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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Abschiessen von Schützen, insbesondere projektil artigen Schützen einer Webmaschine, mit mindestens einem Paar von antreibbaren Rollen, die an je einem federbelasteten, um eine ortsfeste Achse schwenkbaren Hebel gelagert und an den in das Webfach einzutragenden Schützen von beiden Seiten her anstellbar sind.
Vorrichtungen dieser Art sind bekannt (CH-PS Nr. 536889, Nr. 558437, GB-PS Nr. 291, 185). Bei den meisten dieser Vorrichtungen sind mehrere in Schussrichtung aufeinanderfolgend angeordnete antreibbare Rollenpaare vorgesehen, die zugleich zur Schützenbremsung dienen oder zumindest dazu beitragen und die wechselweise aus einer unwirksamen Lage in eine Lage gebracht werden können, in der sie mit dem Schützen in Wirkverbindung stehen.
Die bekannten Vorrichtungen haben sich jedoch in der Praxis nicht bewährt, da sie bereits nach 200000 bis 400000 Schüssen unbrauchbar werden.'Die Ursache hiefür ist eine unzulässig hohe Relativbewegung zwischen Rollenumfang und Schützen, welche einen schnellen Verschleiss sowohl am projektilartigen Schützen als auch an den Abschussrollen zur Folge hat. Nach Auftreten eines bestimmten Verschleissgrades ist aber der Abschuss nicht mehr kontrollierbar. Hinzu kommt als weiterer Nachteil bei Vorrichtungen mit mehreren Rollen, dass durch die Differenzbewegungen beim Abschuss der Verschleiss noch weiter wesentlich vergrössert wird.
Man hat versucht, letzterem Nachteil dadurch entgegenzuwirken, dass beim letzten Rollenpaar eine Rutschkupplung zwischen Rollen und Antrieb vorhanden ist, jedoch hat sich auch diese Ausführungsform nicht völlig bewährt.
Die Erfindung setzt sich zur Aufgabe, eine Vorrichtung der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, dass eine möglichst verschleissfreie Funktion gewährleistet ist, wobei der unvermeidlich auftretende Verschleiss kontrollierbar ist. Ausserdem wird bezweckt, den konstruktiven Aufwand und auch die Lärmentwicklung gegenüber den bekannten Vorrichtungen zu vermindern. Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass die beiden Hebel im wesentlichen parallel zur Schützenbahn liegen, dass eine einzige Steuernocke vorgesehen ist, an welcher beide Hebel anliegen und dass die Rollen Laufkränze haben, welche mit einer Nabe elastisch-nachgiebig verbunden sind.
Überraschenderweise hat es sich gezeigt, dass auf diese Weise entgegen der herrschenden Meinung der Fachwelt mit nur einem einzigen Rollenpaar mit Schützen im Grammbereich eine in jeder Beziehung befriedigende Beschleunigung erzielbar ist.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Anordnung so getroffen, dass jede Rolle aus einem Stahl-Aussenring, einer Stahl-Nabe und einem zwischen Ring und Nabe befindlichen Kranz aus Dämpfungsmaterial, insbesondere mit einer Shore-Härte im Bereich von 40 bis 60, besteht. Dadurch lassen sich die besten Resultate erzielen.
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch veranschaulicht.
Fig. l zeigt in schaubildlicher Darstellung die erfindungsgemässe Vorrichtung in Verbindung mit einer Bremsstufe ; Fig. 2 in schematischer Draufsicht eine Funktionsskizze der erfindungsgemässen Vorrichtung ; Fig. 3 eine graphische Darstellung der radialen Rollenbelastung als Funktion der Einfederung ; Fig. 4 eine graphische Darstellung der Shore-Härte der Rollen als Funktion der Grösse
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Funktion der Geschwindigkeit der projektil artigen Schützen.
Die in Fig. 1 veranschaulichte erfindungsgemässe Vorrichtung zum Abschiessen von projektilartigen Schützen-l-einer nicht dargestellten Webmaschine umfasst eine Bremsstufe welche, in Richtung des ankommenden Schützen-l-gesehen, einem Rollenpaar mit Abschussrollen --2 und 3-nachgeordnet ist. Diese Bremsstufe --10-- umfasst Bremsbacken --11 und 12-- und dient zum Abbremsen des ankommenden Schützen-l-sowie zu dessen genauer Ausrichtung in bezug auf die Rollen-2 und 3--.
Diese Bremsstufe --10-- kann von beliebiger bekannter Bauart sein.
