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Tierfutter
Die Erfindung betrifft ein neuartiges Tierfutter, das ohne handelsübliche Sterilisierung in hermetischen Verpackungen gelagert und gehandelt werden kann.
Tierfutter und insbesondere solches für Hunde und Katzen wird dem Verbraucher gewöhnlich in zwei Formen angeboten, nämlich entweder als mehlartiges Erzeugnis von trockener, etwa getreide- ähnlicher Struktur und niedrigem, d. h. z. B. l oigem Feuchtigkeitsgehalt, oder als Büchsenware von
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auf, liefert also eine komplette und ausbalanzierte Tiernahrung und besitzt auch ausgezeichnete Lagereigenschaften, was die Verwendung verhältnismässig billiger Verpackungsmethoden ermöglicht. Anderseits sind aber viele trockene, mehlartige Tierfuttersorten nur wenig schmackhaft und werden vielfach vom Tier überhaupt nicht in trockener Form gefressen, so dass vor dem Verfüttern eine Flüssigkeitszugabe nötig wird.
Tierfutter als Büchsenware anderseits wird im allgemeinen und offensichtlich wegen seiner fleisch- ähnlichen Struktur, seiner Konsistenz und seines Aromas sehr gerne von Tieren angenommen. Infolge ihres höheren Feuchtigkeitsgehaltes müssen solche Produkte zwecks Sterilisierung in verschlossenen Behältern thermisch behandelt werden, wodurch sich die Produktionskosten beträchtlich erhöhen.
Im allgemeinen hat man bisher den Gedanken an ein Produkt von mittlerem, also oberhalb 100/0 und merklich unter 75% liegendem Feuchtigkeitsgehalt ausser Acht gelassen. Sicherlich wird bei vielen Nutz-oder Stubentierfuttern die Schmackhaftigkeit durch Erhöhung des Feuchtigkeitsgehaltes verbessert ;
eine solche höhere Feuchtigkeit führt aber zu mikrobiologischem Verderb, sofern das Produkt nicht in hermetisch abgeschlossene Behälter abgepackt und handelsüblich sterilisiert oder während des Vertriebes und bei der Lagerung durch den Verbraucher in gefrorenem oder gekühltem Zustand aufbewahrt
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schildert das Ansetzen eines "kondensierten" Produktes mit einem Feuchtigkeitsgehalt über 3 - ado sowie Produkte, deren Feuchtigkeitsgehalt dem von üblicher Büchsenware entspricht, sofern bestimmte Verarbeitungs-und Verpackungsbedingungen eingehalten werden.
Gemäss dieser Patentschrift wird der pH-Wert des Produktes auf 2, 0-5, 0 eingestellt und gegebenenfalls mit Zugabe geringer Mengen aufgelöster Zuckerfeststoffe gearbeitet, um hiedurch angeblich "eine Vernichtung von Mikroorganismen von Anfang an bei der Verarbeitung zu bewirken und das Wachstum überlebender Organismen zu hemmen". Dabei sind gemäss dieser Patentschrift für die notwendige Hemmung des mikrobiologischen Wachstums eine gründliche Pasteurisierung des Produktes und die Beibehaltung dieser Pasteurisierungsbedingungen während des Abpackens, Füllens und Verschliessens notwendig.
Bei jeglichem Abweichen von den vorgeschriebenen Bedingungen, d. h. Verpacken in der Hitze und Einstellen eines sauren pH-Wertes tritt im Produkt mikrobiologische Zersetzung und Verderben auf, wodurch das Produkt für Futterzwecke ungeeignet wird.
