AT2797U1 - Schnee- und steinschlag-rückhaltenetz - Google Patents

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Abstract

Das Schnee- und Steinschlag-Rückhaltenetz (1) ist aus mehreren dreieckförmig ausgebildeten Fangnetzen (1) gebildet, welche jeweils ein weitmaschiges Netzgeflecht (5) aufweisen. Auf dieses Netzgeflecht (5) werden zueinander quer verlaufende feinmaschige Drahtgeflechtbahnen (8, 9) derart befestigt, dass unbedeckte Felder (10), einfach bedeckte Felder (11) und doppelt bedeckte Felder (12) entstehen. Ein solches Rückhaltenetz (1) hat ein gegenüber konventionellen Netzen verbessertes Schnee-Rückhaltevermögen.

Description

AT 002 797 Ul
Schnee- und Steinschlag-Rückhaltenetz
Die Erfindung bezieht sich auf ein Schnee- und Steinschlag-Rückhaltenetz nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Nebst Systemen mit Drahtseilnetzen sind bereits zahlreiche Ausführungsformen von Verbauungen gegen Lawinen bekannt, welche die Schneemassen statisch im Abrissgebiet der Lawine aufnehmen, um das Auslösen einer Lawine zu verhindern. So sind beispielsweise rechenartige Verbauungen bekannt mit Trägern, die sich am Hang abstützen und mit an diesen befestigten horizontalen oder vertikalen rostartigen Balken und sog. Schneerechen oder Schneebrücken bilden. Alle diese Systeme haben neben dieser statischen Funktion bei Schneerutschen und Steinschlägen auch dynamische Kräfte aufzunehmen.
Der Abstand, also die lichte Weite zwischen den Balken innerhalb des Rostes bei Schneebrücken und Schneerechen beträgt etwa 30 - 50 cm. Andererseits ist die Maschenweite von Drahtseil-Rückhaltenetzen etwa 20 - 30 cm. Diese relativ grossen Abstände sind erforderlich, damit der Schnee durch diese Zwischenräume hindurchschneien kann. Es zeigt sich indessen, dass Schneebrücken, Schneerechen und solche mit weiten Maschen versehene Drahtseil-Rückhaltenetze in vielen Fällen ein ungenügendes Schnee-Rückhaltevermögen bei dynamischer Beanspruchung haben.
Die Balken resp. Netzstruktur haben die Aufgabe, beim Schneegleiten und bei Schneerutschen einen Impuls- und Energieabbau der sich in Bewegung befindlichen Schneemassen zu bewirken beim Aufgleiten auf die Rückhaltefläche. 2 AT 002 797 Ul
Bei den Rückhalteneizen zeigt sich, dass die Durchlässigkeit verschiedener Schneearten wie Trockenschnee oder Nassschnee bezüglich Impuls, Energie und Masse in hohem Ausmass von der Maschenweite des Fangnetzes abhängt. Mit abnehmender Maschengrösse wird das Schneerückhaltevermögen für die meisten Schneearten erhöht. Nun sind aber der Herstellung feinmaschiger Drahtseil-Netze einerseits aus herstellungstechnischen Gründen bei Wahl gleicher Drahtseildurchmesser wie für konventionelle weitmaschige Drahtseil-Netze Grenzen gesetzt und zudem werden feinmaschigen Drahtseil-Netze bedeutend schwerer und infolge des höheren Drahtseilverbrauches auch teurer. Dem Gewicht solcher Fangnetze bei Verwendung im Gebirge kommt aus Transport- und Montagegründen eine erhebliche Bedeutung zu, weil solche Fangnetze oft an schwer zugänglichen Orten in unwegsamen Gelände und vielfach unter Helikoptereinsatz montiert werden müssen. Anderseits scheitert die Verwendung von im Durchmesser dünner Drahtseile an der zwingend verlangten Festigkeit und dem Lastaufnahmevermögen solcher Fangnetze.
Eine vollflächige Abdeckung des weitmaschigen Netzes mit einem feinmaschigen Drahtgeflecht ist nachteilig, weil dadurch das Durchschneien beeinträchtigt wird. Ein Mangel an Schnee unterhalb der Verbauung kann zur Ausbildung potentieller Anrisslinien unterhalb der Verbauung fuhren.
