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Weisswaschmittel
Bekanntlich eignen sich optische Aufheller vom Typ der Pyrazolinderivate, wie sie beispielsweise in der USA-Patentschrift Nr. 2, 639, 990, der österr. Patentschrift Nr. 211262 und der Schweizer Patentschrift Nr. 288169 beschrieben sind, bevorzugt zum Aufhellen von Textilien aus Polyamid- und Polyacrylnitrilfasem. Werden sie jedoch in übliche, anionische oder nichtionische Tenside, kondensierte Phosphate und oxydativ wirkende Bleichmittel enthaltende Waschmittel eingesetzt, so zeigt sich eine mit der Zahl der Waschbehandlungen zunehmende, irreversible Vergilbung der Gewebe.
Nach einem nicht zum Stand der Technik gehörenden Vorschlag wird ein Weisswaschmittel durch einen Gehalt an optischen Aufhellern aus der Klasse der arylsubstituierten Pyrazolinverbindungen und mindestens einer Verbindung aus der Klasse der Aminopolycarbonsäuren bzw. deren Alkali- oder Ammoniumsalze charakterisiert. Die genannten Mittel besitzen den Vorteil, dass die damit gewaschenen Textilien nicht irreversibel vergilben.
Es wurde gefunden, dass dieselben günstigen Eigenschaften in noch grösserem Ausmass durch ein Waschmittel erreicht werden, welches als optische Aufheller Verbindungen aus der Klasse der arylsubstituierten Pyrazolinverbindungen, Aminopolyphosphonsäuren der allgemeinen Formel
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in Form ihrer freien Säuren oder ihrer Alkali- oder Ammoniumsalze, wobei X und Y ein Wasserstoffatom oder einen Alkylrest mit 1 bis 4 C-Atomen, P, und eine -POfi2-Gruppe oder eine Gruppe der der Formel
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und eine-PO-Gruppe bedeuten, und gegebenenfalls eine oder mehrere Verbindungen aus der Klasse der Aminopolycarbonsäuren bzw. deren Alkali-oder Ammonsalze enthalt.
Bevorzugte Verbindungen der Aminopolyphosphonsäuren sind : Aminotri- (methylenphosphonsaure),
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säure). Die Phosphonsäuren können in Form ihrer neutralen oder sauren Salze vorliegen. Unter Ammoniumsalzen sind auch die Salze organischer Ammoniumbasen zu verstehen, z. B. die Salze des Mono-, Di-oder Triäthanolamins.
Bereits geringe Mengen der Aminopolyphosphonsäuren bzw. ihrer Salze genügen, um die unerwünschte Gelbfärbung weitgehend zu unterbinden. Im allgemeinen reichen weniger als 5, vorzugsweise 0, 1 bis 3 Gew.-%, bezogen auf die Waschmittelmenge. für den genannten Zweck aus.
Als optische Aufhellungsmittel kommen insbesondere an sich bekannte Pyrazolinderivate nachstehender Formel in Frage :
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In dieser Formel bedeuten Rein Wasserstoffatom, einen Alkylrest oder Arylrest, die gegebenenfalls substituiert sein können, Arl und Ar Arylreste, wie Phenyl, Diphenyl oder Naphthyl, die weitere Substituenten tragen können, wie Hydroxy-, Alkoxy-, Hydroxyalkyl-, Amino-, Alkylamino-, Acylamino-, Carboxyl-, Sulfonsäure- und Sulfonamidgruppen oder Halogenatome.
Bevorzugt werden 1, 3-Diarylpyrazoline verwendet, in denen Rein Wasserstoffatom darstellt. Die Pyrazolinderivate werden in einer Menge von 0, 02 bis 2, vorzugsweise 0, 05 bis 0, 5 Gew.-%, bezogen auf die Menge des Waschmittelgemisches, angewendet.
