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Die Erfindung betrifft eine Ahle zum Durchstecken eines Fadenendes eines Fadens mit verdickten Enden, insbesondere eines Kunststoffadens mit einem Widerhakenende und einem Ösenende für einen Steckverschluss, durch ein Material, wie dichtes Gewebe, Tierkörper od. dgl., bestehend aus einem eine Spitze aufweisenden Schaft, der an einen Griff angesetzt ist und eine Längsnut zum Einlegen des Fadens aufweist.
Da Fäden mit verdickten Enden nicht in übliche Nadelöhre eingefädelt werden können und die verdickten Enden des Fadens auch nicht so ohne weiteres durch einen mittels einer Ahle od. dgl. entsprechend vorgebohrten Kanal durchzustecken sind, entstehen beträchtliche Schwierigkeiten beim Einziehen solcher Fäden, die zu den verschiedensten Zwecken, beispielsweise zum Verbinden zweier Gegenstände, zum Anhängen von Etiketten, zur Markierung u. dgl., verwendet werden. Diese Schwierigkeiten schränken daher auch den Anwendungsbereich der bekannten Kunststoffäden mit endseitigem Steckverschluss ein, die durch Zusammenstecken ihrer Verschlussenden unlösbare Schlaufen bilden und auf Grund ihrer Einfachheit, ihrer Hygiene, ihrer Festigkeit, ihrer billigen Herstellbarkeit usw. für die verschiedensten Zwecke besonders geeignet wären.
Eine solche Anwendungsmöglichkeit liegt in der Fleischbeschau, bei der zur Durchführung der bakteriologischen Untersuchung bestimmte Tierkörper, die zur Fleischuntersuchung beschlagnahmt sind, entsprechend gekennzeichnet werden müssen. Bisher werden diese Markierungen durch aufgeklebte Papierstreifen vorgenommen, was aber unhygienisch ist und auch zu Fälschungen Anlass geben kann.
Zur besseren Handhabung des freien Fadenendes gibt es zwar schon den Ahlen zugeordnete knebelartige Hilfswerkzeuge mit Klemmeinrichtungen für den Faden, doch dienen diese Hilfswerkzeuge als Handgriffe zum Führen des Fadenendes durch eine Fadenschlaufe oder zum Spannen des Fadens und können die eigentliche Ahle zum Durchstecken des Fadenendes durch ein Material keinesfalls ersetzen. Auch sind bereits Nadeln bekannt geworden, die einschraubbare und abdeckbare Öhre oder statt eines Öhres eine Hülsenklemme aufweisen, welche grifflosen Nadeln selbst gänzlich durch das Material gestochen werden müssen, um einen Faden einzuziehen, was ihre Verwendung als Ahle insbesondere zum Durchstecken eines verdickten Fadenendes durch ein Material ausschliesst.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu beseitigen und eine Ahle der eingangs geschilderten Art zu schaffen, die ein problemloses und schnelles Einziehen von Fäden mit verdickten Enden, insbesondere auch von Kunststoffäden mit Steckverschluss ermöglicht und den Anwendungsbereich solcher Fäden entsprechend erweitert.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass der Schaft mit einer abnehmbaren Spitze ausgestattet ist, in der sich ein Hohlraum zur Aufnahme eines der verdickten Fadenenden, vorzugsweise des Widerhakenendes, befindet. Zum Einziehen eines Fadens mit verdickten Enden wird die Ahle auseinander genommen und der Faden eingelegt, wobei das eine verdickte Ende im Hohlraum der Spitze und der Faden selbst in der Längsnut des Schaftes Platz finden. Zusammengesetzt kann dann die Ahle mit dem eingelegten Faden ohne jede Schwierigkeit durch das betreffende Material bzw. Gewebe hindurchgestochen werden, worauf nur mehr der Spitzenteil abgenommen werden muss und das durchgezogene Fadenende liegt frei. Zieht man nun auch den Schaft wieder aus dem Stichkanal zurück, bleibt der der Längsnut entlanggleitende Faden allein innerhalb des Materials bzw.
Gewebes und ist auf Grund der beiderseits verdickten Enden ohne Gewaltanwendung aus dem Material bzw. Gewebe nicht mehr zu entfernen. Bilden die verdickten Enden einen Steckverschluss, kann dieser nun geschlossen werden und die gewünschte sichere Plombierung, Kennzeichnung,
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nahme von Tierkörpern u. dgl. in der Fleisch- oder Wildfleischbeschau einzusetzen, was zu einer einfachen und vor allem hygienischen Kennzeichnung führt. Auf jeden Fall gewährleistet aber die Ahle ein äusserst rationelles Einziehen beliebiger Fäden mit verdickten Enden und eröffnet weite Anwendungsbereiche für solche Fäden.
