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Einrichtung zum Selchen
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Selchen, mit einem in einer Selchkammer umlaufenden Selchgestell, das an einem Laufwagen gelagert ist, der längs einer Schiene in die Selchkammer einführbar ist. Bei einer Einrichtung dieser Art wurde es durch die USA-Patentschrift Nr. 1, 524, 533 bekannt, jenen Teil der Schiene, der sich in der Selchkammer befindet, drehbar zu lagern. Dieser Schienenteil kann über ein Kupplungsstück, das nach Art einer Klappe schwenkbar an dem drehbaren Schienenstück gelagert ist, mit dem ausserhalb der Selchkammer befindlichen Schienenteilstück in einer einzigen Lage gekuppelt werden. Demgemäss kann auch der Selchkorb nur in einer einzigen Stellung des drehbaren Schienenteilstückes ausgefahren werden.
Dies ist insoferne nachteilig, als entweder eigene Einrichtungen vorgesehen werden müssen, die sicherstellen, dass beim Abstellen des Motors das drehbare Schienenteilstück genau in einer solchen Stellung stehenbleibt, in der die Kupplungsklappe mit dem ortsfesten Schienenteilstück fluchtet oder aber, wie dies in der genannten USA-Patentschrift vorgeschlagen ist, in das Getriebe eine eigene Kupplung eingebaut werden muss, die betätigt wird, sobald der Selchvorgang beendet ist, damit dann von Hand aus das bewegliche Schienenteilstück in eine Lage verschwenkt werden kann, in der es mit dem ortsfesten Schienenteilstück fluchtet. Diese Stellung exakt zu erreichen, ist nun keineswegs einfach und wird umso schwieriger, je stärker der Korb beladen ist, da dann das zu bremsende Moment ebenfalls ansteigt.
Weiters ist jene Stellung, in der das drehbare Schienenteilstück mit dem ortsfesten Schienenteilstück kuppelbar ist, nicht leicht zu ersehen, da sich in der Selchkammer Rauch befindet, der die Sicht behindert. Ausserdem muss die Selchkammer während der Zeit des Aufsuchens der "Ent- nahmestellung"geöffnet sein, wodurch der in der Selchkammer befindliche Rauch genügend Zeit findet, in den an die Selchkammer anschliessenden Raum einzudringen, wobei auch die Selchkammer abkühlt.
Dies ist vor allem nachteilig, wenn der Korb unmittelbar nach dem Wiederbeladen in die Selchkammer eingeführt werden soll und Wärmeverluste möglichst zu vermeiden sind.
Bei einer Einrichtung der eingangs erwähnten Art wurde es aus der österr. Patentschrift Nr. 191720 bekannt, zwei miteinander schwenkbar verbundene Schienenteilstücke vorzusehen, von welchen eines horizontal gehaltert ist, während das zweite Schienenteilstück aus einer vertikalen Stellung, in der es sich in der Selchkammer befindet, mittels eines Elektrozuges in eine horizontale Stellung verschwenkbar ist, in der es aus der Selchkammer herausragt. Die Länge des schwenkbaren Schienenteilstückes, das die Funktion eines Kranauslegers erfüllt, sollte hiebei relativ gross sein, um mit dem Korb möglichst weit von der Selchkammer wegkommen zu können. Der Länge des schwenkbaren Schienenteilstückes sind jedoch durch die Höhe der Selchkammer Grenzen gesetzt.
Ausserdem ist es eine bekannte Tatsache, dass Elektrozüge immer nur so verwendet werden sollen, dass sie sich vertikal über der zu hebenden Last befinden. Diese Forderung ist bei der bekannten Einrichtung überhaupt nicht zu erfüllen. Weiters ist auch bei der Einrichtung gemäss der genannten österr. Patentschrift darauf zu achten, dass das Seil des Elektrozuges in der durch die beiden abgewinkelten Schienenteilstücke gegebenen Ebene liegt. Nach Stillsetzen des Antriebes nach erfolgtem Selchen müssen daher auch bei dieser Einrichtung die Schienenteilstücke weiter verschwenkt werden, u. zw. gegen den Widerstand einer Sicherheitskupplung. Die Kraft zum Verschwenken kann hier über das vertikal liegende Schienenteilstück eingeleitet werden. Im Hinblick auf die Temperatur dieses Schienenstückes ist dies jedoch nicht ohne besondere Vorkehrungen möglich.
Fällt
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aus irgendeinem Grund der Strom aus, so dass der Elektrozug zum Anlüften des in vertikaler Stellung in der Selchkammer befindlichen Schienenteilstückes nicht in Betrieb genommen werden kann, ist ein Entfernen des Korbes aus der Selchkammer unmöglich. In diesem Fall kann das zu selchende Gut Schaden erleiden.
