AT264446B - Verfahren zur Herstellung eines Perameisensäure enthaltenden Bleichbades und Mittel zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Perameisensäure enthaltenden Bleichbades und Mittel zur Durchführung des Verfahrens

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AT264446B
AT264446B AT629065A AT629065A AT264446B AT 264446 B AT264446 B AT 264446B AT 629065 A AT629065 A AT 629065A AT 629065 A AT629065 A AT 629065A AT 264446 B AT264446 B AT 264446B
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  Verfahren zur Herstellung eines Perameisensäure enthaltenden
Bleichbades und Mittel zur Durchführung des Verfahrens 
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 beständigereWasserstoff abgesättigt sind. 



   Stoffe, die wenigstens einmal eine Gruppe der Formel I enthalten, sind beispielsweise Formaldehydpolymerisate, wie Trioxymethylen, Tetraoxymethylen und Paraformaldehyd, Formale, wie Dimethylformal   und Diäthylformal, Hydromethansulfonsäure, Aminomethansulfonsäure, Imino-bis-methan-   sulfonsäure und N-Alkyl-und N-Hydroxyalkylderivate dieser beiden Säuren,   Nitrilo-tris-methansulfon-   säure, Ammonium-, Alkalimetall- und Erdalkalimetallsalze dieser Säuren, wie vorzugsweise die Natrium-, Kalium- und Calciumsalze, N-Methylolverbindungen von Carbamiden, wie insbesondere Harnstoff, Imidazolidonen, Tetrahydrotriazinonen, Hexahydropyrimidonen und Uronen, von Melaminen, von Dicyandiamid, sowie Äther aus solchen N-Methylolverbindungen und Alkoholen mit 1-5 Kohlenstoffatomen. 



     Niedermolekulare Ameisensäureester   und   Ameisensäureamide   sind   z. B. Stoffe   der allgemeinen For- 
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KohlenstoffatomenAmeisensäuremethyl-, äthyl-, propyl- und butylester und Diäthylformamid. 



   Das Absinken des pH-Wertes während des Bleichens kann man dadurch verhindern oder vermindern, dass man solche Stoffe, die mindestens eine Gruppe der Formel I enthalten, oder solche Stoffe der Formel II verwendet oder mitverwendet, die bei der Umsetzung mit Wasserstoffperoxyd Amine oder vorzugsweise Ammoniak bilden. Ein besonders bewährter und daher bevorzugter Stoff dieser Art ist das Hexamethylentetramin. Aber auch Formamid, Dimethylformamid, Aminomethansulfonsäure, Imino-bis- - methansulfonsäure, deren Alkylderivate, wie insbesondere Methylderivate, und deren Salze wirken   z.   B. in dieser Weise. 



   Von den Stoffen der Gruppe (b) werden die folgenden bevorzugt, da sie bei normaler Temperatur fest, besonders beständig und leicht zugänglich sind : Formaldehydpolymerisate, wie Trioxymethylen, Tetraoxymethylen und   Paraformaldehyd, Hydroxymethansulfonsäure   und ihre Natrium-, Kalium- und Calciumsalze, die Umsetzungsprodukte dieser Säure mit Ammoniak,   d. h.   die   Aminomethansulfonsäu-   re, Amino-bis-methansulfonsäure und Nitrilo-tris-methansulfonsäure und die Natrium-, Kalium- und Calciumsalze dieser Säuren und das Hexamethylentetramin. 



   Die Stoffe der oben definierten Art setzt man in wässerigem Medium mit Wasserstoffperoxyd um. 



  Die Geschwindigkeit dieser Umsetzung ist von der Wasserstoffionenkonzentration des Mediums abhängig. Um rasch zu einer gebrauchsfertigen Bleichlösung zu kommen, arbeitet man im sauren oder neutralen Bereich. Die saure Reaktion erzeugt man durch Zugabe von anorganischen oder organischen Säuren oder von sauren Salzen. Die Säuren können an sich beliebig gewählt werden. Sehr gut eignen sich starke Säuren, wie Schwefelsäure und Sulfonsäuren, und saure Salze, wie Natriumbisulfit und Natriumbisulfat. Die erforderliche Menge an saurem Stoff hängt von seiner Acidität ab. Von starken Säuren genügen Mengen von 0, 5 bis   10 lu,   bezogen auf das Gewicht des umzusetzenden Wasserstoffperoxyds, wohingegen von schwächeren Säuren und sauren Salzen   10 -50 % erforderlich sein   können.