Um ein ungewolltes Auseinanderziehen der beiden Schaftteile zu verhindern und eine sichere Handhabung der Ahle zu erreichen, ist erfindungsgemäss die Spitze mit dem den Griff aufweisenden Teil des Schaftes durch einen Bajonettverschluss verbunden.
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In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt, u. zw. zeigen Fig. 1 eine erfindungsgemässe Ahle in - Ansicht, Fig. 2 und 3 zwei Ausführungen der Verbindung zwischen Spitze und Schaft einer erfindungsgemässen Ahle in teilgeschnittener Ansicht bzw. Ansicht grösseren Massstabes und Fig. 4 einen mit der erfindungsgemässen Ahle einziehbaren Kunststoffaden in teilgeschnittener Ansicht.
Eine Ahle zum problemlosen Einziehen eines Fadens mit verdickten Enden besitzt einen Schaft - -1--, an dem lösbar eine Spitze --la-- angesetzt ist. Die Spitze--la--weist einen von der Verbindungsstelle --2-- her zugänglichen Hohlraum --3-- auf und im den Griff bildenden Teil - -lb-- des Schaftes --1-- ist eine von dieser Verbindungsstelle --2-- ausgehende Längsnut --4-- vorgesehen.
Zur Verbindung von Spitze --la-- und Schaftteil --lb-- kann, wie in Fig. 2 ange-
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der ein Widerhakenende --8-- und ein Ösenende --9-- für einen Steckverschluss formt und daher die sichere und bleibende Kennzeichnung beispielsweise eines Tierkörpers bei der Fleischbeschau mittels eines am Kunststoffaden --7-- angebrachten Anhängers --10-- erlaubt. Zum Einziehen eines solchen Kunststoffadens wird der Schaft-l-auseinandergenommen und der Faden so eingelegt, dass das Widerhakenende --8-- im Hohlraum --3-- der Spitze --la-- und der Faden-7selbst in der Längsnut --4-- des den Griff aufweisenden Teiles --lb-- zu liegen kommen.
Nach dem Zusammensetzen von Spitze --la-- und Teil --lb-- durch die Verschraubung --5-- bzw. den Bajonettverschluss --6-- kann nun die Ahle zusammen mit dem Kunststoffaden --7-- ohne jede Schwierigkeit durch ein Gewebe od. dgl. hindurchgestochen werden, worauf die aus dem Gewebe herausschauende Spitze --la-- des Schaftes --1-- abgenommen wird und das Widerhakenende --8-des Kunststoffadens --7-- freigelegt ist.
Jetzt braucht dieses Widerhakenende --8-- zur Bildung einer unlösbaren Schlaufe nur mehr in das auf der andern Seite des Stichkanals verbliebene Ösenende --9-- eingeschoben und verrastet zu werden und nach dem Zurückziehen des Teiles --lb-aus dem Stichkanal ist die gewünschte sichere Markierung hergestellt, da nun im betreffenden Gewebe über den Kunststoffaden --7-- der Anhänger --10-- unlösbar befestigt ist.
Selbstverständlich ist die erfindungsgemässe Ahle nicht auf das Einziehen von Kunststoffäden - mit Steckverschlüssen beschränkt, sondern kann immer dann mit Vorteil Verwendung finden, wenn das Fadenende eines beliebigen Fadens mit verdickten Enden durch ein schwer durchdringbares Gewebe od. dgl. durchgesteckt werden soll.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Ahle zum Durchstecken eines Fadenendes eines Fadens mit verdickten Enden, insbesondere eines Kunststoffadens mit einem Widerhakenende und einem Ösenende für einen Steckverschluss, durch ein Material, wie dichtes Gewebe, Tierkörper od. dgl., bestehend aus einem eine Spitze aufweisenden Schaft, der an einen Griff angesetzt ist und eine Längsnut zum Einlegen des Fadens aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (1) mit einer abnehmbaren Spitze (la) ausgestattet ist, in der sich ein Hohlraum (3) zur Aufnahme eines der verdickten Fadenenden, vorzugsweise des Widerhakenendes (8), befindet.