Die sowohl in Form ihrer freien Säuren als auch in Form ihrer Alkali- oder Ammoniumsalze zu verwendenden Aminopolycarbonsäuren sind insbesondere die Nitrilotriessigsäure und die Äthylendiamintetraessigsäure, ferner z. B. Hydroxyäthyl-äthylen-diamintriessigsäure, 1, 2-Diaminocyclohexantetraessig-
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; Diäthylentriaminpentaessigsäurenannten Verbindungen können verwendet werden. Unter Ammoniumsalzen sind auch die Salze organischer Ammoniumbasen zu verstehen, z. B. die Salze des Mono-, Di- oder Triäthanolamins.
Die Waschmittel enthalten ferner anionische und/oder nichtionische Waschaktivsubstanzen. Als anionische Substanzen kommen in Frage : Alkaliseifen von Fettsäuren, Fettsäureeiweisskondensationsprodukte, primäre oder sekundäre Alkylsulfate, Fettsäurealkanolamidsulfate, sulfatierte Alkyl- oder Alkylphenolpolyglycoläther, Fe. ttsäureisoäthionate, Fettsäuretauride, Alkansulfonate, Olefinsulfonate, Alkylbenzolsulfonate, Salze von a-Sulfefettsäureestern und andere bekannte Tenside vom Sulfat- oder Sulfonattyp. Geeignete nichtionische Waschaktivsubstanzen sind beispielsweise Alkyl- und Acylpolyglycol- äther, Alkylphenolpolyglycoläther, Fettsäurealkanolamide sowie deren Äthoxylierungsprodukte, äthoxylierte Polypropylenglycoläther, Aminoxyde sowie Fettsäurezuckerester.
Ausser den genannten oberflächenaktiven Verbindungen bzw. ihren Gemischen können die Waschmittel übliche Aufbau- und Zusatzstoffe enthalten. Dazu zählen die Waschalkalien, insbesondere die Pyrophosphate, Tripolyphosphate, Tetrapolyphosphate, Metaphosphate, Silikate, Carbonate, Bicarbonate und Borate von Alkalien, ferner Sauerstoff abgebende Bleichmittel, wie Perborate, Perpyrophosphate, Percarbonate und Carbamidperoxyd. Auch Neutralsalze, wie Magnesiumsilikat und Natriumsulfat, können als Mischungsbestandteile vorliegen. Weiterhin kommen die Schaumkraft beeinflussende Stoffe, wie Fettsäurealkanolamide bzw. Trialkylmelamine, schmutzdispergierende Mittel, insbesondere Celluloseglykolat, sowie Hautschutzstoffe und keimtötende Mittel in Frage.
Neben den genannten Aufhellern vom Pyrazolintyp können die Mittel noch weitere, zum Aufhellen von Cellulosefasern geeignete optische Weisstöner enthalten, beispielsweise solche vom Diaminostilben-, Triazin- oder Benzimidazol-Typ.
Die Waschmittel können in flüssiger, pastöser oder fester Form vorliegen. Die Zugabe der Amino-
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Die erfindungsgemässen Waschmittel eignen sich besonders zum Waschen von farblosen oder hellgetönten Kunstfasergeweben, vorzugsweise solchen auf Polyamid-oder Polyacrylnitrilbasis. Sie können ebenso zum Waschen von Mischgeweben der genannten Textilmaterialien mit solchen aus Wolle, Seide, Cellulose, Acetatseide, Polyesterfasern usw. mit Erfolg verwendet werden.
Be is pie le : Verwendet wurde ein Waschmittel folgender Zusammensetzung : 5 % Natriumkokosfettalkoholsulfat 5 % Natriumdodecylbenzolsulfonat 5 % Natriumseife von Fettsäuren C,,-C 3 % Oleylalkoholpolyglycoläther (10 Äthylenglycolgruppen) 40 % Pentanatriumtriphosphat 5 % Natriumsilikat (NélzO. 3, 3 SiOz) 3 % Magnesiumsilikat 1 % Natriumcelluloseglycolat 18 % Natriumperborat-tetrahydrat 8 % Wasser 0,2% Aufhellungsmittel vom Pyrazolintyp 0, ils Aufhellungsmittel vom Diaminostilbentyp Rest Natriumsulfat, Duftstoffe
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Struktur :Leitungswasser wies einen Härtegrad von 160dH auf.
