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Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Verschwenken von Scheiben in Schiessanlagen, wobei den Scheiben ein Sternradgetriebe zugeordnet ist.
Es sind bereits die verschiedensten Ausführungsformen von Scheibentransportanlagen bekanntge- worden, sowie Möglichkeiten zum Verdrehen der Scheiben um eine vertikale Achse zur Änderung des
Winkels der Scheibe gegenüber dem Schützen. Ferner sind verfahrbare Scheiben bei Schiessanlagen bekannt.
Bei sogenannten Silhouetten-Schiessanlagen besteht die Forderung, dass die Scheiben, auf welche gezielt und geschossen wird, innerhalb kurzer Zeit, bespielsweise innerhalb 2/10 s von einer aktiven in eine inaktive Lage zu verschwenken, wobei die Scheiben also eine Schwenkbewegung von 90 auszuführen haben. Da üblicherweise mehrere solcher Scheiben vorhanden sind, entstehen durch die geforderte rasche
Bewegung beachtliche Massenkräfte, was bisher einen grossen Antriebsaufwand erforderlich machte.
Erschwerend kommt hiezu, dass solche Scheiben zwischen ihrem um die Schiessdistanz entfernten
Aufstellungsort und dem Standplatz der Schützen verfahrbar sein sollen, damit die Schützen die Treffer selbst feststellen und hernach überkleben können.
Bei einer bekannten Ausgestaltung wird zur Erreichung eines weichen An- bzw. Auslaufes und eines flatterarmen Anhaltens der Scheibe ein Malteserkreuz und ein Schaltfinger vorgesehen, welcher durch einen Drehstrom-Kurzschlussläufer-Motor angetrieben wird. Die Drehzahl dieses Motors wird durch ein Schneckengetriebe auf die Schwenkgeschwindigkeit gemindert. Bei einer derartigen Ausgestaltung muss jedoch jeder Scheibe ein Sternradgetriebe zugeordnet sein. Ausserdem sind diese Scheiben nicht verfahrbar ausgestaltet.
Das mit der Erfindung zu lösende Problem besteht darin, eine Einrichtung zur Verdrehung von verfahrbaren Schiess-Scheiben um 90 zu schaffen, mit welcher der Aufwand gegenüber bisher bekannten Ausführungen wesentlich reduziert wird.
Die Erfindung mit der dieses Problem gelöst wird, ist dadurch gekennzeichnet, dass das Sternradgetriebe mehreren gemeinsam verfahrbaren, einzeln drehbaren Scheiben zugeordnet ist und eine lösbare Kupplung vorhanden ist, mit der die verfahrbaren Teile der Scheiben mit dem ortsfesten Sternradgetriebe verbindbar und von diesem lösbar sind.
Dadurch gelingt es mit vergleichsweise geringem getriebliche Aufwand die gemeinsamen Bewegungen aller Scheiben einwandfrei zu beherrschen. Die rein mechanische Scheiben-Verschwenkung erfolgt ruckarm, da die Schwenkgeschwindigkeit vom Stillstand ausgehend annähernd kontinuierlich auf einen Höchstwert ansteigt und wieder angenähert kontinuierlich auf Null abfällt. Zudem ist die Lage der Scheiben in den Bewegungspausen genau fixiert und es können sich keine Lagefehler addieren.
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Es zeigen : Fig. l eine Ansicht der Einrichtung von vorne zusammen mit zwei Schiess-Scheiben ; Fig. 2 eine Draufsicht auf die Einrichtung gemäss Fig. 2 ; Fig. 3 eine Ansicht des Getriebes mit Treiber und Schaltrad von oben, in einer ersten Position, Fig. 4 eine Ansicht des Getriebes gemäss Fig. 3 in einer zweiten, um etwa 70 verdrehten Position, Fig. 5 einen Vertikalschnitt durch den Getriebekasten.