Die Erfindung bezweckt in erster Linie die Schaffung eines feuchten Tierfutters, das mehr schmack-
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haft ist, vom Tier gern angenommen wird, derart mikrobiologisch stabil ist, dass es unter Verwendung üblicher, gegen Feuchtigkeit schützender Einwickelmaterialien und ohne Kühlung gelagert werden kann
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zugsweise weniger als 35 Gew.-% des Futters ausmacht, dass der Gehalt des Futters an wasserlöslichen
Stoffen etwa mindestens gleich seinem Wassergehalt ist, wobei die Menge der im Wasser gelösten Stoffe derart bemessen ist, dass der osmotische Druck der Lösung eine bakteriostatische Wirkung hervorruft, ferner, dass sich das Fleischmaterial in hydratisierter Form befindet und dass die Futterzusammensetzung ein Antimykotikum, z. B. Propylenglykol oder eine Sorbinsäureverbindung, enthält oder mit einem solchen in Berührung steht.
Das neuartige Tierfutter besitzt somit einen mittleren Feuchtigkeitsgehalt, bei weitgehender Be- ständigkeit ; dies wird durch eine Zusammensetzung erreicht, die einen pasteurisierten Fleischanteil in
Teilchenform enthält, der als Grundmasse für eine darin aufgesaugte wässerige Lösung von Stoffen, ins- besondere Zucker, welche das Futter durch Hervorrufung eines bakteriostatischen Effektes stabilisieren, dient. Die Fleischgrundmasse schafft gemeinsam mit allfälligen andern Bestandteilen ein festes Gefüge, so dass bei angemessenem Feuchtigkeitsgehalt eine plastische Konsistenz erhalten wird. Vorzugsweise ist ein trockenes Getreidemehl in der die Grundmasse bildenden Mischung heterogen verteilt und absorbiert etwas von der vorgenannten Lösung.
Gemäss den spezielleren Aspekten der Erfindung wird eine Wasserphase geschaffen, die Zucker und andere wasserlösliche Stoffe gelöst enthält und deren osmotischer Druck gross genug ist, um bakteriostatisch zu wirken, wobei diese gelöste Phase von den Fleischbestandteilen aufgesaugt ist, und das Futter während der Verpackung der Lagerung und des Verbrauches in feuchtem formbaren Zustand gehalten ist, ohne dass die Zuckerfeststoffe auskristallisieren. Unter "Phase" ist hiebei eine Lösung zu verstehen, die einen Teil des physikalischen Gefüges der Fleischbestandteile und der andern Bestandteile der Grundmasse darstellen kann. Im Endprodukt kann daher die wässerige Phase so innig in das Gefüge der Grundmasse aufgenommen sein, dass sie nicht ohne weiters von dieser unterscheidbar ist.
Ein Vorteil dieses Futters besteht darin, dass es mit praktisch neutralem pH, insbesondere einem PH zwischen 6 und 8, hergestellt werden kann. Daher ist dieses Futter insbesondere für Tiere, die neutrales Futter bevorzugen, z. B. für Hunde, besonders schmackhaft.
Es wurde gefunden, dass ein Futter der beschriebenen Zusammensetzung eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Zersetzung besitzt und in verhältnismässig billige, im wesentlichen wasserdichte Verpackungsmaterialien, wie sie z. B. für die Verpackung von Fleischprodukten, wie Schinken oder anderem Aufschnitt üblich sind, verpackt werden kann.
Für den Tierfutterhandel ist es ein wesentlicher Vorteil, wenn ein Futter nicht in Dosen oder andere hermetisch verschliessbare Behälter verpackt zu werden braucht und ohne Kühlung gelagert werden kann.
Ein typisches, erfindungsgemässes Produkt mit einem praktisch neutralen pH-Wert besteht z. B. aus einem proteinischen, fleischartigen Material, pflanzlichem Proteinkonzentrat und einem Zucker, wie Sucrose. In diesem Fall werden die Anteilsmengen an Fleisch oder Fleischabfallstoffen, falls solche verwendet werden, und an Zucker derart eingestellt, dass der (hauptsächlich aus dem Fleisch stammende) Wassergehalt des Produktes beispielsweise etwa 25% beträgt und zur Hydratisierung des pflanzlichen Proteins und anderer nicht wasserlöslicher Feststoffe im Futter ausreicht.