Die mit der Erfindung zu lösende Aufgabe besteht in der Schaffung eines Schnee- und Steinschlag-Fangnetzes, das ein verbessertes Schnee-Rückhaltevermögen hat, im Vergleich zu konventionellen, weitmaschigen Fangnetzen bei nur geringer Erhöhung des Gewichtes pro Laufmeter und bei ausreichender Durchlässigkeit bei Schneefall.
Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
Es zeigt sich, dass durch das Anbringen feinmaschiger Drahtgeflechte, welche einzelne Felder eines weitmaschigen Drahtseil-Netzes überdecken, ein wesentlich verbessertes Schnee-Rückhaltevermögen erreicht wird. Dabei übernimmt das weitmaschige Drahtseil-Netz die Festigkeitsfunktion, sodass für das über einige Maschen-Felder gespannte feinmaschige Geflechtdrähte mit geringerem Durchmesser genügen. Weil sich die längs- 3 AT 002 797 Ul und quer verlaufenden feinmaschigen Drahtnetze teilweise überlagern, entstehen Felder mit unterschiedlichen Schneedurchlass-Stufen. In der Praxis wurde festgestellt, dass sich der Schnee zuerst an den Feldern ablagert, bei denen sich die längs- und quer laufenden Bahnen des feinmaschigen Netzes kumulativ überlagern. Dabei wird die Durchtrittsgeschwindigkeit vermindert, sodass sich anschliessend infolge Verzahnung der Schneeränder auch die Felder mit einfacher feinmaschiger Drahtschicht zustopfen und schliesslich auch die leeren Felder mit Schnee überdeckt werden. Somit ist es möglich, mittels einer vergleichsweise einfachen Massnahme, ein verbessertes Schneerückhaltevermögen zu erreichen unter Beibehaltung der Festigkeit des Fangnetzes. Gleichzeitig ist sichergestellt, dass ein "Durchschneien" durch die Rückhaltefläche gegeben ist.
In der Zeichnung ist ein nachfolgend erläutertes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen Rückhaltenetzes dargestellt. Es zeigt:
Fig.l ein erfindungsgemässes Rückhaltenetz in der Draufsicht mit mehreren dreieckförmigen Fangnetzen,
Fig.2 eine schematische Seitenansicht des Rückhaltenetzes nach Fig.l, und
Fig.3 eine Draufsicht eines einzelnen dreieckförmigen Fangnetzes des Rückhaltenetzes nach Fig.l.
Fig.l und Fig.2 zeigen ein Rückhaltenetz 10, welches insbesondere als Verbauung gegen Schneelawinen aber auch als Auffangnetz bei Steinschlägen oder Felsstürzen dient. Dieses Rückhaltenetz 10 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel aus fünf aneinandergereihten einzelnen Fangnetzen 1 zusammengesetzt, wobei die dreieckförmigen Fangnetze 1 zueinander spiegelbildlich angeordnet sind, so dass ein zusammenhängendes lük-kenloses Netz 10 entsteht. Je nach Bedarf kann selbstverständlich eine andere Anzahl als fünf solcher Fangnetze 1 vorgesehen sein.
Ein solches einzelnes dreieckförmiges Fangnetz 1 weist ein weitmaschiges Netzgeflecht 5 aus Drahtseilen auf und es ist an seinem Umfang von einem Drahtseil 4 umgeben, welches das Netzgeflecht 5 aussenseitig zusammenhält. Dieses Fangnetz 1 bildet an drei Ecken Befestigungspunkte Γ, 1” und es ist jeweils entweder mit seiner Dreieckspitze 1’ oder aber mit sei- 4 AT 002 797 Ul nen beiden Basisenden 1” je am oberen Ende eines im Erdreich verankerten Stützpfostens 2 aufgehängt und durch Zugseile 21 gespannt, welche in Schlaufen 3 des Fangnetzes 1 schlingenförmig eingehängt sind. Das weitmaschige Netzgeflecht 5 des Fangnetzes 1 bildet mit seinen vernetzten Drahtseilen quadratische Felder 7 mit einer Seitenlänge von 20 bis 30 cm, vorzugsweise etwa 25 cm. Diese Drahtseile bestehen aus rostfreiem Material, wie beispielsweise aus galvanisch verzinkten Stahldrähten mit einem Durchmesser von 7 bis 8 Millimetern. Sie sind vorzugsweise in einem Winkel von 45° zu der Horizontalen ausgerichtet. Mit einem solchen weitmaschigen Drahtseilnetz 1 wird eine für den vorgesehenen Zweck ausreichende Festigkeit erreicht, um die möglicherweise auftretenden statischen oder dynamischen Lasten aufzunehmen.
