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Die Erfindung betrifft ein Skipaar, bei welchem die seitlichen Begrenzungsflächen und die die Laufsohle begrenzenden Stahlkanten eines jeden Skis asymmetrisch zu der durch die Skispitze und die Mitte des Skiendes geführten Längsachse verlaufen.
Bei den bisher bekannten Skiern dieser Art wurde versucht, durch bestimmte zeitliche Formgestaltung besondere Laufeigenschaften zu erzielen.
Beim alpinen Skilauf bewegt sich der Skiläufer unter Ausnutzung der Schwerkraft auf den Skiern gleitend auf geneigten Hängen talwärts. Physikalisch gesehen handelt es sich dabei um die ungleichförmig beschleunigte
Bewegung eines Massesystems, für welche die mechanischen Grundgesetze, wie Schwerpunktsatz, Drallsatz und
Energiesatz, anwendbar sind. Die talwärts treibende Beschleunigung wird durch die Gravitation erzeugt. Änderungen in der Beschleunigung können im wesentlichen durch drei Faktoren auftreten. Zum ersten gehören
Richtungsänderungen in der Geländeebene. Beim Abweichen von einer geradlinigen Bahn entstehen
Zentrifugalbeschleunigungen, die das Bestreben haben, den Skiläufer radial abzutreiben. Ein weiterer Faktor sind
Richtungsänderungen senkrecht zur Geländeebene.
Diese werden überwiegend durch die Geländeform erzwungen und führen zu einer Erhöhung des
Anpressdruckes bzw. einem Abheben des Läufers von der Piste.
Bremsvorgänge bilden schliesslich den dritten Faktor.
Durch Erhöhung des Gleitwiderstandes, beispielsweise durch Kanteneinsatz in Seitrutschphasen, wird die
Bewegung entsprechend verzögert und so die Geschwindigkeit kontrolliert.
Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Fahrtechniken entwickelt, die es dem Skiläufer ermöglichen sollen, diese Fahrzustände möglichst bequem und rationell herbeizuführen und zu steuern. Durch die Funktion des Skis werden dabei auftretende Reaktionskräfte aufgenommen und vom Läufer auf die Piste übertragen. Diese
Kraftübertragung muss so erfolgen, dass der eine bestimmte Fahrtechnik anwendende Skiläufer einen möglichst positiven subjektiven Eindruck der Sicherheit, Bequemlichkeit und Exaktheit der Bewegung gewinnt. Dies verlangt Verformungseigenschaften entsprechend den verfügbaren Freiheitsgraden für eine elastische Verformung und geometrische Eigenschaften, wie Länge, Breite, Schaufelgeometrie usw.
Eine wesentliche Eigenschaft für die Durchführung von Richtungsänderungen ist die Seitenform des Skis, der Verlauf der Breite über die Skilänge. Aus der Praxis hat sich eine Geometrie entwickelt, die als "Telemark-Form" bezeichnet wird und die darin besteht, dass der Ski von vorne nach hinten verjüngt ist und im
Bindungsbereich eine Taille aufweist. Beispielsweise können Skier der Länge 210 cm folgende Breitenmass aufweisen :
Schaufelansatz : 90 mm
Bindungsbereich : 70 mm
Skiende : 80 mm
Je nach Anwendung gibt es davon mehr oder weniger grosse Abweichungen, für Slalom und harte Pisten werden schmälere, für Weich und Tiefschnee breitere Skier verwendet. Auch das Ausmass der Verjüngung und der Taillierung sowie die Lage der schmalsten Stelle können unterschiedlich sein.
Alle bisher bekannten Sldtypen haben aber gemeinsam, dass die Seitenform symmetrisch bezüglich der Skilängsachse ist. Daher ist eine Unterscheidung zwischen linkem und rechtem Ski bezüglich der Funktion nicht erforderlich. Bekannt ist es lediglich, bei Skiern mit parallelen Längskanten oder kurvenförmigen Aussenkanten die Skispitze asymmetrisch und zur Fussinnenseite versetzt anzuordnen, wodurch ein Einfädeln in die Slalomstangen bei Slalomrennen vermieden werden soll.
Aus der Erkenntnis heraus, dass Richtungsänderungen und Bremsvorgänge nur durch einen kontrollierten mehr oder weniger betonten Einsatz der Laufkanten ermöglicht werden, sind auch die Kanten bei Alpinskiern durchwegs mit gehärtetem Stahl verstärkt, um einen Einsatz bei harten Pisten zu ermöglichen und den Verschleiss zu vermeiden. Es wurde auch der Vorschlag gemacht, die an der Innenseite des Skis angebrachten Stahlkanten etwas über den Ski vorstehen zu lassen und mit scharfer Kante auszubilden, wogegen die Kante der aussenseitigen Stahlkante abgerundet ist.
Aus Gleichgewichtsgründen wird überwiegend die Innenkante des an der Bogenaussenseite liegenden Skis (bei Hangschrägfahrt des Talskis) eingesetzt, während die Aussenkante des gleichen Skis nicht belastet werden darf. Der zweite Ski bleibt je nach Fahrtechnik mehr oder weniger unbelastet. Es sind also überwiegend die Innenkanten, welche die Führungsaufgabe beim Schwung leisten. Bei ihnen kommt auch die Seitenform des Skis überwiegend zur Geltung. Sie beeinflusst die Schwungeinleitung und die Steuerphase beim Schwung entscheidend.
Durch einen entsprechenden Verlauf der Innenkante kann man beispielsweise einen Ski bauen, der besonders gut für Kurzschwünge geeignet ist. Kurzschwungskier weisen Seitenformen mit starker Krümmung im bestimmten Bereich und einer bestimmten Lage der schmalsten Stelle auf. Ist aber der Ski symmetrisch, so kann es vorkommen, dass durch einen Fahrfehler, bei dem auch die Aussenkante des Innenskis (Bergskis) zum Eingriff kommt, dieser Ski seitlich weggezogen wird, weil auch diese Aussenkante die Tendenz zum Ziehen eines engen Schwunges besitzt und dadurch bei falscher Belastung zum Verschneiden neigt.
Ausserdem erlaubt die Geometrie der Skistiefelsohlen keine wesentliche Verringerung der Skibreite im Bindungsbereich, so dass man bei symmetrischen Skiern keine Möglichkeiten hat, extrem stark gekrümmte Seitenformen für Kurzschwungskier zu wählen.
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