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Absperrhahn oder Absperrschieber mit auswechselbaren
Sitz-Dichtungsringen
Die Erfindung betrifft einen Absperrschieber oder einen Absperrhahn mit geschlossenem Gehäuse und mit auswechselbaren Sitz-Dichtungsringen.
Es ist üblich, Hähne oder Schieber durch Austausch der Sitz-Dichtungsringe instandzusetzen, indem zuerst das Küken oder das Schieberblatt aus dem Gehäuse ausgebaut wird. Bei Hähnen und Schiebern grösserer Einheit und höheren Druckes, z. B. für grosse öl-oder Gasförderleitungen, bereitet die Instandsetzung der Sitz-Dichtungsringe Schwierigkeiten, weil sie erst nach kostspieliger Druckentspannung oder Entleerung der Leitung unter gefährlichen Bedingungen vorgenommen werden kann. Die Gefahr liegt in der offenen Verbindung des Gehäuses mit dem explosiven Inhalt der Rohrleitung, die vorhanden ist, wenn der Zugang zu den Sitz-Dichtungsringen freigelegt wird. Um der Gefahr zu begegnen, sind umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen erforderlich.
Es ist ein Kugelhahn (brit. Patentschrift Nr. 1, 048, 023) mit gefederten Sitz-Dichtungsringen bekannt, dessen Gehäuse geschlossen und mit der Leitung verschweisst ist. Schon bei der Herstellung des Hahnes bereitet der Einbau der Sitz-Dichtungsringe Schwierigkeiten. Das Küken ist an allen vier Strömungsseiten abgeflacht. Ein Auswechseln der Sitz-Dichtungsringe ist nicht möglich.
Bei einem Umsteckschieber (deutsche Auslegeschrift 1171687) mit offenem Gehäuse ist es bekannt, zum Umstecken des Schieberblattes einen mit Sitzdichtungen versehenen Keilring durch Anheben zu lockern und nach dem Umstecken den Keilring wieder einzupressen. Der Keilring erzeugt den Dichtungsdruck der Sitzringe auf das Schieberblatt. Während der Keilring bei eingestecktem Schieberblatt für eine Instandsetzung aus dem offenen Gehäuse entnommen werden kann, ist der Ausund Einbau der Sitzringe von der andern Schieberblattseite bei gestecktem Schieberblatt nicht möglich.
Zum Ausbau dieses Sitzringes muss der Leitungsdruck nach beiden Seiten hin abgelassen werden.
Die Aufgabe besteht darin, bei den eingangs beschriebenen Absperrvorrichtungen den Austausch der Sitzringe mit eingebautem Küken oder Schieberblatt in Schliessstellung zu ermöglichen und die Art des Austausches in Verbindung mit Förderleitungen gefährlicher Medien zu verbessern.
Die Erfindung besteht darin, dass beidseitig des Schieberblattes oder des Hahnkükens Öffnungen im Gehäuse angebracht sind, die über oder neben den Sitz-Dichtungsringen angeordnet und durch ein oder mehrere Verschlusselemente abgedeckt sind. Die Sitz-Dichtungsringe sind in an sich bekannter Weise seitlich einschiebbar und von einer Klemm- oder Spreizvorrichtung abgcstützt.
Bei geschlossener Schieber-oder Hahnstellung, nach Ablassen des Leitungsdruckes nur von der Seite des schadhafte Sitz-Dichtungsringes, können die vorgesehenen Öffnungen des Gehäuses freigelegt werden, indem ihre Abdeckungen entfernt werden.
Da das Klemm-und Spreizelement durch die Abdeckung in seiner Lage gehalten werden kann, kann es nun ohne weitere Handgriffe aus dem Gehäuse gezogen werden, wodurch der Sitz-Dichtungsring frei wird und ebenfalls aus dem Gehäuse herausgehoben werden kann. Der Einbau des instandgesetzten oder eines neuen Sitz-Dichtungsringes erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.
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Die Verbesserung der Art des Austausches der Sitz-Dichtungsringe besteht darin, dass nach Instandsetzung und Wiederinbetriebnahme des einen Sitz-Dichtungsringes der andere Sitz-Dichtungs- ring zu einem beliebigen andern Zeitpunkt unter den gleichen günstigen Bedingungen instandgesetzt werden kann. Die freie Zeitpunktwahl ist für den Betrieb eines Rohrleitungssystems von ausschlaggebender Bedeutung, weil eine Absperrvorrichtung immer zur Trennung eines in Betrieb befindlichen und eines ausser Betrieb befindlichen Systemsteiles dient.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der leichten Austauschbarkeit der Sitz-Dichtungsringe beim Bau von Rohrleitungssystemen. Während der Vorbereitungszeit für die Inbetriebnahme des Rohrsystems, in der die Reinigungszeit für die Hähne und Schieber besonders kritisch ist, können
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die durch die Reinigung beschädigten Sitz-Dichtungsringe durch neue ersetzt, die den Betriebsbedingungen entsprechen und nun die Betriebssicherheit der Funktion des Schiebers oder des Hahns gewährleisten.
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung vereinfacht dargestellt. Es zeigen : Fig. 1 einen Kugelhahn im Längsschnitt und Fig. 2 den Kugelhahn nach Fig. 1 in Draufsicht.
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1--4-- im Unterteil des Gehäuses gelagert ist. Das Küken --2-- hat an allen vier Strömungsseiten Abflachungen der Kugelform.
Zu beiden Seiten des Kükens --2-- liegen die Sitz-Dichtungsringe--6--an der Kugelfläche
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des Betriebsmediums an die Kugelfläche des Kükens angepresst und bilden so die funktionelle Abdichtung des Kugelhahns. Die sonst noch erforderlichen Abdichtungen der einzelnen Elemente sind aus Vereinfachungsgründen nicht eingezeichnet. Die ringförmige Spreizplatte--8--stützt den Druck der Feder--7--gegen das Gehäuse--l--ab und hält den Ring --5-- zur Fixierung in ringförmigen Vertiefungen des Gehäuses--l-fest.
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--2-- sindVerschlussdeckel --9-- sind gut zugänglich angeordnet und mit Schrauben--10--an dem Gehäuse befestigt.
Die Grösse der Öffnungen entspricht der Grösse der Sitz-Dichtungsringe --6-- derart, dass diese ungehindert ein-und ausgebaut werden können. Die ringförmige Spreizplatte--8-reicht nach oben bis nahe zum Deckel--9--, der die Spreizplatte--8--dadurch in ihrer Lage hält.
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Bis zur Beendigung der Instandsetzung des Sitz-Dichtungsringes kann das Gehäuse mit dem Deckel --9-- aus Sicherheitsgründen abgedeckt werden oder ein Ersatz-Sitzdichtungsring wird sofort in umgekehrter Reihenfolge wieder eingebaut.
In gleicher Weise kann zu einem andern Zeitpunkt der andere Sitz-Dichtungsring aus-oder eingebaut werden. Dabei ist ebenfalls nur von einer Rohrstrangseite ein Ablassen des Druckes erforderlich.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Absperrschieber oder Absperrhahn mit geschlossenem Gehäuse und mit auswechselbaren
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