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Die Erfindung betrifft einen Dachstuhl für Dächer, insbesondere für Sattel- oder Walmdächer, bei dem die Sparren am First, z. B. mit einem winkelverstellbaren Giebelelement, an dessen gelenkig verbundenen Schenkeln jeweils ein Sparrenteil befestigbar ist und das gegebenenfalls einen weiteren Ansatz bzw. ein Anschlussstück für einen Sparren oder einen Träger aufweist, gelenkig bzw. winkelverstellbar miteinander verbunden und in ihrem andern Endbereich in einem
Auflager gelagert sind. Derartige Dachstühle sind für Sattel- oder Walmdächer einsetzbar.
Aus dem Stand der Technik sind Dachkonstruktionen verschiedener Art bekannt.
Die DE-PS Nr. 814652 zeigt Dachbinder, an deren Enden Gabeln angeschweisst sind, deren
Schenkel mit Augen versehen sind, durch welche Bolzen gesteckt werden, so dass am First eine gelenkige Verbindung der Sparren bzw. Binder vorgesehen ist. Die Enden der Sparren sind in einem Lager um einen Bolzen drehbar gelagert.
Aus der DE-PS Nr. 807547 ist ein Dachsparrenbinder bekannt, bei dem die Sparren am First und an den dem Sims zugekehrten Enden mit einem Lager gelenkig gelagert sind.
Aus der AT-PS Nr. 333479 ist eine Dachkonstruktion bekannt, bei der ein winkelverstellbares
Giebelelement vorgesehen ist, an dem Dachsparren durch Einschieben und gegebenenfalls durch
Setzen von Schrauben am Giebelelement befestigbar : sind. Das Giebelelement wird in seiner Winkellage durch Einsetzen einer Latte fixiert. Es können auch mehrere Sparren durch die Giebelelemente hintereinander verbunden werden, so dass Abdeckungen bzw. solide Bedachungen grösseren Ausmasses errichtet werden können.
Schliesslich ist es aus der AT-PS Nr. 166092 bekannt, Sparren eines Daches aus mehreren
Sparrenteilen zusammenzusetzen.
Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Ziel der Erfindung ein vereinfachtes, tragstabiles und universell anwendbares, in Serienfertigung herstellbares, nach Art eines BaukastenSystems aufgebauter Dachstuhl für Dächer zu erstellen. Dies wird bei einem Dachstuhl der eingangs genannten Art erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass die den Dachstuhl bildenden Sparren in an sich bekannter Weise von zumindest zwei, vorzugsweise mehreren Sparrenteilen gebildet sind, die zur Erzielung einer wählbaren Sparrenlänge sich in den einander zugekehrten Endbereichen verschieden lang überlappend bzw.
überlaschend verbindbar sind, dass gegebenenfalls auch die Schenkel des Giebelelementes mit den Sparrenteilen in den einander zugekehrten Endbereichen verschieden lang überlappend verbindbar sind, und dass der am traufenseitigen Ende des aus zumindest zwei oder mehreren miteinander verbundenen Sparrenteilen gebildeten Sparrens gelegene Sparrenteil auf eine als Auflager dienende Fusspfette winkelverstellbar entsprechend dem durch die Sparrenlänge und die Auflagerbreite des Dachstuhles bestimmten Winkel aufsetzbar ist.
Die in der derzeit existierenden Dachlandschaft dominierenden Satteldächer in den verschiedensten Ausführungsformen unterscheiden sich in der Dachneigung, der Sparrenlänge, dem Traufenüberstand und der Gesamtlänge. Hiebei ist die Gesamtlänge nicht bedeutend, da durch eine Aufstellung von weiteren Sparren die Länge eines Daches nahezu beliebig veränderbar ist.