Fig.2 zeigt die Aufhängung des Rückhaltenetzes 10 an einem Berghang 25 oder dergleichen. Zweckmässigerweise ist das Netz 10 mit einem annähernd horizontalen Verlauf am Berghang 25 angeordnet, um eine optimale Rückhaltung der auf das Netz lastenden Schneemasse zu erzielen. Dieses Netz ist hierbei zum Hang 25 in einem Winkel zwischen 50 und 80° talwärts ausgerichtet, unten über die schlingenförmigen Zugseile 21 an Verankerungen 23 und oben an den Stützpfosten 2 festgehalten, wobei die Verankerungen 23 mit Vorteil in einem Fundament 24 einbetoniert sind. Die Stützpfosten 2 ihrerseits sind jeweils über ein Gelenk 27 ebenfalls auf einem Betonfundament 28 abstützend gehalten. Mittels sich bergabwärts erstreckenden Gegenzugseilen 8, welche oben an dem Stützpfosten 2 und unten an einem weiteren Fundament 26 festgehalten sind, wird eine Verspannung des Netzes 10 in der angegebenen Richtung erzielt. In diesem verspannten Zustand nimmt der Stützpfosten 2 eine annähernd vertikale Position ein. Hierdurch ist eine dauerhafte, über Jahrzehnte verbleibende Verbauung mit diesem Rückhaltenetz 10 ermöglicht.
Gemäss Fig.3 sind auf dieses weitmaschige Netzgeflecht 5 je drei quer zueinander verlaufende, feinmaschige Drahtgeflechtbahnen 8, 9 aufgelegt, welche vorzugsweise bergseitig auf dem Netzgeflecht 5 aufliegen. Diese Geflechtbahnen 8, 9 überdecken in ihrer Längserstreckung jeweils mehrere Felder und durch ihre gekreuzte Anordnung bilden sie Überlappungsstellen 12. Sowohl das weitmaschige Netzgeflecht 5 als auch diese feinmaschigen Geflechtbahnen 8, 9 des Rückhaltenetzes sind schräg zu dem übli- 5 AT 002 797 Ul cherweise annähernd horizontalen Verlauf des Netzes 10 ausgerichtet, vorteilhaft in einem Winkel von annähernd 45°, hierdurch die Bahnen 8, 9 rechtwinklig zueinander angeordnet sind. Grundsätzlich könnten diese Bahnen auch in einem andern Winkel zur Horizontalen als dargestellt angeordnet sein, und zwar bis zu einer senkrechten und die kreuzenden bis zu einer horizontalen Ausrichtung.
Die Befestigung der feinmaschigen Geflechtbahnen 8, 9 am Netzgeflecht 5 erfolgt mit konventionellen Klammern oder durch Vernähen mit einem Draht oder Drahtseil mit einem Durchmesser von ca. 2 Millimetern. Die beiden feinmaschigen Geflechtbahnen 8, 9 haben je eine Maschenweite von 20 bis 30 Millimetern, vorzugsweise von etwa 25 Millimetern und eine Drahtstärke von vorzugsweise etwa 2 mm. Die untereinander parallel verlaufenden feinmaschigen Bahnen 8, 9 haben zueinander je einen Abstand, der etwa ihrer Bahnbreite entspricht, so dass eine Art Schottenmuster entsteht. Die Bahnbreite wird vorzugsweise so gewählt, dass sie der Breite von zwei Feldern 7 des weitmaschigen Netzgeflechtes 5 entspricht. Durch die quer zueinander verlaufenden feinmaschigen Drahtgeflechtbahnen 8, 9 ergeben sich drei Arten von Feldern, nämlich leere Felder 13, einfach bedeckte Felder 11 und doppelt bedeckte Felder 12. Diese feinmaschigen Geflechte 8, 9 überdecken etwa 40 bis 70%, vorzugsweise etwa 50%, der von einem einzelnen Fangnetz 1 gebildeten Fläche. Ein derart ausgebildetes Fangnetz 1 besitzt im Vergleich zu konventionellen Drahtseilnetzen ein verbessertes Schneerückhaltevermögen.
Die Erfindung ist mit dem oben erläuterten Ausführungsbeispiel ausreichend dargetan. Selbstverständlich könnte dieses Rückhaltenetz 10 noch anders ausgestaltet sein. Durch die Ausbildung der einzelnen Fangnetze als gleichschenklige Dreiecke wird durch diese Dreipunktauflage eine optimale Kraftverteilung erreicht. Im Prinzip könnten diese einzelnen Fangnetze 5 auch rechteckig oder trapezförmig konzipiert sein. Auch die feinmaschigen Drahtgeflechtbahnen könnten anders als im Ausführungsbeispiel dargestellt ist, angeordnet sein, bspw. dass sich diese Bahnen nur über ein paar Felder 7 erstrecken. 6