Bei einem hauptsächlich aus Fleischmehl bestehenden Ansatz wird noch zusätzliches Wasser zur Hydratisierung sowohl des Mehls als auch des pflanzlichen Proteins und sonstiger wasserunlöslicher Feststoffe im Futter zugegeben, wobei das Gewicht der wasserlöslichen Feststoffe einschliesslich des Zuckers dem Wassergewicht zumindest gleichkommt. Während der begrenzten thermischen Behandlung, wie sie während der Pasteurisierung auftritt, wird ein grösserer Gewichtsanteil der nicht wasserlöslichen Stoffe hydratisiert. Wahrscheinlich ist diese Wasseraufnahme dafür verantwortlich, dass genügend gesättigte Zuckerlösung vorhanden bleibt, um saure Substanzen zur Verhinderung von Bakterienwachstum unnötig zu machen. Diese Theorie ist aber nicht gesichert, und die Erfindung ist bezüglich Erklärung und Schutzumfang auch nicht auf eine besondere Theorie beschränkt.
Der Fleischbestandteil des erfindungsgemässen Tierfutters kann aus den verschiedensten fleisch-
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abfälle" und "Fleischmehl" umfassen alle jene Produkte, die unter diesen Namen in den "Definitions of Feed Ingredients", herausgegeben von der Association of American Feed Controll Officials Incorporated, definiert sind. Gewöhnlich stammt die Fleischkomponente, die wesentlich zur Art des Geschmacks des Produktes beiträgt, vom Rind, und besteht z. B. aus Kütteln, Wannen u. dgl. Die Wahl des Fleischanteils
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Gesamtgewichtes des Produktes.
Der Fleischbestandteil bildet eine Grundmasse, mit der die andern Futterbestandteile kombiniert werden. Der Fleischrohstoff kann in verschiedener Form vorliegen, doch bei der Verarbeitung in der später im einzelnen beschriebenen Weise befindet er sich in Form feiner Teilchen oder in fast flüssiger Form. Die Fleischmenge im Verhältnis zur Menge allfälliger anderer wasser-absorbierender Materialien, z. B. pflanzlicher Produkte soll gross genug sein, um ein plastisches, d. h. verformbares Futtermittel zu ergeben. Demgemäss hängen die Obergrenzen für den Zucker- und Feuchtigkeitsgehalt von der Menge an Fleisch und andern anwesenden wasser-absorbierenden Materialien ab.
Der Wasser- oder Feuchtigkeitsgehalt des Futters fördert die Erreichung eines plastischen Zustandes, d. h. das Futter lässt sich leicht durch Druck verformen (formen, mischen, Pressen oder formpressen) und behält die ihm durch eine solche Druckverformung erteilte Gestalt bei. Ein typischer Wassergehalt liegt über 16 - 170/0 und unter 26 - 270/0. Am zweckmässigsten wird er um etwa 25% herum gehalten. Ein Wassergehalt, der wesentlich über diesem bevorzugten Bereich liegt, kann dazu führen, dass das Futter zu weich wird und daher nicht mehr gut zu handhaben ist, während ein zu geringer Feuchtigkeitsgehalt die Bearbeitbarkeit herabsetzt.
Gewünschtenfalls kann ein Teil oder der ganze vorgesehene Wassergehalt durch Zusatz von Wasser zugemischt werden ; gewöhnlich liefern jedoch die Mischungsbestandteile selbst, wie die Fleischanteile, welche etwa 70% Feuchtigkeit enthalten können, beim Erhitzen genügend Feuchtigkeit, um den erforderlichen Wassergehalt zu erreichen.
