenausbildung des vemadelten Vlieses mit sich bringt. Besonders günstige Verhältnisse ergeben sich in diesem Zusammenhang, wenn der Achsabstand (a) zwischen benachbarten Nadeln zumindest angenähert dem zweifachen Nadelschaftdurchmesser entspricht.
Wie der Zeichnung klar entnommen werden kann, sind die Nadeln innerhalb der einzelnen Gruppen in je einer Längsreihe bezüglich der Vliesdurchlauffichtung (4) angeordnet, so daß sich zwischen diesen Längsreihen mit hoher Nadeldichte übliche Nadelabstände ergeben, und zwar mit der Wirkung, daß die Faserverdrängung vor allem in diese Zwischenräume erfolgt und daher die Verstopfung der Zwischenräume zwischen den dichter gesetzten Nadeln innerhalb einer Gruppe verhindert wird.
Um die angestrebte Stichverteilung über die Arbeitsbreite der Vorrichtung sicherzustellen, sind die in Durchlaufrichtung (4) aufeinanderfolgenden Querreihen (4) der Nadelgruppen bzw. der Durchtrittsöffnungen (3) gegeneinander in Querrichtung versetzt Diese Querversetzung der Nadeln (2) innerhalb einer Längsreihe kann vorzugsweise einer Zufallsfunktion entsprechen, um Oberflächenstrukturen zufolge von Regelmäßigkeiten in der Nadelanordnung von vornherein auszuschließen.
Damit zwischen den Nadeln jeder Längsreihe und dem Rand der Durchtrittsöffnungen ein geringer Zwischenraum bestehen bleibt, der einerseits eine gute Abstreifwirkung sicherstellt und anderseits mögliche Nadelablenkungen zuläßt, folgt der Öffnungsrand den einzelnen Nadeln koaxial, wie dies insbesondere der Fig. 3 zu entnehmen ist. Die Anordnung ist dabei so getroffen, daß der lichte Abstand zwischen den Nadeln und dem Öffnungsrand höchstens dem Schafidurchmesser der Nadeln entspricht.
Wie unmittelbar ersichtlich ist, kann der für die Nadelung angestrebte, geringe Abstand zwischen den Durchtrittsöffnungen (3) zu einer erheblichen Beschränkung der Belastbarkeit der Lochplatte (1) führen. Damit diese Beschränkung nicht in Kauf genommen werden muß, folgen mehreren Querreihen (5) von Durchtrittsöffnungen bzw. Nadelgruppen stets nadel- und lochfreie Querzonen (6), die über die Breite des Nadelbrettes bzw. der Lochplatte durchlaufen, so daß sich die Festigkeit der Lochplatte vergrößernde Querstege ergeben, in deren Bereich zusätzliche Verstärkungen angebracht werden können.
Die sich zwischen den Nadeln (2) im Bereich der Querzonen (6) bildenden Gassen bieten sich darüber hinaus vorteilhaft zur Verlegung von Nadelreinigungseinrichtungen an, wie sie durch Blas- bzw. Saugleitungen (7) in den Fig. 1 und 2 angedeutet sind. -3-
Claims (6)
- AT 394 217 B PATENTANSPRÜCHE 1. Vorrichtung zum Nadeln eines Vlieses, bestehend aus wenigstens einem Nadelbrett mit einer Vielzahl von Nadeln, einer dem Nadelbrett gegenüberliegenden Stichunterlage und aus einem zwischen der Stichunterlage und dem Nadelbrett angeordneten Abstreifer, der wie gegebenenfalls die Stichunterlage als Lochplatte für den Nadeldurchtritt ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß den zu Gruppen zusammengefaßten Nadeln (2) jeweils gruppenweise eine gemeinsame Durchtrittsöffnung (3) in der Lochplatte (1) des Abstreifers bzw. der Stichunterlage zugeordnet ist und daß die Nadeln (2) innerhalb der Gruppen unter einer gegenseitigen Querversetzung in wenigstens einer Längsreihe bezüglich der Vliesdurchlaufrichtung (4) angeordnet sind.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Querversetzung der Nadeln (2) innerhalb der Längsreihen einer Zufallsfunktion entspricht.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb jeder Nadelgruppe der Achsabstand (a) benachbarter Nadeln (2) höchstens dem dreieinhalbfachen Durchmesser des Nadelschaftes entspricht.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Achsabstand (a) benachbarter Nadeln (2) innerhalb einer Gruppe zumindest angenähert dem doppelten Schaftdurchmesser der Nadeln (2) entspricht
- 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der lichte Abstand zwischen dem Rand der Durchtrittsöffnungen (3) der Lochplatte (1) und den diesem Rand benachbarten Nadeln (2) höchstens dem zweifachen Schaftdurchmesser der Nadeln (2) entspricht.
- 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Nadelgruppen in Querreihen (5) nebeneinandergereiht sind und jeweils mehreren Querreihen (5) von Nadelgruppen eine nadelfreie Querzone (6) folgt. Hiezu 2 Blatt Zeichnungen -4-
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