Die Nachteile der bekannten Einrichtungen können jedoch vermieden werden, wenn gemäss der Erfindung die Schiene ortsfest in der Selchkammer gelagert ist und an dem Selchgestell ein Treibrad befestigt ist, das von einer in die Selchkammer hineinragenden Welle aus antreibbar ist.
Bei einer solcherart ausgestalteten Einrichtung ist es auch bei motorischem Antrieb des Selchkorbes möglich, nach Abschalten des Antriebes den Selchkorb sofort aus der Selchkammer zu entfernen. Hiedurch kommen alle obgenannten Unzukömmlichkeiten in Wegfall, die daraus resultieren, dass der Korb nach Stillsetzen des Antriebes noch weiter verschwenkt werden muss, um eine Stellung zu erreichen, in der der Laufwagen aus der Selchkammer ausgefahren werden kann. Die Entleerung der Selchkammer ist somit bei der erfindungsgemässen Einrichtung äusserst schnell durchzuführen.
Auch ein in der Selchkammer freiliegender Antrieb für den Selchkorb lässt keine Unzukömmlichkeiten erwarten, da bei einem Zahnradantrieb durch Wahl eines entsprechend grossen Moduls Beschädigungen der Zähne durch etwa von den Rauchgasen mitgenommene feste Teilchen kaum auftreten werden, da im Hinblick auf die zum Selchen erforderliche Holzbefeuerung diese Teilchen weich sind. Auch bezüglich der Temperaturen, die im Hinblick auf das Selchgut ohnedies nicht zu hoch sind, bestehen keine Bedenken, da temperaturbeständige Werkstoffe sowohl metallischer als auch nichtmetallischer Art hinlänglich bekannt sind.
Gemäss einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist das Treibrad als schrägverzahntes Tellerrad ausgebildet, das mit einem Ritzel in Eingriff bringbar ist, das an der Welle befestigt ist. Bei dieser Ausführungsform der Erfindung ist es möglich, eine Kraft zu erzielen, die den Korb gegen das Ritzel drückt, so dass das Tellerrad selbsttätig in Eingriff mit dem Ritzel gehalten wird.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigt Fig. 1 schematisch einen Schnitt durch eine Selche, deren Selchkammer mit der erfindungsgemässen Einrichtung ausgestattet ist, Fig. 2 ein Detail aus Fig. 1 in grösserem Massstab und Fig. 3 eine Ansicht in Richtung des Pfeiles A in Fig. 2.
In den Zeichnungen ist mit 1 die Selchkammer bezeichnet, in welcher ein Selchgestell 2 umläuft, das an einem Laufwagen 3 gelagert ist. Der Laufwagen 3 ist auf einer Schiene 4 verfahrbar, die in die Selchkammer 1 hineinragt. Die Schiene 4 ist in der Selchkammer 1 ortsfest, also undrehbar gelagert. An dem Selchgestell 2 ist ein Treibrad 5 befestigt, das von einer in die Selchkammer 1 hineinragenden Welle 6 aus antreibbar ist. Das Treibrad 5 ist als schrägverzahntes Tellerrad ausgebildet und ist mit einem an der Welle 6 befestigten Ritzel in Eingriff bringbar.
Die Welle 6 ist in einem als Hängelager ausgebildeten Lager 8 gelagert, das an der Schiene 4 befestigt ist. Die Welle 6 wird von einem Kettenrad 9 aus angetrieben, das über eine Kette 10 mit einem weiteren, an der Abtriebswelle 11 eines Schneckengetriebes 12 befestigten Kettenrad 13 in Verbindung steht. Das Schneckengetriebe 12 wird über einen Motor 14 und einen Keilriementrieb 15 angetrieben. Das Gehäuse des Schneckengetriebes 12 ist an der die Selchkammer 1 begrenzenden Mauer 16 verankert.
Das Selchgestell 2 ist mittels einer Schraubverbindung 17 lösbar am Laufwagen 3 befestigt.
Um zu verhindern, dass der Laufwagen 3 zu weit entlang der Schiene 4 in die Selchkammer 1 hineinbewegt wird und dadurch unter Umständen eine Beschädigung des Ritzels 7 auftreten könnte, ist auf der Schiene eine Anschlagleiste bzw. ein Anschlagwinkel 18 vorgesehen, an dessen Schenkel der Laufwagen 3 mit einem seiner Räderpaare 19 anlaufen kann.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zum Selchen, mit einem in einer Selchkammer umlaufenden Selchgestell, das an einem Laufwagen gelagert ist, der längs einer Schiene in die Selchkammer einführbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Schiene (4) ortsfest in der Selchkammer (1) gelagert ist und an dem Selchgestell (2) ein Treibrad (5) befestigt ist, das von einer in die Selchkammer (1) hineinragenden Welle (6) aus antreibbar ist.