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Die Erfindung betrifft eine aus einer einstückigen, kartonfesten, thermoplastisch tiefgezogenen Folie bestehende Hülle für eine Leseuhr mit zwei einen an die Form des aufzunehmenden Gegenstandes angepassten Hohlraum begrenzenden Deckblättern, die über einen flexiblen Scharnierstreifen zusammenhängen und mit den Hohlraum umgebenden Randbereichen versehen sind, die bei geschlossener Hülle flächenhaft aneinanderliegen, in welchen Randbereichen im Abstand voneinander angeordnete, druckknopfartige, eingesenkte Mutterstücke und vorspringende Vaterstücke umfassende Halteelemente vorgesehen sind.
Bekannte Leseuhren haben eine Basisplatte mit den Längenabmessungen 27 cm mal 22 cm, die ungefähr 4 mm dick ist. Auf dieser Basisplatte befinden sich zehn koaxiale, im Durchmesser sich verkleinernde Scheiben, von denen neun um eine mit der Basisplatte vernietete Niete drehbar sind, die oberste Scheibe mit dem kleinsten Durchmesser jedoch ortsfest angeordnet ist und in eine Brücke übergeht, die die drehbaren Scheiben überbrückt und die am andern Ende mit der Basisplatte vernietet ist.
Die drehbaren Scheiben tragen als Griffe kleine Druckknöpfe, welche nach oben abstehen.
Um derartige Leseuhren in der Schulmappe eines Kindes gegen Abnutzung zu schützen, ist es bekannt, diese Leseuhren in Hüllen aus Polyäthylenfolie od. dgl. zu stecken. Der gewünschte Effekt wird jedoch hiedurch nicht erreicht. Das Material dieser Hüllen ist weich und die Ränder sind sehr schmal geschweisst und können ausbrechen, wodurch die Hüllen auseinanderfallen. Ausserdem drücken sich die Druckknöpfe im Laufe der Zeit durch die Folie hindurch. Gerade Kinder, welche eine Leseuhr benutzen, haben oft nicht die Geschicklichkeit und die Geduld, die Leseuhr sorgfältig in die enge Kunststoffhülle einzuschieben bzw. herauszunehmen.
Für die Verpackung von Kleinwaren, Eiern, Früchten, Blumen od. dgl. ist es bereits bekannt, eine tiefgezogene Kunststoffolie zu verwenden, wobei zwei einen an die Form des aufzunehmenden Gegenstandes angepassten Hohlraum begrenzende Deckblätter aus dieser tiefgezogenen Kunststoffolie vorgesehen sind, die über einen Scharnierstreifen zusammenhängen. Zur Verbindung dieser Deckblätter sind in bei geschlossener Hülle flächenhaft aneinander anliegenden Randbereichen druckknopfartige, eingesenkte Mutterstücke und damit zusammenwirkende vorspringende Vaterstücke vorgesehen.
Bei einem bekannten Eierbehälter dieser Art ist der Scharnierstreifen verhältnismässig breit und flexibel ausgebildet, was zur Folge hat, dass die Schwenkachse nicht eindeutig definiert ist, wenn die beiden Deckblätter übereinander geklappt werden. Dies bedeutet aber, dass die Vater- und Mutterstücke, die längs eines oder mehrerer Ränder der Deckblätter angeordnet sind, nicht immer zusammenpassen, wenn die Hülle verschlossen werden soll. Es müssen daher die beiden Deckblätter beim Schliessvorgang so lange hin und her bewegt werden, bis eine geeignete Stellung gefunden ist, in welcher die vorspringenden Vaterstücke in die eingesenkten Mutterstücke eindringen können.
Diese Stellung ist umso schwieriger zu finden, je mehr voneinander in Abstand angeordneter, aus den Vater- und Mutterstücken bestehender Halteelemente vorgesehen sind.
Um diese Schwierigkeit zu vermeiden, sind bei dem bekannten Eierbehälter die in der Nähe des Scharnierstreifens angeordneten Vaterstücke mit einem Zentrierkonus versehen, bei dessen fortschreitendem Eintreten in die entsprechenden Mutterstücke die beiden Deckblätter so zentriert werden, dass auch die vom Scharnierstreifen entfernt angeordneten Vater- und Mutterstücke in Eingriff miteinander gelangen können. Die mit dem Zentrierkonus versehenen Vaterstücke müssen hiezu eine gewisse Mindesthöhe aufweisen, damit die Zentrierung erreicht ist, bevor die vom Scharnierstreifen entfernt angeordneten Vater- und Mutterstücke miteinander in Eingriff kommen.
