AT314635B - Verfahren zur Herstellung längswasserdichter Fernmeldekabel mit kunststoffisolierten Adern - Google Patents
Verfahren zur Herstellung längswasserdichter Fernmeldekabel mit kunststoffisolierten AdernInfo
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Description
<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren, welches zur Herstellung längswasserdichter Fernmeldekabel mit kunststoffisolierten Adern verwendet werden soll. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf die
Herstellung von Fernmeldebündelkabeln. Bei derartigen Kabeln sollen die Hohlräume der Kabelseele mit einem an der Isolierung der Adern und an dem die Kabelseele umgebenden Mantel gut haftenden, zähen pastösen
Dichtungsmaterial ausgefüllt sein, wozu die fertig verseilte Kabelseele durch eine Kammer geführt wird, in welcher das Dichtungsmaterial in die Kabelseele eingebracht wird.
Im Gegensatz zu den Kabeln, die mit papierisolierten Adern versehen sind, und bei welchen sich einmal eingedrungenes Wasser in der Kabelseele in Längsrichtung nur in durch das Quellen des Papiers bedingten
Abständen ausbreiten kann, tritt bei kunststoffisolierten Adern der Nachteil auf, dass Wasser, welches einmal in die Kabelseele eingedrungen ist, sich auf den Isolierungen der Adern in Längsrichtung kanalartig bestens ausbreiten kann und auf diese Weise die elektrischen Eigenschaften des Kabels erheblich beeinträchtigt werden.
Aus diesem Grunde ist man heute dazu übergegangen, derartige Fernmeldekabel in ihrer Seele dadurch längswasserdicht zu machen, dass alle Hohlräume der Kabelseele mit einem Dichtungsmaterial aus Kunststoff, beispielsweise aus Polyurethan, ausgefüllt werden,
welches sowohl mit der Isolierung der Adern als auch mit dem die Seele umgebenden Mantel festhaftend verbunden ist. Auf diese Weise kann dann einmal eingedrungenes
Wasser sich zumindest nicht mehr in Längsrichtung des Kabels ausbreiten.
In neuerer Zeit ist beispielsweise durch die deutsche Offenlegungsschrift 1917267 eine Technik bekanntgeworden, bei welcher eine vaselinartige Masse, also eine Masse, die bei höherer Temperatur niederviskos und bei niedrigerer Temperatur hochviskos ist, in die Kabelseele zur Abdichtung eingebracht wird. Hiebei wird so vorgegangen, dass diese Masse in noch fliessfähigem Zustand vor oder während des Verseilvorgangs, beispielsweise von einzelnen Bündeln bei Bündelkabeln, aufgebracht wird und infolge seiner Haftfähigkeit an den andern haftet. Der Nachteil eines solchen Vorgehens besteht einerseits in dem relativ hohen maschinellen Aufwand, da für jeden Verseilnippel eine Heizvorrichtung für die Masse, ein Nachfüllgefäss und auch eine
Umlaufvorrichtung für diese Dichtungsmasse angebracht werden müssen.
Der entscheidende Nachteil dieses
Verfahrens besteht jedoch darin, dass durch die so vorbehandelten Elemente des Nachrichtenkabels alle nachfolgenden Vorrichtungen wie Nippel und zusammenfassende Spulen, Bebänderungen u. dgl., durch das Material verschmutzt werden und daher ständig gereinigt oder sogar ausgewechselt werden müssen, ganz abgesehen von der Verschmutzung des Bedienungspersonals.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Längsabdichtung von Fernmeldekabeln anzugeben, welches gegenüber den geschilderten Verfahren wesentlich vereinfacht und auch sauberer in seiner Arbeitsweise ist. Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren der eingangs geschilderten Art gemäss der Erfindung dadurch gelöst, dass die Kabelseele vor dem Eintritt in den Druckkopf der Kammer, in welchem das Dichtungsmaterial unter Druck in und um die Kabelseele gepresst wird und nach dem Verlassen desselben durch an den Druckkopf angesetzte Rohrstücke hindurchgeführt wird, in denen jeweils mindestens zwei mit einem Kühlmantel versehene, die Kabelseele führende, sich konisch verengende und gekühlte Durchlassnippel mit unterschiedlichen Bohrungsdurchmessern angebracht sind,
bei denen der kleinste Bohrungsdurchmesser eines jeden Durchlassnippels mit zunehmender Entfernung von der Kammer kleiner als der kleinste Bohrungsdurchmesser des vorangehenden Durchlassnippels ist, und dass auf die Kabelseele unmittelbar nach deren Austritt aus dem ausgangsseitigen Rohrstück ein äusserer Mantel aufgebracht wird.
