AT286633B - Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls zellförmigen, Isocyanuratgruppen enthaltenden Kunststoffen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls zellförmigen, Isocyanuratgruppen enthaltenden Kunststoffen

Info

Publication number
AT286633B
AT286633B AT1269A AT1269A AT286633B AT 286633 B AT286633 B AT 286633B AT 1269 A AT1269 A AT 1269A AT 1269 A AT1269 A AT 1269A AT 286633 B AT286633 B AT 286633B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
sep
compounds
reaction
isocyanate
production
Prior art date
Application number
AT1269A
Other languages
English (en)
Original Assignee
Bayer Ag
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Priority claimed from DE19681720768 external-priority patent/DE1720768A1/de
Application filed by Bayer Ag filed Critical Bayer Ag
Application granted granted Critical
Publication of AT286633B publication Critical patent/AT286633B/de

Links

Landscapes

  • Polyurethanes Or Polyureas (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls zellförmigen,
Isocyanuratgruppen enthaltenden Kunststoffen 
Die Polymerisation von Verbindungen mit aliphatischen und aromatischen Isocyanatgruppen ist bekannt und in vielfacher Variation beschrieben. Im allgemeinen verwendet man bei dieser Polymerisation alkalische Katalysatoren. Diese bewirken eine Umwandlung der NCO-Gruppen in Isocyanurat-Ringe, wobei diese Reaktion im allgemeinen in Substanz bzw. in Lösung zu definierte Anteile an IsocyanuratRinge enthaltenden Polymeren oder auch unter vollständiger Ausreaktion der vorhandenen NCO-Gruppen geführt wird. Bei Verwendung von Verbindungen mit mehr als einer Isocyanatgruppe im Molekül führt diese Trimerisation im allgemeinen unter unkontrollierbaren Bedingungen zu einem völlig vernetzten und spröden Material.

   Als weitere Schwierigkeit bei den Polymerisationsreaktionen muss die Tatsache angesehen werden, dass im allgemeinen eine Inkubationszeit vorhanden ist, die einen Beginn dieser Reaktion zu einem definierten Zeitpunkt praktisch unmöglich macht. Lediglich bei Verwendung von sehr aktiven Katalysatoren kann die exotherm verlaufende Polymerisation von NCO-Gruppen bereits bei Raumtemperatur gestartet werden. Jedoch ist es dann praktisch unmöglich, die Reaktion in die Hand zu bekommen. Deshalb werden derartige Polymerisationsreaktionen im allgemeinen mit schwach wirksamen (basischen) Aktivatoren bei erhöhten Temperaturen durchgeführt.

   Ferner wurden bereits Polymerisationsreaktionen unter Verwendung von phenolischen Mannichbasen beschrieben, die sich von einem 
 EMI1.1 
 Speziell verwendet wurde das   2, 4, 6-Trisdimethylaminomethylphenol,   wobei letzteres insbesondere zusammen mit einem Epoxyd zur Erzielung einer hinreichenden Aktivität eingesetzt werden soll. Die hiebei erhaltenen Reaktionsprodukte besitzen jedoch einen starken Geruch nach Amin, der einer praktischen Verwendung hinderlich ist. Zudem führen die verwendeten Amin-Komponenten zu einem wenig gleichmässigen Ablauf der Polymerisationsreaktion und hiedurch zu einem technisch nicht in jeder Hinsicht befriedigenden Verfahrensprodukt. 



   Ferner ist bekannt, alkoxylierte Kondensationsprodukte aus Aminen, Oxoverbindungen und Phenolen mit mindestens zwei freien o-und/oder p-Stellungen als Polyhydroxylverbindungen zur Umsetzung mit Isocyanaten, beispielsweise auf dem Schaumstoffsektor, heranzuziehen, ohne dass jedoch in diesen Fällen eine wesentliche Polymerisationsreaktion der Isocyanatgruppen beobachtet werden kann. 



   Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass man Kunststoffe auf Basis von Polyisocyanaten mit vorteilhaften technologischen Eigenschaften erhält, wenn man eine Verbindung mit mehr als einer Isocyanatgruppe, gegebenenfalls in Gegenwart eines Treibmittels und gegebenenfalls mit unterschüssigen Anteilen von Verbindungen mit aktiven Wasserstoffatomen, gegebenenfalls unter Zusatz von Stabilisatoren und üblichen Hilfsmitteln, mit solchen Mannichbasen von Phenolen als Katalysatoren zur Reaktion bringt, die einbaufähige ein-oder mehrkernige Mannichbasen aus sekundären Aminen, vorzugsweise 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 Dimethylamin, Formaldehyd und Phenolen darstellen und die zusätzlich zu der substituierten Aminomethylgruppierung und der phenolischen OH-Gruppe noch mindestens eine weitere Gruppe mit gegen- über Isocyanatgruppen reaktionsfähigen Wasserstoffatomen enthalten.

   



   Erfindungsgemäss werden also Katalysatoren verwendet, die im Molekül freie OH-,   SH-,-COOH-,     -CONH-,-NH-oderNH-Gruppen   enthalten und demnach bei der Polymerisationsreaktion unter gleichzeitiger Reaktion dieser Gruppen in das Polymere eingebaut werden. Gegenüber den bereits früher beschriebenen Katalysatoren zeichnen sie sich durch einen wesentlich geringeren Geruch nach der Schaumstoffherstellung sowie auch durchwegs durch eine höhere Aktivität aus. Diese wird offensichtlich durch die Tatsache bedingt, dass der Katalysator durch Reaktion mit dem Polyisocyanat in eine mit diesem verträgliche Form gebracht wird, so dass die Polymerisationsreaktion gleichmässiger abläuft. 



  Stark hydrophile und unverträgliche Katalysatoren müssen zur Erzielung optimaler Aktivität zusammen mit Emulgiermitteln oder ähnlich wirkenden Mitteln eingesetzt werden. 



   Die aus dem Stand der Technik bekannten Hydroxylgruppen enthaltenden Mannichbasen aus Aminoalkoholen zeigen praktisch keine Aktivität im Sinne der Polymerisationsreaktion der NCO-Gruppe, denn hiefür ist die Mitverwendung von sekundären Aminen, wie vorzugsweise Dimethylamin, zwingend. Besonders wirksame Katalysatoren werden erhalten, wenn die eingesetzten Phenole mit mindestens zwei freien o-und/oder p-Stellungen mit etwa gleichen Anteilen an Dimethylamin und einem Aminoalkohol kondensiert werden, wobei zur Erhöhung der Anfangsverträglichkeit der Katalysatoren in den Polyisocyanaten zusätzlich höhere Alkyl-, Cycloalkyl-oder Aralkylreste von besonderer Bedeutung sind. 



   Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls zellförmigen Isocyanuratgruppen aufweisenden Kunststoffen durch Polymerisation von Verbindungen mit mehr als einer Isocyanatgruppe im Molekül in Gegenwart von Mannichbasen von Phenolen, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man, gegebenenfalls in Gegenwart von Treibmitteln, unterschüssigen Anteilen von Verbindungen mit aktiven Wasserstoffatomen und Stabilisatoren, als Mannichbasen von Phenolen solche einbaufähigen ein-oder mehrkernigen Mannichbasen aus sekundären Aminen, Formaldehyd und Phenolen verwendet, die zusätzlich zu der   substituierten Aminomethylgruppe   und der phenolischen OH-Gruppe mindestens eine weitere Gruppe mit gegenüber Isocyanaten reaktionsfähigen Wasserstoffatomen enthalten. 



   Als Polyisocyanate kommen aliphatische und vorzugsweise aromatische mehrwertige Isocyanate in Frage, z. B. Alkylendiisocyanate, wie Tetra-und Hexamethylendiisocyanat, Arylendiisocyanate und ihre Alkylierungsprodukte, wie die Phenylendiisocyanate, Naphthylendiisocyanate, Diphenylmethandiisocyanate,   Toluylendiisocyanate,   Di-und Triisopropylbenzoldiisocyanate und Triphenylmethantriiso- 
 EMI2.1 
 die durch die verschiedensten Substituenten, wie Alkoxy, Nitro, Chlor oder Brom substituierten Polyisocyanate, ferner mit unterschüssigen Mengen von Polyhydroxylverbindungen, wie Trimethylolpropan, Hexantriol, Glycerin, Butandiol, modifizierte Polyisocyanate. Als erfindungsgemäss zu verwendende Polyisocyanate kommen ferner die gemäss der österr. Patentschrift Nr. 279597 herstellbaren Polyisocyanate in Frage.

