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Mikrotom
Die Erfindung bezieht sich auf ein Mikrotom, bei dem das Präparat in einer zum Einspannen im Gerät dienenden Hülle eingebettet ist.
Es ist bei Mikrotomen bekannt, das Präparat in einer annähernd zylinderförmigen Hülle einzubetten, z. B. in eine durchsichtige Kunststoffhülle einzugiessen, welche von dem zum Messer hin-und hergehenden Teil des Gerätes getragen wird. Der Kopfteil der Hülle umgibt dabei nach der Einbettung allseits das Präparat, so dass diese Hüllenkopfpartie vor Beginn des eigentlichen Schneidvorganges bis zu einem das Präparat freistellenden Bereich abgetragen werden muss. Diese Vorarbeit geht nur mühsam vor sich, falls hiezu das Mikrotom-Messer selbst verwendet wird. Falls zu diesem Zweck dagegen ein von Hand geführtes, besonderes Werkzeug benutzt-wird, läuft man die Gefahr, dass der Anschnitt nicht die zum Schneiden vonMikrotom-Scheiben erforderliche Richtung bekommt oder vom Präparat selbst zu viel abgetragen wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile der bekannten Geräte zu vermeiden und eine zum raschen, maschinellen und sicheren Abtragen des überflüssigen Hüllenteiles dienende Einrichtung zu schaffen. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass zum Abtragen des Kopfteiles der Hülle bis zu einem das Präparat zum Schneiden freistellenden Bereich ein an Stelle des MikrotomMessers in die Aufnahme desselben einsetzbares, vorzugsweise raspel-bzw. hobelartiges Vorschruppmes- ser vorgesehen ist.
Bei Mikrotomen mit einem das Messer bildenden oder tragenden Halter, der eine T-förmige Spannnute aufweist, in welche eine entsprechend T-förmig ausgebildete Spannleiste des Mikrotoms einführbar ist, mittels welcher der Halter gegen eine Aufnahmefläche des Mikrotoms festspannbar ist, wird die Anordnung zweckmässig in der Weise getroffen, dass ein das Vorschruppmesser tragender Rahmen mit einer entsprechenden T-förmigen Spannut versehen ist, in welche bei abgenommenem Halter die Spannleiste einführbar und der Rahmen gegen die Aufnahmefläche festspannbar ist.
Es ist gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung von Vorteil, im Rahmen zwei Haltestifte und eineschwenkachse für eine zwei weitere Haltestifte und eine Spannschraube tragende Spannklappe vorzusehen und dem Vorschruppmesser vier Haltevorsprünge zuzuordnen, welche mit den Haltestiften in dem Rahmen und der Spannklappe in Eingriff bringbar sind, wobei durch ein über die Spannschraube erfolgtes Verschwenken der Spannklappe gegenüber dem Rahmen die Haltestifte in der Spannklappe gegenüber den Haltestiften im Rahmen verstellt und dadurch das Vorschruppmesser zwischen Spannklappe und Rahmen eingespannt wird.
In der nachstehenden Beschreibung ist an Hand der Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert. Es zeigen Fig. 1 das Mikrotom in Ansicht mit teilweisem Schnitt, die Fig. 2-4 das Vorschruppmesser mit seinem Halterahmen in verschiedenen, teilweise geschnittenen Ansichten und grösserem Massstab und Fig. 5 eine vergrösserte Einzelheit zu Fig. 2.
Das Mikrotom ist auf einer Grundplatte 10 aufgebaut und umfasst ein Gehäuse 12 mit den nicht näher dargestellten und erläuterten Steuer- und Antriebsmitteln, welche zur Auf- und Abbewegung des
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Halters 14 und zur Vorschubbewegung desselben in einem zum Schneidevorgang erforderlichen Zyklus dienen. Der Halter 14 trägt das in einer durchsichtigen Kunststoffhülle 16a eingegossene Präparat 16.
Der Bewegungszyklus des Halters 14 bzw. des Präparates 16 während des Schneidevorganges ist in Fig. l durch Pfeile schematisch angedeutet.
Das zum Schneiden des Präparates in ultradünne Scheiben dienende Messer ist mit 18 bezeichnet.
