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Die Erfindung betrifft eine Nassfütterungsanlage, die insbesondere für Schweine bestimmt ist, aber auch für alle andern Tiere, bei denen eine Nassfütterung möglich und sinnvoll ist, Verwendung finden kann und die aus einem Mischbehälter, in dem das Futter unter Zugabe von Wasser zu einem Futterbrei aufbereitet werden kann, welcher Futterbrei mit Hilfe einer in ihrer Förderrichtung umschaltbaren Förderpumpe und über Rohr- und bzw. oder Schlauchleitungen dem bzw. den Fressplätzen im Stall od. dgl. zuführbar ist, besteht.
Eine bekannte Nassfütterungsanlage dieser Art ist ausschliesslich für die Fütterung von Kälbern mit einem dünnflüssigen, hauptsächlich Milch enthaltenden Futterbrei bestimmt. Bei dieser bekannten Anlage ist der Auslass des Mischbehälters bzw. die Förderpumpe an der tiefsten Stelle der gesamten Anlage angebracht und die Förderleitung führt nach oben ansteigend zu einem erhöht angebrachten überlaufbehälter, wobei im Stall jedem einzelnen Fressplatz ein von dieser Leitung abzweigender, durch ein Absperrorgan verschlossener Auslass zugeordnet ist und von dem auch gegenüber den Auslässen erhöhten überlaufbehälter eine Rücklaufleitung mit entsprechendem Gefälle zum Mischbehälter zurückführt.
Der Leitungsdruck an den Auslässen ist bei der Fütterung praktisch durch die Höhe des Leitungsauslasses im überlaufbehälter bestimmt. Während der Fütterung wird der Futterbrei aus dem Mischbehälter mittels der Pumpe in die Förderleitung gepumpt und die Auslässe an den Fressplätzen werden acheinander für jeweils vorbestimmte Zeiträume geöffnet, so dass eine vorbestimmte Futtermenge abgegeben wird. Dabei muss zur Erzielung einer einwandfreien Dosierung mehr Futterbrei in die Förderleitung gepumpt werden, als tatsächlich abgegeben wird, so dass ein Teil des zugeführten Futterbreies in den Überlaufbehälter gelangt und über die Rücklaufleitung in den Mischbehälter zurückfliesst.
Es kann nur ein dünnflüssiger Futterbrei verfüttert werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sich vor allem im überlaufbehälter und in der Rücklaufleitung Rückstände festsetzen, die den ordnungsgemässen Futterrücklauf zum Mischbehälter verhindern, wobei zu berücksichtigen ist, dass der überschüssige Futterbrei die Rücklaufleitung nur unter dem zwischen Überlauf-und Mischbehälter vorhandenen Gefälle durchströmt. Nach Beendigung der Fütterung wird die Förderpumpe kurzzeitig auf Rücklauf geschaltet, um auf diese Weise Futterrückstände aus der Förderleitung wenigstens zum Teil zu entfernen.
Anschliessend wird vom Mischbehälter aus bei wieder mit normaler Drehrichtung arbeitender, also in die Förderleitung fördernder Pumpe eine Spülflüssigkeit in die Förderleitung gepumpt, die im überlaufbehälter austritt und über die Rücklaufleitung wieder in den Mischbehälter gelangt.
Während dieses Spülvorganges werden die Auslässe kurzzeitig geöffnet, um auch eine Spülung der Auslässe selbst zu erzielen. Nach erfolgter Spülung werden die Leitungen wieder entleert und die Spülflüssigkeit wird aus dem Mischbehälter abgelassen. Auch der Spülvorgang erfolgt im wesentlichen drucklos, d. h. nur unter dem geringen durch die Höhe des Überlaufgefässes über dem Mischbehälter bestimmten Druck.
Wie erwähnt, ist die beschriebene, bekannte Anlage nur für ein bestimmtes dünnflüssiges Futter geeignet.
