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Die Erfindung betrifft einen Fersenhalter für eine Sicherheitsskibindung mit einem relativ zum Ski festlegbaren Lagerbock und einem gegen die Kraft einer Feder um eine am Lagerbock angeordnete Achse hochschwenkbaren, einen Niederhalter tragenden Gehäuse, welche Feder in einer im Gehäuse ausgebildeten Federkammer angeordnet ist und mit ihrem einen Ende gehäusefest abgestützt ist, wobei das Gehäuse mit dem Niederhalter mittels eines Auslösehebels, welcher mit dem den Niederhalter tragenden Gehäuse einteilig ausgebildet ist, willkürlich hochschwenkbar ist.
Ein Fersenhalter der eingangs genannten Art ist beispielsweise in der DE-OS 2342382 (s. Fig. 1 bis 5) beschrieben. Dieser Fersenhalter weist eine in einer Federkammer des Gehäuses angeordnete Feder auf, welche einen Kolben beaufschlagt, der eine konvex gewölbte Stirnfläche besitzt, die gegen eine entsprechend konkav gewölbte Arretierfläche eines am Lagerbock unverdrehbar gehaltenen Querbolzens gedrückt wird. Bei einer auf den Niederhalter in vertikaler Richtung wirkenden Kraft verschwenkt das Gehäuse mitsamt dem Niederhalter, wobei die Stirnfläche des federbelasteten Kolbens auf eine Nockenkante des Querbolzens gleitet, wodurch die Feder komprimiert wird. Es ist jedoch für ein einwandfreies Funktionieren des Auslösemechanismus dieser Bindung erforderlich, den Querbolzen auf eine präzise und arbeitsintensive Weise herzustellen.
Bei dem in der DE-OS 2027412 gezeigten Fersenhalter ist der an einem skifesten Lagerbock schwenkbar gelagerte Sohlenhalter mittels Stiften in seitlichen Schlitzführungen des Lagerbockes gelagert. Der Sohlenhalter ist weiters schubkurbelartig am Lagerbock angelenkt bzw. abgestützt.
Die Auslösefeder ist in einem Federgehäuse angeordnet, welches an einem Bolzen angelenkt ist, der in Kulissenführungen des Lagerbockes eingreift und geführt wird. Zum willkürlichen Öffnen des Sohlenhalters ist ein an der Schubkurbel angelenkter Auslösehebel vorgesehen. Der Aufbau dieses Fersenhalters mit Schlitz- bzw. Kulissenführungen im Lagerbock, mit einer Schubkurbel, mit einem gesonderten Federgehäuse und einem gesonderten Auslösehebel ist aufwendig und die Herstellung arbeitsintensiv.
Ein durch ein am Markt befindliches Produkt (Tyrolia Tourenbindung) bekannter Fersenhalter weist einen am Gehäuse gehaltenen Steuerbolzen auf, welcher in die an den Seitenwänden des Lagerbockes vorgesehenen Steuerkurven eingreift und während eines Auslösens entlang dieser Steuerkurven geführt wird. Der Auslösehebel ist am Lagerbock um einen Bolzen schwenkbar angelenkt und ist gleichzeitig als ein Betätigungshebel für ein am Ski verschiebbar geführtes Verriegelungselement vorgesehen, mittels welches der auf einer Tourenplatte angeordnete Fersenhalter für die Abfahrt am Ski festlegbar ist. Dieser Fersenhalter hat sich in der Praxis ausgezeichnet bewährt, ist jedoch, bedingt durch die vielen Funktionen, die er erfüllt, etwas aufwendig gestaltet.
Bei dem in der US-PS Nr. 3, 572, 739 dargestellten Fersenhalter ist an einem skifesten Teil ein kugelförmiges Rastelement vorgesehen, mit welchem eine weitere federbelastete Kugel zusammenwirkt. Das kugelförmige Rastelement bildet die Schwenkachse für ein mit dem Niederhalter versehenes Gehäuse, welches einteilig mit dem Auslösehebel gestaltet ist. Dieser Fersenhalter ist jedoch mit den bekannten Nachteilen eines eine Kugelverrastung aufweisenden Backens, wie beispielsweise Stossempfindlichkeit und geringe Elastizität, behaftet.
Die Erfindung hat sich daher die Aufgabe gestellt, einen Fersenhalter der eingangs genannten Art derart zu gestalten, dass er einfach aufgebaut und besonders einfach herzustellen ist.
Gelöst wird die gestellte Aufgabe erfindungsgemäss dadurch, dass das zweite Ende der Feder an einem am Lagerbock gelagerten Widerlager abgestützt ist, welches Widerlager mittels zweier Steueransätze in etwa parallel zur Längserstreckung der Federkammer am Gehäuse ausgebildeten Führungsnuten geführt ist, welche Steueransätze auch an in den Seitenwänden des Lagerbockes ausgebildeten, die Auslösecharakteristik bestimmenden Steuerkurven führbar sind.