Durch den erfindungsgemässen Dachstuhl mit seinen entsprechenden Elementen wird es möglich, aus einer geringen Anzahl von gleichen Elementen den grössten Teil der anfallenden Dachkonstruktionen zusammenbauen zu können. Der erfindungsgemässe Dachstuhl mit dem baukastenartig Dachstühle bzw. Dachtragkonstruktionen gefertigt werden können, weist entsprechend den oben angeführten Unterschieden bei einfachen Satteldächern, wobei die Gesamtlänge des Daches leicht variiert werden kann und nicht im Baukastensystem berücksichtigt werden muss, folgende wesentliche Elemente auf : Sparren, die beim Giebel bzw. First winkelverstellbar sind, z. B. mittels eines winkelverstellbaren Giebelelementes, Sparren, die längenverstellbar sind und Sparren, die als Traufensparren einsetzbar sind.
Aus diesen Elementen kann eine Vielzahl von verschiedenen Dachstühlen zusammengestellt werden ; die Elemente können entsprechend ihrer speziellen Funktion ausgelegt, gestalt und dimensioniert werden, wodurch im gesamten gesehen, die Dachstuhlkonstruktion billiger gestaltet werden kann.
Die angeführten Elemente haben für sich spezielle Funktionen : Winkelverstellbare bzw. längenverstellbare Sparren bzw. winkelverstellbares Giebelelemente : Durch die Winkelverstellbarkeit des Giebelelementes bzw. der Sparren kann jede beliebige Dachneigung hergestellt werden und eventuell können auch aufgetreten Bauungenauigkeiten ausgeglichen werden. Das Giebelelement des Dachstuhles kann z. B. aus zwei kurzen Sparrenteilen bestehen, die durch ein Gelenk miteinander ver-
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bunden sind. Nach der Fertigstellung des Dachstuhles können das Gelenk oder die Sparrenteile z. B. mittels eines Bolzens gesperrt werden. Dadurch können Wind- und Schneekräfte von dem Stab- system des Dachstuhles besser aufgenommen werden.
Die beiden Enden des Giebelelementes sind so ausgebildet, dass die Sparrenteile problemlos und einfach und gegebenenfalls auch längenver- stellbar angefügt werden können.
Längenverstellbarer Sparren : Es ist bekannt, Sparren für eine Anpassung an verschiedene
Hausbreiten am First gelenkig miteinander zu verbinden ; da die Sparren aber nur jeweils in einer vorgefertigten Länge verwendet werden, kann man mit dieser Konstruktion bei gegebener Auflage- breite bzw. Gebäudebreite zwar durch die Gelenkverbindung der Sparren diese in einem ent- sprechenden Winkel zueinander, ähnlich einem Zirkel, einstellen, man erhält aber dabei eine nicht beeinflussbare Dachöhe. Wie beim erfindungsgemässen Dachstuhl vorgesehen, sind die Sparrenteile sich verschieden lang überlappend verbindbar und in Kombination mit der Winkelverstellbarkeit beim Giebel kann bei vorgegebener Auflagerbreite nahezu jede beliebige Dachneigung oder jede beliebige Dachhöhe hergestellt werden.
Die Längenverstellbarkeit der Sparren durch Zusammen- setzen der Sparren aus mehreren sich überlappenden Sparrenteilen bringt ausserdem den Vorteil, dass im Bereich der Sparrenmitte, wo bekanntlich das grösste Biegemoment - hervorgerufen durch
Wind-, Schnee- und Materialbelastung - auftritt, durch z. B. eine Verdoppelung des Querschnittes der Sparrenteile der Sparren verstärkt wird und dadurch annähernd einen Träger gleicher Festig- keit darstellt.
Als weiteren Vorteil bringt der erfindungsgemässe Dachstuhl die Möglichkeit, jedes beliebige asymmetrische Dach zusammenzustellen. Liegt z. B. auf einer Seite eines an und für sich symme- trischen Hauses mit einem Satteldach ein Garagenanbau, über dem das Dach vom Hauptgebäude in einem Zug weiterlaufen soll, so müssen nur mehrere Sparrenteile aneinandergereiht werden.