Nach zwanzig Wäschen wurde der Weissgrad der getrockneten Proben mit einem Photometer ("Elrepho" der Fa. Carl Zeiss) bestimmt, wobei drei verschiedene Farbfilter verwendet wurden, um eine dem Tageslicht ähnliche Spektralverteilung zu gewährleisten. Die Berechnung des Weissgrades W erfolg- te nach der Formel
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wobei
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Rx den mit Rotfilter FMX/C
Ry den mit Grünfilter FMY/C
Rz den mit Blaufilter FMZ/C gemessenen Reflexionswert angibt. Als Eichsubstanz diente Magnesiumoxyd mit einem Reflexionswert von R = 100. Der auf diese Weise erhaltene Wert W stimmt weitgehend mit dem physiologischen Helligkeitseindruck überein, da insbesondere auch ein leichter, mit dem Auge deutlich wahrnehmbarer Gelbstich quantitativ erfasst wird.
Ein derartiger Gelbstich ergibt bei der früher gebräuchlichen photometrischen Messung unter Verwendung eines üblichen Tageslichtfilrers keinen messbaren Helligkeitsabfall und damit auch keinen reproduzierbaren Messwert.
In der folgenden Tabelle sind die Ergebnisse für die mit Nummern von 1 bis 6 bezeichneten Proben und die mit < bezeichneten Mittelwerte aus den Einzelergebnissen zusammengestellt. Die dem vorgenannten Waschmittel zugesetzten Mengen an Salzen von Aminopolycarbonsäuren sind in Gewichtsprozent angegeben. Für das Hexanatriumsalz der Aminotri- (methylenphosphonsäure) wurde die Abkürzung ATP, für das Tetranatriumsalz der Äthylendiaminotetraessigsäure die Abkürzung EDTA verwendet. Die Abweichungen zwischen den einzelnen Proben resultieren aus dem unterschiedlichen Fasermaterial bzw. dessen voneinander abweichenden anfänglichen Weissgrad. In den Versuchsreihen B und G wurden der Waschlauge noch 0, 15 mg/l Cu-Ionen in Form von Kupfersulfat zugesetzt.
Während die Anwendung von ATP und dessen Gemische, mit EDTA in Mengen ab 0, l Gew.-% zu rein weiss erscheinenden Proben führte und auch die Anwesenheit von Kupferionen (Versuchsreihe G) nur einen kaum merklichen Helligkeitsabfall hervorrief, wiesen die Vergleichsproben A und in noch erheblicherem Masse die Proben B eine starke Verfärbung nach Gelb bzw. Gelblichbraun auf. Bei Abwesenheit des Aufhellers vom Diaminostilbentyp wurden die gleichen Ergebnisse erhalten. Verwendete man das gleiche Waschmittel ohne den Aufheller vom Pyrazolintyp (Versuchsreihe I), so war das Waschergebnis unbefriedigend.
