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Die Erfindung bezieht sich auf ein Gerät zum Ausbalanzieren eines Skis während des Sprun- ges oder Fluges.
Bekanntlich sind Skispringer besonders dann sehr gefährdet, wenn während des Sprunges böige Winde auftreten. In diesem Falle kann es vorkommen, dass die Spitze des Skis nach unten gedrückt wird, was unweigerlich zu einem Sturze des Skispringers führt.
Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, diesen Nachteil zu beseitigen und ein Gerät der ein- gangs genannten Art zu schaffen, welches das Beibehalten der einmal eingenommenen Lage des
Skis während der gesamten Flugdauer erleichtern soll.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss vor allem durch einen an der Oberseite des Skis in dem auf die Skispitze folgenden Bereich befestigten-in der Längsrichtung des Skis gesehen-etwa
U-förmigen Lagerbock, in dem ein etwa der Breite des Skis entsprechender, als Hohlkörper ausgebil- deter Steuerflügel um eine parallel zur Oberseite in einem rechten Winkel zur Längsachse des Skis verlaufende Achse frei verschwenkbar gelagert ist, in dessen Innerem ein mit einem Antrieb ver- sehenes bzw. verbindbares Schwungrad auf einer die Achse schneidenden, senkrecht auf die Flügel- sehne stehende Achse drehbar gelagert ist, gelöst.
Durch diese Merkmale wird erreicht, dass der
Steuerflügel infolge der Kreiselbewegung des Schwungrades seine einmal eingestellte Lage immer beibehält, und dass, wenn infolge einer Luftströmung die Skispitze nach unten schwenken sollte, dieser Bewegung ein vergrösserter Auftrieb des Steuerflügels entgegenwirkt. Durch das erfindungs- gemässe Gerät wird es daher für den Skispringer leichter, auch unter böigen Windverhältnissen
Sprünge ohne Verletzungen durchzuführen.
An sich ist die Verwendung von Stabilisierungskreiseln auf den verschiedensten Gebieten der Technik, z. B. bei Fahrzeugen von Einschienenbahnen und bei Strassenfahrzeugen, bereits bekannt.
So beschreibt die DE-OS 2351841 ein Strassenfahrzeug mit einem abgefederten Fahrgestell, das mit einer in der Fahrgestellebene schnell umlaufenden Masse gekoppelt ist. Dadurch soll das Fahrgestell bei allen Geschwindigkeiten in seiner Lage zur Fahrbahn stabilisiert werden, und es sollen Schlinger- und Nickbewegungen des Fahrzeuges, welche den Komfort des Benutzers beeinträchtigen, unterbunden werden. In all diesen Fällen (Einschienenfahrzeuge und Strassenfahrzeuge) handelt es sich um Vorrichtungen mit einem Gewicht von mehreren Tonnen, im Gegensatz zum Erfindungsgegenstand, bei dem durch den Anbau des Gerätes an den vorhandenen Ski dessen Gewicht in der Grössenordnung nicht verändert wird.
Selbstverständlich bieten sich für den Antrieb des Schwungrades verschiedene Möglichkeiten an. Es hat sich jedoch als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn gemäss einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung zum Antrieb des Schwungrades an dessen Umfang Turbinenschaufeln angeordnet sind, welche von Druckluft beaufschlagbar sind, die von einer ortsfesten Druckluftquelle mittels eines abnehmbaren Hochdruckschlauches über ein am Ende des Steuerflügels angeordnetes Rohr zuleitbar ist, und wenn im Steuerflügel Öffnungen zur Ableitung der entspannten Druckluft ausgespart sind. Dabei dienen die Turbinenschaufeln nicht nur zum Antrieb des Schwungrades, sondern sie erhöhen gleichzeitig auch dessen Trägheitsmoment, das für die Beibehaltung der eingestellten Lage des Steuerflügels von Bedeutung ist.
Selbstverständlich könnte man beispielsweise in dem an die Skibindung anschliessenden, zum Skiende hin gerichteten Bereich eine Gasflasche anordnen, der das zum Antrieb des Schwungrades erforderliche Gas entnommen werden könnte. Diese Gasflasche würde aber das Gewicht des Skis erhöhen und dessen Fahreigenschaften ungünstig beeinflussen. Aus diesem Grunde sieht die Erfindung weiters vor, dass das Rohr über den Hochdruckschlauch an eine ortsfeste Gasflasche anschliessbar ist. Diese Massnahme macht es möglich, das Schwungrad sehr rasch auf die erforderliche hohe Drehzahl zu bringen.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des erfindungsgemässen Gerätes rein schematisch im Schaubild dargestellt.