   Als vorzugsweise in Frage kommendes Polyisocyanat sei das durch Anilin-FormaldehydKondensation und anschliessende Phosgenierung herstellbare Polyisocyanat genannt. Genannt seien ferner acetalmodifizierte Isocyanate sowie polymerisierte Isocyanate mit Isocyanuratringen sowie höhermolekulare Polyisocyanate, die durch Umsetzung von monomeren Polyisocyanaten mit höhermolekularen Verbindungen mit reaktionsfähigen Wasserstoffatomen, vorzugsweise höhermolekularen Polyhydroxylverbindungen,   Polycarboxyl- und   Polyaminoverbindungen, herstellbar sind. Es können natürlich auch Mischungen verschiedener Isocyanate eingesetzt werden, wobei in diesem Falle auch Monoisocyanate, wie Phenylisocyanat oder Naphthylisocyanat, mitverwendet werden können. 



   Die Polymerisationsreaktion der Isocyanatverbindung kann in Gegenwart von Verbindungen mit aktiven Wasserstoffatomen vorgenommen werden. Bei Verwendung von Wasser, welches vorzugsweise verwendet wird, kann hiedurch ein gegebenenfalls zusätzlicher Treibeffekt erreicht werden, ansonsten wird man im allgemeinen organische Verbindungen mit mehreren aktiven Wasserstoffatomen einsetzen. 



  In Frage kommen hier, einzeln oder in Mischung neben Polyaminen oder Aminoalkoholen, vorzugweise   nieder- und höhermolekulare Hydroxylverbindungen   oder ihre Gemische, wie sie in breiter Form zur Herstellung von Polyurethan-Kunststoffen bekannt sind, sowie die üblichen Mono- und Polyalkohole, wie Butanol, Cyclohexanol, Benzylalkohol, Äthylenglykol, Propylenglykol, Glycerin, Trimethylolpropan bzw. deren Addukte mit Alkylenoxyden, wie   Äthylen- und/oder   Propylenoxyd. Als polyfunk- 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 tionelle Starter kommen hiefür auch Kondensationsprodukte obiger Polyalkohole mit Polycarbonsäuren, wie Adipin-, Sebacin-, Malein-, Phthal- oder Terephthalsäure in Frage. Zahlreiche derartige Verbindungen sind   in "Polyurethanes, Chemistry and Technology", Bd.

   I   und II, Saunders-Frisch, Interscience Publishers 1962 und 1964, und in Kunststoffhandbuch, Bd. VII, Vieweg-Höchtlen, Carl-Hanser-Verlag, München, 1966, beschrieben. 



   Nach dem Verfahren können homogener Festkörper, Lacke, Überzüge, Schaum- und Zellkörper erhalten werden. Die Herstellung von Schaumstoffen ist bevorzugt. 



   Eine Treibreaktion zur Herstellung von Schaumkörpern wird durch Verwendung von Wasser oder von zusätzlichen Treibmitteln durchgeführt. Als Treibmittel können neben den sich unter Abspaltung von Gasen, beispielsweise von Stickstoff, zersetzenden Verbindungen, z. B. Azo-Verbindungen oder Sulfonylaziden, insbesondere niedersiedende Kohlenwasserstoffe und ihre Halogenierungsprodukte Verwendung finden,   z. B.   halogenierte Methane oder Äthane, Chlorfluormethane,   Athylendichlorid, Vinyl-   idenchlorid. 



   Als Zusatzmittel werden zur Erleichterung der Vermischungs- und Verschäumungsreaktionen die üblichen Emulgatoren und Schaumstabilisatoren verwendet, z. B. höhere Alkyl- bzw. Arylsulfonsäuren und ihre Salze, Schwefelsäureester von Ricinusöl oder Ricinolsäure und ihre Salze,   Öl- oder   Stearinsäuresalze, basische Gruppen enthaltende Silikonöle, Siloxan- und Alkylenoxyd-Anteile enthaltende Mischkondensationsprodukte. 