Derartige mit einem Zentrierkonus versehene Vaterstücke können aus diesem Grund nur bei Hüllen mit einer verhältnismässig grossen Tiefe vorgesehen werden, so dass sie nicht über die zueinander parallelen Deckflächen der Deckblätter hinausragen. Für eine eine Leseuhr aufnehmende Hülle ist daher eine derartige Konstruktion nicht verwendbar, da die den Zentrierkonus aufweisenden Halteelemente erheblich höher sein müssten als der Abstand zwischen den beiden Deckblättern, was nicht nur ästhetisch unbefriedigend ist, sondern auch bald zu einer Beschädigung der Halteelemente führen würde, da die Hülle dann ständig auf diesen Halteelementen aufliegen würde. Weiters würde bei einer solchen Ausführung die Hülle zu sperrig, um in einer Schultasche Platz zu finden.
Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, bei einer für die Aufnahme einer Leseuhr dienenden flachen Hülle die Halteelemente derart auszubilden, dass sie mühelos in ihre Eingriffsstellung bringbar sind, so dass die Hülle bequem handzuhaben ist, eine geringe Stärke aufweist und in billiger Serien-
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produktion mit einfachen Tiefziehvorrichtungen und ohne zu enge Toleranzforderungen hergestellt werden kann. Die Erfindung geht dabei aus von einer Hülle der eingangs beschriebenen Art und besteht darin, dass die Halteelemente wannenförmig ausgebildet und an den rechtwinkelig zur Biegeachse des Scharnierstreifens verlaufenden Randbereichen angeordnet sind und dass die Längsausdehnung der die Mutterstücke bildenden Vertiefungen wesentlich grösser als die Längsausdehnung der die Vaterstücke bildenden Vorsprünge ist.
Durch die erfindungsgemässe Ausbildung der Hülle wird der Vorteil erreicht, dass die Mutterstücke und die Vaterstücke der Halteelemente auch dann zusammengefügt werden können, wenn die parallel zur Schwenkachse verlaufenden Mittelebenen dieser Mutter-und Vaterstücke nicht exakt zusammenfallen, weil durch die grössere Ausdehnung der die Mutterstücke bildenden Vertiefungen in Richtung senkrecht zur Schwenkachse gewährleistet ist, dass die in dieser Richtung kürzeren, die Vaterstücke bildenden Vorsprünge immer noch in die Vertiefungen eintreten können. Die Ausdehnung der Vorsprünge und Vertiefungen längs des Randes hat zur Folge, dass die fluchtende Anordnung der seitlichen Ränder der beiden Deckblätter gesichert ist, sobald die dem Scharnierstreifen benachbarten Halteelemente ineinander einrasten.
Die längliche Ausbildung der Vorsprünge und Vertiefungen erlaubt auch hinterschnittene Querschnittsformen, die eine echte Rastverbindung ergeben, da bei solchen länglichen Formen das Abziehen der Folie vom Formwerkzeug leichter ist als bei rotationssymmetrischen Vorsprüngen und Vertiefungen mit verhältnismässig kleinem Querschnitt, weil bei diesem kein ausreichender Materialvorrat vorhanden ist, der die zum Entformen erforderliche Dehnung zulässt. Weiters wird die Gestaltung der zum Tiefziehen der erfindungsgemässen Hülle erforderlichen Formen durch die besondere Ausbildung der Halteelemente nicht wesentlich komplizierter, was sich günstig auf die Herstellungskosten auswirkt.
In den Zeichnungen ist die Erfindung an Hand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles schematisch veranschaulicht. Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf eine geöffnete Hülle, wobei deren Innenseite sichtbar ist.
Fig. 2 stellt einen Schnitt nach der Linie 2-2 der Fig. 1 jedoch bei geschlossener Hülle, und Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie 3-3 der Fig. 1 dar. Fig. 4 zeigt eine vergrösserte Draufsicht auf die Einzelheit A in Fig. 1, jedoch in geschlossenem Zustand der Hülle und Fig. 5 zeigt einen Schnitt längs der Linie 5-5 in Fig. 4.
Die Hülle --11-- umfasst ein erstes Blatt --12-- und ein damit über ein einstückiges Scharnier --13-einstückig damit zusammenhängendes zweites Blatt --14--. Klappt man beide Blätter --12, 14-- um das Scharnier in ihre geschlossene Lage, dann liegen sie deckungsgleich aufeinander. Die Hülle wird thermoplastisch tiefgezogen. Dabei bleiben nur die in Fig. 1 schraffiert gezeichneten Flächen liegen. Alle andern Flächen liegen höher oder tiefer. Die linken und rechten Randbereiche --16, 17-- des Blattes - sind schmal. Nach unten sind in beiden Randbereichen je zwei wannenförmige Vorsprünge --18, 19, 21, 22-- herausgezogen, deren Längsränder --23, 24-- wenige Millimeter tief sind, parallel zueinander verlaufen und gemäss Fig. 4 und Fig. 5 hinterschnitten ausgebildet sind.