Zucker wird als Hauptquelle für die wasserlöslichen Bestandteile verwendet, wobei dessen Menge von dem jeweils verwendeten speziellen Zucker bzw. der Zuckermischung abhängt. Bei Erhöhung des Feuchtigkeitsgehaltes des Produktes soll auch die Zuckermenge entsprechend erhöht werden. Die gewählte Zuckermenge schwankt auch je nach Vorhandensein und Menge weiterer wasserlöslicher Stoffe, welche ein Ansteigen des osmotischen Druckes in der wässerigen Phase der Zusammensetzung bewirken.
Der Ausdruck "Zucker" wird im Rahmen dervorliegenden Beschreibung für eine Anzahl brauchbarer Saccharidsubstanzen verwendet, die den osmotischen Druck des Wassers, in dem sie aufgelöst sind, zu erhöhen und dadurch die erforderliche, bakteriostatische Wirkung zu entwickeln vermögen. Zu ihnen gehören die nicht reduzierenden und die reduzierenden, wasserlöslichen Monosaccharide sowie die reduzierenden Polysaccharide selbst Abbauprodukten, wie z. B. Pentosen, einschliesslich Aldopentosen, Methylpentosen, Ketopentosen, wie Xylose und Arabinose, eine Desoxyaldose, wie Rhamnose, Hexosen und reduzierende Saccharide, z. B.
Aldohexosen, wie Glukose, Galaktose und Mannose, die Ketohexosen, wie Fruktose und Sorbose, Disaccharide, wie Laktose und Maltose, nicht reduzierende Disaccharide, wie Sucrose und andere Polysaccharide, wie Dextrin und Raffinose sowie hydrolysierte Stärkearten, die Oligosaccharide als Bestandteil enthalten. Die Zucker sollen niedermolekular sein, um eine wesentliche Erhöhung des osmotischen Druckes der Zuckerlösung zu bewirken.
Der Ausdruck"wasserlösliche Festsubstanzen"bezieht sich also auf jedes Nahrungsmittel - oder Futter-Zusatzmaterial, das bei Raumtemperatur oder bei Temperaturen ähnlich denen, wie sie bei der Verarbeitung des Hundefutteransatzes vorkommen, praktisch wasserlöslich ist, und einen Einfluss auf den osmotischen Druck der Lösung hat. Hiezu gehören bestimmte, in der Schmackhaftigkeit angepasster Menge verwendete anorganische Salze, wie z. B. Natriumchlorid. Man kann auch bestimmte andere Verbindungen verwenden, die noch eine oder mehrere andere Funktion, z.
B. als Antimykotikum oder als Gefügegeber erfüllen, um die in der wässerigen Phase als Bakterienschutz dienenden Festsubstanzen zu liefern ; in dieser Hinsicht eignet sich besonders das Propylenglykol, da es eine mehrfache Rolle als Hemmstoff gegen Schimmel, als weichmachendes Feuchthaltemittel für die Konsistenz des Produktes und als Beitrag zum wasserlöslichen Feststoffgehalt der wässerigen Phase spielt.
Das Gewichtsverhältnis von wasserlöslicher Festsubstanz zum Feuchtigkeitsgehalt des Gesamtproduktes, wie er bei anfänglicher Zugabe zum Produkt während der Herstellung und Vorbereitung zur Verpackung entsteht, bestimmt die endgültige Wirkung der Festsubstanzen hinsichtlich der erforderlichen, bakteriostatischen Wirkung. Bei einer solchen Mengenvariation soll jedoch das Verhältnis
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und der nach Menge und Verteilung genügend Protein gibt, um den Gesamtproteingehalt zu erhöhen, und fernerhin bestimmte Proteine liefert, die nicht von den andern Quellen beschafft werden.
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notwendigen Proteingehalt und die für eine geeignete Ernährung erforderliche Ausbalanzierung besitzt.
Vorzugsweise bildet dieser verpflegungsausbalanzierende Proteinzusatz bis zu etwa 50/0 des Produktes.