   ES scheint so, als ob auch in saurer Lösung die Umsetzung zu Perameisensäure nicht sogleich bis zum völligen Verbrauch einer Reaktionskomponente abläuft ; vielmehr stellt sich anscheinend ein Gleichgewichtszustand ein, der auch während des Bleichens und damit des Verbrauchs von Perameisensäure so lange angestrebt wird, wie noch alle Reaktionspartner anwesend sind. 



   Es hat sich sehr bewährt, bei dem Verfahren Stabilisatoren für Aktivsauerstoff mitzuverwenden. 



  Solche Stabilisatoren bringen besonders dann Vorteile, wenn man die Absicht   hat,   bei höherer Temperatur, 

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 vor allem über 500 C, zu bleichen, weil sie unter diesen Bedingungen eine zu schnelle Abgabe des Ak- tivsauerstoffs und damit ein Vergilben wie auch eine Schädigung des Bleichgutes unterbinden.

   Stabilisa- toren für Aktivsauerstoff sind an sich bekannt ; als Beispiele seien genannt   Alkalimetallpolyphosphate,   wie Tetranatriumpyrophosphat und höher   kondensierte Phosphate von der Art des Natriumtripolyphosphats,  
Natriumtetraphosphats und Natriumhexapolyphosphats, Magnesiumsilikat, Magnesiumphosphat und kom- plexbildende Aminopolycarbonsäuren, wie insbesondere Nitrilotriessigsäure und   Äthylendiaminotetra-   essigsäure und deren Ammoniumsalze, Magnesium-Alkalimetallsalze und Alkalimetallsalze. Die Alkalimetallphosphate, insbesondere die des Natriums und Kaliums, die Nitrilotriessigsäure, die Äthylendiaminotetraessigsäure und die Natrium-, Kalium- und Magnesiumsalze dieser Säuren werden bevor- zugt. 



   Die Stabilisatoren für Aktivsauerstoff können einzeln oder zu mehreren mitverwendet werden. Es ist im allgemeinen nicht erforderlich, sie in Mengen von mehr als 25   0/0,   bezogen auf das Gewicht des wasserfreien Wasserstoffperoxyds, einzusetzen. 



   Schliesslich kann man dem Bad zu einem beliebigen Zeitpunkt seiner Herstellung Netzmittel, Waschmittel und/oder Weichmachungsmittel sowie peroxydbeständige optische Aufheller zusetzen. 



   Das Wasserstoffperoxyd wird bei dem erfindungsgemässen Verfahren zweckmässig in der 1-12 fachen, vorzugsweise der   3-lOfachen   der den Stoffen (b) äquivalenten Menge angewendet. Das heisst mit andern Worten :
Das Mengenverhältnis zwischen Stoffen, die mindestens eine Gruppe der Formel I enthalten oder Stoffen der Formel II, und Wasserstoffperoxyd wird vorzugsweise so gewählt, dass für jedes Mol Gruppen der Formel I oder Stoff der Formel II 1-12 Mol Wasserstoffperoxyd zur Verfügung stehen ; besonders fortschrittliche Ergebnisse erzielt man mit einem Molverhältnis von 1 : 3 bis 1 : 10. 



   Die Menge an Wasserstoffperoxyd hängt davon ab, ob man in langer Flotte oder mit einer Klotzflotte bleichen will. Für lange Flotten haben sich Mengen zwischen 10 und 30   cm3/1,   für Klotzflotten zwischen 40 und 130   cm/1   Wasserstoffperoxyd (35   lo)   besonders bewährt. 



   Man kann das Perameisensäure-Bleichbad entweder so herstellen, dass man die Ingredienzien unmittelbar in der für das Bleichen gewünschten Menge in die Flotte gibt. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zunächst eine konzentriertere Bleichstammlösung herzustellen und diese erst kurz vor Gebrauch auf die Anwendungskonzentration zu verdünnen.   Bleichstammlösungen   kann man beispielsweise in Konzentrationen herstellen, die 100-500 cm3/1 Wasserstoffperoxyd   (35 %)   entsprechen. Beim Ansetzen einer   Bleichstammlösung   empfiehlt es sich, die Temperatur nicht über 400 C steigen zu lassen ; die unmittelbare Herstellung gebrauchsfertiger Bleichbäder kann dagegen auch bei höheren Temperaturen bis ungefähr 600 C durchgeführt werden. 