Die Einrichtung enthält mehrere sogenannte Silhouetten-Schiess-Scheiben --1--, die während einer bestimmten Zeit den Schützen ihre Breitseite zukehren und hernach in möglichst kurzer Zeit um 90 in eine inaktive Lage verdreht werden, in welcher die Schmalseite der Scheiben den Schützen zugekehrt wird. Die Verdrehung dieser Scheiben-l-erfolgt mit Hilfe eines Getriebes --2--, welches ortsfest am Fusse der Scheiben-l--angeordnet ist. Alle Scheiben-l-selbst sind gemeinsam auf einem Wagen --3-zwischen dem von den Schützen entfernten Aufstellungsort und dem Standplatz der Schützen verfahrbar.
In Fig. l sind der Einfachheit halber lediglich zwei Scheiben--l-dargestellt ; in Wirklichkeit ist eine grössere Zahl solcher Scheiben-l-vorhanden. Damit zwischen dem auf horizontalen Schienen --60-verfahrbaren Wagen --3-- und dem ortsfesten Getriebe --2-- eine kraftschlüssige Verbindung zustande kommt, ist ein mit einer Kupplungsschiene --28-- verbundener Trichter --24-- vorhanden, zur Aufnahme eines vom Getriebe --2-- abragenden Kupplungszapfens --15--. Der Kupplungszapfen --15-- wird von der im Querschnitt U-förmigen Kupplungsschiene --28-- aufgenommen und ist in dieser verschiebbar geführt. Diese Kupplungsschiene --28-- ist an einer alle Scheiben --1-- verbindenden Querstange --25-- starr befestigt. Mit der Querstange --25-- sind Laschen --26-- gelenkig verbunden.
Das andere Ende der Laschen --26-- ist je mit einer der Scheiben --1-- starr verbunden.
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Die gegenseitigen Verhältnisse der Länge der Laschen --26-- und der Drehradius des Kupplungs- zapfens --15-- sind so bemessen, dass wenn der Kupplungszapfen --15-- eine Bewegung um 1800 macht - ausgehend von der Lage in Fig. 2-die Laschen-26-- und damit die Scheiben-l-sich je um 900 verschwenken.
Nach erfolgter Schussabgabe wird der die Scheiben --1-- tragende Wagen --3-- - von dem in den
Fig. l und 2 nur der linke Teil dargestellt ist-mit Hilfe eines nicht näher dargestellten Antriebs- mechanismus, auf den Schienen --60-- fahrend, gegen den Standplatz der Schützen in Richtung des
Pfeils A (Fig. 2) verfahren, wobei der Kupplungszapfen --15-- aus der Kupplungsschiene --28-- ausfährt.
Nachfolgend wird das Getriebe gemäss den Fig. 3 bis 5 näher erläutert. Das Getriebe ist ein
Sternradgetriebe. Unter einem Sternradgetriebe wird ein Getriebe verstanden, bei welchem ein ange- triebener Treiber vorhanden ist, der auf ein von ihm getriebenes Schaltrad eine zwangsläufige intermittierende Bewegung überträgt, und Mittel vorhanden sind, welche in den Schaltpausen das
Schaltrad in der jeweiligen Drehlage sichern.
Eine von einem in Fig. 5 dargestellten Motor --30-- in bestimmten Zeitabständen in Drehung versetzte Welle --23-- trägt in drehfester Verbindung einen Treiber --11--. Dieser wirkt mit einem Schaltrad-12- zusammen. Der Treiber --11-- enthält an seinem Umfang einen Zahnkranz --6--, der sich aber nur auf einen Umfangsbereich erstreckt welcher kleiner ist als der halbe Umfang. Der übrige Teil wird durch ein zahnloses Umfangssegment --7-- gebildet. Auf dem dem Zahnkranz --6-- diametral gegenüberliegenden
Bereich und zu diesem axialversetzt befindet sich eine koaxiale ringsegmentförmige Drehsperre-18--, die sich über weniger als den halben Kreisumfang erstreckt.
An den Endbereichen des Zahnkranzes --6-- befindet sich je ein Auge --27--, das je einen Mitnehmerzapfen --4-- mit Mitnehmer-Rollen --25-- trägt.
Die Mitnehmerzapfen --4-- verlaufen parallel zur Welle --23--.