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<tb>
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Weissgrad <SEP> W
<tb> mg <SEP> Cu/1 <SEP> 1 <SEP> 2 <SEP> 3 <SEP> 4 <SEP> 5 <SEP> 6 <SEP>
<tb> A) <SEP> ohne <SEP> ATP <SEP> 174 <SEP> 177 <SEP> 168 <SEP> 164 <SEP> 165 <SEP> 165 <SEP> 169
<tb> B) <SEP> ohneATP <SEP> 0, <SEP> 15 <SEP> 145 <SEP> 136 <SEP> 138 <SEP> 143 <SEP> 140 <SEP> 140 <SEP> 140
<tb> C) <SEP> 0, <SEP> 05ATP-180 <SEP> 179 <SEP> 170 <SEP> 169 <SEP> 170 <SEP> 170 <SEP> 171
<tb> D) <SEP> 0, <SEP> 1% <SEP> ATP-185 <SEP> 183 <SEP> 175 <SEP> 174 <SEP> 172 <SEP> 175 <SEP> 177
<tb> E) <SEP> 0, <SEP> 25% <SEP> ATP-188 <SEP> 187 <SEP> 180 <SEP> 180 <SEP> 177 <SEP> 179 <SEP> 182
<tb> F) <SEP> 0, <SEP> 5% <SEP> ATP-192 <SEP> 194 <SEP> 185 <SEP> 183 <SEP> 184 <SEP> 183 <SEP> 187
<tb> G) <SEP> 0, <SEP> 5 <SEP> % <SEP> ATP <SEP> 0, <SEP> 15 <SEP> 190 <SEP> 188 <SEP> 182 <SEP> 180 <SEP> 181 <SEP> 181 <SEP> 184
<tb> H) <SEP> 0, <SEP> 1% <SEP> ATP <SEP>
<tb> O.
<SEP> 1 <SEP> % <SEP> EDTA <SEP> 186 <SEP> 187 <SEP> 180 <SEP> 181 <SEP> 178 <SEP> 180 <SEP> 182
<tb> I) <SEP> aufhellerfrei <SEP> - <SEP> 170 <SEP> 172 <SEP> 168 <SEP> 165 <SEP> 167 <SEP> 71 <SEP> 152
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Die Versuche wurden wiederholt, wobei an Stelle des Salzes der Aminotri- (methylenphosphonsäure) das Tetranatriumsalz der Äthylendiamintetra- (methylenphosphonsäure) sowie das Hexanatriumsalz der Aminotri- (äthylidenphosphonsäure) verwendet wurde. Die Ergebnisse stimmten innerhalb der Fehlergrenzen mit den Ergebnissen der Versuchsreihen C und D überein.
Wurde die Menge an "ATP" auf 1 bzw. 3 Gew.-% erhöht, so war das Versuchsergebnis gegenüber Versuchsreihe F praktisch unverändert.
An Stelle des vorgenannten Waschmittels lassen sich mit gleichem Erfolg Mischungen folgender Zusammensetzung verwenden :
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3 bis zo Tenside vom Sulfat-und/oder Sulfonattyp, wie Fettalkoholsulfate, sulfatierte Alkyl- oder Alkylphenolpolyglycoläther, Fettsäurealka- nolamidsulfate, Alkansulfonate, Olefinsulfonate, Alkylbenzolsulfo- nate und Salze der α-Sulfofettsäureester
1 bis 10% nichtionische Tenside, wie Äthoxylierungsprodukte von Fettalkoho- len, Fettsäuren. Fettsäureamiden und Alkylphenolen,
0 bis 20% Alkaliseifen von Fettsäuren.
0, 5 bis 3% Celluloseglycolat, 20 bis zo Alkalipolymerphosphate, wie Pyro-, Tripoly-, Tetrapoly- und
Metaphosphate,
0 bis 300/0 Natriumperborat,
0 bis 51o Magnesiumsilikat,
0 bis 5% Natriumsilikat,
0 bis 51o Hautschutzstoffe, desinfizierende Mittel, schaumverbessernde oder schaumdämpfende Stoffe, Duftstoffe, 0, 05 bis 1% optische Aufheller vom Pyrazolintyp und Diaminostilbentyp,
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1Alkali-oder Ammoniumsalze ferner Wasser, Streckmittel und Neutralsalze.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Optische Aufhellungsmittel enthaltendes Weisswaschmittel, dadurch gekennzeichnet. dass es als optische Aufheller Verbindungen aus der Klasse der arylsubstituierten Pyrazolinverbindungen, Aminopolyphosphonsäuren der allgemeinen Formel
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und Rg eine-PO3H2-Gruppe bedeuten, und gegebenenfalls eine oder mehrere Verbindungen aus der Klasse der Aminopolycarbonsäuren bzw. deren Alkali- oder Ammonsalze enthält.