Durch die erfindungsgemässen Massnahmen wird ein besonders einfacher, Bauteile sparender Aufbau des Fersenhalters erreicht. Da die Steuerarisätze des Widerlagers sowohl in Führungsnuten des Gehäuses als auch in Steuerkurven der Seitenwände des Lagerbockes geführt sind, wird eine wesentliche Vereinfachung im Aufbau als auch eine Vereinfachung in der Herstellung erreicht.
Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht darin, dass jede Steuerkurve je eine an der Seitenwand des Lagerbockes ausgebildete Aussparung von oben begrenzt und zwei Abschnitte aufweist, welche Abschnitte einander in einem Punkt schneiden, welcher in Richtung zur unteren Begrenzungswand der Aussparung versetzt ist, wobei das Längenverhältnis der beiden Abschnitte,
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vom Niederhalter aus betrachtet, vorzugsweise 2 : 1 beträgt. Durch diese Ausgestaltung der Steuerkurven wird eine besonders günstige Auslösecharakteristik erreicht, wobei jedoch dem Konstrukteur ein relativ grosser Spielraum hinsichtlich der Länge der Abschnitte der Steuerkurven und deren Neigung relativ zur Skioberseite zur Verfügung steht.
Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden nun an Hand der Zeichnungen, die ein Ausführungsbeispiel darstellen, näher beschrieben. Hiebei zeigen : Fig. 1 eine Seitenansicht des erfindungsgemässen Fersenhalters in der Abfahrtsstellung im Schnitt, Fig. 2 den Fersenhalter mit hochgeschwenktem Sohlenhalter in der Einstiegsstellung ebenfalls in Seitenansicht im Schnitt und die Fig. 3 eine vergrösserte Darstellung einer erfindungsgemässen Steuerkurve.
Wie aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich ist, ist auf dem Ski --1-- eine Führungsschiene --2-- befestigt, an welcher eine einen Lagerbock --4-- tragende Grundplatte --3-- in der Längsrichtung des Skis verschiebbar geführt und in unterschiedlichen Lagen zwecks Anpassung des Fersenhalters an unterschiedlich lange Skischuhe mittels einer nicht dargestellten Verriegelungsvorrichtung festlegbar ist. Der erfindungsgemässe Fersenhalter kann auch der Fersenbacken einer zum Tourengehen geeigneten Sicherheitsskibindung sein, die einen am Ski angeordneten Vorderbacken und eine mit diesem Backen gelenkig verbundene Tourenplatte aufweist. Der Lagerbock --4-- wäre dann in die Tourenplatte --2-- integriert.
Der Lagerbock --4-- besteht im wesentlichen aus zwei parallel zur Skilängsachse angeordneten Seitenwänden, zwischen denen ein Gehäuse --5-- angeordnet ist. Das Gehäuse --5-- ist am Lagerbock --4-- um eine quer zur Skilängsachse verlaufende Achse --9-- hochschwenkbar gelagert. Mit dem Gehäuse --5-- ist ein den Fersenbereich einer nicht dargestellten Skischuhsohle übergreifender Niederhalter --6-- und ein zum willkürlichen Öffnen bzw. Hochschwenken des Nieder- halters --6-- vorgesehener Auslösehebel --7-- einstückig ausgebildet. Im Bereich des Niederhalters --6-- ist am Gehäuse --3-- ein Trittsporn --8-- um einen Stift --8a-- begrenzt verschwenkbar gelagert.
Am mittleren Bereich des Gehäuses --3-- ist eine in der Abfahrtsstellung des Fersenhalters annähernd lotrecht zur Skioberseite stehende Federkammer --10-- ausgebildet, die einen zylinderartigen, nach oben offenen Hohlraum des Gehäuses --5-- darstellt. In die Federkammer --10-greift ein hülsenartiges einseitig offenes Widerlager --11-- von oben ein, welches an seinem unteren Bereich zwei miteinander fluchtende, im rechten Winkel zur Skilängsachse angeordnete
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setzen in der Längserstreckung der Federkammer --10-- verlaufende, am Gehäuse --5-- ausgebildete Führungsnuten --5a-- und greifen in an den Seitenwänden des Lagerbockes - 4-ausgebildete Aussparungen-14--, welche an ihren der Skioberseite abgewandten Endbereichen von Steuerkurven --15-- begrenzt sind.