   Das gegebenenfalls auf die Gebrauchskonzentration verdünnte Bleichbad kann auf einen pH-Wert zwischen 1 und 8, 5, vorzugsweise zwischen 4 und 6, eingestellt werden, sofern es einen solchen PHWert nicht schon von der Herstellung her aufweist. 



   Dazu bedient man sich der üblichen alkalisch oder sauer reagierenden Mittel, besonders schwacher oder mittelstarker Basen oder Säuren. Vorzugsweise stellt man den pH-Wert in Gegenwart des Bleichgutes ein, da das Gut mitunter saure oder alkalische Stoffe enthält, die den pH-Wert des Bleichbades verändern können. 



   Besonders bequem und vorteilhaft gestaltet sich das erfindungsgemässe Verfahren, wenn man sich zu seiner Durchführung eines haltbaren Mittels bedient, das die Bestandteile, die in Wasser mit Wasserstoffperoxyd ein gebrauchsfertiges Bleichbad ergeben, im richtigen Mengenverhältnis enthält. Ein besonders vorteilhaftes Mittel dieser Art enthält   50-20 Gew.-lo   Hexamethylentetramin,   30 -60 Gew.

   -0/0     Hydroxymethansulfonsäure   oder deren Ammonium-, Alkalimetall-, besonders Natrium- oder Kaliumsalze, oder Erdalkalimetall-, besonders Calciumsalze, 10-20 Gew.-% kondensierte Alkalimetallphosphate, besonders Natrium- oder Kaliumphosphate, und   10-0 Gew.-% Äthylendiaminotetraessigsäure   oder deren Ammonium-, Alkalimetall-, besonders Natrium- oder Kaliumsalze oder Erdalkalimetall-, besonders Magnesiumsalze. Ausserdem kann das Mittel noch feste Säuren oder saure Salze enthalten. 



  Ein solches Mittel kann   z.   B. wie folgt angewendet werden. Man mischt für jeden Liter Bleichbad 20 cm3 Wasserstoffperoxyd (35   lo)   mit 20 cms Wasser, löst darin 3-7 g des Mittels und füllt auf   11   auf. Das so hergestellte Bleichbad ist sofort und ohne weitere Massnahmen gebrauchsfertig. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren liefert auf besonders einfache und bequeme Weise Perameisensaure-Bleichbäder, die sich durch bemerkenswerte Beständigkeit und Bleichkraft auszeichnen. 



   Die Bäder können   z. B.   zum Bleichen von Textilgut aus Polyamid-, Polyester-, Polyacrylnitril-, Cellulose-, Celluloseester- und Celluloseregeneratfasern verwendet werden. Besonders eignen sie sich 

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 zum Bleichen von Textilgut, das Proteinfasern enthält oder daraus besteht, beispielsweise von Wolle, Seide und tierischen Haaren, sowie von Federn, Borsten u. dgl. 



   Die Bäder können dazu in an sich bekannter Weise angewendet werden. Folgende Bleichbedingungen haben sich beispielsweise für die Wollbleiche bewährt :
In langer Flotte erhält man bei 500 C in 2-6 h einen hohen Weissgrad. Ebenso gute Ergebnisse erzielt man bei 800 C in ungefähr 30 min und in der Nähe des Kochpunktes in 10-20 min. 



   Das diskontinuierliche und das kontinuierliche Klotzverfahren eignen sich besonders für Stückware und Kammzug. Dabei wird die Ware auf dem Foulard mit der Bleichlösung geklotzt. Anschliessend kann die geklotzte Ware aufgedockt, mit einer wasserdichten Folie umwickelt und 5-15, vorzugsweise 5-10 h bei Raumtemperatur in langsamer Drehbewegung gehalten werden. Zur Verkürzung der Behandlungszeit kann das geklotzte Material auch in einem Schacht erwärmt werden (auf   500   C und darüber) und dann in einer Thermoverweilkammer bei höherer Temperatur bewegt werden. Man erreicht dann eine erhebliche Verkürzung der Bleichdauer.

   Dieses Bleichverfahren kann auch vollkontinuierlich ausgeführt werden, indem man das geklotzte Material in breiter Form bei Temperaturen von 80 bis 1050 C mit einer solchen Geschwindigkeit durch einen Dämpfer führt, dass die der Temperatur entsprechende optimale Bleichzeit erreicht wird. 