Solche Hinterschneidungen, die in Fig. 5 einer der Deutlichkeit halber übertrieben grossen Winkel haben, können ohne zusätzlichen Schieberaufwand im Werkzeug elastisch entformt werden. Die Vorsprünge 21--befinden sich in Scharniernähe, während sich die Vorsprünge --18, 22-- näher demjenigen breiten Randbereich--26-- befinden, der parallel zum Scharnier --13-- am oberen Ende des Blattes --12-- verläuft und mittig ein längliches Griffloch --27-- aufweist, in das zumindest eine Kinderhand passt. Der innere Randbereich - ist nur wenige Millimeter schmal, läuft parallel zum Scharnier --13-- und verbindet die Randbereiche --16, 17-- miteinander. Die Randbereiche --16, 17,26, 28-- bilden sozusagen einen Aussenrahmen mit ebenen Anlageflächen.
Gemäss Fig. 1 gehen von den Randbereichen Seitenwände --29, 31,32, 33-- nach unten, die wenig höher sind, als die Basisplatte dick ist, d. h. beim Ausführungsbeispiel etwa 5 mm hoch sind. Zwischen sie passt genau die Basisplatte einer Leseuhr. Die Seitenwände --29 bis 33-- gehen unten in eine Ebene - über, aus der eine wenige Millimeter hohe, nach unten gerichtete, vier ineinander übergehende Schenkel aufweisende Randsicke --36-- herausgezogen ist.
Wieder aus dieser Ebene --34-- nach unten ist eine wenige Millimeter hohe Hochwölbung --37-- herausgezogen, deren Mitte --38-- gemäss Fig. 1 aussermittig nach rechts versetzt ist und der Lage des Niets der Leseuhr entspricht. Die Hochwölbung --37-- hat also die Gestalt eines sehr flachen Deckels.
Sowohl aus dem in Fig. 1 linken Schenkel der Randsicke --36-- heraus als auch aus dem dortigen Bereich
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der Ebene --34-- heraus als auch aus dem dortigen Bereich der Hochwölbung --37-- heraus ist nach unten schliesslich noch eine Hochprägung --39-- gezogen. Sie reicht vom linken Schenkel der Randsicke - fast bis zur Mitte --38-- und geht rechts allmählich in die Hochwölbung --37-- über. Sie ragt erheblich unter die Ebene --34-- und überragt auch noch die Randsicke --36--. Ihr Rücken --41-- ist jedoch eben.
Im geschlossenen Zustand deckungsgleich hat in ganz ähnlicher Weise das Blatt --14-- einen Randbereich --42--, der auf den Randbereich --28-- passt, einen Randbereich --43--, der auf den Rand- bereich --16-- passt, einen Randbereich --44--, der auf den Randbereich --26-- passt und einen Randbereich --46--, der auf den Randbereich --17-- passt. Aus dem Randbereich --43 und 46-- sind nach oben Vaterstücke --47, 48,49, 51-- gezogen, die kürzer als die Vorsprünge --18, 19,21, 22-- sind, jedoch ebenfalls zueinander parallele Längsränder --52, 53-- haben, die hinterschnitten sind und in die
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genügend flach, so dass sie die zugehörigen Randbereiche gegeneinanderziehen können.
Im Randbereich --44-- ist ein Griffloch --54-- vorgesehen, das in geschlossenem Zustand der Hülle --11-- mit dem Griffloch --27-- fluchtet.
Das Niveau der Ebene --56-- liegt nur unmerklich unterhalb der Randbereiche --42 bis 46--.
Zwischen ihnen und der Ebene --56-- liegt eine Randsicke --57--, deren beide gemäss Fig. l linken und rechten Schenkel dicht neben den Vaterstücken --47 bis 51-- verlaufen. Die Randsicke --57-- ist etwa genau so hoch wie die Randsicke --36--. Da ihre Schenkel jedoch weiter aussen liegen als diejenigen der Randsicke --36--, ist ihr Umfang länger.
Parallel zu den Randbereichen --43, 46-- erstrecken sich untereinander parallele Längssicken --58, 59, 61--, die deutlich höher ragen als die Randbereiche --42 bis 46--. Dies hat im geschlossenen Zustand der Hülle --11-- gemäss Fig.2 zur Folge, dass der Raum --62--, den die Basisplatte der Leseuhr einnehmen kann, ganz im Blatt --12-- liegt, wie Fig. 2 auch zeigt. Dies hat zur Folge, dass beim Tragen der Hülle - die Basisplatte auf der Seitenwand --32-- aufliegt und nicht auf dem Scharnier --13--.