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Bei der Herstellung von Glühlampen oder Entladungsröhren ist ein wichtiger Arbeitsvorgang das Einführen der Stromzuführungsdrähte in den zugehörigen Sockel, worunter folgender Arbeitsvorgang zu verstehen ist :
Von den beispielsweise aus dem Glaskörper einer Glühlampe herausragenden Stromzuführungsdrähten muss mindestens einer durch eine Bohrung in einem Isolierkörper am Sockelende durchgezogen werden, wonach das
Aufsetzen des Sockels auf den Kolben erfolgt.
Die Automatisierung des Sockeleinziehvorganges stösst auf viele Schwierigkeiten. Die grundlegenden
Ursachen dafür liegen einerseits im Schlankheitsverhältnis des Stromzuführungsdrahtes, anderseits in dem kleinen
Durchmesser der Bohrung im Isolierkörper.
Erschwert wird das automatische Sockeleinziehen ferner durch die Edison- und Swan-Sockellänge (25 bis
27 mm, 22 bis 42 mm), wodurch die erforderliche Drahtlänge bestimmt wird.
Eine weitere Schwierigkeit wird dadurch verursacht, dass die Stromzuführungsdrähte infolge der vorherigen
Operationen an den Pumpautomaten deformiert werden.
Bei der Mehrheit der angewandten Lösungen (z. B. nach den brit. Patentschriften Nr. 961, 928, Nr. 961, 929 und Nr. 985, 830, nach der ungarischen Patentschrift Nr. 153811 sowie nach der franz. Patentschrift Nr. 1. 332. 458) werden mit einer Bohrung oder Nut versehene Nadeln oder Sonden zunächst durch den Isolierkörper und danach durch den Sockelkörper gezogen. Der Stromzuführungsdraht wird in bekannter Weise mit Hilfe eines oder mehrerer Doppelbacken zentriert, in die Enden der Nadeln oder Sonden eingetrieben, und dann wird über die Nadel oder Sonde der Sockel auf den Kolben geschoben. Bekannt ist ein Verfahren, wobei die
Stromzuführungsdrähte mit Hilfe eines elastischen Spiraldrahtes versteift werden.
Alle diese Verfahren ermöglichen das Sockeleinziehen nicht mit Sicherheit. Bei einem Teil dieser
Verfahren, z. B. bei den Nadel- oder Sondenkonstruktionen, ergibt sich ein beträchtlicher Ausschuss wegen der Empfindlichkeit und der unsicheren Funktion der angewandten Konstruktionsteile. Wenn ausserdem die Bohrungen des Isolators teilweise oder völlig (z. B. durch Glas) verstopft sind, wird auch das Sockeleinziehwerkzeug beschädigt.
Um einen Bruch eines Maschinenteiles zu verhüten, muss man sich von der Sauberkeit der im Isolator befindlichen Bohrungen überzeugen oder aber die Löcher jedesmal durchbohren. Die Spiralführung wird nicht angewendet, da bei den längeren Sockeln infolge eines unsicheren Sockeleinziehens eine Werkzeugbeschädigung bzw. Ausschuss entsteht.
Aus der österr. Patentschrift Nr. 183135 ist ein Verfahren zum Auffädeln der gelochten Sockel auf die Zuführungsdrähte von elektrischen Lampen od. dgL bekannt, wobei zur Erleichterung des Auffädelns des Sockels auf den axial ausgerichteten zentralen Zuführungsdraht des Kolbens der Sockel in dieser axialen Richtung eingefluchtet zugeführt und in eine Rüttelbewegung versetzt wird, um dadurch dem Zuführungsdraht des Kolbens wiederholt Gelegenheit zu bieten, in das Kontaktloch im Sockel einzutreten. Aus dieser letzterwähnten Patentschrift ist auch ein Automat zur Durchführung dieses Verfahrens bekannt. Mit dem bekannten Verfahren und der bekannten Maschine soll das Auffädeln im wesentlichen auf Grund einer dem manuellen Einfädeln analogen Probiermethode erfolgen.
Eine Ausrichtstation für den zentralen Zuführungsdraht kann gemäss der genannten österr. Patentschrift fakultativ vorgesehen werden, ist aber nicht immer erforderlich, weil dieser Draht auch von einem Arbeiter so ausgerichtet werden kann, dass er geradlinig und vom Kolben weg senkrecht nach oben ragt. Bei der bekannten automatisch arbeitenden Maschine ist eine solche Ausrichtstation vorgesehen, u. zw. tragen Scherenarme an ihren wirksamen Enden feste Kämmglieder, welche eine ungefähre Ausrichtung des Zuführungsdrahtes bewirken, sowie zwei nachgiebig gehalterte Zangenglieder, welche das obere Ende des Zuführungsdrahtes erfassen. Durch eine Aufwärtsbewegung der Scherenarme wird der Draht gestreckt und in diesen geraden Zustand endgültig durch einen scharfen Zug übergeführt, welcher ihm durch die Zangenglieder erteilt wird.
Das Einspannen erfolgt aber nur so lange, bis der Draht ausgebügelt ist. Beim Auffädeln des Sockels ist dann keine Halterung für den Draht mehr vorhanden. Da die Länge des Stromzuführungsdrahtes das Mehrfache seines Durchmessers beträgt, kann wegen der im Werkstoff vorhandenen Spannung die genaue Einstellung eines geradegerichteten Drahtes mit Hilfe von einfachen Mitteln nicht gesichert werden. Eine Bedingung zum sicheren Einziehen ist die konzentrische Lage der Bohrung am Lampensockel und des Drahtendes im Augenblick des Einziehens. Ausserdem muss der Stromzuführungsdraht in seiner vollen Länge gerade sein, da er sich sonst im Einführungstrichter des Isolators einkeilen kann.
Die Erfindung zielt darauf ab, die Nachteile der bekannten Verfahren und Vorrichtungen zu vermeiden, und ein Verfahren zum Einführen der Stromzuführungsdrähte in den Sockel von Glühlampen oder Entladungsröhren, wobei der Kolben der Glühlampe oder Entladungsröhre und der Sockel koaxial angeordnet sind, ist gemäss der Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass zuerst der Stromzuführungsdraht in einem die Vermeidung einer Berührung sicherstellenden Abstand von der Ebene des zugeschmolzenen Kolbens der Glühlampe oder Entladungsröhre rutschsicher eingeklemmt und gehalten wird, dass hierauf der Stromzuführungsdraht in an sich bekannter Weise geradegerichtet und in die Sockelbohrung eingeführt wird, dass danach das Halten des Stromzuführungsdrahtes aufgehoben wird, worauf schliesslich der Sockel auf den Kolben der Glühlampe oder Entladungsröhre aufgeschoben wird.
Das erfindungsgemässe Verfahren ermöglicht das Einführen der Stromzuführungsdrähte in den Sockel auf
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