   Die in den Beispielen genannten Teile und Prozente sind Gewichtseinheiten. 



     Beispiel l :   Ein Mittel für die Herstellung eines   Perameisensäure-Bleichbades   hat folgende Zu-   sammensetzung :   
55 Teile hydroxymethansulfonsaures Natrium,
22 Teile Hexamethylentetramin,
15 Teile Natriumtripolyphosphat,
6 Teile Äthylendiaminotetraessigsäure und
2 Teile Natriumbisulfit. 



   In einer Haspelkufe aus Holz, Steinzeug oder Edelstahl von 3000   l   Fassungsvermögen werden zu 
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 lu)gegeben. Man erhältsogleich ein gebrauchsfertiges Bleichbad, dessen Netzfähigkeit man durch Zusatz von 0, 6 kg Octylphenolheptaglykoläther verbessern kann. 



   Zum Bleichen beschickt man die Haspelkufe mit 50 kg einer rohweissen Stückware aus Wolle/Polyacrylnitril (70/30). Man lässt 5 min bei Raumtemperatur vorlaufen, kontrolliert den pH-Wert der Flotte und stellt ihn, wenn nötig, mit Ammoniak oder Ameisensäure auf 5, 5 ein. Darauf wird die Temperatur in ungefähr 15 min auf 800 C erhöht und 30 min beibehalten. Der pH-Wert bleibt während dieser Bleiche nahezu konstant. Danach wird das Material ausgiebig warm und kalt gespült und in der jeweils gewünschen Weise weiterbehandelt. Die Ware hat nach dieser Bleiche einen hohen Weissgrad. 



     Beis pie 1 2 :   Einen Kreuzspulfärbeapparat aus Edelstahl (Flotteninhalt 750 l) füllt man mit 50 kg trockenem Mischgarn Wolle/Zellwolle (70/30) in Form von Kreuzspulen auf dem Materialträger. In einem Ansatzbehälter werden zu 735   l   Wasser 15   l   Wasserstoffperoxyd   (35 lo)   gegeben und darin 3, 5 kg einer Mischung gelöst, die sich wie folgt zusammensetzt :
50 Teile   imino-bis-methansulfonsaures   Natrium,
25 Teile Hexamethylentetramin,
12 Teile   Äthylendiamintetraessigsäure,  
10 Teile Natriumpyrophosphat und
3 Teile Natriumbisulfit. 



   Zu der so gebildeten Bleichlösung werden noch 250 g des in etwas Wasser gelösten optischen Aufhellers der Formel 
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 gegeben, der peroxydbeständig ist und aus schwach saurem Medium auf beide Fasern aufzieht. Die so bereitete Flotte wird in den Apparat gepumpt. Zur Verdrängung der eingeschlossenen Luft lässt man die
Flotte etwa 10 min zirkulieren. Danach werden als Netzmittel 0, 15 kg Nonylphenolmonoglykoläther in wenig Wasser hinzugegeben und verteilt. Bei zirkulierender Flotte erwärmt man in 15 min auf 700 C und behandelt 45 min bei dieser Temperatur. Der pH-Wert des Bleichbades beträgt zu Beginn 5, 3 und am Ende der Bleichzeit 5, 6. Nach dem Ablassen der Flotte wird warm und kalt gespült.

   Zum letzten
Spülbad werden 5 kg eines   vorgelosten   Kondensationsproduktes aus 2 Mol Stearinsäure und 1 Mol Diäthy- lentriamin, das partiell mit 1 Mol Essigsäureanhydrid acetyliert ist, als Weichmacher gegeben, das Bad mit Essigsäure leicht sauer (PH 5, 5-6, 5) eingestellt und 10 min bei Raumtemperatur zirkulieren gelas- sen. Man erhält so ein Garn mit einem hohen Weissgrad und einem weichen, angenehmen Griff. 



     Beispiel 3 :   Vorgereinigte trockene Wollstückware wird bei Raumtemperatur auf einen Foulard mit einer Flotte geklotzt (Flottenaufnahme   80 lo),   die 80 cm3/1 Wasserstoffperoxyd (35   0/0),   20   g/l   der im Beispiel 1, Absatz   1,   beschriebenen Mischung und 1, 5   g/l   Octylphenolheptaglykoläther enthält und einen pH-Wert von 5, 5 besitzt. Bei der Herstellung der Klotzflotte wird das Wasserstoffperoxyd zuerst mit der gleichen Menge Wasser vermischt und dann die Feststoffe in dieser Lösung durch Umrühren bei
Raumtemperatur aufgelöst. 



