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Selbsttränker
Zur Tränkung von Stallvieh werden allgemein Tränkebecken verwendet, deren Wasserzulauf durch verschiedene Ventilkonstruktionen der Druckwasserzuleitung vom Tiermaul gesteuert werden. Diese Tränkebecken haben, abgesehen von der kostspieligen Ventilkonstruktion, den Nachteil, dass das im Becken nach der Wasseraufnahme des Tieres verbleibende Wasser durch Futterabfälle oder Staub verunreinigt wird und in diesem, auf Stalltemperatur erwärmten Zustand nicht mehr gerne aufgenommen wird. In früherer Zeit sind auch Tränkebecken verwendet worden, deren Wasserstand durch einen Frischwasserspeicher bis zu einem gewissen Wasserstand über ein Schwimmerventil gespeist wurde.
Neben den beschriebenen Nachteilen der einzelnen ventilgesteuerten Tränkebecken hatten diese Anlagen noch den Nachteil, dass die einzelnen Tränkebecken als kommunizierende Gefässe untereinander in Verbindung standen und daher bei Wasseraufnahme aus einem Becken nicht nur Frischwasser aus der Zuführungsleitung, sondern auch abgestandenes und schmutziges Wasser aus dem Nachbartränkebecken unter Rohrverschmutzung zulief, wodurch etwa auch Krankheitskeime (z. B. Speichel bei Maul- und Klauenseuche) von einem Becken zum andern gelangen konnten und daher die Seuche sich über den ganzen Stall verbreitete.
In neuerer Zeit sind deshalb Selbsttränker bekanntgeworden, bei denen das Vieh durch zapfenartige ventilgesteuerte Wasserspender mit in der Spitze des Zapfens angeordneten Wasseraustrittsöffnungen beim Einführen des Zapfens in das Tiermaul das Verschlussventil des betreffenden Wasserspenders öffnete und so durch die Druckwasserleitung getränkt wurde. Durch diese Anordnung wird zwar das der Verschmutzung unterworfene Tränkebecken entbehrlich, doch bleibt die kostenaufwendige Ventilkonstruktion, deren Betätigung ausserdem eine Gewöhnung des Viehes an die betreffende Konstruktion erforderlich macht.
Zur Versorgung mit flüssiger Nahrung insbesondere für Kälber wurden bereits Selbsttränker unter Verwendung saugzapfenartiger Flüssigkeitsständer verwendet, die auf von der durchgehenden Flüssigkeitsleitung abgezweigten Steigrohren angeordnet sind, denen die Nährflüssigkeit nach dem System kommunizierender Gefässe aus einem Flüssigkeitsspeicher bis unter die Höhe der Flüssigkeitsaustritts- öffnung zugeführt wird.
Bei dieser bekannten Einrichtung kann jedoch die Nährflüssigkeit aus einem Steigrohr in das benachbarte gelangen, so dass Übertritte von Bakterien oder Viren aus dem Saugzapfen des einen, durch ein erkranktes Tier benutzten Steigrohres in ein benachbartes Steigrohr übertreten und das dort saugende Tier anstecken können.
Ausserdem sinkt nach einem Sog der Flüssigkeit aus einem Steigrohr durch das betreffende Tier bei der anschliessenden Schluckbewegung durch das Tiermaul und der dadurch bedingten Freigabe der Saugöffnung die Flüssigkeit wieder auf das Niveau der kommunizierenden Gefässe zurück, so dass bei der nächsten Saugbewegung desselben Tiermaules wieder zunächst Luft angesaugt werden muss, bis der Wasserspiegel im betreffenden Steigrohr durch den Sog des Tiermaules angehoben und dadurch der Austritt des Wassers aus dem Steigrohr ermöglicht wird.
Die Erfindung vermeidet diese beschriebenen Nachteile und besteht darin, dass in den Steigrohren Rückschlagventile angeordnet sind. Dadurch wird der Rückfluss von einem Auslass zum andern
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unterbunden und dem Vieh nur reines Frischwasser, dessen Oberfläche in der Höhe der Saugzapfen erhalten bleibt, beim Sog durch das Tiermaul unmittelbar zugeführt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes in teilweiser Schnittansicht dargestellt. Ein durch ein Schwimmerventil --2-- an die Wasserdruckrohrleitung-l-- angeschlossener Frischwasserspeicher-3-liefert das Wasser für die Wasserzuleitung --4-- zu einzelnen Steigrohren-5-, an deren oberem Ende ein Saugrohr --6-- mit je einer
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in das andere gelangen kann, wird erfindungsgemäss in jedes Steigrohr ein Rückschlagventil-8- zwischengeschaltet. Die Rückschlagventile-8-verhindern den übertritt von Bakterien oder Viren von einem Steigrohr zum andern und eine Niveausenkung des Flüssigkeitsspiegels bei jedem Saughub.
Diese Wasseraufnahme entspricht auch den biologischen Gegebenheiten, da die Tiere, namentlich Stallvieh, bereits von Natur aus unter Saugwirkung trinken. Sobald sie am Sauger --7-- ansaugen, steigt das Frischwasser im Steigrohr --5-- und gelangt dadurch über den Sauger-6-in das Tiermaul. Hat das Tier eine genügende Menge Wasser im Maul, so erfolgt automatisch der Schluckvorgang, wobei sich das eingebaute Rückschlagventil --8-- durch den Druck der darüber befindlichen Wassersäule schliesst. Beim nächsten Saughub des Tiermaules steht sofort wieder reines Frischwasser ohne vorherige Luftabsaugung zur Verfügung.
Die beschriebene Einrichtung ist wegen ihrer Einfachheit billig herstellbar, absolut betriebssicher und jeder Verschmutzungsgefahr entzogen. Sie bedarf daher auch keiner Reinigung. Ausserdem wird den Tieren bei jedem Saugen nur reines Frischwasser zugeführt, wobei die einzelnen Auslässe voneinander durch das zwischengeschaltete Rückschlagventil --8-- voneinander getrennt sind und daher Krankheitskeime von einem Auslass zum andern nicht übertragen werden können.