   Als Katalysatoren werden gemäss der Erfindung z. B. Mannichbasen aus Phenolen mit mindestens zwei   kondensationsfähigen o-und/oder p-Stellungen,   Formaldehyd und Mischungen aus Dimethylamin und sekundären Aminoalkoholen verwendet. Darüber hinaus werden als Katalysatoren aber ganz allgemein solche einbaufahigen ein-oder mehrkernigen Mannichbasen aus sekundären Aminen, vorzugsweise Dimethylamin, Formaldehyd, und Phenolen verwendet, die zusätzlich zu der substituierten Aminomethylgruppe und der phenolischen OH-Gruppe noch mindestens eine weitere Gruppe mit gegenüber Isocyanaten reaktionsfähigen Wasserstoffatomen enthalten. Solche gegenüber Isocyanaten reaktionsfähige Wasserstoffatome sind   z. B.   in den Gruppierungen OH, COOH,    CONHz'NH2'NHR (R = Alkyl,   Cycloalkyl, Aryl, Aralkyl) und SH enthalten. 



   Als Phenole kommen zur Herstellung der Katalysatoren in Frage : Phenol, Kresole, Xylenole, Isooctyl-, Isononyl-,   Isododecyl- und   Cyclohexylphenole mit den Substituenten in o-, vorzugsweise p-Stellung, die durch Umsetzung von Phenol mit Styrol erhaltenen Phenäthylphenole, ferner Polyphenole,   wie Hydrochinon, 4, 41-Dihydroxy-diphenylmethan, Salicylsäure bzw.   ihre Salze, Hydroxyalkylester der Salicylsäure, Salicylsäureamid, Saligenin-Hydroxyalkyläther. 



   Als sekundäre Aminoalkohole kommen speziell Dialkanolamine, wie   Diäthanol- oder Dipropanol-   amin sowie N-Alkylalkanolamine, wie N-Methyl-,   N-Äthyl- oder N-Butyläthanolamin   in Frage. Zur Kondensation mit den Phenolen kommen aber auch Aminocarbonsäuren, wie Alanin (oder ihre Salze) oder Polyamine, wie   1, 3-Propylendiamin, Diäthylentriamin   oder Aminothiol in Frage. 



   Die Mengenverhältnisse zwischen dem sekundären Aminoalkohol bzw. der   AminocarbonsÅaure   (oder ihrem Salz) bzw. Polyamin bzw. Aminothiol und dem Dimethylamin wird man vorteilhaft so einstellen, dass pro Molekül mindestens eine katalytisch wirksame Dimethylaminomethylgruppe und mindestens eine einbaufähige Gruppe mit gegenüber Isocyanaten reaktiven Wasserstoffatomen eingeführt werden. Dies erreicht man bei monosubstituierten Phenolen durch Verwendung gleicher molekularer Anteile von Dimethylamin und sekundärem Aminoalkohol bzw. der Aminocarbonsäure (oder ihrem Salz) bzw. Diamin bzw. Aminothiol, während man bei Verwendung oder Mitverwendung von Phenol   u3   bis 66 Mol-% Dimethylamin verwenden sollte. 



   Katalysatoren mit andern funktionellen Gruppen,   z. B.   vom   Salicylsaureamid   abgeleitet, werden in analoger Weise durch Mannichreaktion mit Formaldehyd und dem sekundären Amin, speziell Dimethylamin, hergestellt. 



   Die zur Herstellung des Katalysators eingesetzten   Phenol- und andern Komponenten können natur-   lich ieweils in Form ihrer Mischungen verwendet werden, wobei für   Mischungen   aus   l1lonosubstltuier-   ten Phenolen und unsubstituiertem Phenol obige Mengenverhältnisse   sinngemäss   einzusetzen sind. Die Anteile an Formaldehyd werden durch die kondensationsfähigen Gruppierungen im eingesetzten Phenol 
 EMI3.1 
 erhalten, während bei höheren Formaldehydmengen durch entsprechende   Reduktion Je Aminantciles   auch mehrkernige Katalysatoren gewonnen werden können.

   Beispielsweise entsteht aus 2 Mol p-Isononylphenol, 1 Mol Dimethylamin und 1 Mol   Diäthanolamin   mit 3 Mol Formaldehyd ein statistisch zweikernig aufgebautes Kondensationsprodukt. 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 



   Die Kondensation von Phenol, sekundärem Amin und Formaldehyd erfolgt z. B. nach den in den USA-Patentschriften Nr. 2, 033,092 und Nr. 2, 220, 834 gegebenen Lehren. 