Die Vorrichtung nach Fig. 1 ist von einem Gehäuse --4-- umgeben und von einer Baugrösse, die es gestattet, diese Vorrichtung auf einer bewegten Lade der Webmaschine (nicht gezeigt) anzuordnen. Jede Rolle --2, 3-- ist von einem nicht dargestellten Antrieb mit hoher Drehzahl angetrieben, wobei jeweils eine der Rollen --2, 3-- auf der einen bzw. auf der andern Seite der Ein- trittsöffnung --5-- für den Schützen an diesen anstellbar gelagert ist.
Aus der Darstellung des Funktionsprinzipes der Vorrichtung gemäss Fig. 2 geht hervor, dass jede Rolle --2 bzw. 3-- von einem seitlich wegschwenkbare Hebel --22 bzw. 23-- getragen ist.
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Jeder Hebel --22 bzw. 23-- ist mittig um einen Drehpunkt --24 bzw. 25-- schwenkbar und trägt am einen Ende eine Steuerrolle --26 bzw. 27--, welche in Wirkungsverbindung mit einer gemeinsamen Steuernocke --30-- stehen, an die sie durch Federn --31-- angedrückt sind. Am andern, nicht dargestellten Ende trägt jeder Hebel --22, 23-- Bauteile der Bremsstufe --10--.
Die so gebildete Steueranordnung öffnet zunächst synchron zum Rhythmus des Schusseintrages an der Maschine das Rollenpaar --2, 3--, um dem ankommenden Schützen-l-Durchtritt zur Bremsstufe --10-- zu gewähren. Anschliessend gewährleistet die Steueranordnung ein Anstellen der Rollen - 2 und 3-- an den Schützen --1--, um diesen durch die beim Kontakt der rotierenden Rollen mit dem Schützen entstehenden Reibungskräfte zu beschleunigen und aus der Vorrichtung heraus durch das Webfach zu schiessen.
Durch die symmetrische Anordnung gelangen beide Rollen --2 und 3-- genau gleichzeitig und mit gleichem Druck zum Anliegen am Schützen --1--. Hiebei hat-es sich gezeigt, dass die Anpresskraft der Rollen 3-am Schützen-l-unabhängig von dessen Grösse und Gestalt 150 N nicht übersteigen sollte, um eine grösstmögliche Ausnutzung der Energie zur Beschleunigung des Schützen-l- zu gewährleisten. Es hat sich ferner herausgestellt, dass zur Erzielung einer geringen Abnutzung, einer gleichbleibenden Schützenanfangsgeschwindigkeit und zur Unterdrückung radialer Rollenschwingungen sowie zur Vermeidung von Schlupfeffekten usw. auf die enge Beziehung zwischen radialem Anpressdruck der Rollen-2, 3-und ihrer radialen Einfederung Rücksicht genommen werden soll.
Diese Beziehung lässt sich Fig. 3 entnehmen, wonach bei vorgegebener Elastizität der Rollen-2, 3-- die radiale Einfederung s mit zunehmendem radialen Anpressdruck F beim Anstellen der Rollen --2, 3-- an den Schützen-l-linear zunimmt. Um dies zu berücksichtigen, hat jede Rolle --2, 3-- einen Stahl-Aussenring --40-- (Fig.2) und eine Stahl-Nabe --41--, zwischen welchen ein Kranz --42-- aus einem Dämpfungsmaterial vorgegebener Shore-Härte angeordnet ist. Fig. 4 zeigt dabei, dass diese Shore-Härte S im Bereich von etwa 40 bis 600 liegen kann und unabhängig ist
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Weiter geht aus Fig. 5 hervor, dass praktisch die Rollen-Umfangsgeschwindigkeit VR zu 97% auf den projektilartigen Schützen --1-- übertragen werden kann, dessen Geschwindigkeit Vp ist.
Dies zusammen mit einer praktisch vernachlässigbaren Abnutzung gegenüber bekannten Vorrichtungen dieser Art ergibt eine Abschussvorrichtung für Webschützen, die allen vorgenannten Anforderungen gerecht wird.
Die Steueranordnung kann elektrisch und/oder hydraulisch und/oder pneumatische Stellglieder umfassen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Abschiessen von Schützen, insbesondere projektil artigen Schützen einer Webmaschine, mit mindestens einem Paar von antreibbaren Rollen, die an je einem federbelasteten, um eine ortsfeste Achse schwenkbaren Hebel gelagert und an den in das Webfach einzutragenden Schützen von beiden Seiten her anstellbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Hebel (22, 23) im wesentlichen parallel zur Schützenbahn liegen, dass eine einzige Steuernocke (30) vorgesehen ist, an welcher beide Hebel (22, 23) anliegen, und dass die Rollen (2,3) Laufkränze (40) haben, welche mit einer Nabe (41) elastisch-nachgiebig verbunden sind.