Der Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, dass die Dichtungsmasse erst in die bereits fertigverseilte Kabelseele eingebracht wird und unmittelbar nach dem Austritt aus der Vorrichtung, in welcher die Dichtungsmasse aufgebracht wird, sofort die Ummantelung der Kabelseele erfolgt, so dass also eine Verschmutzung irgendwelcher Maschinenteile nicht eintreten kann. Der Aufwand ist darüber hinaus relativ niedrig, da die Verseilung der Kabelseele mit üblichen Maschinen vorgenommen werden kann und das Aufbringen des Dichtungsmaterials an einer einzigen Stelle zentral geschieht.
Das Verfahren nach der Erfindung wird an Hand der Zeichnungen im folgenden beispielsweise erläutert : Fig. l zeigt eine Gesamtansicht einer Vorrichtung zur Durchführung des erHndungsgemässen Verfahrens. In Fig. 2 ist die Kammer mit den Rohrstücken und Zusatzvorrichtungen wiedergegeben. Fig. 3 zeigt in vergrössertem Massstab eine Durchlassöffnung mit Kühleinrichtung, wie sie in einem der Rohrstücke eingesetzt wird und Fig. 4 gibt schliesslich einen Schnitt durch ein mit dem Verfahren nach der Erfindung hergestelltes Kabel wieder.
Mit--l--ist eine Kabeltrommel bezeichnet, von welcher eine fertigverseilte Kabelseele--2--
EMI1.1
wird das fertige Fernmeldekabel auf die Trommel--25--aufgewickelt, welche gleichzeitig als Abzug für das Kabel dient.
Der Aufbau der Kammer--3--mit den Rohrstücken--4 und 5--geht genauer aus Fig. 2 hervor. Sie besteht aus einem Gefäss --8--, in welchem die vaselinartige Masse, d. h. also das Dichtungsmaterial, bei einer bestimmten Temperatur gehalten wird, bei welcher sie noch flüssig ist. Gleichzeitig ist in der Vorrichtung --8-- ein Kompressor vorgesehen, durch welchen das Dichtungsmaterial, beispielsweise mit 2 atü, in den
<Desc/Clms Page number 2>
Druckkopf--9--der Kammer hineingepresst und so in und um die Kabelseele --2-- gedrückt wird.
Da die
Kabelseele nach dem Verseilvorgang keinen kreisrunden Querschnitt, sondern im Gegenteil, einen ständig wechselnden Querschnitt mit Einbuchtungen hat, kann der Druckkopf-9--des Gefässes--8-nicht mit üblichen Dichtungsmitteln abgedichtet werden, sondern es muss hier eine spezielle Technik angewendet werden, wie sie beim Verfahren gemäss der Erfindung vorliegt.
Die Rohrstücke--4 und 5--sind dementsprechend unmittelbar an den Druckkopf--9--angesetzt und werden ständig gekühlt. Hiezu sind auf dem Rohrstück--5--die Kammern--10, 11,12, 13 und 14-- vorgesehen, durch welche entsprechend der strichpunktierten Linie ein Kühlmittelkreislauf geführt ist. Als
Kühlmittel eignet sich hier besonders Wasser. Wie aus Fig. 3 im Schnitt und in vergrössertem Massstab ersichtlich, sind diese Kammern, hier am Beispiel der Kammer-13--, in ihrem Innern mit Durchlassnippeln-15-- ausgerüstet, welche auf den Durchmesser der zu behandelnden Kabelseele abgestimmt sind.