   Neben den erfindungsgemäss zu verwendenden Katalysatoren können auch die üblichen in der Isocyanat-Chemie bekannten Katalysatoren, z. B. organische Metallverbindungen, wie Pb- oder Sn-Salze, anorganische und organische mehrbasische Metallsalze sowie tertiäre Amine, wie Dimethylbenzylamin oder Endoäthylenpiperazin mitverwendet werden. Im allgemeinen entstehen in den Schaumstoffen laut 
 EMI4.1 
 Reaktionstemperatur, mehr oder minder hohe Anteile an Carbodiimid-Strukturen, deren Anteil in den Schaumstoffen durch Mitverwendung der zur Herstellung von Carbodiimiden bekannten Katalysatoren, besonders 3-und 5-wertigen organischen Phosphor-Verbindungen, wie Phospholinen, Phospholinoxyden, tertiären Phosphinen, (cyclischen) Estern, Amiden und Esteramiden der phosphorigen und der Phosphorsäure, erhöht werden kann.

   Weitere Einzelheiten über Emulgator, Katalysator usw. können z.   B."Poly-   urethanes, Chemistry andTechnology", Bd. I und II, Saunders-Frisch, Interscience Publishers, 1962 und 1964, entnommen werden. 



   Die Herstellung von Schaumstoffen erfolgt in der üblichen und allgemein bekannten Weise, vorzugsweise auf maschinellem Wege, durch Vermischen der Reaktionskomponenten und Ausgiessen in eine entsprechende Formvorrichtung. Die Menge an Treibmitteln wird hiebei durch das gewünschte Raumgewicht bestimmt. Man wird im allgemeinen zwischen 1 und 100, vorzugsweise zwischen 5 und 50 Gew.-Teilen eines Fluorchlormethans oder eine entsprechende Menge eines andern Treibmittels, bezogen auf die Isocyanat-Komponente, zum Einsatz bringen. Im allgemeinen werden Raumgewichte zwischen 15 und 200 oder auch höher, vorzugsweise zwischen 20 und 200 kg/m3, angestrebt. 



   Die Menge an Verbindungen mit reaktiven Wasserstoffatomen wird man im allgemeinen so einstellen, dass noch eine hinreichende Menge an freien Isocyanat-Gruppen für die Polymerisationsreaktion 
 EMI4.2 
 Verfügung stehen. Die Menge an Katalysator wird im wesentlichen durch seinen Aufbau bestimmt, wobei keine Relation mehr zwischen dem Stickstoffanteil und seiner Aktivität eintritt. Ein gewisses Mass stellt der im folgenden beschriebene Aktivitätstest dar. Im allgemeinen kann man zwischen 0, 5 und 15   Gew. 40   an Katalysatorkomponente, bezogen auf die Isocyanatkomponente, einsetzen. 



   Zusätzlich zu den bei der Kunststoff-Herstellung eingesetzten Komponenten können die üblichen Hilfsmittel, wie Pigmente, Farbstoffe, Weichmacher, Flammschutzmittel, wie Antimon-, Phosphoroder Halogen-Verbindungen zugemischt werden. 



   In gleicher Weise erfolgt die Herstellung von Lacken und Feststoffen nach prinzipiell bekannten Methoden. Lacke werden unter Mitverwendung von Lösungsmitteln aufgebracht und, gegebenenfalls nach Zusatz von üblichen Lackhilfsmitteln und Pigmenten, auf den verschiedensten Substraten, wie Holz, Glas, Metall oder Papier appliziert. Die Kondensation kann auch bei erhöhter Temperatur zu Ende geführt werden. Feststoffe werden durch Eingiessen der mit dem Katalysator versetzten Polyisocyanat (gemisch) e in Formen, gegebenenfalls unter Kühlen oder Nachheizen, hergestellt. 



   Eine IR-spektroskopische Untersuchung der erhaltenen Kunststoffe, Lacke,   Überzüge   und Schaumstoffe zeigt hohe Anteile an Isocyanuratringen neben geringen Mengen von Carbodiimidgruppierungen. 