   Die Ware wird nach dem Klotzen in einem Schacht auf 60  C erwärmt, anschliessend aufgedockt, mit einer feuchtigkeitsdichten Kunststoffolie umwickelt und in der Thermoverweilkammer 2 h bei 600 C rotieren gelassen. Danach wird das Bleichgut auf einer Breitwaschmaschine gespült. Das Material zeigt einen guten Bleicheffekt. 



     Beis piel 4 : VorgereinigteStückware   aus Wolle/Polyester (60/40) mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 60   %   wird mit der gleichen Lösung wie im Beispiel 3 beschrieben bei Raumtemperatur geklotzt (Abquetscheffekt   100 lu)   und in einem Schacht auf   850 C   erhitzt. Die Ware wird nach dem Klotzen nicht aufgewickelt, sondern läuft kontinuierlich weiter in einen Dämpfer, in dem sie insgesamt 15-20 min bei 900 C oder 10 min bei   1000   C verbleibt. Danach wird gespült. Die Ware erhält so ein schönes Weiss. 



     Beis piel 5 :   Ein Packapparat (600   l   Inhalt), der gewaschene, noch feuchte Schweinsborsten von 35 kg Trockengewicht enthält, wird mit 500   l   einer Bleichlösung, die aus   7, 5 l   Wasserstoffperoxyd (35   %)   und 1, 5 kg eines Gemisches, das aus
50 Teilen nitrilomethansulfonsaurem Natrium,
20 Teilen Hexamethylentetramin,
20 Teilen Natriumphosphat,
5 Teilen äthylendiamintetraessigsaurem Natrium und
5 Teilen   Äthylendiamintetraessigsäure   hergestellt worden ist, beschickt. Der pH-Wert der Bleichflotte hat sich auf 7, 3 eingestellt. 



   Bei zirkulierender Flotte wird die Temperatur in 15 min auf 850 C gebracht und 25 min bei dieser Temperatur belassen. Der pH-Wert der Flotte sinkt während des Bleichens in den sauren Bereich ab und bleibt bei 6, 1 stehen. Anschliessend wird ausgiebig warm und kalt gespült. Man erhält sehr schön gebleichte Borsten. 



   Beispiel 6 : In einer Haspelkufe aus   Edelstahl (2500 l   Fassungsvermögen) werden zu 2000   l   Wasser von 350 C 25   l   Wasserstoffperoxyd (35   0/0)   gegeben, gut verteilt und darin 6 kg der im Beispiel 5 beschriebenen Mischung gelöst. Dazu gibt man noch 0,4 kg Octylphenolheptaglykoläther. Man beschickt anschliessend die Haspelkufe mit 75 kg   Nylon-6-Stückware,   überprüft den pH-Wert der Bleichflotte und stellt ihn, wenn nötig, mit Ammoniak oder Ameisensäure auf 7,0 ein. Danach wird die Temperatur des Bleichbades in 15 min auf 800 C erhöht und 30 min beibehalten. Der pH-Wert der Flotte verändert sich während dieser Zeit auf   6, 3.   



   Beispiel 7 : Eine vorgereinigte trockene Wollstückware wird wie im Beispiel 3 angegeben geklotzt. Die Ware wird nach dem Klotzen aufgekault, mit einer feuchtigkeitsdichten Folie aus Kunststoff umwickelt und bei Raumtemperatur   (22    C) 8 h rotieren gelassen. Anschliessend wird das Bleichgut auf der Breitwaschmaschine gespült, abgequetscht und getrocknet. Die so gebleichte Wollstückware zeigt einen sehr hohen Weissgrad. 



     Bei s pie I 8 : Eine Holzhaspelkuve   (2500   l   Fassungsvermögen) wird mit 2200   l   weichem Wasser von   22 C   gefüllt. Darauf werden 40   l   Wasserstoffperoxyd   (350/0)   sowie 7 kg einer Mischung, die aus 
57 Teilen Trioxymethylen,
20 Teilen iminomethansulfonsaurem Natrium,
3 Teilen Natriumbisulfit, 

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15 Teilen Natriumpyrophosphat und
5 Teilen Äthylendiamintetraessigsäure besteht, hinzugefügt. Man gibt noch 0, 5 kg Octylphenolheptaglykoläther hinzu. Darauf wird die Kufe mit 70 kg Stückware Wolle/Polyester (70/30) beschickt. Der pH-Wert der Bleichflotte beträgt 6, 0. Die Temperatur wird in 10 min auf 60  C erhöht und 50 min beibehalten. Der PH-Wert der Flotte erhöht sich während der Bleiche auf 6,6.

