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Auf Rohrleitungen und Behältern, die sich auf einer Temperatur unterhalb des Taupunktes der umgebenden Atmosphäre befinden und die z. B. der Leitung bzw. Sammlung von flüssigem Ammoniak, von Kühlsole oder von bei tiefen Temperaturen verflüssigten Gasen dienen, bilden sich mit der Zeit durch Kondensation von Wasser Eispanzer, die eine starke, gewichtsmässige Belastung für Rohrleitungen darstellen, die bis zum Bruch führen kann. Ausserdem ist, besonders bei Betriebsabstellungen oder bei sonst auftretenden Temperaturerhöhungen, stets die Gefahr des Herabfallens dieser Eiskrusten gegeben, was eine nicht unerhebliche Gefahr für das Bedienungspersonal darstellt. Bei Reparaturen muss der Eispanzer entfernt werden, was oft auf Schwierigkeiten stösst.
Dieses nachteilige Aneisen bzw. Verkrusten kann erfindungsgemäss dadurch vermieden werden, dass man die Rohrleitungen bzw. Behälter mit einer Folie aus einem thermoplastischen Kunststoff mit hydrophober Oberfläche so umgibt, dass zwischen Rohrleitung bzw. Behälterwand und umgebender Folie ein luftgefüllter, nach aussen praktisch luftdicht abgeschlossener Zwischenraum bleibt, der isolierend wirkt.
In der österr. Patentschrift Nr. 242451 ist eine Rohrisolierung beschrieben, bei der über eine Papierschicht eine elastische Kunststoffolie gewickelt ist.
In dieser zitierten Patentschrift geht es um die Erreichung eines elastischen Isoliermantels, um bei allfälligen Reparaturen an der Rohrleitung die Isolierung verschieben zu können.
Als dazu geeignet werden alle elastischen Kunststoffolien angesehen. über die Lösung des Vereisungsproblems an Rohrleitungen lassen sich dieser Druckschrift keine Anleitungen entnehmen.
In der deutschen Offenlegungsschrift Nr. 1936641 wird eine vakuumdichte, koaxiale Rohranordnung mit extremer Isolierwirkung beschrieben, in der sich zwischen den Rohren Abstandhalter aus Kunststoffmaterial befinden, die auch mit Folie umwickelt sein können.
Auch in dieser Veröffentlichung wird die Lösung des Vereisungsproblems nicht behandelt. Ebenso fehlt es an Angaben, aus denen eine Lösung dieses Problems abgeleitet werden könnte.
Gegenstand der Erfindung ist demnach ein Verfahren zur Verhinderung der Eisbildung auf Rohrleitungen und Behältern, die sich auf einer Temperatur unterhalb des Taupunktes der umgebenden Atmosphäre befinden, durch Umwickeln der Rohre mit einer Kunststoffolie bzw. einem Kunststoffband unter Verwendung wärmeisolierender Abstandhalter, wobei die Abstandhalter in solchen Abständen bzw. solcher Ganghöhe entlang der Rohrleitung oder der Behälterwand angebracht werden, dass ein Berühren derselben durch die gewickelte Folienbahn oder das Folienband weitgehend vermieden wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Folienbahn bzw. das Folienband aussen eine hydrophobe Oberfläche aufweist.
Damit die Folie einen praktisch luftdichten Mantel ergibt, empfiehlt es sich, diese so zu wickeln, dass die nächste Folienbahn die vorhergehende stark überlappt. Die Enden der Wicklung müssen bei Isolierung von Rohrleitungen ebenfalls dicht an diese anschliessen, zweckmässig werden sie an einen Flansch angeschlossen. Bei Isolierung von Behältern gelingt ein luftdichter Abschluss häufig durch den Sockel.
Die Folie muss beim Wickeln in Spannung gehalten werden, damit ein Durchsacken der Folie und eine Berührung der Rohrleitung oder der Behälterwand vermieden wird. Berührt die Folie die Rohrleitung bzw. Behälterwand, so tritt sofort an dieser Stelle Vereisung auf. Wird die Folie unter Spannung gehalten und wird
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50 cm anzubringen. Der bevorzugte Abstand zwischen Folie und zu isolierender Wand, bedingt durch Höhe oder Durchmesser des Abstandhalters, beträgt 0, 5 bis 3 cm.
Die Form des Abstandhalters ist an sich belanglos, sie muss nur so sein, dass bei möglichst geringer Breite der nötige Abstand erzielt wird. Geeignet sind Rohre oder Profile, die entweder quadratischen, rechteckigen oder kreisförmigen Querschnitt haben können oder aber auch verschiedene Breiten entlang der Höhe haben können. Es können aber auch Seile, hergestellt durch Zusammendrehen von mehreren Drähten oder Bändern verwendet werden. Werden schmälere Bänder zum Umwickeln verwendet, müssen die Abstände zwischen den Abstandhaltern geringer gewählt werden, um eine ausreichende Stützung zu erzielen. Die Stärke der Folie beträgt gewöhnlich 0, 20 bis 0, 35 mm bei Polyäthylen vorzugsweise etwa 0, 25 mm.