Wie bereits erwähnt, enthält das Futter auch ein Antimykotikum, um die Bildung von Hefe oder Schimmel zu hemmen. Hiefür können Sorbatsalze, wie Kaliumsorbat sowie Sorbinsäure selbst je für sich oder zusammen verwendet werden. Antimykotische Wirkung zeigt erfahrungsgemäss auch Propylenglykol, den man allein oder zusammen mit andern Feuchthaltemitteln, wie Sorbit, zusetzen kann, um dem Produkt eine gewisse Weichheit oder Zartheit zu geben. Dem Fachmann sind auch andere Antimykotika bekannt. Ihr Mengenanteil im Produkt richtet sich nach den gewünschten Ergebnissen und liegt je nach Art des gerade verwendeten Antimykotikums und der jeweiligen Produktzusammensetzung bei etwa 0, 1 bis etwa 2, 50/0 vom Gesamtgewicht, kann jedoch bei bestimmten Mitteln, wie Pimaricin, bis zur Grössenordnung von 50 ppm erniedrigt werden.
Die Art des Zusatzes ist nicht kritisch. Manche Antimykotika werden vorzugsweise gemeinsam mit den Hauptbestandteilen eingearbeitet, während bei andern einfach die Oberfläche des Futters mit dem Mittel besprüht oder in anderer Weise überzogen werden kann ; wieder andere können auf die Verpackung aufgebracht werden, die in Berührung mit der Futteroberfläche steht.
Kaliumsorbat kann man in wässeriger Lösung auf die Futteroberfläche aufsprühen, oder das Futter kann in dieser Lösung eingetaucht werden ; andere Antimykotika, wie"Paraben"bzw. p-Hydroxybenzoat- Ester, z. B. Propyl- und Methylparaben, bieten sich von selbst zu einer derartigen Oberflächenbehandlung an. Cellophan und andere Futterverpackungsmaterialien können mit einer Sorbinsäurelösung sprühbedeckt werden ; vorzugsweise wendet man aber Imprägnierung oder Bestäubung mit Sorbinsäure oder Ka-
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Natrium-carbonate.
Dem Fachmann ist klar, dass für die Festlegung der geeigneten Mengen und der Anwendungsweise irgend eines speziellen Antimykotikums Vorversuche nötig sein werden, da nicht alle Antimykotika in ihrer Wirkung gleich sind. Ebenso könnten gewisse Antimykotika in der wirksamen Menge das Futter ungeniessbar machen, und diese fallen, sofern es sie gibt, selbstverständlich nicht in den Rahmen der Erfindung.
Der Ausdruck"strukturbestimmendes"oder"gefügegebendes"Mittel wird für eine grosse Klasse von Stoffen verwendet, die die Neigung der aufgelösten Zuckerfestsubstanzen und hydratisierten Grundstoffe, ihre gewünschte Produktweichheit und Elastizität zu ändern, zu modifizieren vermögen. Zu den im Rahmen der Erfindung vorzugsweise verwendeten, strukturbestimmenden Mitteln gehören Feuchthalte-
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der Dextrose und Lävulose enthält sowie Maltose und Maissirupfeststoffe, die an sich schwer kristallsierbar sind und in Lösungen mit hohem Gehalt an andern Zuckern, wie Sucrose, die Kristallisation verhindern oder regeln.
Zur Aufrechterhaltung einer gewünschten, feuchten, plastischen Futterbeschaffenheit, d. h. einem Feuchtigkeitsgehalt über 150/0 und unter 3cp/o, sind auch hydrophile, lipophile Emulgatoren, wie z. B. die Teilester von Polyolen und höheren Fettsäuren, wie Glycerin- und Propylen- glykolmono-und-diester gesättigter und ungesättigter Fettsäuren, wie Stearin- und Palmitinsäure, geeignet. Diese Emulgiermittel erhalten erfahrungsgemäss auch dem Produkt seinen Feuchtigkeitsgehalt in solchem Masse, dass seine Neigung zu Strukturänderungen weitgehend unterdrückt wird.