Durch die Aneinanderreihbarkeit der Sparrenteile besteht auch die Möglichkeit, bei längeren zu überspannenden Distanzen mittels eines stärker dimensionierten Sparrenteiles in der Mitte des Sparrens ebenfalls einen Sparren ähnlich einem Träger gleicher Festigkeit auszubilden. Dadurch kann unter Umständen auf Abstützungen der Sparren, wie sie bei den derzeitigen Konstruktionen üblich sind, verzichtet werden, wodurch eine bessere Nutzungsmöglichkeit des Dachbodenraumes, wie sie oft vom Bauherren gewünscht wird, erzielt wird.
Der als Traufensparren dienende Endbereich eines Sparrenteiles dient zur Lagerung des Sparrenteiles bzw. Sparrens auf der Fusspfette zur Befestigung der Dachrinne und der Dachuntersicht und zur Ausbildung des Dachüberstandes. Um den jeweils sehr verschiedenen Wünschen nach unterschiedlichen Dachüberständen im Traufenbereich gerecht zu werden, können kurze Sparrenteile im Traufenbereich zur Komplettierung des Tragsystems vorgesehen sein. Die Verbindung zwischen diesen kurzen Sparrenteilen und den andern Sparrenteilen kann in gleicher oder ähnlicher Form wie jene zwischen dem winkelverstellbaren Giebelelement und den dort anschliessenden Sparrenteilen oder jene zwischen den Sparrenteilen untereinander erfolgen.
Erfindungsgemäss ist vorgesehen, dass die einander zugekehrten, überlappenden Endbereiche der Sparrenteile mit die Sparrenteile umschliessenden Stahlbändern oder-bügeln, vorzugsweise mit einer Spannvorrichtung, zusammengehalten sind, wodurch die Gesamtsparrenlänge stufenlos ver- änderbar ist.
Das Auflager auf der Gebäudemauer für den als Traufensparren dienenden Sparrenteil ist als Gelenk ausgebildet, um auch damit die Einstellbarkeit jeder beliebigen Dachneigung sicherzustellen. Weiters ist das Auflager bzw. die Fusspfette derartig ausgebildet, dass es bzw. sie die Stabkräfte des Sparrens, herrührend aus den Wind-, Schnee- und Materialbelastungen, aufnehmen kann. Durch die Gelenkigkeit der Auflagerung des Sparrens ist die universelle Funktion des Gesamtkonzeptes des Dachstuhles gewahrt. Erfindungsgemäss ist vorgesehen, dass die Fusspfette einen L-förmigen Querschnitt aufweist, wobei der am traufenseitigen Ende gelegene Sparrenteil auf dem Vertikalschenkel der Fusspfette winkelverstellbar gelagert ist, eine Ausnehmung aufweist und damit den oberen Bereich des Vertikalschenkels der Fusspfette umgreift.
Dabei kann die dem First näher gelegene Begrenzungsfläche der Ausnehmung senkrecht oder hinterschnitten zur Längsachse des Sparrens verlaufen. Bevorzugt ist es, wenn zur freien Beweglichkeit des traufenseitig gelegenen Sparrenteiles um den Vertikalschenkel der Fusspfette die dem freien Ende dieses Sparrenteiles
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näher gelegene Begrenzungsfläche der Ausnehmung in einem grösseren Abstand als die Dicke des Vertikalschenkels von der dem First näher gelegenen Begrenzungsfläche entfernt gelegen ist und gegebenenfalls geneigt zur Längsachse des Sparrens verläuft.
Es ist sinnvoll, die kurzen als Traufensparren dienenden Sparrenteile in zwei oder mehreren Längenabstufungen vorzusehen, um verschiedene Dachüberstände im Traufenbereich erstellen zu können. Zwischenlängen können auf einfache Weise durch Abschneiden und Kürzen hergestellt werden. Durch die Aufteilung des üblichen Dachstuhlsparrens in die einzelnen Sparrenteile kann in einfacher Weise auf Wünsche bezüglich Verzierungen des Endbereiches eines überstehenden, sichtbaren Sparrenteiles eingegangen werden ; der als Traufensparren dienende Sparrenteil kann zu diesem Zweck aus besserem und geschnitzten Holz hergestellt werden.