Claims (9)

  1. AT 002 797 Ul ANSPRÜCHE 1. Schnee- und Steinschlag-Rückhaltenetz, mit einem an einem Berghang (25) oder dergleichen aufgestellten weitmaschigen Netzgeflecht (5), welches weitmaschige Netzgeflecht-Felder (7) bildet, dadurch gekennzeichnet, dass einzelne Netzgeflecht-Felder (7) durch quer zueinander verlaufende, sich teilweise überlappende feinmaschige Drahtgeflechte (8, 9) überdeckt sind.
  2. 2. Schnee- und Steinschlag-Rückhaltenetz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die feinmaschigen Geflechte (8, 9) Drahtgeflechtbahnen mit einer Maschenweite von 20 bis 30 mm, vorzugsweise von etwa 25 mm sind und die Drahtstärke 1,5 bis 2,5 mm, vorzugsweise etwa 2 mm beträgt.
  3. 3. Schnee- und Steinschlag-Rückhaltenetz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das weitmaschige Netzgeflecht (5) eine Maschenweite von 20 bis 30 cm, vorzugsweise von etwa 25 cm, hat.
  4. 4. Schnee- und Steinschlag-Rückhaltenetz nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die überdeckte Fläche der feinmaschigen Geflechte (8, 9) 40 bis 70%, vorzugsweise etwa 50%, der Rückhaltenetz-Fläche beträgt. 7 AT 002 797 Ul
  5. 5. Schnee- und Steinschlag-Rückhaltenetz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückhaltenetz (10) aus mehreren aneinandergereihten dreieckförmigen Fangnetzen (1) gebildet ist, welche jeweils ein weitmaschiges Netzgeflecht (5) aufweisen und an den drei Ecken Befestigungspunkte (Γ, 1”) vorhanden sind.
  6. 6. Schnee- und Steinschlag-Rückhaltenetz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich das feinmaschige Geflecht über das Netzgeflecht (5) als Geflechtbahnen (8, 9) über mehrere Felder (7) erstreckt und die Geflechtbahnen (8, 9) sich kreuzen und hierdurch teilweise überlappen.
  7. 7. Schnee- und Steinschlag-Rückhaltenetz nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite der Geflechtbahnen (8, 9) zwei nebeneinander liegenden Feldern (7) des weitmaschigen Netzgeflechtes (5) entspricht.
  8. 8. Schnee- und Steinschlag-Rückhaltenetz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die feinmaschigen Geflechtbahnen (8, 9) schräg zu dem annähernd horizontalen Verlauf des Netzes (10) ausgerichtet sind.
  9. 9. Schnee- und Steinschlag-Rückhaltenetz nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die feinmaschigen Geflechtbahnen (8, 9) vorzugsweise in einem Winkel von annähernd 45° zu dem annähernd horizontalen Verlauf des Netzes (10) ausgerichtet sind. 8
AT79097U 1996-12-20 1997-12-17 Schnee- und steinschlag-rückhaltenetz AT2797U1 (de)

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