   A) Bestimmung der Aktivität :
25   Gew.-Teile Toluylen-2, 4-diisocyanat   werden auf 200C gebracht und dann unter Schütteln mit 0, 1 ml eines (im allgemeinen flüssigen) Katalysators versetzt. Man schüttelt noch 5 sec nach und bestimmt dann die Temperatur in Abhängigkeit von der Zeit. Als charakteristische Grössen werden die Zeiten genommen, nach denen die Mischungen eine Temperatur von 50 und   750C   erreichen. In diesem Aktivitätstest bringt 2, 4, 6-Tris-dimethylaminomethyl-phenol einen Wert von   500C   nach 175 sec und   750C   nach 200 sec. 



   B) Herstellung der zu verwendenden Katalysatoren 
 EMI4.3 
 Verlauf von 30 min die erforderliche Formaldehydmenge, im allgemeinen in Form der   40% igen wässe-   rigen Lösung, zugetropft. Man heizt noch etwa 1 h auf 300C nach und erhöht dann die Temperatur im Verlauf von weiteren 2 h auf 800C. Nach 2 h bei   800C   trennt man durch Zugabe von Kochsalz organi- 
 EMI4.4 
 

 <Desc/Clms Page number 5> 

 



   Einzelheiten über die einzusetzenden Mengen, Ausbeuten und Eigenschaften der Reaktionsprodukte gehen aus der nachfolgenden Tabelle hervor. 



  Tabelle 1 
 EMI5.1 
 
<tb> 
<tb> Gew.-Teile <SEP> Gew.-Teile <SEP> CH <SEP> 0 <SEP> 
<tb> Dimethylamin <SEP> (in <SEP> Form <SEP> einer <SEP> Aktivität <SEP> nach <SEP> sec
<tb> Gew.-Teile <SEP> (in <SEP> 25%iger <SEP> Gew.-Teile <SEP> 40%igen <SEP> wässeri- <SEP> Gew.-Teile
<tb> Nr. <SEP> Phenol <SEP> wässeriger <SEP> Form) <SEP> Äthanolamin <SEP> gen <SEP> Lösung) <SEP> Ausbeute <SEP> CP25 <SEP> 500C <SEP> 750C <SEP> 
<tb> B <SEP> 1 <SEP> 183 <SEP> Phenol <SEP> 180 <SEP> 150N-Methyl-180 <SEP> 533 <SEP> 11490 <SEP> 125 <SEP> 240
<tb> äthanolamin
<tb> B <SEP> 2 <SEP> 220 <SEP> Isononyl- <SEP> 45 <SEP> 105 <SEP> Diäthanol- <SEP> 60 <SEP> 298 <SEP> 242 <SEP> 23 <SEP> 30
<tb> phenol <SEP> (1) <SEP> amin
<tb> B <SEP> 3 <SEP> 220 <SEP> Isononyl- <SEP> 45 <SEP> 75 <SEP> N-Methyl-60 <SEP> 301 <SEP> 1962 <SEP> 50 <SEP> 100
<tb> phenol <SEP> (1)

   <SEP> äthanolamin
<tb> B <SEP> 4 <SEP> 440 <SEP> Isononyl- <SEP> 45 <SEP> 105 <SEP> Diäthanol- <SEP> 90 <SEP> 548 <SEP> 9810 <SEP> 90 <SEP> 120
<tb> phenol <SEP> (1) <SEP> amin
<tb> 
 

 <Desc/Clms Page number 6> 

 
 EMI6.1 
 schung aus 6 Gew.-Teilen Katalysator, 15 Gew.-Teilen Monofluortrichlormethan, 1 Gew.-Teil eines Polysiloxan-Polyäther-Copolymerisates und 10 Gew.-Teilen eines Sucrose/Propylenoxyd-Polyäthers der   OH-Zahl 380.   Anschliessend wird die Reaktionsmasse in Papierformen gefüllt. 



   Die Reaktionszeiten und Eigenschaften der erhaltenen Schaumstoffe sind in Tabelle 3 aufgezeichnet. 