Diese Durchlassnippel lassen von dem auf die Kabelseele aufgebrachten Dichtungsmaterial nur eine bestimmte Menge durch, wobei der Öffnungsdurchmesser der Nippel mit zunehmender Entfernung vom Druckkopf --9-- immer kleiner wird.
Durch den Kühlvorgang in den Kammern--10 bis 14--wird nun erreicht, dass die in dem Druckkopf--9-- noch flüssige Dichtungsmasse schnell abkühlt und auf diese Weise im Zusammenwirken mit den Durchlassöffnungen--15--der Kühlkammern sich gegenüber dem Druckkopf--9--quasi selbst abdichtet.
Aus dem Rohrstück-5-tritt dann am Ende eine mit dem Dichtungsmaterial ausgefüllte bzw. aufgefüllte runde Kabelseele -- 2-- heraus, welche anschliessend mit dem Kabelmantel--7--versehen werden kann.
Auf der Eingangsseite des Druckkopfes --9-- tritt das gleiche Dichtungsproblem wie auf der
Ausgangsseite auf. Das Rohrstück--4--ist daher zunächst in einem längeren Bereich --16-- mit einer
Doppelwand versehen, in welcher eine Kühlung stattfindet, u. zw. ebenfalls mit Hilfe von Wasser. Der
Kühlmittelkreislauf ist auch hier wieder mit einer strichpunktierten Linie angegeben.
An dieses Kühlrohr --16-- schliessen sich dann weitere Kühlkammern--17 und 18--an, die genauso ausgebildet sind, wie die
Kühlkammern des Rohrstücks--5--. Auf diese Weise wird auch auf der Eingangsseite ein Vordringen der flüssigen vaselinartigen Dichtungsmasse verhindert, da dieselbe bereits in dem Kühlrohr--16--soweit abgekühlt wird, dass sifest wird und somit die erforderliche Dichtung erzielt.
Um bei einem Stillstand der Vorrichtung nach der Erfindung sicherzustellen, dass die vaselinartige
Dichtungsmasse nicht so fest wird, dass die Vorrichtung nicht wieder anlaufen kann, muss in dem Augenblick, wo der Abzug der Kabelseele bzw. des Kabels abgeschaltet wird, die Kühlung aufgehoben und durch eine Beheizung ersetzt werden. Es kann hiezu beispielsweise ein Durchlauferhitzer--19--verwendet werden, welcher dafür sorgt, dass das Kühlwasser, welches über die Leitung--20--geliefert wird, durch Umschalten der Ventile - 21 und 22--nunmehr erwärmt wird und die Kammern der rohrartigen Erweiterungen --4 und 5-beheizt werden, so dass das Dichtungsmaterial flüssig bleibt.
In einer speziellen Ausführung eines Nachrichtenkabels, welches mit dem Verfahren nach der Erfindung hergestellt werden kann, wird auf die mit dem Dichtungsmaterial versehene Kabelseele --2-- zunächst ein Papierband --23-- unmittelbar nach dem Austritt aus dem Rohrstück --5-- aufgebracht. Das Papier kann vorteilhafterweise als Kreppapier ausgebildet sein und wird ziemlich schnell von der vaselinartigen Masse durchtränkt, legt sich also sehr fest um die Kabelseele. über dem Papierband--23--kann dann in einem weiteren Verfahrensschritt eine beidseitig mit einem Copolymeren des Polyäthylens beschichtete Metallfolie - 24-, beispielsweise eine Aluminiumfolie, angeordnet werden.
Anschliessend wird der Kabelmantel-7aus Polyäthylen aufgebracht, welcher sich durch die Erwärmung bei dem Vorgang des Extrudierens mit dem Copolymeren der Metallfolie--24--fest verbindet und gleichzeitig dafür sorgt, dass auf der andern Seite eine feste Verbindung mit dem Papierband --23-- stattfindet.