Sinn und Zweck einer Nassfütterungsanlage ist es aber, das Futter für bestimmte Tierarten jeweils gemeinsam vorzubereiten, wobei als Hauptbestandteil des Futters ein Futter Verwendung finden soll, das jahreszeitlich oder marktbedingt besonders preisgünstig anfällt bzw. erhältlich ist. Während der warmen Jahreszeit kann z. B. bei Schweinen Grünfutter als Hauptbestandteil des Futters Verwendung finden, wobei die Futterzusammensetzung genau auf den Bedarf der Tiere abgestellt werden soll. Bei einer bekannten Nassfütterungsanlage für Schweine ist ein ortsfester Mischbehälter vorgesehen, in den von oben her das Ansaugrohr der Förderpumpe einragt, die bei dieser Ausführung nicht in ihrer Drehrichtung umschaltbar ist.
Im Stall od. dgl. selbst schliesst an die im übrigen ortsfest verlegte Leitung ein flexibler Schlauch an, mit dessen Hilfe das zugeführte Nassfutter unmittelbar in die Futtertröge od. dgl. geleitet wird. Nach der Fütterung muss die Leitung, in der Futterrückstände im Normalfall erhöhten Temperaturen und einem grossflächigen Luftangriff ausgesetzt sind, so dass sie auch in der Zeitspanne zwischen zwei Fütterungen verderben könnten, gereinigt werden, zu welchem Zweck bei der bekannten Anlage in den Mischbehälter Wasser eingebracht und mit Hilfe der Pumpe durch die Leitung gefördert wird. Dieses Spülwasser mit den Futterrückständen wird im Stall in den Jaucheabfluss eingeleitet. Es ist also sowohl für die Futteraufbereitung als auch für das Spülen der Anlage im Bereich des Mischbehälters ein Wasserleitungsanschluss notwendig.
Die Einleitung des Spülwassers in den Jaucheabfluss führt zu einer unerwünschten Verdünnung der Jauche und ferner dadurch zu einer erheblichen Geruchsbelästigung im Stall, da die Jauche durch den Wasserstrahl aufgerührt wird und ausgespülte Futterrückstände in den Jaucheabfluss gelangen, wo sie bei langsamem Jaucheabfluss bzw. wenn die Möglichkeit besteht, dass sie sich festsetzen, noch innerhalb des Stalles in Fäulnis übergehen.
Bei einer Nassfütterungsanlage der eingangs genannten Art besteht die Erfindung darin, dass eine einzige den Mischbehälter mit dem bzw. den Fressplätzen verbindende, vorzugsweise frei verlegte Rohrleitung od. dgl. vorgesehen ist, wobei deren stall-bzw. fressplatzseitiges Ende während der Reinigungsperiode bei gleichzeitig auf Rückfördern geschalteter Pumpe mit einem Vorratsbehälter od. dgl. für Wasser verbunden ist.
Eine erfindungsgemässe Anlage besitzt einen äusserst einfachen Aufbau. Leitung und Pumpe werden bei gegenüber der Futterzubringung umgekehrter Durchflussrichtung gespült, wobei das Spülwasser einem praktisch in jedem Stall schon wegen der Tränkung der Tiere notwendigen Wasserleitungsanschluss entnommen werden kann.
Vorzugsweise wird für die Spülung eine vorbestimmte Wassermenge verwendet, die genau jener Wassermenge entspricht, die bei der nächsten Fütterung im Mischbehälter dem Futter zur Aufbereitung zugesetzt werden muss, so dass das Spülwasser bei der nächsten Fütterung verwendet wird. Die beim Spülen aus der Rohr- oder
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Schlauchleitung und der Pumpe entfernten Rückstände des Futters gelangen mit dem Spülwasser ebenfalls in den Mischbehälter ; da sie dort bis zur nächsten Fütterung im Wasser liegenbleiben und daher kaum dem Luftzutritt ausgesetzt sind, besteht keine Gefahr, dass sie bis zur nächsten Fütterung ungeniessbar werden.