 <Desc/Clms Page number 7> 

 



  Tabelle 2 
 EMI7.1 
 
<tb> 
<tb> Beispiel <SEP> Katalysator <SEP> tR <SEP> tA <SEP> tus <SEP> tek <SEP> Oberfläche <SEP> Zellbild <SEP> Raumgewicht <SEP> kg/m3 <SEP> 
<tb> 1 <SEP> B <SEP> l <SEP> 20 <SEP> 150 <SEP> 240 <SEP> 300 <SEP> leicht <SEP> spröde <SEP> sehr <SEP> fein <SEP> 43
<tb> 2 <SEP> B <SEP> 2 <SEP> 30 <SEP> 35 <SEP> 55 <SEP> 40 <SEP> leicht <SEP> spröde <SEP> mittelfein <SEP> 49
<tb> 3 <SEP> B3 <SEP> 25 <SEP> 55 <SEP> 85 <SEP> 65 <SEP> leicht <SEP> spröde <SEP> sehr <SEP> fein <SEP> 51
<tb> 4 <SEP> B4 <SEP> 50 <SEP> 90 <SEP> 125 <SEP> 110 <SEP> leicht <SEP> spröde <SEP> sehr <SEP> fein <SEP> 61
<tb> 
 Tabelle 3 
 EMI7.2 
 
<tb> 
<tb> Beispiel <SEP> Katalysator <SEP> tR <SEP> tA <SEP> tS <SEP> tK <SEP> Oberfläche <SEP> Zellbild <SEP> Raumgewicht <SEP> kg/m3
<tb> 5 <SEP> B <SEP> 1 <SEP> 15 <SEP> 90 <SEP> 190 <SEP> 235 <SEP> weniger <SEP> spröde <SEP> mittelfein 

  <SEP> 37
<tb> 6 <SEP> B <SEP> 2 <SEP> 60 <SEP> 85 <SEP> 110 <SEP> 125 <SEP> weniger <SEP> spröde <SEP> sehr <SEP> fein <SEP> 41
<tb> 7 <SEP> B <SEP> 3 <SEP> 60 <SEP> 90 <SEP> 120 <SEP> 200 <SEP> weniger <SEP> spröde <SEP> sehr <SEP> fein <SEP> 45
<tb> 8 <SEP> B <SEP> 4 <SEP> 60 <SEP> 130 <SEP> 160 <SEP> 270 <SEP> weniger <SEP> spröde <SEP> sehr <SEP> fein <SEP> 47
<tb> 
 Anmerkung : tu = Rührzeit - tA = Abbindezeit (innen) - tS = Steigzeit - tK = Abbindezeit (aussen) Die Beurteilung der Oberfläche erfolgte 24 h nach der Herstellung 

 <Desc/Clms Page number 8> 

   Beispiel 9 :   50 Gew.-Teile des in Beispiel 1 beschriebenen Isocyanats werden mit 1 Gew.-Teil des nach B 2 erhaltenen Katalysators vermischt in einer geschlossenen Form unter Druck zu einem homogenen Formkörper auskondensiert.

   (Die Reaktion wird durch 2stündiges Nachheizen auf   800C   vervollständigt.) Man erhält einen praktisch unbrennbaren Kunststoff mit hoher Festigkeit. 



     Beispiel 10 :   25 Gew.-Teile des aus 3 Mol Hexamethylendiisocyanat und 1 Mol Wasser erhaltenen Biuretdiisocyanats werden nach Lösung in 25   Gew.-Teilen   einer   Lösungsmittelkombination aus   gleichen Teilen Äthylacetat, Butylacetat und Glykolmonomethylätheracetat mit 2 Gew.-Teilen des nach B 3 erhaltenen Katalysators versetzt und auf Glas, Papier und Gewebe aufgebracht. Durch Nachheizen bei 800C (2 h) wird die Reaktion zu Ende geführt. Man erhält einen praktisch unbrennbaren Überzug. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls zellförmigen, Isocyanuratgruppen aufweisenden Kunststoffen durch Polymerisation von Verbindungen mit mehr als einer Isocyanatgruppe im Molekül in Gegenwart von Mannichbasen von Phenolen, dadurch   gekennzeichnet,   dass man, gegebenenfalls in Gegenwart von Treibmitteln, unterschüssigen Anteilen von Verbindungen mit aktiven Wasserstoffatomen und Stabilisatoren, als Mannichbasen von Phenolen solche   einbaufähige ein-oder   mehrkernige Mannichbasen aus sekundären Aminen, Formaldehyd und Phenolen verwendet, die zusätzlich zu der substituierten Aminomethylgruppe und der phenolischen OH-Gruppe mindestens eine weitere Gruppe mit gegenüber Isocyanaten reaktionsfähigen Wasserstoffatomen enthalten.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass solche Mannichbasen ver- wendet werden, die mit Dimethylamin als sekundärem Amin erhalten worden sind.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Mannichbasen solche verwendet werden, die mit Dimethylamin und sekundären Aminoalkoholen als sekundäres Amin erhalten worden sind.
AT1269A 1968-01-02 1969-01-02 Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls zellförmigen, Isocyanuratgruppen enthaltenden Kunststoffen AT286633B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE19681720768 DE1720768A1 (de) 1968-01-02 1968-01-02 Kunststoffe auf Isocyanatbasis und Verfahren zu ihrer Herstellung