Die Wahl des Materials geringer Wärmeleitfähigkeit richtet sich danach, welche Temperatur die Rohrleitung oder der Behälter besitzen, die isoliert werden sollen. Handelt es sich um eine Rohrleitung oder einen Behälter mit einer Temperatur, die etwa -600C nicht unterschreitet, so kann ein thermoplastischer Kunststoff verwendet werden. Es sollte nur darauf geachtet werden, dass der Kältebruchpunkt nach DIN 53453 für 50%, das ist die Temperatur nach der genannten Methode, bei der 50% von geprüften Normkleinstäben brechen, so gelegen ist, dass sie gleich oder niedriger ist, als die Temperatur der zu isolierenden Leitung bzw. des Behälters. Als solche sind je nach Temperatur Polyäthylen, Polypropylen, kältefest ausgerüstetes Polypropylen bzw. dessen Mischungen mit Polyäthylen, Propylen-Äthylen-Copolymeren, Polyvinylchlorid usw. zu nennen.
Für niedrige Temperaturen ist besonders Polyvinylchlorid geeignet, während Seile für diesen Zweck bevorzugt aus Polypropylen hergestellt sind.
Besitzt jedoch die zu isolierende Leitung oder der Behälter eine Temperatur, die tiefer als-60 C ist, so muss für die Abstandhalter ein schlecht wärmeleitfähiges Material eingesetzt werden, das bei diesen Temperaturen
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noch nicht bricht. Als solches sind z. B. asbest-und gummihältige Dichtungsmassen zu nennen, wie sie für Dichtungsscheiben in Niederdruckleitungen eingesetzt werden. Flache Ringe aus diesem Material können als Abstandhalter dienen, sie werden auf Rohrleitungen montiert, indem sie an einer Stelle bis zur mittleren
Bohrung eingeschnitten, über die Leitung gezogen und dann wieder zu einem Ring verbunden werden. Ähnlich können bei Behältern entsprechend grössere Ringe aus diesen Materialien angebracht werden, wenn nicht ein Darüberziehen von einer Seite des Behälters möglich ist.
An das Material für die Folienbahn werden hinsichtlich Kältefestigkeit geringere Anforderungen gestellt.
Wesentliche Eigenschaften für dieses Material sind neben der hydrophoben Oberfläche eine geringe Wasserdampfdurchlässigkeit, wie sie bei thermoplastischen Kunststoffen wie Polyolefmen, Olefincopolymeren und Polyvinylchlorid gegeben ist. Gehört die Leitung oder der Behälter zu einer Anlage, die im Freien steht, so muss darauf geachtet werden, dass der Kunststoff entsprechend lichtstabil oder stabilisiert bzw. mit dunklen Pigmenten gefüllt ist.
Eine nähere Ausführungsmöglichkeit ist den folgenden Beispielen zu entnehmen : Beispiel l : Eine unter einem Druck von 315 atü stehende Transportleitung für flüssiges Ammoniak eines lichten Durchmessers von 32 mm, die sich auf einer Temperatur von-18 C befindet, wird in Abständen von 50 cm mit zu Ringen gebogenen Rohren aus Polyvinylchlorid, die durch Verbinden mit einem Draht in sich verbunden sind, versehen. über diese Rohre wird wendelförmig in zwei Lagen eine Folie aus Hochdruckpolyäthylen mit einer Breity von 80 cm und einer Stärke von 0, 25 mm gewickelt. Die erste und letzte Wicklung wird mit einem Chlorkautschuk-Kontaktkleber dicht an die die Leitung abschliessenden Flansche angeklebt. Der Abstand der Folienwicklung von der Leitung bzw. der äussere Durchmesser des Polyvinylchlorid-Rohres beträgt 1 cm.
Die äussere Kunststoffschicht zeigt auch bei monatelangem Betrieb keinerlei Vereisungserscheinungen. Nach Entfernen der Kunststoffwicklung zeigt sich, dass die darunterliegende Leitung nur mit einer ganz dünnen Eisschicht überzogen ist.
Beispiel 2 : Eine in den Kältekreislauf einer NH3-Synthese geschaltete Abscheideflasche für flüssiges Ammoniak eines Aussendurchmessers von 800 mm und einer Höhe von 3, 5 m, die sich auf einer Temperatur von - 18 C befindet, wird in Abständen von 50 cm mit ringförmig angeordneten Schläuchen aus PVC versehen. Über diese Rohre wird eine Folie aus Hochdruck-Polyäthylen mit einer Stärke von 0, 25 mm in einer Lage in der Weise gewickelt, dass ein praktisch luftdichter Abschluss des Ringraumes zwischen der Folie und der Behälterwand entsteht. Dieser Abschluss wird einerseits durch Ankleben des oberen Randes der Folie am Deckelflansch der Abscheideflasche, anderseits durch Ankleben des unteren Randes der Folie am untersten PVC-Ring erreicht.
Der Abstand der Folienwicklung von der Behälterwand bzw. der äussere Durchmesser des PVC-Schlauches beträgt 2 cm. Auch nach mehrmonatigem Betrieb zeigt die äussere Kunststoffschicht keinerlei Vereisungserscheinung.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Verhinderung der Eisbildung auf Rohrleitungen und Behältern, die sich auf einer Temperatur unterhalb des Taupunktes der umgebenden Atmosphäre befinden, durch Umwickeln der Rohre mit einer Kunststoffolie bzw. einem Kunststoffband unter Verwendung wärmeisolierender Abstandhalter, wobei die Abstandhalter in solchen Abständen bzw. solcher Ganghöhe entlang der Rohrleitung oder der Behälterwand angebracht werden, dass ein Berühren derselben durch die gewickelte Folienbahn oder Folienband weitgehend
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