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Die Erfindung betrifft eine kontinuierlich arbeitende Klassiervorrichtung, und soll die Verweilzeit des klassierten Gutes auf der Klassierungsfläche zu verlängern ermöglichen.
Das Klassieren von Schüttgut erfolgt gegenwärtig in industriellem Massstab überwiegend auf kontinuierliche
Art. Das zu klassierende Gut bewegt sich auf der Klassierungsvorrichtung von der Aufschüttstelle in Richtung der
Ausschüttstelle des Klassierers. Der Fluss des Gutes erfolgt hier auf kontinuierliche Art. Diese Kontinuität weist
Vorteile, die Einfachheit des gesamten Arbeitsvorganges betreffend auf, begrenzt aber die Qualität und Schärfe des Klassierens. Da die einzelnen Körner des klassierten Gutes von unterschiedlicher Form und Grösse sind, müssen sie auf der Klassierungsfläche eine bestimmte Zeit bleiben, d. h. eine grössere Anzahl von sprungartigen
Bewegungen auf der Klassierungsfläche ausüben, bis ein sicherer Korndurchfall durch eine der Öffnungen in der Klassierungsfläche erfolgt.
Die Verweilzeit des Kornes auf dem Klassierer ist bei Verfahren zum kontinuierlichen
Klassieren hauptsächlich durch die Länge der Klassierungsfläche und die Beförderungsgeschwindigkeit begrenzt.
Bei dem Klassieren auf grosse erforderliche Schärfe, die bei manchen Anwendungen, besonders beim
Klassieren für Probeentnahme-, Laboratoriums- und Auswertungszwecke gewährleistet werden muss, zählt eine lange Verweilzeit des Kornes auf der Klassierungsfläche zu den erstrangigen Bedingungen. Die Anwendung von
Verfahren zum kontinuierlichen Klassieren für diese Zwecke würde entweder eine beträchtliche Länge der
Klassierungsflächen oder sehr geringe Beförderungsgeschwindigkeiten beanspruchen. Die Verlängerung der Klassierungsfläche führt zu erheblichen Konstruktionsschwierigkeiten. Die Verminderung der Beförderungsgeschwindigkeiten hat wieder Schwierigkeiten technischen Charakters sowie eine Leistungsreduktion zur Folge.
Aus diesem Grunde werden für alle erwähnten Zwecke, wo eine hohe Klassierungsschärfe erforderlich ist, vorwiegend Klassiervorrichtungen zum diskontinuierlichen Klassieren angewendet, bei welchen das Gut dem Klassierer in bestimmter Menge zugeführt wird, eine Zeit lang klassiert und nachher dem Klassierer wieder entnommen wird. Eben diese Diskontinuität zählt neben der manuellen Wartung zu den grossen Nachteilen solcher Klassiervorrichtungen.
Die dem diskontinuierlichen Klassieren dienende Klassiervorrichtung ist folgenderweise konstruiert : es ist im Rahmen auf Federn eine Grundplatte gelagert, an welcher die nötigen Siebe angeordnet sind. Die Grundplatte schwingt und neigt sich gleichzeitig im Winkel von zirka 10 zur horizontalen Ebene nach der einen und der andern Seite. Die Schwingungsbewegungen erfolgen durch zwei Rotationsvibratoren. Die periodischen Neigungsbewegungen werden von dem Motor mittels einer Untersetzung abgeleitet.
Diese Nachteile werden durch die Erfindung beseitigt. Sie betrifft eine Vorrichtung zum kontinuierlichen Klassieren von Schüttgut, bestehend aus einem Gehäuse mit in diesem gelagerten Klassierungssieben, einer dem Gehäuse vorgelagerten Aufgabeeinrichtung für das Schüttgut, einer dem Gehäuse nachgeordneten Austrageinrichtung für Idassiertes Schüttgut und einem mit dem Siebgehäuse verbundenen Vibrationserreger, und ist dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse an der einen Gehäusewand über einen auf Federn gelagerten Zapfen mit einer Grundplatte und die andere gegenüberliegende Gehäusewand über eine Feder mit der Aufhängung einer Hub- und Senkvorrichtung verbunden ist.
Der grösste Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass bei geringen Dimensionen der Vorrichtung die Bewegungsbahn und die damit verbundene Verweildauer des Gutes auf der Klassierungsfläche in beliebig wählbarem Ausmass verlängert werden können, wobei eine wesentliche Steigerung des Ausnutzungsgrades der Klassierungsfläche zustande kommt. Ein weiterer Vorteil liegt in der Variabilität der Schwerkraft- und Bewegungskomponenten bei ständig veränderlicher Neigung der Klassierungsflächen. In beträchtlichem Ausmass ermöglicht diese Variabilität die Zusammenwirkung der bau-und betrieblichen Parameter des Klassierers und der gestellten Ansprüche auf Qualitätsklassieren der einzelnen Körnungsfraktionen des Gutes.
Die erfindungsgemässe Klassierungsvorrichtung ermöglicht es nämlich, neben Schwingungen auch periodische Kippbewegungen auszuüben, wobei die Frequenz der Kippbewegungen weitaus geringer als die Schwingungsfrequenz der Vorrichtung ist.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen : Fig. l schematisch die Klassierungsvorrichtung in Seitenansicht und Fig. 2 die Endlagen der Schwankungen des Klassierers.
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gegenüberliegende Wand-12-des Gehäuses-l-ist mit Hilfe einer Feder-6-mit der Aufhängung - -7-- einer Hub- und Senkvorrichtung --10-- verbunden. In dem Gehäuse-l-des Klassierers sind Klassierungssiebe-2-gelagert, und an der Aussenwand des Gehäuses-l-sind Vibrationserreger-3- angeordnet, durch welche das Schwingen der gesamten Vorrichtung eingeleitet wird. Das Schüttgut wird der
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der Vorrichtung ausserhalb des Klassierers, herausgeleitet wird.
Das der Klassierungsvorrichtung zugeführte Gut, die neben Schwingungen auch periodische Kippbewegungen seitens der schrägen Platte-8-gegenüber der Ausschüttseite --9-- durchführt, bewegt sich unter dem Einfluss der veränderten Kippneigung der Klassierungssiebe--2--periodisch abwechselnd von einem Ende der Klassierungsvorrichtung zu dem andern
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und, nachdem die gewünschte Anzahl der Kipperioden ausgeübt wurde, eventuell nach Ablauf der bestimmten Zeit, wird das Gut mittels der Hubvorrichtung --10-- aus der Klassierungsvorrichtung herausgekippt.
Durch Einstellung der Kippwinkel kann die Klassierungsvorrichtung so eingestellt werden, dass sich das Gut
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wodurch eine unterbrochene Bewegung ausgeübt wird, deren Resultat ein längeres Verweilen des zu klassierenden Gutes auf den Klassierungssieben-2-ist.