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT286633B true AT286633B (de) 1970-12-10

Family

ID=5689848

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT1269A AT286633B (de) 1968-01-02 1969-01-02 Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls zellförmigen, Isocyanuratgruppen enthaltenden Kunststoffen

Country Status (3)

Country Link
AT (1) AT286633B (de)
DK (1) DK130470B (de)
NO (1) NO127620B (de)

Also Published As

Publication number Publication date
NO127620B (de) 1973-07-23
DK130470B (da) 1975-02-24
DK130470C (de) 1975-07-21

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1720768A1 (de) Kunststoffe auf Isocyanatbasis und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE2447135C2 (de) Wäßrige Isocyanatemulsion und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE1125646B (de) Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls verschaeumten Polyurethanen
DE1108904B (de) Verfahren zur Herstellung von Urethangruppen aufweisenden Schaumstoffen
DE1745317A1 (de) Verfahren zum Herstellen von Polyurethanen
DE2438258C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Biuretpolyisocyanaten
DE3883854T2 (de) Verfahren zur Herstellung von Hartschäumen.
EP0001800B1 (de) Polyätherpolyole, Verfahren zu ihrer Herstellung und Verfahren zur Herstellung von Polyurethanschaumstoffen
DE1770914A1 (de) Kunststoffe auf Isocyanatbasis
DE1694214A1 (de) Kunststoffe aus Isocyanatbasis und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE2013787A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Polyurethanschaumstoffen
DE1924302C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Biuretgruppen und Urethangruppen aufweisenden Schaumstoffen
DE1157773B (de) Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen, einschliesslich Schaumstoffen, nach dem Isocyanat-Polyadditionsverfahren
DE69403824T2 (de) Polyol-Zusammensetzungen und Polyisocynate sowie ihre Verwendung zur Herstellung von Polyurethanen
EP0152861A2 (de) Verfahren zur Herstellung von urethanmodifizierten Polyisocyanat-Zubereitungen und ihre Verwendung bei der Herstellung von Polyurethankunststoffen oder von Polyisocyanatkunststoffen
AT286633B (de) Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls zellförmigen, Isocyanuratgruppen enthaltenden Kunststoffen
EP0148462B1 (de) Verfahren zur in situ-Herstellung von Harnstoffgruppen-enthaltenden Diisocyanaten in Polyolen, dem Verfahren entsprechende Dispersionen oder Lösungen sowie ihre Verwendung
DE1803723C3 (de) Gemische auf Basis aromatischer Polyisocyanate, Verfahren zu ihrer Herstellung und Verwendung zur Herstellung von Polyurethanschaumstoffen
DE1720769C3 (de) Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls zellförmigen Isocyanuratgruppen aufweisenden Formkörpern
AT285941B (de) Verfahren zur herstellung von gegebenenfalls zellfoermigen kunststoffen auf isocyanatbasis
DE1945476A1 (de) Polyisocyanurat-Polyharnstoffe
DE2127502A1 (de) Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls zellförmigen Isocyanuratgruppen aufweisenden Kunststoffen
DE1157387B (de) Verfahren zur Herstellung von Urethangruppen aufweisenden Schaumstoffen
DE1694214C (de) Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen auf Isocyanuratbasis
DE1694215C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen auf Isocyanatbasis

Legal Events

Date Code Title Description
ELJ Ceased due to non-payment of the annual fee