Die notwendige Umschaltung der Förderrichtung der Pumpe kann entweder durch Umkehren der Drehrichtung einer in den beiden Drehrichtungen gegensinnig fördernden Pumpe als auch bei Verwendung einer nur in einer Drehrichtung fördernden Pumpe durch Mehrwegeventile od. dgl. erzielt werden, die Saug- und Druckseite der Pumpe in der einen Stellung mit dem Mischbehälter und der in den Stall führenden Leitung verbinden und in der andern Stellung diese Anschlüsse vertauschen. Die Pumpe kann eine bekannte, in beiden Förderrichtungen selbstansaugende Exzenterschneckenpumpe sein, die für sehr dickflüssige Medien geeignet ist, so dass das Feststoff-Flüssigkeitsverhältnis im Nassfutter auf etwa 1 : 2, 5 gegeüber bestenfalls 1 : 4, 5 bei bekannten Anlagen herabgesetzt werden kann. Nach Beendigung der Rückspülung kann die Leitung praktisch leergesaugt werden.
Es wird dadurch unter anderem auch die Einfriergefahr im Winter beseitigt, wenn die Leitung ungeschützt verlegt wird.
In der Zeichnung ist eine erfindungsgemässe Nassfütterungsanlage in schematisch vereinfachter Darstellungsweise veranschaulicht.
An einem geeigneten Ort ausserhalb eines Stalles --1-- wird ein Mischbehälter --2-- aufgestellt, in dem wie bei einem Mixer von einer stehenden Welle--3--antreibbare Rühr-bzw. Messerflügel--4-- angebracht sind. Beim Ausführungsbeispiel wird die Welle--3--von einem nicht dargestellten Motor über einen Keilriementrieb angetrieben. In dem Behälter-2--werden verschiedene Futtermittel, z. B. Grünfutter, Kraftfutter, Mineralstoffe und Medikamente mit einer vorbestimmten Wassermenge verrührt und dabei gleichzeitig zerkleinert, so dass ein pumpbarer Brei entsteht.
An die tiefste Stelle des Mischbehälters --2-schliesst eine Rohr-oder Schlauchleitung-6-an, die mit dem einen Anschluss --7 -- einer Exzenterschneckenpumpe--8--verbunden ist, an deren zweiten Anschluss --9-- eine in den Stall--l-- führende Leitung--10--angeschlossen ist. Im Stall ist an die Leitung --10-- ein flexibler Schlauch - angeflanscht, der ein mit einem Absperrorgan--12--versehenes Auslassmundstück--13-- aufweist. Für den Antrieb der Exzenterschneckenpumpe--8--ist ein Elektromotor--14--vorgesehen, der über einen Schalter --15-- aus - und wahlweise in einer der beiden Drehrichtungen eingeschaltet werden kann.
Nach der beschriebenen Aufbereitung des Futters im Mischbehälter-2-wird der Motor-14-im Sinne eines Antriebes der Pumpe--8-in der Drehrichtung eingeschaltet, dass die Pumpe --8-- über die Leitung--6--das Futter aus dem Mischbehälter --2-- ansaugt und über die Leitung--10--in den Stall - l--fördert, wo es mit Hilfe des Mundstückes--13--in Futtertröge--16--abgegeben wird. Im Bereich der Pumpe ist noch zur Verhinderung gefährlicher Überdrücke in den Leitungsteilen--10, 11--bei geschlossenem Absperrorgan --12-- ein Überdruckvertil mit Rücklaufeinrichtung vorgesehen.
Im Stall--l--ist ein Wasservorratsbehälter --17-- vorgesehen, der von einer Wasserleitung--18-aus gefüllt werden kann. Beim Ausführungsbeispiel ist die Wasserleitung --18-- über ein von einem Schwimmer --10-- betätigtes Ventil absperrbar, so dass der Vorratsbehälter --17-- in gefülltem Zustand eine vorbestimmte, durch entsprechende Schwimmereinstellung variable Wassermenge enthält. Nach beendetem
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Ausführungsbeispiel sei angenommen, dass die Pumpe--8--im Ruhezustand den Leitungsweg absperrt. Zusätzlich zu der durch die Pumpe bewirkten Sperre kann auch am Boden des Mischbehälters --2-- ein Absperrorgan angebracht werden.