Als Dichtungsmaterial sollte immer eine Masse, wie beispielsweise Vaseline oder Petrolat, verwendet werden, welche in einem Temperaturbereich zwischen 20 und 700C nicht oder kaum schrumpft. Diese Masse muss so verarbeitbar sein, dass sie bei einer Temperatur von 700C eine derartige Viskosität besitzt, dass sie bei Drücken bis zu 4 atü in den Kern der Kabelseele eingebracht werden kann, u. zw. so, dass sämtliche Hohlräume ausgefüllt sind, die jedoch bei einer Temperatur von 200C nur noch zäh haftend, jedoch nicht mehr flüssig ist.
Mit dem Verfahren nach der Erfindung lässt sich so ein Fernmeldekabel herstellen, dessen Kabelseele einwandfrei abgedichtet ist, u. zw. dadurch, dass die Dichtungsmasse durch den Kühleffekt in den Kammern und durch die spezielle Gestaltung der Durchlassöffnungen bzw. Nippel in diesen Kammern sich selbst abdichtet und so den für das Aufbringen der Dichtungsmasse erforderlichen Druck gewährleistet.
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Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Herstellung längswasserdichter Fernmeldekabel mit kunststoffisolierten Adern, insbesondere Fernmeldebündelkabel, bei welchen die Hohlräume der Kabelseele mit einem an der Isolierung der Adern und an dem die Kabelseele umgebenden Mantel gut haftenden, zähen pastösen Dichtungsmaterial ausgefüllt werden, bei dem die fertig verseilte Kabelseele zur Aufbringung des Dichtungsmaterials durch eine <Desc/Clms Page number 3> EMI3.1 Kammer (3), in welchem das Dichtungsmaterial unter Druck in und um die Kabelseele (2) gepresst wird und nach dem Verlassen desselben durch an den Druckkopf (9) angesetzte Rohrstücke (4,5) hindurchgeführt wird, in denen jeweils mindestens zwei mit einem Kühlmantel versehene, die Kabelseele (2) führende, sich konisch verengende und gekühlte Durchlassnippel (15)mit unterschiedlichen Bohrungsdurchmessern angebracht sind, bei denen der kleinste Bohrungsdurchmesser eines jeden Durchlassnippels (15) mit zunehmender Entfernung von der Kammer (3) kleiner als der kleinste Bohrungsdurchmesser des vorangehenden Durchlassnippels (15) ist, und dass auf die Kabelseele (2) unmittelbar nach deren Austritt aus dem ausgangsseitigen Rohrstück (5) ein äusserer Mantel (7) aufgebracht wird. EMI3.2 ausgangsseitigen Rohrstück (5) austretende Kabelseele (2) ein Papierband (23) aufgebracht wird, dass danach ein beidseitig mit einem Copolymeren des Äthylens beschichtetes Metallband (24) über der Bewicklung (23) angeordnet wird, und dass schliesslich ein äusserer Mantel (7) aus Polyäthylen aufgebracht wird.EMI3.3 ausgangsseitige Rohrstück (5) mit einem Kühlmittel mit zur Kammer (3) hin ansteigender Temperatur und das eingangsseitige Rohrstück (4) mit einem Kühlmittel mit zur Kammer (3) hin abfallender Temperatur gekühlt werden. EMI3.4 (23) längseinlaufend um die mit der Dichtungsmasse beaufschlagte Kabelseele (2) unter Bildung einer Längsnaht fortlaufend herumgelegt wird und unmittelbar daran anschliessend das Metallband (24) ebenfalls längseinlaufend, jedoch die Längsnaht des Papierbandes überdeckend über das Papierband aufgebracht wird.7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 6, EMI3.5 im Bereich des ausgangsseitigen Rohrstücks in die der Kammer (3) am entferntesten gelegene Kühlkammer (16) und im Bereich des eingangsseitigen Rohrstückes (4) in die der Kammer (3) am nächsten gelegene Kühlkammer (19) erfolgt.9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass im Innern der Rohrstücke (4,5) an den Stellen der Kühl- bzw. Heizkammem den Abmessungen der Kabelseele (2) angepasste Führungsnippel (15) vorgesehen sind. EMI3.6
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