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Gewächshaus
Die Erfindung betrifft ein Gewächshaus mit turmartigem Aufbau, in welchem das Züchtungsgut auf lotrecht umlaufenden Bändern geführt ist. Das Gewächshaus soll vor allem dem Bergbauer die Möglichkeit geben, schon zu Beginn des Frühlings, wenn noch Schnee auf den Feldern liegt, die Sonnenstrahlen aber schon wärmend wirken, Pflanzen zu züchten, die nach Aufhören der Gefahr des Auftretens von nächtlichem Frost ins Freie umgesetzt werden können, wo sie unter den natürlichen Bedingungen bis zur Ernte reifen. Dadurch ist es dem Bergbauer auch in Gegenden mit nur kurzer warmen Jahreszeit möglich, mit verhältnismässig geringem Aufwand Pflanzen zu züchten, die infolge ihrer langen Wachstumszeit in solchen Gegenden bisher nicht gezüchtet werden konnten.
Bei einem bekanntgewordenen Gewächshaus der eingangs erwähnten Art sind einzelne, in sich geschlossen Züchtungskammern, in welchen verschiedene klimatische Bedingungen erzeugt werden können, übereinander angeordnet und vom Umlaufband der Reihe nach durchwandert. Dieses Gewächshaus ist für den angestrebten Zweck infolge seines komplizierten Aufbaues zu teuer in der Herstellung.
Um diesen Nachteil zu beseitigen, ist erfindungsgemäss das Gewächshaus als Glashaus mit einheitlichem hochgezogenem Züchtungsraum ausgebildet und weist ein Gerüst mit einer als Schlauch, Haut od. dgl. ausgebildeten Verkleidung aus lichtdurchlässigem Material, z. B. Polyester, auf.
Das Dach des Gewächshauses besteht zweckmässig aus einem mit einer Verkleidung aus lichtdurchlässigem Material versehenen Traggestell, welches zwecks Regelung der Belüftung des Gewächshauses
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der Fig. l und Fig. 3 eine Ansicht des Umlaufbandes, in der Richtung des Pfeiles A in Fig. 1 gesehen, in kleinerem Massstab.
Das Gewächshaus hat im wesentlichen turmartigen Aufbau und besteht aus einem die Aussenform desselben bestimmenden Gerüst l, einem über dasselbe gezogenen Schlauch 2 aus lichtdurchlässigem Material, z. B. Polyester sowie einem den oberen Abschluss bildenden, höhenverstellbaren Dach 3. Das Gerüst 1 weist lotrechte Tragstützen 4 auf, welche auf Pfählen 5 aufsitzen, die ihrerseits in einem Betonfundament 6 eingelassen sind. Die Tragstützen sind an ihren oberen Enden durch Querbalken 7 sowie durch Diagonalträger verbunden, auf welche ein lotrechter Holm 8 aufsitzt, entlang welches das Dach höhenverschiebbar gelagert ist. Zur Versteifung des Gerüstes und seiner Teile können noch verschiedene, nicht dargestellte Verstrebungen vorgesehen sein.
Das Dach 3 besteht ähnlich wie der turmartig Aufbau aus einem Skelett, das mit einem Überzug aus durchsichtigem Material verkleidet ist. Das Gewächshaus hat im vorliegenden Falle im Grundriss die Form eines Rechteckes mit in den Ecken desselben angeordneten Tragstützen 4. Selbstverständlich kann aber die Grundrissform auch anders, z. B. rund, oval oder vieleckig gewählt werden.
Zur Unterbringung der Pflanzen im Inneren des Gewächshauses, ist ein endloses umlaufendes Band 9 vorgesehen, welches über obere und untere Umlenkrollen 10 bzw. 11 in mehreren, im vorliegenden Falle in zwei Schlangen geführt ist. Das Band kann in beliebiger Art ausgeführt sein, die es ermöglicht, Gefässe oder andere mit Pflanzen versehene Träger auf ihm aufhängen zu können. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Band von einer Strickleiter gebildet, an deren Sprossen 12 die Gefässe 13, in denen die Samen oder Pflanzen eingesetzt sind, aufgehängt werden.
Die oberen Umlenkrollen 10 des Bandes 9 sind an den Querholmen 7 oder diese verbinden-
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den Querstreben aufgehängt, während die unteren Rollen 11 an den Tragstützen 4 gehalten sind.
Zum Antrieb des Bandes 9 dient ein Motor 14, welcher es in ganz langsame Bewegung versetzt.
Im Bereiche mindestens einer der unteren Wendestellen des Bandes 9 ist ein mit Nährlösung oder Wasser versehener Behalter 15 vorgesehen, in welchen die die Samen oder Pflanzen enthaltenden Behälter 13 bei ihrem Durchgang eintauchen und sie dabei mit der erforderlichen Menge an Flüssigkeit und Nährstoffen versorgen.
Die Behälter 13 können aus Ton, Kunststoff oder andern festen Stoffen hergestellt sein. Sie können aber auch aus Torf bestehen und. durch eine Kunststoffhülle gegen Zerstörung oder Zerfall im Gewächshaus geschützt sein.
Der Betrieb des erfindungsgemässen Gewächshauses erfolgt in folgender Weise : Die Samen, bzw. die zu züchtenden Pflanzen werden in die Behälter 13 eingesetzt und mit diesen auf das sehr langsam umlaufende Band gehängt.
Durch die Sonnenbestrahlung wird der Innenraum des Gewächshauses erwärmt, wodurch das für das Wachstum der Pflanze erforderliche milde Klima hergestellt wird. Bei günstigen Witterungsverhältnissen kann die während des Tages erfolgte Sonnenbestrahlung ausreichen, im Gewächshaus auch genügend Wärme für die Nacht zu speichern. Um aber auch bei Schlechtwetter oder in besonders kalten Nächten
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'befeuchtung, Bestrahlung der Pflanzen oder andere, den Vegetationsablauf beeinflussende Geräte vor- gesehen sein.
Die Entlüftung des Gewächshauses erfolgt im Bereiche des Daches, wobei durch Höher- oder Tiefer- stellen desselben das Ausmass der Entlüftung geändert werden kann.
Die so gezüchteten Pflanzen werden nach dem Einsetzen der warmen Jahreszeit und Aufhören der
Nachtfrostgefahr aus dem Gewächshaus ins Freie umgesetzt. Falls die Pflanzen in Torfbehältern gezüchtet wurden, werden sie gemeinsam mit dem Behälter in das Erdreich eingesetzt, wobei die allenfalls vor- handene Kunststoffhulle in kurzer Zeit verwittert, so dass sich die Wurzeln der Pflanze ungehindert aus- breiten können.
Im Rahmen der Erfindung können beispielsweise verschiedene konstruktive Änderungen vorgenommen werden. So kann der Schlauch 2 lose über das Gerüst 1 geschoben sein, er kann aber auch dasselbe wie eine Haut gespannt verkleiden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Gewächshaus mit turmartigem Aufbau, in welchem das Züchtungsgut auf lotrecht umlaufenden
Bändern geführt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewächshaus als Glashaus mit einheit- lichem hochgezogenem Züchtungsraum ausgebildet ist und ein Gerüst mit einer als Schlauch, Haut od. dgl. ausgebildeten Verkleidung aus lichtdurchlässigem Material, z. B. Polyester aufweist.