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Netz zur Umhüllung von Würsten und Fleischwaren
Das Stammpatent Nr. 223461 betrifft ein Netz zur Umhüllung von Würsten und Fleischwaren, wie Hartwürsten, geräuchertem Schinken od. dgl., in Form eines gewirkten Schlauches, wobei die Längsschnüre des Netzes aus nicht dehnbarem Material, insbesondere Baumwolle, und die Querschnüre des Netzes (Umfangsschnüre) aus elastischem Material, insbesondere baumwoll- und/oder zellwollumsponnenen Gummifäden, bestehen.
Die Erfindung betrifft eine weitere Ausgestaltung der Erfindung nach dem Stammpatent und bezieht sich auf eine besondere Ausbildung der Querschnüre (Umfangsschnüre) des Netzes.
Die nach dem Stammpatent ausgebildeten Netze mit baumwoll- und/oder zellwollumsponnenen Gummifäden haben sich zum Einhüllen von geräucherten Fleischwaren, die in rohem oder gekochtem Zustand verbraucht werden, zufriedenstellend bewährt. Ein Bedürfnis der Konsumenten geht jedoch dahin, abgepasste rohe Fleischstücke, die zum Braten vorbereitet sind, zu erhalten.
Für diesen besonderen Zweck waren die elastischen Netze nach dem Stammpatent nicht oder nicht zufriedenstellend geeignet ; denn wenn man ein abgepasstes rohes Fleischstück mit dem bekannten Netz nach Stammpatent umhüllte und so hohen Temperaturen unterwarf, wie sie im Backrohr oder im Griller vorhanden sind, traten Zersetzungserscheinungen der Gummifäden auf, weil die Gummifäden im gedehnten Zustand, in dem sie auf das Fleischstück aufgezogen sind, nicht allseitig vom Umspinnungsfaden gegen die Einwirkung der Hitze geschützt sind. Vielmehr blieben zwischen den einzelnen Windungen des Umspinnungsfadens über der Gummiseele Zwischenräume frei, durch die die Hitze ungehindert auf den Gummifaden einwirken konnte.
Die Folge davon war, dass der Gummi unter der Einwirkung der Hitze klebrig und krümelig wurde, an der Oberfläche des Bratgutes anbackte und von dort nur schwer zu entfernen war bzw. Gummikrümelchen in den Bratensaft gelangen konnten.
Die Erfindung bezweckt die Vermeidung dieser Nachteile und Schwierigkeiten und besteht darin, dass die von einem oder mehreren elastischen Fäden gebildete Seele der Querschnüre (Umfangsschnüre) des Netzes in eine gewirkte oder gestrickte Umhüllung eingeschlossen ist, wobei die die Umhüllung bildenden Fäden sowohl im ungedehnten als auch im gedehnten Zustand dicht aneinander liegen. Die die Umhüllung bildenden Fäden können aus natürlichen, künstlichen oder synthetischen Spinnstoffen, wie Garnen oder Zwirnen aus Baumwolle, Hanf, Flachs, Zellwolle, Kunstseide u. dgl., bestehen.
Wenn eine gewirkte Umhüllung verwendet wird, so wird diese auf Wirkmaschinen, insbesondere Raschelmaschinen, hergestellt. Ein Gestricke kann auf Rundstrickmaschinen hergestellt werden.
Die Fäden können hitzebeständig imprägniert sein, beispielsweise mittels Lösungen von Ammoniumund Magnesiumverbindungen, insbesondere Ammoniumchlorid oder Ammoniumkarbonat und Magnesiumsulfat.
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Wie erwähnt, ist es ein wesentliches Merkmal der Erfindung, dass die Fäden sowohl in ungedehntem als auch in gedehntem Zustand dicht aneinander liegen, so dass die von einem oder mehreren elastischen Fäden gebildete Seele der Querschnüre gegen die Einwirkung der Brathitze geschützt ist. Um eventuell vorhandene kleinste Lücken bzw. Zwischenräume zwischen den Fäden des Gewirkes oder Gestrickes zu schliessen, können die Netze besonders dann, wenn der Bratprozess gleich nach dem Füllen der Netze erfolgen soll, kurze Zeit gewässert werden, wobei dem Wasser Glycerin, Sorbit oder andere hygroskopische Stoffe zugesetzt werden können. Die Umhüllungsfäden besitzen eine Dochtwirkung, sie halten die Feuchtigkeit während des Bratprozesses fest, wahrscheinlich auch deshalb, weil sie von der Oberfläche der eingefüllten Fleischware Feuchtigkeit nachziehen.