   Man erhält so Material mit einem hohen Weissgrad. 



   Beispiel 9 : 100 kg Mischgarn aus   Wolle/Polyacrylnitril   (90/10) in Form von Kreuzspulen werden auf einem Materialträger in einen Kreuzspulfärbeapparat aus Edelstahl (Flotteninhalt 1500   l)   eingebracht. In einem Ansatzbehälter werden zu 1455 1 Wasser 30   l   Wasserstoffperoxyd (35   0/0)   gegeben. In dieser Flotte werden 6 kg einer Mischung aus 
50 Teilen Dimethylolharnstoff,
8 Teilen Natriumbisulfit,
18 Teilen Natriumbisulfat,
5 Teilen Hexamethylentetramin,
10 Teilen Natriumpyrophosphat und
9 Teilen   Äthylendiamintetraessigsäure   gelöst. Zur Verdrängung der eingeschlossenen Luft lässt man die Flotte 5 min zirkulieren. Darauf werden 0, 2 kg Nonylphenolmonoglykoläther in wenig Wasser gelöst zugegeben und verteilt.

   Bei zirkulierender Flotte wird die Temperatur in 15 min auf 900 C erhöht und 20 min beibehalten. Der pH-Wert der Bleichflotte stellt sich am Anfang auf 5, 3 ein und steigt bis zum Ende der Bleiche auf 5, 7. Die so 
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    10 :0, 5 l   Formamid und 1, 35 1 Wasser. Dabei entsteht eine Bleichstammlösung. 



   In einem Ansatzbehälter eines mit 50 kg vorgereinigter, loser Wolle beschickten Packapparates aus Edelstahl oder Steinzeug wird die nach Absatz 1 erhaltene Stammlösung zu 500   l   Wasser gegeben. Die verdünnte Flotte wird auf das Bleichgut gepumpt, mit Schwefelsäure auf PH 5 eingestellt, bei zirkulierender Flotte auf 500 C erwärmt und 2 1/2 h bei dieser Temperatur gehalten ; der pH-Wert ändert sich dabei nur wenig auf   5, 3. Es   wird anschliessend warm und kalt gespült. 



   Anstatt 2 1/2 h bei 500 C zu arbeiten, kann man die Bleiche auch in 30 min bei 800 C durchführen. In diesem Falle setzt man dem Bleichbad als Sauerstoffstabilisator 0,5   l   einer 25   feign   Lösung des Magnesium-di-Natriumsalzes der   Äthylendiaminotetraessigsäure   zu. Die Ware ist nach dieser Behandlung vorzüglich gebleicht. 
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 sator und 0,   2 kg Nonylphenyolheptaglykoläther als Netz ittel   zugesetzt. Man bringt den Materialträger mit 75 kg Woll-Kammzug auf Bobinen ein. Der pH-Wert der Bleichflotte stellt sich auf 4, 8 ein. 



  Zur Verdrängung der Luft lässt man 10 min zirkulieren, erwärmt dann auf 900 C und belässt 20 min bei dieser Temperatur. Der pH-Wert der Flotte steigt während dieser Zeit auf 5, 7. Durch Zufügen von Wasser wird langsam abgekühlt und gründlich gespült. Die so behandelte Ware ist vorzüglich gebleicht. 



   Beispiel 12 : Ein mit Rührwerk versehener Federnwäscher aus Holz von 1200 l Flotteninhaltwird 
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 dieser Temperatur belassen, wobei der pH-Wert bis auf 5, 3 steigt. Anschliessend werden die Federn warm und kalt gespült, abgeschleudert und in einem Dämpfer getrocknet : Man erhält vorzüglich gebleichte Federn. 