Das aus der Federkammer --10-- nach aussen ragende geschlossene Ende des Widerlagers --11-- durchsetzt der Kopf einer Stellschraube --12--, deren mit einem Gewinde versehener Schaft einen Stützteller --13-- trägt. Eine Feder --16-- stützt sich mit ihrem einen Ende über den Stützteller --13-- am Widerlager --11-- ab, das andere Ende der Feder --16-- ist am Boden der Federkammer --10-- abgestützt. Die Vorspannung der Feder - ist auf an sich bekannte Weise mittels der Stellschraube --12-- einstellbar, die eingestellte Federkraft ist an einem mit einer Skala versehenen Fenster --17-- der Hülse --11-- ables- bar.
Die Steuerkurve --15--, entlang welcher jeder Steueransatz --11a-- der Hülse --11-während eines Auslösens gesteuert wird, ist in Fig. 3 vergrössert dargestellt. In der Abfahrtsstellung des Fersenhalters befindet sich der Steueransatz --11a-- an dem dem Niederhalter --6-zugewandten Endbereich der Steuerkurve --15--, die in diesem Bereich der Form des Steueran-
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abschnitt a endet am Auslösepunkt der Steuerkurve --15--. An den Kurvenabschnitt a schliesst ein Kurvenabschnitt b an, der sich wieder von der Achse --9-- kontinuierlich entfernt. Durch diese Ausbildung wird der Feder --16-- ein Entspannen erlaubt.
Der Entspannungsweg der Feder
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- hängt davon ab, um wieviel sich der Abstand zwischen dem Endbereich des Kurvenabschnittes b zur Achse --9-- vom Abstand R zwischen dem Anfangspunkt des Kurvenabschnittes a und der Achse --9-- unterscheidet. Das Verhältnis der Längen der Kurvenabschnitte a und b entspricht etwa dem Verhältnis 2 : 1.
Bei einem unwillkürlichen Auslösevorgang werden also die Steueransätze --lla-- des Widerlagers --11-- entlang der Steuerkurven --15-- gezwungen. Der Niederhalter --6-- mitsamt dem Gehäuse --5-- verschwenkt um die am Lagerbock --4-- angeordnete Achse --9--.
Eine Relativbewegung zwischen dem hochschwenkenden Gehäuse --5-- und des mittels seiner Steueransätze --lia-- entlang der Steuerkurven --15-- zwangsgeführten Widerlagers --11-- wird durch die am Gehäuse --5-- ausgebildeten, von den Steueransätzen --l1a-- durchsetzten Führungsnuten - ermöglicht. Durch das entlang der Steueransätze-lla-- nach oben gleitende Gehäuse --5-- wird die Feder --16-- komprimiert. Haben die Steueransätze-lla-- des Widerlagers-11-- die Auslösepunkte der beiden Steuerkurven --15-- überschritten, so schwenkt der Fersenhalter in seine geöffnete Lage, ein in die Bindung eingesetzter (nicht dargestellter)
Skischuh wird freigegeben. Beim Einsteigen in die Bindung wird das Gehäuse --5-- mitsamt dem Niederhalter --6-und dem Auslösehebel --7-- unter Überwindung der durch den Entspannungsweg der Feder --16-bestimmten Einstiegskraft in die Abfahrtsstellung gebracht.
Bei einem willkürlichen Öffnen des Fersenhalters wird der Auslösehebel --7-- im Uhrzeigersinn verschwenkt. Der hiebei stattfindende Bewegungsablauf entspricht dem einer unwillkürlichen Auslösung.
Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass dem Konstrukteur hinsichtlich der Wahl der Auslösecharakteristik durch die Ausgestaltung der am Lagerbock angeordneten Steuerkurven ein grosser Spielraum gegeben ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Fersenhalter für eine Sicherheitsskibindung mit einem relativ zum Ski festlegbaren Lagerbock und einem gegen die Kraft einer Feder um eine am Lagerbock angeordnete Achse hochschwenkbaren, einen Niederhalter tragenden Gehäuse, welche Feder in einer im Gehäuse ausgebildeten Federkammer angeordnet ist und mit ihrem einen Ende gehäusefest abgestützt ist, wobei das Gehäuse mit dem Niederhalter mittels eines Auslösehebels, welcher mit dem den Niederhalter tragenden Gehäuse einteilig ausgebildet ist, willkürlich hochschwenkbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Ende der Feder (16) an einem am Lagerbock (4) gelagerten Widerlager (11) abgestützt ist, welches Widerlager (11) mittels zweier Steueransätze (lla) in etwa parallel zur Längserstreckung der Federkammer (10) am Gehäuse (5) ausgebildeten Führungsnuten (5a) geführt ist,
welche Steueransätze (l1a) auch an in den Seitenwänden des Lagerbockes (4) ausgebildeten, die Auslösecharakteristik bestimmenden Steuerkurven (15) führbar sind.