Das mit dem Treiber --11-- zum Zusammenwirken bestimmte Schaltrad --12-- sitzt drehbar auf einer
Welle --17--, die parallel zur Welle --23-- verläuft. Das Schaltrad --12-- ist mit zwei sich diametral gegenüberliegenden Zahnsegmenten --10-- versehen, die durch zwei zahnlose Umfangssegmente-13- unterbrochen sind. Im Bereich dieser zahnlosen Umfangssegmente --13-- befindet sich je eine unten offene Doppelfanggabel --8 bzw. 8'--. Die lichte Weite jeder der Fanggabeln ist geringfügig grösser als der
Durchmesser der Mitnehmerrollen --5--. Die Einlaufnut --14-- der Fanggabeln --8, 8'-- ist gewölbt und gegen die Welle --17-- hin gerichtet.
Das Ende der Einlaufnut --14-- ist so gewählt, dass beim Eingriff der Mitnehmerrolle-5-in die Einlaufnut-14-- und nachfolgenden Weiterdrehung ein Zahn des Treibers - genau mit einer Zahnlücke des Schaltrades --12-- zusammentrifft, so dass bei einer Verdrehung des Treibers in Richtung des. Pfeils B das Schaltrad --12-- mitgenommen wird und hernach die Zähne --6 und 10-miteinander im. Eingriff sind. Die Zähne --6-- des Treibers --11-- und die Zähne --10-- des Schaltrades --12-- haben einen gleich grossen Teilkreisdurchmesser. Vom Mittelbereich des einen Zahnsegmentes --10-- des Schaltrades --12-- ragt ein Auge --16-- ab, von dem sich der Kupplungszapfen - parallel zur Achse --l7-- nach oben erstreckt.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, ragt dieser Kupplungszapfen --l5-- von unten her in die Kupplungs- schiene --28-- hinein, wenn sich der Wagen --3-- in der vom Standort der Schützen entfernten Schiess-Position befindet. Die beiden Doppelfanggabeln --8, 8'-- befinden sich oberhalb den Zahnkränze - und ihre Aussenwand wirkt mit der Drehsperre --18-- des Treibers --11-- zusammen, wie dies aus Fig. 3 ersichtlich ist. Die Gehäuse der Doppelfanggabeln-8, 8'-sind aussen je mit zwei in Abstand voneinander angeordneten Sperrflanken-9-versehen, gegen die die ringsegmentförmigen Drehsperren - anliegen und ein geringes Spiel haben. In der aus Fig. 4 ersichtlichen Lage des Treibers --11-wird somit eine Verdrehung des Schaltrades --12-- in den Schaltpausen verhindert.
Wie aus Fig. 5 hervorgeht, befindet sich im Innern des Getriebekastens --2-- der Antriebsmotor - -30--, der über einen Flansch --44-- an einer drehbaren Stange --42-- pendelnd aufgehängt ist. Ein auf der Wellenachse sitzendes Antriebsrad --32-- treibt über einen Keilriemen --35-- eine Keilriemenscheibe - -34--, die auf einer vertikalen Welle --36-- sitzt. Die in Kugellagern --40-- gelagerte Welle --36-- trägt ein Ritzel --37-- dessen Zähne in ein Zahnrad --38-- eingreifen. Dieses Zahnrad treibt die in Kugellagern
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Am obern Ende der Treiberwelle --23-- sitzt der Treiber --11--, der in der beschriebenen Weise mit dem Schaltrad --12-- zusammenwirkt. Das Schaltrad --12-- befindet sich am oberen Ende der Welle --17--, die im Gehäuse drehbar gelagert ist.
Die Wellen-17, 23, 36-- verlaufen zueinander parallel und vertikal.
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Auf der Oberseite des Schaltrades --12-- ist ein Deckel --46-- befestigt, der mit dem Schaltrad --12-mitläuft. Auf dem vom Auge --16-- nach oben ragenden Kupplungszapfen --15-- befindet sich eine drehbare Rolle --19-- die in die Kupplungsschiene --28-- eingreift. Der ganze Getriebekasten --2-- ist durch Befestigungsmittel auf einem ortsfesten Sockel --39-- gehalten.