Zusätzliche Bestandteile im bevorzugten Produkt sind : Erwünschte Geschmackstoffe einschliesslich Fleischfett, Salz u. dgl. ; Nährstoffe einschliesslich Vitaminen, Mineralien usw. und ein roter Farbstoff, vorzugsweise FD & C-Rot Nr. 2 od. dgl., zur Erzielung der gewünschten Farbe. Der Geschmackstoff kann 2-3 Gew.-lo, und die Nährstoffe nebst Färbemittel können zusammen etwa 1% oder weniger des Produktes ausmachen.
Für den Fachmann ist klar, dass die vorstehend beschriebenen Ansätze Produkte mit einem praktisch neutralen pH-Wert von 6, 0 bis 8, 0 liefern, sofern nicht genügend Säure- oder Alkalibildner extra zugegeben wird ; solche Stoffe sollen gewöhnlich aber nicht zugesetzt werden, da ein ausserhalb des angegebenen Bereiches liegender pH-Wert die Schmackhaftigkeit des Produktes für manche Tiere,
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insbesondere Hunde, allzu sehr beeinträchtigt.
Für die Herstellung des erfindungsgemässen Tierfutters wird das Fleischmaterial pasteurisiert und mit dem Zucker kombiniert. Dabei kann die Zuckerlösung vor, gleichzeitig mit oder nach der Pasteu- risierung gebildet werden, und wenn sie gesondert hergestellt wird, kann sie an irgend einem geeig- neten Zeitpunkt mit dem Fleischmaterial zusammengebracht werden.
Zweckmässig wird eine Mischung von zerkleinertem Fleischmaterial und wasserlöslichen Stoffen einschliesslich Zucker so lange gekocht, bis die Fleischbestandteile pasteurisiert sind und ein Teil des in ihnen enthaltenen Wassers freigesetzt ist, so dass eine bakteriostatisch wirkende Menge der wasserlöslichen Stoffe darin gelöst werden und die Lösung sich in den Fleischbestandteilen, welche die Grund- masse bilden, aufsaugt, derart, dass der Wassergehalt des Futters mindestens 15 und weniger als 30Gew.-% beträgt, wobei der verwendete Zucker einen Hauptanteil der wasserlöslichen Stoffe ausmacht und im fertigen Futter zu mindestens 15 Gel.-% vorhanden ist und wobei die wasserlöslichen Stoffe in einer ausreichenden Menge verwendet werden,
um das Futter während der zu erwartenden Lagerungszeit und des Verbrauches bakteriostatisch zu machen, so dass es ohne Kühlhaltung gelagert werden kann. Das Futter wird dann in ein nicht hermetisch abdichtendes Verpackungsmaterial verpackt. Das Antimykotikum wird entweder dem Futter selbst einverleibt oder in der beschriebenen Weise auf dessen Oberfläche bzw. auf die Innenseite des in engen Kontakt mit dem Futter kommenden Verpackungsmaterials aufgebracht.
Bei einer speziellen Herstellungsart werden die Fleischanteile soweit erhitzt, bis die in ihm enthaltene Feuchtigkeit freigesetzt wird, und danach der Zucker in Pulverform zugegeben, damit er sich in der freigesetzten Feuchtigkeit auflöst. Dieses Verfahren wird so lange und bei so hoher Temperatur fortgesetzt, bis mindestens die Fleischteilchen pasteurisiert sind. Danach können die nicht aus Fleisch bestehenden Hauptbestandteile, z. B. die pflanzliche Eiweiss (Proteinkonzentrat), zugegeben werden.
