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Verfahren zum Einsetzen eines Sitzringes für den Absperrkörper einer Armatur
Vielfach bestehen Armaturgehäuse aus einem Material, das sich für Dichtflächen, die mit dem Absperrkörper zusammenwirken, nicht eignet, wie z. B. Grauguss, Stahlguss und Pressstahl. In solchen Fällen ist es üblich, Sitzringe aus geeignetem Material zu verwenden. Solche Sitzringe werden z. B. durch Auftragschweissung von legierten Materialien hergestellt. Diese Auftragschweissung setzt bestimmte Grundstoffe voraus und eignet sich z. B. nicht für Graugussgehäuse.
Ein Nachteil dieser Methode besteht darin, dass keine Austauschbarkeit gegeben ist. Durch Vermengung des Schweissmaterials mit dem Graumaterial tritt häufig eine Verschlechterung der an sich günstigen Eigenschaften des Auftragsmaterials ein. Weiters ist es üblich, Sitzringe in das Gehäuse einzuschrauben, was jedoch hohe Kosten wegen hohen Materialverbrauches und komplizierter Herstellung verursacht.
Es wurden daher bereits Sitzringe in das Gehäuse eingestemmt, was aber nur bei kaltverformbaren Werkstoffen möglich ist.
Um komplizierte Herstellung und Montage zu vermeiden, hat man auch bereits Sitzringe eingeklebt. Da jedoch diese Verbindung nur eine Temperaturbeständigkeit bis zirka 1000C aufweist, ist ihre Anwendung beschränkt.
Ferner wurden Sitzringe auch eingeschweisst. Diese Verbindung verhindert einen Austausch der Sitzringe und verursacht hohe Herstellungskosten.
Schliesslich wurden Sitzringe auch durch Aufspritzen von geeignetem Material hergestellt, die jedoch nur geringe Schichtdicke aufweisen und nur bei bestimmten Grundmaterialien anwendbar sind.
Das Einpressen von Ringen hat sich nicht bewährt, da Dichtheit nur bei grossen Einpressdrücken erzielt werden kann und bei solchen wegen des erforderlichen hohen Übermasses eine Beschädigung der Passflächen eintritt. Dadurch besteht die Gefahr einer Lockerung des Ringes. Es ist auch bekannt, bei eingepressten Sitzringen die Dichtheit zwischen Ring und Gehäuse durch eine an der Stirnseite des Sitzringes angeordnete Weichdichtung herbeizuführen. Bei dieser Verbindungsart ist es nicht erforderlich, den Sitzring und die Ausdehnung im Gehäuse mit engen Toleranzen hinsichtlich Dicke und Rundheit anzuwenden, da ein dichter Sitz zwischen den metallischen Teilen durch die Weichdichtung erzielt wird.
Die Einpresskraft braucht demnach nicht sehr gross zu sein, da für die Sicherung des Ringes in der Ausdrehung des Gehäuses verhältnismässig kleine Reibungskräfte genügen.
Die Erfindung bezweckt, das Einsetzen eines Sitzringes solcher Art besonders einfach zu gestalten, und bezieht sich demnach auf ein Verfahren, das erstmalig das Einschrumpfen des Sitzringes bei Armaturen anwendet. Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass der stark abgekühlte Sitzring gleichzeitig mit oder anschliessend an die Einbringung der Weichdichtung in das Gehäuse eingesetzt und unter axialem Druck gehalten wird, bis er annähernd die Temperatur seiner Umgebung erreicht hat.
Wird eine Weichdichtung benutzt, die unter Pressung gehalten werden soll, so muss der axiale Druck entsprechend gross sein und der Reibungsschluss zwischen Ring und Gehäuse hinreichen, den
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Sitzring trotz des von der zusammengepressten Dichtung ausgeübten Druckes in seiner Lage zu sichern.
Das Einschrumpfen von Sitzringen ist zwar an sich bekannt, doch wurde es bisher vorwiegend bei Verbrennungskraftmaschinen angewendet. Es ist verständlich, dass bei diesen die Anordnung einer Weichdichtung zwischen Sitzring und Gehäuse nicht möglich ist und daher das Problem, die Weichdichtung während des Einschrumpfvorganges an einer Ausdehnung zu hindern, nicht auftritt.
In den Zeichnungen ist der Gegenstand der Erfindung in einer beispielsweisen Ausführungsform dargestellt. Fig. l zeigt einen Schnitt durch einen Sitzring mit in einer Ringnut angeordneter Weichdichtung und Fig. 2 einen Schnitt durch den eingesetzten Sitzring.
Der Sitzring-l-ist an einer Stirnseite mit einer Ringnut --2-- versehen, in die eine Weichdichtung --3-- eingelegt ist. Diese steht etwa um das Mass-a--über die benachbarte Stirnfläche des Ringes-l-vor.
Der Sitzring-l--wird nunmehr mittels Trockeneis unterkühlt und in eine zylindrische Ausdrehung des Gehäuses --4-- eingesetzt, wie dies Fig. 2 zeigt. Hiebei wird auf den Ring-l-- ein Druck ausgeübt, der hinreicht, dass sich die Stirnfläche des Ringes-l--und der Boden der Ausdrehung metallisch berühren. Hiebei wird die Weichdichtung-3-- verformt und unter Druckspannung gesetzt.
Je nach der Grösse des Ringes-l-nimmt dieser innerhalb 20 bis 60sec die Temperatur seiner Umgebung an. Die dadurch bedingte Ausdehnung führt zu einer Flächenpressung zwischen der Mantelfläche des Ringes--l--und der Zylinderfläche der Ausdrehung im Gehäuse--4-, die ausreicht, den Sitzring in seiner Lage festzuhalten, so dass die Dichtung in ihrem gepressten Zustand bleibt. Da die Dichtung ein Durchströmen des Mediums zwischen Sitzring--l-und Gehäuse - verhindert, muss der Ring nicht an seiner ganzen Mantelfläche satt an der zylindrischen Ausdrehung anliegen. Die Herstellungstoleranzen können daher grösser gewählt werden.
Der Ring kann leicht ausgetauscht werden. Die Herstellungskosten der neuen Verbindung sind gering. Sie weist hohe Temperaturbeständigkeit auf und kann bei allen herkömmlichen Gehäuse- und Sitzringmaterialien angewendet werden.