Seine lange Schneide 18a kann aus dem Messerkörper selbst herausgebildet sein, wozu die Herstellung des ganzen Messers aus hochwertigem Material erforderlich ist. Es kann aber aus Ersparnisgründen auf dem aus einem einfacheren Material hergestellten Messerkörper eine die Schneide bildende Klinge aus hoch- wertigemMaterial aufgesetzt, z. B. aufgeklebt sein. Zur Einstellung der Messerschneide 18a in die zum Schneidvorgang am besten geeignete Lage gegenüber dem Präparat 16 dient eine Einstellvorrichtung, welche das Verstellen des Messers beispielsweise um drei sich in einem Punkt schneidende Achsen und zugleich das Verschieben des Messers in zwei sich kreuzenden Geradführungen ermöglicht.
Diese Einstellvorrichtung ist, weil nicht erfindungswesentlich, aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht näher beschrieben ; sie ist nur mit einer allgemeinen Bezugszahl 20 bezeichnet.
In dem zum Neigen des Messers 18 dienenden Körper 22 der Einstellvorrichtung 20 ist eine Nut 22a eingearbeitet, in welche eine Spannleiste 24 eingreift. Der T-förmige Kopf dieser Spannleiste greift in eine im Querschnitt entsprechend geformte Längsnut des Messers 18 ein. Eine Spannschraube 26 drückt einseitig gegen einen Innenkegel 24a der Spannleiste 24, so dass beim Festziehen der Spannschraube 26 das Messer 18 gegen seine Aufnahme 22b im Körper 22 gepresst wird.
Es ist ein V-förmiger Rahmen 28 vorgesehen, der eine dem Querschnitt der Spannleiste 24 entsprechend geformte Längsnute besitzt, so dass er mittels der Elemente 24 und 26 in der Aufnahme 22b am Körper 22 eingesetzt und festgeklemmt werden kann. Der Rahmen 28 trägt zwei Haltestifte 30 sowie eine Spannklappe 32, welche um einen im Rahmen 28 sitzenden Zapfen 32a schwenkbar ist. Die Spannklappe selbst trägt zwei weitere Haltestifte 30 sowie eine Spannschraube 34, die mit ihrem Ende gegen den Rahmen 28 drückt.
Das Vorschruppmesser ist im Darstellungsfalle als ein viereckiges Blatt 36 ausgebildet, in dessen Mitte eine Vielzahl von hobelartig geformten, schrägen Schneidzähnen 36a vorgesehen sind. An seinen beiden Längsseiten weist das Vorschruppmesser 36 je zwei spitze Nasen 36b auf, welche mit den Spannstiften 30 zusammenarbeiten. Jeder der Spannstifte 30 hat zu diesem Zweck eine seitliche Einfräsung 30a und ist seitlich derselben zur Hälfte abgefräst, so dass eine Spannfläche 30b und eine Führungsfläche 30c entstehen. DasVorschruppmesser wird aus einem geeigneten Material, z. B. einem entsprechend harten Stahlblech gefertigt, wobei die Schneidzähne in geeigneter Weise geschärft sind.
Das Präparat wird in einem Vorbereitungsvorgang in die zylindrische, durchsichtige Kunststoffhülle 16a eingegossen. Dabei entsteht am Kopf der Hülle ein grösserer Materialüberschuss H, welcher vor Beginn des eigentlichen Schneidvorganges abgetragen werden muss. Zu diesem Zweck wird-nach dem Entfernen des Messers 18 - in die Aufnahme 22b der Rahmen 28 eingesetzt und mittels der Spannschraube 26 festgeklemmt. Daraufhin wird dasVorschruppmesser 36 auf die'Spannstifte 30 gelegt und die Spannschraube 34 betätigt. Dabei wird die Spannklappe 32 entgegen dem Uhrzeigersinn geringfügig verschwenkt, so dass ihre beiden Spannstifte 30 das Vorschruppmesser 36 gegen die ortsfesten Spannstifte 30 am Rahmen 28 festspannen.
Mit Hilfe der Einstellvorrichtung 20 wird nun die Ebene des Vorschruppmessers in diejenige Stel- lung relativ zur Längsachse des Präparats gebracht, die zu-dem später erst vorzunehmenden MikrotomSchneiden geeignet ist. Nun kann der Halter 14 mit entsprechend grossem Vorschub gegenüber dem feststehenden Vorschruppmesser 36 auf-und abbewegt werden, wobei der Materialüberschuss H schichtweise so weit entfernt wird, bis das Präparat 16 freigelegt ist. Daraufhin wird der Rahmen 28 samt dem Vorschruppmesser 36 entfernt und das Messer 18 eingesetzt. Nun kann der eigentliche Schneidvorgang des Präparats (in der gleichen Winkellage wie beim Vorschruppen) in an sich bekannter Weise erfolgen.
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