Dieses Gemisch wird so lange auf mindestens 710 C und vorzugsweise nicht über 1210 C erhitzt, bis die nicht von der Fleischgrundmasse aufgenommene freie, wässerige Phase vom pflanzlichen Proteinkonzentrat absorbiert ist. Diese Absorption dient dazu, den Tierfutteransatz weniger klebrig und dadurch für die anschliessende Weiterverarbeitung, wie Strangverpressung, Körnung oder sonstige Verformung, leichter handhabbar zu machen. Der Absorptionsgrad hängt von der Art des pflanzlichen Proteinkonzentrats ab ; in jedem Fall sollte aber solange, u. zw. gewöhnlich nicht mehr als 15 min, gekocht werden, dass diese Absorption bis zum höchstmöglichen Ausmass fortschreitet. In den meisten Fällen absorbiert das pflanzliche Proteinkonzentrat während dieses Zeitraumes praktisch die gesamte von ihm aufnehmbare wässerige Phase.
Die Minimalkochzeit hängt von der Kochtemperatur und von dem zur Erzielung eines leicht handhabbaren Gemisches erforderlichen Absorptionsgrad der wässerigen Phase ab. Vorteilhafterweise findet gleichzeitig mit diesem Kochen eine gewisse Pasteurisierung des pflanzlichen Proteinkonzentrats statt, und dieses nimmt soviel in Lösung befindliche Zucker auf, dass es selbst und die andern vorhandenen Stoffe hiedurch bakteriostatischen Schutz erlangen. Anderseits darf dieses
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führen. Daher wird dieses Kochen nicht allzu lange ausgedehnt und auf weniger als 15 min begrenzt.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das Fleisch zusammen mit einem Emul-
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Farbstoffe, ein Antimykotikum, ein Kristallisationsverzögerer, Geschmackstoffe und Nährstoffe zugegeben. Unmittelbar danach werden sämtliche übrigen Trockenbestandteile, wie Sojaflocken, Sojahülsen, Knochenmehl, Trockenmagermilch und Zucker auf einmal zugegeben, durch deren Zugabe sich die Gesamtmasse auf etwa 60 C abkühlt. Das Gesamtprodukt wird dann 5 - 10 min, beispielsweise 7 min lang auf vorzugsweise mehr als 770 C, sagen wir 82 - 930 C und beispielsweise auf 850 C erhitzt. Nach Schluss der Endabkochung wird das Produkt auf etwa 16 - 270 C, beispielsweise 21 C abgekühlt.
Gemäss einer andern Ausführungsform wird der Fleischanteil der Charge zwecks Abtötung von Bakterien und Verflüssigung des Fleisches 5 - 15 min, beispielsweise 10 min lang pasteurisiert. Diesem vorzugsweise auf etwa Pasteurisierungstemperatur gehaltenen Gemisch werden die Geschmackstoffe, Nährstoffe, Farben, das oder die strukturbildende (n) Mittel sowie ein Antimykotikum zugegeben.
Dieser Masse wird dann im Laufe von 5 bis 10 min das pflanzliche Protein bei einer zur Stärkegelatinierung ausreichenden Temperatur von vorzugsweise mehr als 650 C und beispielsweise zwischen 6d und 71 C zugegeben. Schliesslich werden dem Gemisch noch im Laufe von etwa 5 bis 10 min der Zucker
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und die proteinausbalanzierenden Stoffe bei der höheren Temperatur von 82 bis 1040 C, beispielsweise 93 C zugegeben. Nachdem das gekochte Gemisch eine einheitliche Struktur erhalten hat, kann es in üblicher Weise abgepackt werden ; dabei besteht ein weiteres Erfindungsmerkmal darin, dass ein derartiges Gemisch in gewöhnliches, feuchtigkeitsundurchlässiges Verpackungsmaterial und ohne Zwang zur Sterilisierung verpackt werden kann.