Der Wagen --3-- enthält Vertikalstützen --50--, eine untere Strebe --56-- und eine obere Strebe - -52--, sowie horizontale Profilschienen --51-- zur Aufnahme der Rollen --62--, die auf Horizontalschienen - laufen. Die Scheiben --1-- sind je durch obere Schwenklager --54-- und untere Schwenklager - 58-in den Streben-56, 52-drehbar gehalten. In den Fig. 1 und 2 ist nur der linke Teil des Wagens - -3-- dargestellt ; der rechte Teil ist spiegelsymmetrisch ausgebildet.
Die Wirkungsweise dieses Getriebes ist folgende : Wenn der Antriebsmotor --30-- eingeschaltet wird, dreht sich der Treiber --11-- - ausgehend von der in Fig. 3 dargestellten Lage - in Richtung des Pfeils B. Vorerst kann sich das Schaltrad --12-- nicht drehen, da die kreisbogenförmige Drehsperre - zusammen mit den beiden Sperrflanken --9-- des Schaltrades --12-- eine Verdrehung verhindern.
Die Zahnkränze --6 und 10-sind vorerst ebenfalls nicht im Eingriff miteinander. Bei einer Weiterverdrehung des Treibers --11-- in Richtung des Pfeils B tritt schliesslich die in Fig. 4 dargestellte Lage der Getriebeteile ein, in welcher die Mitnehmerrolle-5-des Treibers-11-in die Einlaufnut der einen Fanggabel --8-- einzulaufen beginnt. Zugleich ist nun die benachbarte Sperrflanke --9-- aus dem Bereich der Drehsperre --18-- hinausgelangt.
Die Weiterverdrehung des Treibers --11-- in Richtung des Pfeils B bewirkt nun, dass das Schaltrad --12-- von der Mitnehmerrolle --5-- mitgenommen wird sobald die Mitnehmerrolle --5-- den Grund der Einlaufnut --14-- erreicht hat und hernach die Zahnkränze --6 und 10-- miteinander in Eingriff gelangen. Der Treiber --11-- und das Schaltrad --12-- drehen sich nun gleich schnell. Am Ende des Eingriffbereiches der beiden Zahnkränze --6 und 10-greift nun die andere Mitnehmerrolle --5'-- in die Gabel --8'-- ein und dreht das Schaltrad --12-- noch weiter bis es eine Drehung von 180 ausgeführt hat.
Somit erfolgt die Beendigung der Verdrehung des Schaltrades --12-nach einer halben Umdrehung in ähnlicher Weise wie der Beginn der Drehbewegung. Nachdem die Zahn- räder --6 und 10-nicht mehr miteinander im Eingriff sind, liegt die Drehsperre --18-- wieder gegen die beiden Sperrflanken --9-- an. Nachdem das Schaltrad --12-- eine Umdrehung um 180 ausgeführt hat, tritt für dieses eine Schaltpause ein, innerhalb welcher üblicherweise der Antriebsmotor des Treibers - stillgesetzt wird. Während der halben Umdrehung des Schaltrades --12-- hat es mit seinem Kupplungszapfen --15-- die Querstange --25-- in Richtung des Pfeiles C (Fig. 2) bewegt und dadurch alle Scheiben-l-gleichzeitig um 90 verdreht.
Wenn die Scheiben-l-wieder in ihre Ausgangslage zurückgedreht werden sollen, also eine Bewegung um 90 in der gleichen Richtung auszuführen haben, wird wieder der Antriebsmotor des Treibers --11-- in gleicher Drehrichtung eingeschaltet. Dadurch wiederholt sich der beschriebene Vorgang sinngemäss. Der Kupplungszapfen --15-- führt nun eine weitere Halbkreisbewegung aus, so dass dieser Kupplungszapfen --15-- hernach wieder an seinem Ausgangspunkt angelangt ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zum Verschwenken von Scheiben in Schiessanlagen, wobei den Scheiben ein
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dassSternradgetriebe (2) verbindbar und von diesem lösbar sind.