Insbesondere dann, wenn der gesamte Sparren von nur zwei Sparrenteilen gebildet ist, kann die gewünschte Länge des Sparrens bzw. Überstandes des Endbereiches des Sparrenteiles über die Fusspfette durch Ablängen dieses Sparrenteiles hergestellt werden.
Der erfindungsgemässe Dachstuhl bietet den wesentlichen Vorteil, übliche Dachstühle aus vorgefertigten Elementen ohne wesentliche Anpassungsarbeiten und ganz genauen Aufmasskenntnissen des fertigen Hauses in kürzester Zeit von einer Montagepartie aufstellen zu lassen. Die vorgefertigten Elemente, die durch ihre Gleichheit in grosser Stückzahl hergestellt werden können, erlauben eine kostensparende Serienerzeugung auf Maschinenstrassen.
Bei einer entsprechenden Ausbildung des winkelverstellbaren Giebelelementes zur Aufnahme von drei Sparren bzw. Sparrenteilen bzw. einem Träger ist es möglich, auch Walmdächer oder abgewalmte Satteldächer mit dem erfindungsgemässen Dachstuhl herzustellen.
An Hand der Zeichnungen wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen : Fig. 1 ein winkelverstellbares Giebelelement, Fig. 2 und 3 die Verbindung zweier Sparrenteile, Fig. 4 den Endbereich eines Sparrenteiles, der auf eine Fusspfette aufgesetzt ist und Fig. 5 aus zwei Sparrenteilen zusammengesetzte, am First gelenkig verbundene Sparren.
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einen Sparrenteil-5- (Fig. 2, 3).
Zur Einstellung einer vorbestimmten Sparrenlänge können die Sparrenteile --4 und 5-- in beliebiger Lage überlappt werden. Die Überlappung muss nur genügend Platz für die Verbindung ergeben. Die Verbindung der Sparrenteile --4 und 5-erfolgt z. B. indem die Sparrenteile --4 und 5-- mittels Stahlbändern --6-- zusammengefasst werden, wobei die Stahlbänder --6-- mittels Keilen --7-- derart gespannt werden, dass ein gegenseitiges Verrutschen der Sparrenteile --4 und 5-- unmöglich wird (Fig. 2).
Es ist jedoch auch möglich, die Sparrenteile --4 und 5-- mittels Schraubbolzen zu verbinden.
Wenn z. B. in einem Sparrenteil (4 oder 5) Löcher vorgebohrt sind, werden, nachdem die Sparrenteile entsprechend der vorgesehenen Gesamtlänge aufgelegt worden sind in dem andern nicht vorgebohrten Sparrenteile (5 oder 4) an entsprechenden Stellen Löcher gebohrt, so dass bei Durchstecken eines Bolzens durch die vorgebohrten Löcher in dem einen Sparrenteil und die nachgebohrten Löcher in dem andern Sparrenteil die vorbestimmte Gesamtsparrenlänge erzielbar ist (Fig. 3). Die Längenverstellbarkeit kann sich in einem grossen Bereich bewegen und wird durch die Wirtschaftlichkeit bzw. den Holzverbrauch bestimmt.
Fig. 4 zeigt einen am traufenseitigen Ende gelegenen Sparrenteil der an den Sparren- teil --5-- anschliessbar ist. Die Verbindung mit dem Sparrenteil --5-- kann auf beliebige oder vorzugsweise auf die in Fig. 2 und 3 dargestellte erfindungsgemässe Weise erfolgen. Wesentlich ist es, dass der Sparrenteil --9-- eine Ausnehmung --10-- aufweist, die auf eine Fusspfette --11-- in verschiedenen Winkellagen aufsetzbar ist. Die Fusspfette --11-- kann dazu L-förmigen Querschnitt aufweisen. Es ist auch möglich, das "L" derart vorzusehen, dass der Vertikalschenkel des "L" dem
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