Auf diese Weise können selbst bei starker Oberhitze die elastischen Seelen niemals eine Temperatur erreichen, die sich schädlich auswirken könnte.
Vorzugsweise wird als elastisches Material für die Seelen der Umfangsschnüre ein Gummi von Lebensmittelgüte verwendet, das ist ein solcher, wie er im Zusatzpatent Nr. 231257 vorgeschlagen wird.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in den Zeichnungen näher erläutert. Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht des Netzes, die Fig. 2 und 3 die genaue Ausbildung der Längs- und Querfäden und ihre Verbindung an den Kreuzungsstellen, wobei Fig. 2 den nicht gedehnten Zustand der Querfäden (Umfangsschnüre) und Fig. 3 den gedehnten Zustand veranschaulicht.
In Fig. 1 ist mit 1 ein gewirktes Netz bezeichnet, das aus gewirkten Längsschnüren 2 und den Umfangsschnüren 3 besteht. Der Gewirkeverband kann durch eine Naht verbunden sein und bildet einen Schlauch. Die Längsschnüre 2 bestehen nach den Fig. 2 und 3 aus gewirkten Ketten 10, die aus fortlaufenden Schlaufen 11 senkrecht zur Zeichenebene gebildet sind, wobei durch jede Schlaufe in senkrechter Richtung hiezu, also in der Zeichenebene, Fäden 12 und 13, einander kreuzend, durchgezogen sind. Mit 14 sind Luftmaschen bezeichnet, die aus den Fäden 11 auf der Rückseite der Kette 10 gebildet sind.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, können die Schlaufen 11 und die die Luftmaschen 14 bildenden Fäden zweifach sein (d. h. aus zwei Einzelfäden bestehen), und ebenso können auch die durch die Schlaufen 11 durchgezogenen Fäden 12 und 13 zwei-oder mehrfach sein. Die Querfäden 20 bestehen aus der Gummiseele 21 und der gestrickten bzw. gewirkten Umhüllung 22, die aus Fäden 23 gebildet ist. Diese Fäden können ein-oder mehrfach sein. Im Ausführungsbeispiel nach den Zeichnungen ist ein Doppelfaden 23, 23'dargestellt. Die Darstellung in den Zeichnungen ist, um die beschriebenen Merkmale besser zum Ausdruck zu bringen, etwas schematisch, indem die Strickmaschen nebeneinander liegend dargestellt sind. In Wirklichkeit liegen sie teilweise über-bzw. untereinander.
In Wirklichkeit sind daher auch die Lücken 24 viel kleiner als in den Zeichnungen dargestellt bzw. sie verschwinden überhaupt, so dass weder im ungedehnten noch im gedehnten Zustand nackter Gummi durchscheint.
Die durch die dicht geflochtene Umhüllung geschützten Querschnüre (Umfangsschnüre) gemäss der Erfindung sind in ausreichendem Masse hitzebeständig, um das Braten roher Fleischstücke zu ermöglichen.
Dieser Effekt ist darauf zurückzuführen, dass die Umhüllung während des Bratprozesses dicht bleibt und kein nackter Gummi der Einwirkung der Hitze ausgesetzt wird. Selbst wenn an einzelnen exponierten Stellen der Gummi bricht, können Gummiteile durch die dichte Umhüllung nicht nach aussen treten und mit dem Bratgut in Berührung kommen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Netz zur Umhüllung von Würsten und Fleischwaren in Form eines gewirkten Schlauches, nach Patent Nr. 223461, wobei die Längsschnüre des Netzes aus nicht dehnbarem Material, insbesondere zu Ketten gewirkten Baumwoll- oder Zellwollfäden, und die Querschnüre des Netzes (Umfangsschnüre) aus elastischem Material, insbesondere Gummi, bestehen, dadurch gekennzeichnet, dass die von einem oder mehreren elastischen Fäden gebildete Seele der Querschnüre (Umfangsschnüre) des Netzes in eine gewirkte oder gestrickte Umhüllung eingeschlossen ist, wobei die die Umhüllung bildenden Fäden sowohl im ungedehnten als auch im gedehnten Zustand dicht aneinander liegen.