Auf der Oberseite des Skis --15-- ist in dem auf die Skispitze folgenden Bereich --11-- ein - in der Längsrichtung des Skis gesehen-etwa U-förmiger Lagerbock --10-- befestigt, in dem eine Achse quer zur Skilängsrichtung und parallel zur Skioberseite gelagert ist, welche Achse aus zwei Achsabschnitten --8 und 9-- besteht. Zwischen den beiden Achsabschnitten --8 und 9-- be- findet sich ein als Hohlkörper ausgebildeter Steuerflügel --1--. Dieser besitzt etwa das Profil
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eines Flugzeugtragflügels, ist infolgedessen aerodynamisch günstig gestaltet. Im Inneren des Steuer- flügels-l-befindet sich ein Schwungrad--2--, das mittels einer Achse --3, 4-- im Steuerflügel gelagert ist.
Die Achse --3, 4-- steht senkrecht auf die in der Ausgangslage des Gerätes etwa parallel zur Skioberseite verlaufende, durch den Steuerflügel-l-gelegte Mittelebene desselben.
An seinem Umfang ist das Schwungrad --2-- mit Turbinenschaufeln --5-- versehen. Zur Beaufschlagung dieser Turbinenschaufeln --5-- trägt der Steuerflügel-l-an seinem einen Ende ein Rohr --6-- zum Zuleiten von Druckluft od. dgl. Weiters sind am Steuerflügel-l-Austritts- öffnungen --7-- ausgespart, aus denen die Druckluft, nachdem sie ihre Energie an das Schwungrad abgegeben hat und sich dabei auf den atmosphärischen Druck entspannt hat, austreten kann.
Soll das erfindungsgemässe, am Ski befestigte Gerät in Betrieb genommen werden, so wird zunächst der gewünschte Winkel des Steuerflügels-l-gegenüber dem Ski --15-- eingestellt.
Danach wird ein Druckschlauch auf das Rohr --6-- aufgesteckt. Dieser Druckschlauch kann zu einer Gasflasche bzw. zu einem Kompressor führen. Nun wird durch diesen Druckschlauch über das Rohr --6-- Druckluft od.dgl. den Turbinenschaufeln --5-- zugeleitet, welche das Schwungrad --2-- in eine Drehbewegung versetzen. Die entspannte Druckluft tritt durch die Austritts- öffnungen --7-- am Steuerflügel --1-- ins Freie.
Nachdem das Schwungrad --2-- die vorgesehene, relativ hohe Drehzahl erreicht hat, wird die Druckluftzufuhr unterbrochen, und der Druckschlauch wird vom Rohr --6-- abgezogen. Der Skispringer kann daher mit dem Skiflug beginnen. Dabei wirkt auf den Ski einerseits der eigene Auftrieb, der von der Lage des Skis gegenüber der Bewegungsrichtung abhängig ist, und anderseits ein vom erfindungsgemässen Gerät herrührender Auftrieb, der von der Einstellung des Steuerflügels - abhängig ist.
Bei einem normalen Flug wird sich weder die Lage des Steuerflügels-1--
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schen dem Ski --15-- und der Bewegungsrichtung desselben, so wirkt der Steuerflügel --1--, dessen Winkellage während der ganzen Flugdauer unverändert ist, dieser Änderung insofern entgegen, als bei einer Schwenkbewegung des Skis nach oben der vom Steuerflügel --1-- hervorgerufene Auftrieb verringert, bei einer Schwenkbewegung nach unten hingegen vergrössert wird. In beiden Fällen findet eine Stabilisierung der Bewegung des Skis --15-- statt.
Selbstverständlich ist die Erfindung keineswegs an das in der Zeichnung dargestellte und im vorstehenden beschriebene Ausführungsbeispiel gebunden. Vielmehr sind verschiedene Abänderungen desselben möglich, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Beispielsweise sollen auch Ausführungen mit andern Antrieben, z. B. mit Schnurantrieben, unter den Schutz der Erfindung fallen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Gerät zum Ausbalanzieren eines Skis während des Sprunges oder Fluges, gekennzeichnet durch einen an der Oberseite des Skis (15) in dem auf die Skispitze folgenden Bereich (11) befestigten-in der Längsrichtung des Skis gesehen - etwa U-förmigen Lagerbock (10), in dem ein etwa der Breite des Skis (15) entsprechender, als Hohlkörper ausgebildeter Steuerflügel (1) um eine parallel zur Oberseite in einem rechten Winkel zur Längsachse des Skis (15) verlaufende Achse (8, 9) frei verschwenkbar gelagert ist, in dessen Innerem ein mit einem Antrieb versehenes bzw. verbindbares Schwungrad (2) auf einer die Achse (8,9) schneidenden, senkrecht auf die Flügelsehne stehende Achse (3,4) drehbar gelagert ist.