     Beispiel 13 : In einerHolzhaspelkufe (25001Fassungsvermögen)   werden zu20001Wasser (12 dH) von 200 C 30   l   Bleichstammlösung gegeben, die sich wie folgt zusammensetzt : 
3 Teile Ameisensäuremethylester
60 Teile Wasserstoffperoxyd 35 %
2 Teile Schwefelsäure   10 li  
35 Teile Wasser 
In der Bleichflotte werden noch 1, 5 kg Tetranatriumpyrophosphat und 1, 5 kg einer   zuigen   Lösung 

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 von äthylendiamintetraessigsaurem Natrium als Stabilisator für den Aktivsauerstoff sowie 0, 3 kg Octylphenolheptaglykoläther gelöst. Man geht mit 60 kg Wollstückware ein. Der pH-Wert der Bleichflotte beträgt 7, 0. Die Temperatur wird in 15 min von 20 auf 750 C erhöht und 35 min beibehalten. Der PHWert der Flotte hat sich während der Bleiche nur wenig verändert (auf 6, 7).

   Die so gebleichte Ware zeigt einen vorzüglichen Weissgrad. 



   Beispiel 14 : Vorgereinigte, trockene Stückware aus   Wolle/Polyester   (55/45) wird auf dem Foulard mit 85   cm/l   einer Bleichlösung geklotzt (Flottenaufnahme 80 %), die folgende Zusammensetzung besitzt :
10 Teile   Diäthylformamid  
65 Teile Wasserstoffperoxyd 35 %
15 Teile Schwefelsäure 10 %
10 Teile Wasser
Die Klotzflotte enthält ausserdem   1, 2 g/l Octylphenolheptaglykoläther sowie 5 g/l Natriumpyro-   phosphat. 



   Die Ware wird nach dem Klotzen in einem Schacht auf 800 C erwärmt, danach aufgedockt, mit einer   feuchtigkeitsdichten Kunststoffolie umwickelt und in einer Thermoverweilkammer 30min bei 80 C   rotieren gelassen. Anschliessend wird gespült. Die Ware zeigt einen vorzüglichen Bleicheffekt. 



     Beispiel 15 :   Eine vorgereinigte, trockene Wollstückware wird wie im Beispiel 14 angegeben mit   der gleichen Bleichlösung geklotzt. Die Flottenaufnahme beträgt 95 lo. Die geklotzte Ware wird aufgedockt, mit einer feuchtigkeitsdichten Folie umwickelt und 7 h bei 22 C rotieren gelassen. Man erhält   so eine vorzüglich gebleichte Ware. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zur Herstellung eines Perameisensäure enthaltenden Bleichbades, dadurch gekennzeichnet, dass man in saurem oder neutralem Medium (a) Wasserstoffperoxyd und (b) wenigstens einen Formaldehyd abspaltenden Stoff, einen niedermolekularen   Ameisensäureesterodereinnie-   dermolekulares Ameisensäureamid miteinander umsetzt und gegebenenfalls die entstandene Lösung zum Gebrauch verdünnt und auf einen pH-Wert von 1 bis 8, 5 einstellt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Komponenten (b) Stoffe verwendet, die wenigstens einmal eine Gruppe der allgemeinen Formel Y-CH-X (I) enthalten, in der Y ein Stickstoff- oder Sauerstoffatom, X ein Stickstoff- oder Sauerstoffatom oder die Gruppe-SOM, M ein Proton, ein Ammonium, ein Alkalimetallion oder ein halbes Erdalkalimetallion bedeuten und die nicht mit dem zentralen Kohlenstoff verbundenen Wertigkeiten der genannten Stickstoff-und/oder Sauerstoffatome bei Abwesenheit einer SOM-Gruppe höchstens zum Teil durch Wasserstoff abgesättigt sind.
    3. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass man als Komponente (b) Stoffe der allgemeinen Formel EMI7.1 EMI7.2 EMI7.3 pe (b) verwendet oder mitverwendet, die bei der Umsetzung mit Wasserstoffperoxyd, Ammoniak oder Amine bilden und/oder gegebenenfalls noch Stabilisatoren für Aktivsauerstoff mitverwendet. <Desc/Clms Page number 8>
    5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man solche Stoffe der Gruppe (b) verwendet oder mitverwendet, die bei der Umsetzung mit Wasserstoffperoxyd Ammoniak oder Amine bilden, und/oder gegebenenfalls noch Stabilisatoren für Aktivsauerstoff mitverwendet.
    6. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man solche Stoffe der Gruppe (b) verwendet oder mitverwendet, die bei der Umsetzung mit Wasserstoffperoxyd Ammoniak oder EMI8.1
AT629065A 1964-07-10 1965-07-09 Verfahren zur Herstellung eines Perameisensäure enthaltenden Bleichbades und Mittel zur Durchführung des Verfahrens AT264446B (de)

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