Vorzugsweise wird das Produkt zu Zylindern von etwa 9 cm Durchmesser und etwa 2 cm Stärke im Gewicht von etwa 85 g verformt. Diese wurstartigen Zylinder werden vorzugsweise so hergestellt, dass man das Fertiggemisch mittels Strangpresse bei niedrigen Drucken und zur Vermeidung von Klebrigkeit ausreichend niedriger Temperatur zu kleinen Zylindern von beispielsweise 0, 3 bis 0, 6 cm und für gewöhnlich 0, 5 cm Durchmesser und 0, 6-2, 5 cm und für gewöhnlich etwa 1, 3 cm Länge verarbeitet. Dieses Strangpressen kann in einer herkömmlichen Strangpressvorrichtung, durchgeführt werden. Die so verpressten Zylinder werden dann unter niedrigem Druck zu dem gewünschten wurstartigen, zylindrischen Körpern verformt.
In dieser Weise wird das Futter bei einer niedrigeren als der Pasteurisierungstemperatur des Fleisches verpackt.
Das so hergestellte Produkt ist allgemein durch ein vollständig fleischähnliches Aussehen, Farbe, Konsistenz, Struktur und allgemeine Handhabbarkeit gekennzeichnet. Beim Kauen besitzt es eine fleischähnliche, kaufähige Struktur. Es zeichnet sich besonders durch seine lange Lagerfähigkeit aus. Normalerweise kann es längere Zeit, nämlich 6 Monate oder noch länger, in einer losen, feuchtigkeitsundurchlässigen Verpackung oder sogar unverpackt ohne Kühlhaltung aufbewahrt werden.
Die Dichte des Produktes hängt von seiner Herstellungsart einschliesslich dem bei der Klopsver-
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Wunsch geregelt werden.
Das erfindungsgemässe Produkt ist normalerweise ebenso schmackhaft wie gleichwertiges Büchsentierfutter und schmackhafter als die herkömmlichen Tierfuttersorten mit niedrigem Feuchtigkeitsgehalt.
Bei geeigneter Wahl der Bestandteile kommen zwei 85 g Portionen des erfindungsgemässen Produktes im Nährwert 454 g eines Büchsentierfutters gleich.
Die folgenden Beispiele erläutern bestimmte, bevorzugte Tierfutteransätze gemäss den Grundprinzipien der Erfindung ; die meisten eignen sich insbesondere als Hundefutter. Sie wurden so hergestellt, dass der erforderliche Feuchtigkeitsgehalt des Produktes sich ausschliesslich vom Wassergehalt der verschiedenen Bestandteile ableitet, so dass Wasser weder extra zugesetzt noch entfernt zu werden brauchte. Sollte dies bei einem speziellen Ansatz jedoch nicht gelingen, so liegt es ersichtlicherweise im Rahmen der Erfindung, die Produktfeuchtigkeit extra auf das bestimmte Niveau einzustellen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Tierfutter, bestehend aus einer Mischung von pasteurisiertem Fleischmaterial, andern Nährstoffen einschliesslich Zucker sowie Wasser, dadurch gekennzeichnet, dass der Wassergehalt des Futters 15-30 Gew.-'% beträgt, jedoch ausreicht, um das Produkt plastisch zu machen und der Gehalt des Futters an Zucker, insbesondere Saccharose, mehr als 15 Gew.-lo und vorzugsweise weniger als 35 Gew.-% des Futters ausmacht, dass der Gehalt des Futters an wasserlöslichen Stoffen etwa mindestens gleich seinem Wassergehalt ist, wobei die Menge der im Wasser gelösten Stoffe derart bemessen ist, dass der osmotische Druck der Lösung eine bakteriostatische Wirkung hervorruft, ferner, dass sich das Fleischmaterial in hydratisierter Form befindet und dass die Futterzusammensetzung ein Antimykotikum, z. B.
Propylenglykol oder eine Sorbinsäureverbindung, enthält oder mit einem solchen in Berührung steht.
2. Tierfutter nachAnspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass sein pH-Wert6-8 beträgt.